Inhaltsverzeichnis
1.0 EINLEITUNG 1
2.0 ESPING-ANDERSENS MODELL 2
2.1 KLÄRUNG GRUNDLEGENDER BEGRIFFE 2
2.1.1 WOHLFAHRTSSTAAT UND SOZIALSTAAT 2
2.1.2 DEKOMMODIFIZIERUNG 2
2.2 KURZE DARSTELLUNG DES MODELLS 4
2.2.1 DER SOZIALDEMOKRATISCHE WOHLFAHRTSSTAAT: 4
2.2.2 DER KONSERVATIVE WOHLFAHRTSSTAAT: 4
2.2.3 DER LIBERALE WOHLFAHRTSSTAAT: 5
2.2.4 ÜBERSICHT DER TYPOLOGIE 5
2.3 DER VERGLEICH MIT DER REALITÄT 6
2.3.1 SCHWEDEN - SOZIALDEMOKRATISCHER TYPUS AUS DEM BILDERBUCH? 6
2.3.2 DEUTSCHLAND - KONSERVATIVER TYPUS DURCH UND DURCH? 6
2.3.3 GROßBRITANNIEN - LIBERALER TYPUS OHNE GRENZEN? 8
3.0 EXKURS: MODELLE IN DER VERGLEICHENDEN POLITIKWISSENSCHAFT:
RISIKEN UND CHANCEN 8
4.0 ALTERNATIVEN FÜR DEN WOHLFAHRTSTAAT 10
4.1 EIN GESAMTEUROPÄISCHER WOHLFAHRTSTAAT: GRUNDVORAUSSETZUNGEN,
FINANZIERUNG, LEGITIMATION UND REALISIERBARKEIT. 11
4.2 NATIONALSTAATLICHE LÖSUNGEN AM BEISPIEL DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND 12
4.2.1 ÄUßERE EINFLÜSSE: GLOBALISIERUNG 12
4.2.2 DAS PROBLEM DER „BEST PRACTICE“ IN DER ANWENDUNG 12
4.2.3 REFORMEN UND REFORMMÖGLICHKEITEN IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND 13
5.0 FAZIT 16
6.0 LITERATURVERZEICHNIS 18
7.0 TABELLEN UND ABBILDUNGSVERZEICHNIS 19
1.0 Einleitung
In der hier vorgelegten Arbeit soll das Wohlfahrtsstaatsmodell von Esping-Andersen dargestellt und kritisch analysiert werden. Zunächst soll in einem kurzen Abriss der grundlegende Aufbau von Esping-Andersens Modell dargelegt und mit Hilfe des in der Lehrveranstaltung erarbeiteten Materials überprüft werden. Im Teil der exemplarischen Länderdarstellungen wird der Schwerpunkt auf die Bundesrepublik Deutschland gelegt und der unter der Regierung Schröder begonnene Umbau der sozialen Sicherungssysteme genauer dargestellt werden. Diese Art der Darstellung hat der Autor gewählt, um die Grundlage für die Entwicklung nationalstaatlicher Lösung am Beispiel der Bundesrepublik Deutschland eine Grundlage zu schaffen. Was die beiden anderen Länderbeispiele, Schweden für den sozialdemokratischen Typus und Großbritannien für den liberalen Typus, betrifft, werden diese nur zum Zwecke der Darstellung des Esping-Andersens-Modells verwendet und nicht im Detail dargestellt, wie dies im Falle Deutschlands (als Beispiel für den konservativen Typus) vorgenommen wird. Eine andere Vorgehensweise würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen und ist auch für die Fragestellung dieser Arbeit (siehe unten) insofern nicht weiter relevant. In einem Exkurs soll es dann um Risiken und Chancen von Modellen in der vergleichenden Politikwissenschaft gehen, bevor dann Alternativen für den Wohlfahrtstaat aufgezeigt werden. Dies soll zum einen anhand einer Skizze für einen gesamteuropäischen Wohlfahrtsstaat, zum anderen anhand nationalstaatlicher Lösungen (wie schon oben erwähnt am Beispiel der BRD) gemacht werden. Der Schwerpunkt wird hier auf Deutschland gelegt, da der Autor zum einen der Ansicht ist, dass eine detaillierte Darstellung Deutschlands eine gute Basis für Vergleiche jeglicher Art mit anderen europäischen und nicht-europäischen Wohlfahrtsstaaten bietet. Zum anderen arbeitete sowohl die frühere Regierung Schröder als auch die heutige Große Koalition (CDU/CSU/SPD) unter Bundeskanzlerin Merkel auf einen Umbau des Deutschen Wohlfahrtsstaates hin zum Sozialstaat im Sinne des Grundgesetztes (Bundeszentrale für politische Bildung 2004: 59) hin. Somit erscheint eine detaillierte Darstellung aus sozialwissenschaftlicher Sicht besonders interessant. Abschließend soll mit in der Perspektive ein Blick in die Zukunft der europäischen Wohlfahrtsstaaten geworfen werden, die auch unter der Globalisierung und neoliberaler Wirtschaftsausrichtung bei gleichzeitig Volkswirtschaften zu leiden haben. Im Fazit soll dann noch mal zusammenfassend die Fragestellung dieser Arbeit beant-wortet werden, die lautet:
Sind die bisherigen Modelle von Wohlfahrtsstaaten noch richtig, welche Alternativen sind für Wohlfahrtsstaaten im 21. Jahrhundert möglich und besonders: Welche Reformen und Ansätze sind für die Bundesrepublik Deutschland möglich?
1
2.0 Esping-Andersens Modell
In diesem Teil soll sowohl eine kurze Darstellung Esping-Andersens Modell vorgenommen werden, als auch anhand der im Seminar erarbeiteten Inhalte ein Vergleich mit der Realität gezogen werden.
2.1 Klärung grundlegender Begriffe
Zunächst müssen zur adäquaten Befassung mit dem Esping-Andersenschem Modell einmal einige grundlegende Begriff im Zusammenhang mit Wohlfahrtsstaaten geklärt werden.
2.1.1 Wohlfahrtsstaat und Sozialstaat
Beide Begriffe hört man häufig in den tagespolitischen Debatten und auch in der gängigen sozialwissenschaftlichen Literatur finden beide Verwendung. Der Begriff des Wohlfahrtsstaates (engl. welfare state) wird für Staaten verwendet, die aktiv die Steuerung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Abläufe eingreifen und einen großen Teil der finanziellen Mittel für sozialpolitische Maßnahmen unter der Zielsetzung verwendet der „[...] Gleichheit der Lebenschancen in den Dimensionen Einkommenssicherung, Gesundheit, Wohnen und Bildung nach[zu]kommen.“ (Nohlen 2001: 580).
Der Begriff des Sozialstaats (vor allem in der BR Deutschland verwendet) bezeichnet ein Alternativkonzept zu dem umfassenderen Wohlfahrtsstaat, der durch die Begleitung von der Wiege bis zur Bahre gesellschaftliche Freiräume gefährde. (Nohlen 2001: 581). In dieser Arbeit wird der Begriff des Wohlfahrtsstaates verwendet werden.
2.1.2 Dekommodifizierung
Dekommodifizierung wird von Esping-Andersen wie folgt beschrieben: „[...], the concept [of decommodification] refers to the degree to which individuals, or families, can uphold socially acceptable standard of living independently of market participation.“ (Esping-Andersen 1990: 35).
2
Dieser Index ist von Esping-Andersen auch zur Einteilung der untersuchten Länder verwendet
worden:
Abbildung 1: Grad der Dekommodifizierung Quelle: Esping-Andersen 1990: 52
(Grafik: S.G.) 1
1 Eine detaillierte Darstellung des Dekommodifizierungs-Grades und seiner Zusammensetzung findet sich bei Esping-Andersen (Esping-Andersen 1990: 47ff.)
3
2.2 Kurze Darstellung des Modells
Esping-Andersen schafft in dem Werk: „The Three Worlds of Welfare Capitalism“ eine wohlfahrtstaatliche Typologie mit drei Typen, welche nun näher erläutert werden sollen.
2.2.1 Der sozialdemokratische Wohlfahrtsstaat:
Grundlage des sozialdemokratischen Wohlfahrtstaates ist, dass die zentrale Steuerung durch den Staat und nicht durch den Markt geschieht. Neben der gesetzlichen Verankerung sozialer Bürgerrechte ist auch die soziale Absicherung unabhängig vom ökonomischen Status. Der sozialdemokratische Staat weißt ein hohes Maß an Dekommodifizierung auf und als Kernziel kann die Vollbeschäftigung genannt werden. Als zentrale regulative Idee gilt der Universalismus. Darunter ist zu verstehen, dass „[...] die sozialen Rechte für alle EinwohnerInnen [gel- ten]und [....] [denjenigen] Einkommenssicherheit [gewähren], die aus irgendwelchen Gründen nicht - oder nicht mehr - arbeiten können.“ (Lundberg/Armak 2001: 171) Als Vertreter wird hier Schweden genannt.
(Lessenisch 1995: 31-35 und Korthoff: 2005 [unveröffentlicht, Seminarunterlagen nach Lessenich und Esping-Andersen] )
2.2.2 Der konservative Wohlfahrtsstaat:
Im Gegensatz zu sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaat ist die Grundlage beim konservativen Wohlfahrtsstaat die Subsidiarität, d.h. der Staat soll nur Aufgaben wahrnehmen, die nicht durch untergeordnete Einheiten (Bundesländer, Kommunen, Gemeinden oder Familien) übernommen werden können. (Duden Fremdwörterbuch 2001: 958). Es herrscht ein mittlerer Grad an Dekommodifizierung und die zentrale regulative Idee ist die einer Status-Hierarchie. Wie auch beim sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaat haben die Gewerkschaften einen großen Einfluss. Wichtig bei diesem wohlfahrtsstaatlichen Typus sind der soziale Dialog und die Richtlinie des Normalarbeitsverhältnisses. Dieses Modell schafft die Balance zwischen freier Marktwirtschaft und Sozialpolitik. Als Vertreter kann hier Deutschland genannt werden. (Lessenisch 1995: 31-35 und Korthoff: 2005 [unveröffentlicht, Seminarunterlagen nach Lessenich und Esping-Andersen ] )
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Arbeit zitieren:
B.A. Sassan Gholiagha, 2006, Wohlfahrtsstaaten im 21. Jahrhundert oder "Warum Esping-Andersen nicht (mehr) Recht hat", München, GRIN Verlag GmbH
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