Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 3
2 Die Entwicklungsgeschichte des Telefons 4
2.1 Johann Philipp Reis: Das erste Telefon. 4
2.2 Alexander Graham Bell: Der Siegeszug des Telefons 6
2.3 Heinrich von Stephan: Der Fernsprecher in Deutschland 8
2.4 Die Vermittlung und Übertragung. 10
2.4.1 Klappenschränke: Die Technik zur Verbindungsherstellung 11
2.4.2 Die Selbstwahl. 12
2.4.3 Die technisch unbegrenzte Reichweite. 12
2.5 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen. 13
3 Auswirkungen des Telefons auf Wirtschaft und Gesellschaft. 15
3.1 Das Fräulein vom Amt. 15
3.2 Die ökonomische Ausbreitung des Telefons 17
3.3 Das Telefon im privaten Haushalt 18
3.4 Der Anspruch und die Bedeutung des Telefons 19
4 Schlussbetrachtung 21
5 Quellenverzeichnis 22
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1 Einleitung
In dieser Arbeit geht es um die Geschichte des Telefons aus wirtschaftlicher und sozialer Sicht. Der Begriff „Telefon“ stammt aus dem griechischen tele = weit, entfernt und phone = Ton, Klang, Stimme. Im 19. Jahrhundert haben sich zahlreiche Wissenschaftler mit der Umsetzung eines elektrischen
Sprachübertragungsgerätes beschäftigt, als Vorbild diente ihnen unter anderem der Telegraf.
Zielsetzung der vorliegenden Arbeit ist die Entwicklung des Telefons in wirtschafts- und technikgeschichtlichen Zusammenhängen darzustellen und die begleitenden Umstände und Auswirkungen des Telefons aufzuzeigen.
Das zweite Kapitel befasst sich mit den bedeutendsten Personen der Entwicklungsgeschichte des Telefons und deren Arbeit. Der Deutsche Johann Philipp Reis (1834-1874) präsentierte sein Telefon 1861, hatte aber noch keinen durchschlagenden Erfolg. Der Schotte Alexander Graham Bell (1848-1922) stellte 1876 seine Konstruktion vor. Die damit beginnende Erfolgsgeschichte des Telefons wird im zweiten Abschnitt näher betrachtet. Da nicht nur die technische Funktionsfähigkeit für den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg dieser Innovation verantwortlich war, sondern im besonderen auch die Einführung, beschäftigt sich der dritte Abschnitt mit dem Generalpostmeister Heinrich von Stephan (1831-1897). Die Verbreitung des Telefons in Deutschland ist maßgeblich ihm zu verdanken. W elche Rolle die zu überbrückenden Entfernungen, die Übertragungsqualität und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spielten wird im anschließenden Teil betrachtet.
Das dritte Kapitel beschreibt einige soziale Auswirkungen der Telefonentwicklung. Einer der wichtigen Punkte ist das „Fräulein vom Amt“ in seiner Funktion als Vermittlungsbeamte. Die Akzeptanz des Telefons und das Telefonverhalten sind ebenso Betrachtungspunkte, wie die Hemmnisse der Ausbreitung des Telefons aus dem geschäftlichen in den privaten Bereich.
Die Arbeit endet mit einer kurzen Schlussbetrachtung.
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2 Die Entwicklungsgeschichte des Telefons
Im Mittelpunkt dieses Kapitels stehen die bedeutendsten Erfinder, deren Intentionen, Konstruktionen und Bestreben mit dem Telefon die Kommunikation zu verändern.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das geschriebene Wort neben der Briefpost, bereits elektrisch per Fernschreiben telegrafiert. Die Übertragung des gesprochenen Wortes in der Praxis auf elektrischem Wege ist jedoch auf Johann Philipp Reis zurückzuführen.
2.1 Johann Philipp Reis: Das erste Telefon
Der hessische Schulmeister Reis genoss eine höhere Ausbildung an Instituten in Friedrichsdorf und Frankfurt am Main. Bereits 1851, im Alter von 17 Jahren, trat er in den Physikalischen Verein in Frankfurt ein. 1 Nach Abschluss seiner Ausbildung erhielt er am Institut in Friedrichsdorf eine Anstellung als Mathematik- und Physiklehrer. Er entwickelte für den Physikunterricht ein Eichenholzmodell einer Ohrmuschel, welches der Ausgangspunkt seiner Telefonerfindung war. Seine Absicht war es, "Töne aller Art durch den galvanischen Strom in beliebiger Entfernung zu reproduzieren." 2 Das Trommelfell bildete Reis aus Schweinsdarm nach, die Gehörknöchelchen aus einem Platinstreifen, der sich als Hammer an das künstliche Trommelfell anlehnte. Wurde in dieses künstliche Ohr, Reis nannte es Geber, hinein gesprochen, so fungierte der Platinstreifen als lose eingestellter Kontakt, der im Rhythmus der Vibration einen von einer Batterie gespeisten Stromkreis öffnen und schließen sollte. Der Empfänger war eine elektrische Spule, dessen Kern eine Stricknadel bildete. Diese Spule wurde vom Geberstrom durchflossen, wodurch die Nadel Töne hervorbrachte, die von einer hölzernen Kiste als Resonanzboden verstärkt wurden. Die Übertragung war nur in eine Richtung
1 Beyrer, K.: Johann Philipp Reis - Alexander Graham Bell: Zwei Pioniere des Telefons, in:
Mensch, Telefon: Aspekte telefonischer Kommunikation, eine Publikation der
Museumsstiftung Post und Telekommunikation, Heidelberg 2000, S. 61.
2 Vgl. Reuter, M.: Telekommunikation, Heidelberg 1990, S. 86.
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möglich und die Übertragungsqualität war äußerst schlecht, doch der Apparat funktionierte, wie jüngere Versuche beweisen. 3
Abbildung 1 Handskizze des Telefon von Johann Philipp Reis, 1861, Quelle: Menzler- Trott,
1861 folgte die Vorführung dieses Telefons vor dem Physikalischen Verein. Reis wurde angespornt durch die schlechte Sprachqualität seines Apparates und bemühte sich um technische Verbesserungen. 4 Er führte seine verbesserte Erfindung wiederholt im Rahmen wissenschaftlicher Versammlungen vor, jedoch lehnten bedeutende Wissenschaftler seinen Apparat mit der Begründung ab, dass die elektrische Übertragung der Sprache nichts weiter als eine Fabel sei. Er verkaufte, einige Apparate die er anfertigen ließ, an Laboratorien und glaubte noch kurz vor seinem Tode am 14. Januar 1874 „der Welt eine große Erfindung“ geschenkt zu haben. 5
Den fehlenden Durchbruch führen Klein und Reuter auf fehlende Patente und Mangel an Förderern zurück und konstatieren Reis´ Verbitterung darüber. 6 Beck dagegen geht nicht von der Intention der kommerziellen Verwertung aus und führt zur Begründung die Art der technischen Demonstration sowie die fehlende Vermarktung an. 7 Auch Rammert bezeichnet Reis´ Intention als
3 Vgl. Beyrer, K., a.a.O., S. 72.
4 Vgl. Genth, R/Hoppe, J.: Telephon! Der Draht an dem wir hängen, Berlin 1986, S. 20 ff.
5 Vgl. Reuter, M. a.a.O., S. 85 ff.
6 Vgl. Ebenda, S. 87 übereinstimmend Klein, W.: Pioniere des Fernsprechwesens, in: 100
Jahre Fernsprecher in Deutschland, Frankfurt am Main 1997, S. 5 ff.
7 Vgl. Beck, K.: Telefongeschichte als Sozialgeschichte: Die soziale und kulturelle
Aneignung des Telefons im Alltag, in: Forschungsgruppe Telefonkommunikation (Hrsg.):
Telefon und Gesellschaft, Band 1: Beiträge zu einer Soziologie der Telefonkommunikation,
Berlin 1989, S. 61.
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naturwissenschaftliches Erkenntnis-und Forschungsinteresse, ohne
nachweisbaren gesellschaftlichen Bedarf. 8
Das Reissche Telefon fällt in die Zeit immenser finanzieller Investitionen für andere Kommunikationstechnologien z.B. wurde 1858 das erste
transatlantische Telegrafenkabel das Amerika und Europa verband in Betrieb genommen. 9 Die Bedeutung des Telefons für unser heutiges Leben konnte noch niemand erahnen.
2.2 Alexander Graham Bell: Der Siegeszug des Telefons
Alexander Graham Bell, ein nach Amerika emigriert Taubstummenlehrer aus Schottland, meldete am 14. Februar 1876 in den USA ein Patent auf sein unvollständiges Telefon, zwei Stunden vor Elisha Grey, an. Es folgte eine Patentprozessflut zwischen Bell und Grey mit rund 600 zugunsten Bells ausgehender Prozesse. 10 Bells Telefonapparat übertrug wie der des Deutschen Reis nur ein undeutliches Gemurmel. Bell ging wie Reis bei seiner Entwicklung von der Wirkungsweise des menschlichen Ohrs aus. Bells erstes Telefon war denkbar simpel. Es beruhte auf dem Prinzip der magnetischen Induktion, jener durch Faraday 1831 entdeckten Eigenschaft. Benötigte Reis für sein Telefon noch eine Batterie, wurde das Bell-Telefon von Induktionsströmen betrieben. Bald darauf konstruierte er einen verbesserten Hörapparat aus reinen Metallmembranen. 11 Am 10. März wurden dann zum ersten Mal klar verständliche Worte vernehmbar und noch im selben Monat erhielt Bell für sein Telefon das Patent. 12
Bell zeigte im Gegensatz zu Reis nicht nur technische
Verbesserungsbemühungen sondern strebte nach kommerzieller Nutzung. Sein
8 Vgl. Rammert, W.: Der Anteil der Kultur an der Genese der Technik: Das Beispiel des
Telefons, in Forschungsgruppe Telefonkommunikation (Hrsg.): Telefon und Gesellschaft,
Band 1: Beiträge zu einer Soziologie der Telefonkommunikation, Berlin 1989, S. 90f.
9 Vgl. o.V.: Letzte Chance Transatlantik: Euphorie und Ernüchterung, in: ZDF Expedition
X, Online im Internet: http://www.zdf.de/wissen/zdfexpedition/61648/index.html ;
[25.06.2002].
10 Vgl. Beyrer, K., a.a.O., S70 f.
11 Vgl. Klein, W., a.a.O., S. 8 ff. übereinstimmend Reuter, M., a.a.O., S. 89 f.
12 Vgl. Reuter, M., a.a.O., S. 89 f.
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Arbeit zitieren:
Rene Michel, 2002, Sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Aspekte der Erfindung des Telefons, München, GRIN Verlag GmbH
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