Gliederung
Einleitung , oder worüber reden wir? 3
1. Die geschichtlichen Fakten 3
1.1 - der Deutsche Ritterorden im preußischen Land 3
1.2 - Christianisierung Preußens oder eine Form des Imperialismus? 4
1.3 - Konflikte 5
1.4 - die Schlacht bei Tannenberg und ihre Folgen 6
2. Ein Mythos entsteht. 7
2.1 - aus der polnischen Sicht 7
2.2 - aus der deutschen Sicht 8
3. Wie geht man heute damit um? 9
3.1 - die Denkmäler: Reichsehrenmal vs. sozialistisches Denkmalkomplex 9
3.2 - Aufarbeitung des geschichtlichen Terminus „Drang nach Osten“ 10
3.3 - was lernt man darüber in der Schule? 11
Literaturverzeichnis 12
Einleitung
Viele zeitgenössische Historiker beschäftigen sich mit dem Thema der Schlacht bei Tannenberg/Grunwald, in der am 15. Juli 1410 das Heer des deutschen Ritterordens gegen dem polnisch-litauischen kämpfte und verlor. Eine der größten Ritterschlachten des späten Mittelalters. Eine Schlacht, die sowohl glorifiziert, wie auch als ein Zeichen der Schmach gesehen wurde, die es zu beseitigen galt. Den Historikern ging dabei weniger um die Schlacht selbst, als vielmehr um die Aufarbeitung der geschichtlichen Tatsachen und die Klärung des aus jener Schlacht entstandenen Mythos, sowohl auf der deutschen wie auch auf der polnischen Seite.
Teilweise ist der Versuch einer Art „Aufklärung“ gelungen, doch den Mythos, der im nationalen, literarisch-kulturellen Gedanken seine Wurzeln hat, schaffte man nicht gänzlich beiseite zu räumen.
Ich versuche hier lediglich ein paar der Nachforschungen, Analysen zusammenzustellen, sie miteinander zu vergleichen, um zu einer Art Zwischenergebnis zu gelangen.
1. Die geschichtlichen Fakten
1.1 der Deutsche Ritterorden im preußischen Land
1071 wurde Jerusalem von einem türkischen Seldschuken überfallen. Das war der Auslöser für die knapp 200 Jahre dauernden Kreuzzüge. Denn 1095 forderte der damalige Papst Urban II auf einem Konzil in Clermont, dass man gegen die Unterdrückung des heiligen Landes, seine ständige Plünderungen durch die Muslim-Horden vorgehen müßte und er rief zu einem Kreuzzug auf. Viele Adlige stellten begeistert Heere auf. Man muß festhalten, dass ein Kreuzzug aus einem gewöhnlichen Ritter einen Kreuzritter machte. Nach dem ersten erfolgreichen Kreuzzug, in dem nicht nur das heilige Land, sondern auch Teile Syriens und Türkei eingenommen wurden, war es nötig eine ständige militärische Präsenz zu zeigen, da muslimische Einfälle mit einem einzigen Feldzug nicht zu beseitigen waren. Nach dem ersten Kreuzzug, 1128 wurde auf der Synode von Troyens der erste Ritterorden gegründet: die Templer. Diese Ritter gelobten eine keusche Lebensweise und im Namen Christi, die Pilgerwege in der Fremde zu sichern, natürlich mit Waffengewalt. Kurz nach den Templern kamen die Johanniter, die sich aber nach kurzer Zeit mit der Krankenpflege und anderen sozialen Diensten beschäftigten und weniger mit den militärischen. Der deutsche Ritterorden wurde 1198 im heiligen Land gegründet, nach dem dritten Kreuzzug. Der Orden erkannte schnell, wie aussichtslos es auf Dauer war, im heiligen Land zu bleiben und zu kämpfen. Der dritte Kreuzzug, der mit solchen Größen, wie Friedrich Barbarossa und Richard Löwenherz, sehr vielversprechend klang, endete mit einem Fiasko: der deutsche Kaiser ertrank in einem Fluß in der Türkei und Richard Löwenherz wurde für ein Vergehen in Österreich unter Arrest gestellt. Die Christen verloren immer mehr Festungen, während der Islam weiter an Stärke gewann. So sah sich der Orden nach neuen Aufgabenfeldern um.
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1226 rief Konrad von Masowien den deutschen Orden um Hilfe, da die Pruzzen, ein Volk im Nordosten Polens, Öfters in sein Land einfielen, plünderten und sich nicht christianisieren ließen. Er versprach ihm das Kulmer Land als Besitz, wenn der Orden gegen die Pruzzen vorgehen würde. Das ganze wurde in der Goldenen Bulle von Rimini vom Papst und Kaiser (Friedrich II) festgehalten. Der Orden zog nach Polen.
1.2 Christianisierung Preußens oder eine Form des Imperialismus? Bis 1283 gelang es dem deutschen Orden, mit Hilfe polnischer, böhmischer und deutscher Ritter das Land der Pruzzen einzunehmen. Auch das Volk der Jatvjagen, das in der Nähe der Pruzzen lebte, wurde von den deutschen Ritterorden zurückgedrängt und löste sich schließlich in Litauen auf. 1309 verlegte der Orden seinen Hauptsitz von Venedig in die Marienburg. Nach der Eroberung des Landes, begann der Orden mit seiner Ansiedlungspolitik: „Durch die konsequente Ansiedlung deutscher Bauern und Handwerker verfolgte der Orden die Eindeutschung seines Herrschaftsgebiets.(...) Die deutschrechtliche Siedlung wurde von den kirchlichen Kreisen stark gefördert...“ 1 Der Orden betätigte sich missionarisch - baute Klöster und Kirchen - beschäftigte sich aber auch mit der Wirtschaft, die durch die Eiführung des deutschen Rechtssystems, fortschrittlicher war als die polnische, die sich damals im Umbruch befand; das Angebot der Arbeitskräfte stieg an, während der durchschnittliche Bauer nicht imstande war ohne technische Hilfsmittel seine Ernte ertragreicher zu machen. 2 Die eingesiedelten deutschen Bauern und Handwerker hingegen, wurden in den neuen deutschen Gebieten begünstigt: „Die Neusiedler nahmen grundherrliches Land (...) auf der Basis der Zinshufenverfassung nach Erbzinsrecht in bäuerliche Nutzung, wodurch nach Ablauf der für die ersten Jahre eingeräumten Abgabenfreiheit eine zuvor festgelegte Beteiligung des Grundherrn am Ertrag in Geld und/oder Getreide und eine wirksame Beteuerung durch die Landesherrschaft gewährleistet waren. Die in neugegründete oder auf deutsches Recht umgestellte Städte einströmenden Handwerker konnten Handel und Gewerbe im Rahmen der Zunftorganisation pflegen und erhielten als Gegenleistung für ihre ebenfalls am Ertrag bemessenen Abgaben an die Stadtherrschaft die Versicherung, in den von ihnen ausgeübten Erwerbszweigen keine Konkurrenz zuzulassen.“ 3 Es läßt sich allgemein sagen, dass die kirchliche Seite in Polen im 12. und 13. Jahrhundert seine Blütezeit erlebte. Noch vor dem deutschen Ritterorden kamen die Johanniter und die Templer nach Polen; diese beiden Orden hatten sich sozialen Diensten gewidmet, wodurch sie in Polen sehr beliebt waren. Die Templer führten in Polen, wie auch im Westen Europas eine Art Bankwesen ein; man konnte z.B. sein Erspartes sicher durch ein Geleitschutz der Tempelherren in eine Stadt zur Stadtskasse bringen; man muß bedenken, dass die damaligen Wege gefährlich waren, überall lauerten Wegelagerer und Räuber. Obwohl die Christen grundsätzlich kein Geld verleihen konnten, sahen die Templer dieses nicht so eng und erteilten durchaus Kredite, was wiederum gut für
1 Hoensch, „Geschichte Polens“, (3. Auflage), UTB, 1998, S. 41-42
2 vgl. Hoensch, „Geschichte Polens“, UTB, 1998, S. 42-43
3 Hoensch, „Geschichte Polens“, UTB, 1998, S. 43
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Arbeit zitieren:
Paul Lindner, 2001, Die Schlacht bei Tannenberg/Grunwald , München, GRIN Verlag GmbH
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