Vom Herdraum zum Tempel
Funktionen und Aussehen früher Kultbauten in Griechenland
1. Forschungsgeschichte
Die Frage nach den Entwicklungslinien, die von der frühen griechischen Baukunst zum Peripteraltempel der archaischen und klassischen Zeit führen, wurde in der älteren Forschung zuerst mit dem Versuch einer morphologischen Ableitung aus früheren griechischen Gebäudetypen beantwortet. Insbesondere glaubte man, im Megaron des mykenischen Palastes und den Lang- bzw. Antenhäusern der protogeometrischen und geometrischen Zeit einen baulichen Vorläufer für die langgestreckt-rechteckige Form der Cella des sich seit der 1. Hälfte des 7. Jhs. im griechischen Kulturraum weiträumig verbreitenden Ringhallentempels gefunden zu haben 1 . Prototypen einer umlaufenden Peristasis glaubte man in Thermos beim sogen. Megaron B 2 , auf Samos beim Hekatompedos II 3 , in Eretria beim Tempel des Apollon Daphnephoros 4 und in Lefkandi auf Euboia 5 bei dem als Heroon gedeuteten protogeometrischen Apsidenhaus gefunden zu haben. Diese Vorstellung einer fortlaufenden Genese des Peripteros aus früheren griechischen Bauformen 6 musste nicht nur aufgrund einer sorgfältigen Neuinterpretation von Grabungsbefunden, sondern auch aus strukturellen, d.h. architektonischen sowie funktional und sozialgeschichtlichen Gründen einen heftigen
s. hierzu Martini, 26 1 s. hierzu Mallwitz, 621ff 2 s. hierzu Mallwitz, 624ff 3
Schefold, K. in: AntK 9 (1966) 115f; Auberson, 11f; Kalpaxis, 27; dagegen Mall- 4 witz, 633f
BCH 105 (1981), 850; ARepLondon (1980/81), 7 5
so Gruben, 33; Coldstream, 317; Kalpaxis, 29 6
2
Widerspruch erfahren 7 : “As to early Greek temples, it seems that there existed neither a homogenous architectural type throughout Greece, nor a linear architectural development from Bronze Age architecture.” 8 Als der Versuch einer morphologischen Herleitung des Ringhallentempels vor der “unkanonische[n], überraschende[n] Vielgestaltigkeit der frühen Baukunst” 9 kapitulieren musste und gleichzeitig der Vergleich der „funktionalen und liturgischen Eigenschaften geometrischer Kultbauten mit denen der Peripteroi“ 10 tiefgreifende Unterschiede zu Tage gefördert hatte, begann man, nach den sozialgeschichtlichen Ursachen zu fragen, die im Übergang von der geometrischen zur archaischen Epoche einen Wandel in der Kultpraxis bewirkt und damit gänzlich neuartige, diesen gewandelten Bedürfnissen strukturell entsprechende Sakralbauten notwendig gemacht hatten 11 . In der neuesten Forschungsliteratur hingegen kommt es wieder zu einer Annäherung des morphologischen Ansatzes mit dem funktionsanalytischen und sozialgeschichtlichen: Man sieht das Vorbild für den klassischen griechischen Peripteros nun eher im orientalischen bzw. ägyptischen monumentalen Tempelbau 12 und versucht zu erklären, in welcher Weise diese Vorbilder nach den speziellen Bedürfnissen der radikal sich im Umbruch befindlichen griechischen Gesellschaft jener Zeit adaptiert wurden.
Die vorliegende Arbeit macht es sich zur Aufgabe, die Befundlage unter morphologischen Gesichtspunkten zu ordnen und die architektonischen Strukturmerkmale der frühen Kultbauten hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit auf den kanonischen Ringhallentempel zu untersuchen.
so Mallwitz, 599-642; Martini, 23-36 7 Marinatos, 228f 8
Mallwitz, 600; s. Katalog von Drerup (1969) 9 Martini, 27 10
so z.B. Snodgrass (1980, 1986); Martini (1986); Burkert (1988); Fehr (1996); 11 Höcker (1996) s. Bietak 12
2. Quellen
Die Frage nach der Kontinuität minoisch-mykenischer Kultplätze bis in die geometrische und archaische Zeit hat Martin P. Nilsson ausführlich behandelt 13 .
Einen bauhistorischen Überblick über die „vorklassischen Hausformen in der Agäis“ hat S. Sinos vorgelegt (1971).
Eine Zusammenfassung des archäologischen Materials zur griechischen Baukunst in geometrischer Zeit mit insgesamt 55 Fundplätzen hat H. Drerup (1969) unternommen.
Die Typologie Drerups ergänzt Mazarakis-Ainian (1987, 1988) mit weiteren Fundplätzen, die er allerdings im Gegensatz zu Drerup unter bestimmten Gesichtspunkten von Nutzungs- und Entwicklungskonzepten zusammenfasst. Die Grabungsergebnisse zu den ersten kanonischen Ringhallentempeln, die in Isthmia 14 , Korinth 15 und Argos 16 , verschiedentlich auch in Eretria 17 und Samos 18 vermutet werden, sind zum Teil noch nicht vollständig publiziert. Zeitgenössische literarische Quellen zu den frühen Tempelbauten sind dürftig. Als Zeugnis für Aussehen und Funktionen des Herrscher-Megaron bzw. ‚Chief-
Nilsson,Bd. I, 303-384 13
Vorberichte: Hesperia 22 (1953), 182-195; Hesperia 24 (1955), 110-141; 14
Hesperia 27 (1958), 1-37; Hesperia 31 (1962), 1-25; Broneer, O.: Isthmia I, The Temple of Poseidon (1971); ders.: Isthmia II, Topgraphy and Architecture (1973); ders.: The Isthmian Sanctuary of Poseidon, in: Janssen, U. (Hrsg.): Neue Forschungen in griechischen Heiligtümern (1976), 39-62; Gebhard, E. - Hemans, F.: Chicago Excavations at Isthmia, 1989, in: Hesperia 61 (1992), 1-77; F. Hemans bereitet eine Publikation zum früharchaischen Tempel vor.
Roebuck, M. C.: Hesperia 24 (1955), 153ff; Weickert, C.: Typen der griechischen 15
Architektur (1929), 180; Cook, R. M.: BSA 65 (1970), 19; Robinson, H.S. in: Janssen, U. (Hrsg.): Neue Forschungen in griechischen Heiligtümern (1976), 246ff Drerup (1969), 57ff; Kalpaxis, 43ff; Walter-Karydi, E. in: AntK 23 (1980), 11; 16 Mallwitz, 634f
Schefold, K. in: AntK 9 (1966), 115f; Auberson (1968), 11ff; dagegen Mallwitz, 17 633f
dagegen ausführlich Mallwitz, 624-633 18
tain-Dwelling’ kommen in erster Linie Textstellen bei Homer, Od. XVII-XXIII 19 in Frage.
Tempel werden auch in den Homerischen Hymnen erwähnt, z.B. im Demeterhymnos 20 , dessen Entstehung in das späte 7. Jh. datiert. Der Hymnos an Apollon 21 , der ebenfalls sehr früh angesetzt wird, hebt lobend pars pro toto die „steinerne Schwelle“ des Apollontempels von Delphi 22 hervor. Pindar 23 erwähnt die doppelseitigen steinernen Giebel des Tempels von Korinth.
Herodot erwähnt einige griechische Tempel 24 , berichtet über die frühen Beziehungen der Griechen mit dem Orient 25 und Ägypten 26 sowie über die dortigen Bauwerke und religiösen Gebräuche.
Vitruv 27 , dessen Quellen allerdings unsicher sind, beschreibt die dorische und ionische Ordnung als Übertragung von Holzkonstruktionen in Steinbauweise. Nach seinem Zeugnis war der erste Ringhallentempel der Tempel der Hera von Argos 28 .
Diskussionsbeiträge zu epigraphischen Nachweisen früher griechischer Kultpraxis bietet R. Hägg (1994).
insbes. Od. III, 396ff; XXI, 354; XXII, 126; XXII, 474; s. hierzu Weiler, G.: Domos 19
Theiou Basileos - Herrschaftsformen und Herrschaftsarchitektur in den Siedlungen der Dark Ages (2001)
Hymnos an Demeter, v.28; v.270-272; s. hierzu Mylonas, 33ff 20
Hymnos an Apollon, v.254f; v.294ff; s. hierzu Felsch, R.: Drei frühe Phasen des 21
dorischen Tempels: Delphi - Kalapodi - Mykene, in: JdI 116 (2001), 1-15 s. Weiher, A. (Hrsg.): Homerische Hymnen (1970), 140; 143 22 Ol. XIII, 21f 23 Hdt., III, 59; III, 60; 24 Hdt. I, 1-140 25 Hdt. II, 1-182; III, 40-43 26
Vitruv, De architectura III-IV 27
Vitruv, De architectura IV, 1-3 28
3. Formen und Funktionen
Die frühen Sakralbauten unterscheiden sich von den späteren Ringhallentempeln sowohl in ihrer architektonischen Formgebung wie auch in ihren sozialen und liturgischen Funktionen.
In der Frühzeit gab es keine spezielle Bauform, die es ermöglichen würde, profane von sakralen Bauten eindeutig zu unterscheiden. Abgesehen von einzelnen kleineren minoischen ‘Schreinen’ finden sich weder auf dem minoischen Kreta noch auf dem Festland mykenischer Zeit “in sich geschlossene architektonische Komplexe”, die sich vor dem Hintergrund der altorientalischen oder ägyptischen Anlagen “mit der Bezeichnung ‘Tempel’ verbinden ließen” 29 .
Im Unterschied zur altorientalischen Dualität von “Palast und Tempel als jeweils funktionell und architektonisch getrennte[n] Baukörper[n]” 30 handelt es sich bei den ‘Palast-Heiligtümern’ 31 des minoischen Kreta um eine integrale Verschmelzung beider Komponenten, die eine Zuordnung der architektonischen Reste zu profanen oder kultisch-sakralen Zwecken zu einer Streitfrage der interpretatorischen Akzentuierung macht. Ununterscheidbar vermischen sich in den Räumlichkeiten der minoischen Paläste ökonomische, administrative, politisch-repräsentative und kultische Funktionen. Auf dem mykenischen Festland diente der Hauptsaal des Palastes, das Megaron, ebenso sozialen wie religiösen Zwecken, die einander ununterscheidbar bedingten und durchdrangen. Der 30-50 qm große Saal mit einem runden Herd (eschara) in der Mitte und den 2-4 Säulen, die die Dachkonstruktion mit dem Rauchabzug trugen, diente den Verdienstfesten des Königs (wanax) mit seinen Gefolgsleuten, die im Zuge gemeinschaftlichen Fleischkonsums auch
Hiller, S.: Palast und Tempel im Alten Orient und im minoischen Kreta, in: Hägg - 29 Marinatos (1987), 57 ebd., 59 30
“palace-sanctuaries”: so der Terminus von A. Evans, in: PM III, 283 31
Opfer- und Libationsriten beinhalteten 32 .
Über Ablauf und Einbindung der religiösen Rituale in die weltlichen Verdienstfeste oder Gastmähler der lokalen Könige und ihrer Gefolgsleute bis in die geometrische Zeit hinein erfahren wir einiges aus den Schilderungen in Homers Illias und Odyssee 33 . Daraus geht hervor, dass die Teilnahme am festlichen Opfermahl an die Zugehörigkeit zu einer Kult- und Speisegemeinschaft geknüpft und damit ein Vorrecht der Big Men war 34 . Die lokalen Adligen (basi- lees), z.B.Achilleus 35 oder Agamemnon, vollzogen persönlich das Opfer, an dem eine auserlesene Schar von Genossen teilnahm 36 . Kultische Bezugsperson war also der Big Man, der in seinem eigenen Haus je nach persönlichem Bedarf unterschiedlichen Göttern opferte, wobei den anderen Beteiligten lediglich eine passive, entgegennehmende Rolle zufiel 37 .
Ein grundsätzlich anderes Bild bieten hingegen die Heiligtümer der olympischen Götter in der archaischen und klassischen Zeit. Wichtigste Elemente sind hier in erster Linie
temenos
und Altar, gefolgt vom Tempel als einem repräsentativen, aber nicht konstituitiv notwendigen Requisit. Schon die Bezeichnung Temenos (griech.: das Abgetrennte) für den heiligen Bezirk verweist auf eine klare Trennung von der profanen Sphäre durch Grenzsteine (horos) oder Umfriedung (períbolos). Für das Temenos, innerhalb dessen sich Altar, ggf. Tempel, Schatzhäuser, Wettkampfanlagen, Speiseräu-
inden Megara wurden Schichten von Opferasche und Tierknochen nachgewiesen, 32
gelegentlich auch Opferrinnen.
zur Frage der Berechtigung, Homer als Zeuge für die mykenische Religion heranzu- 33
ziehen s. Nilsson, 333ff; dagegen Finley, M. I.: Homer and Mycenae: property and tenure, in: Historia 6 (1959), 159: “The Homeric world was together post-Mycenaean, and the so-called reminiscences and survivals are rare, isolated, and garbled. Hence Homer is not only not a reliable guide to the Mycenaean tablets; he is no guide at all.”
Ilias II, 402ff; 550f; III, 271ff; VI, 93f; 274f; 308f; VII, 313ff; XIX, 252ff 34 Ilias IX, 206ff 35
Drerup (1964), 203f; s. Aufsatz von Oelmann in: BJbb 57 (1957), 11ff 36
Fehr (1996), 181; Martini, 28ff 37
me etc. befanden, galten strenge Reinheits- und Verhaltensvorschriften sowie Nutzungsbeschränkungen, die das Areal dem Zugriff weltlicher Autoritäten und Normen entzogen 38 . Dementsprechend isoliert und vereinzelt, nicht mehr wie die minoischen Kulträume oder das mykenische Megaron in einen größeren administrativen Komplex eingebunden, stand nun der Tempel als ‘Haus des Gottes’ 39 da.
Herd und Altar, an denen geopfert und gemeinschaftlich Fleisch verzehrt wurde, hatten sich aus dem Inneren des Chief- oder Big Man-Hauses zuerst ‘openair’ auf heilige Plätze verlagert, entweder extraurban in Heiligtümer 40 oder innerhalb der nun entstehenden Stadtstaaten (poleis) auf die Marktplätze (agorai), um einer breiteren Masse von Menschen eine gleichberechtigte Teilnahme am Opfer zu ermöglichen.
Das Raumkonzept des früheren Megaron wurde beim Peripteros (Abb.1) nun gleichsam nach außen gestülpt: Während bei den früheren Kultbauten allein der Innenraum zählte und die äußere Form eher zufällig war, konzentrierte sich die Gestaltung des Peripteros auf den Außenbau. Die monumentalen Abmessungen des neuen Gesamtentwurfes wirkten sich deshalb verhältnismäßig gering auf die Ausmaße seines Innenraumes, der Cella aus, da der Tempel nun nicht mehr zu Versammlungszwecken, sondern hauptsächlich zur Aufstellung der Kultstatue diente. So büßte der Innenraum für die Kultgemeinde an funktionaler Bedeutung ein, dafür widmete sich die bauliche Gestaltung verstärkt der Akzentuierung des äußeren Erscheinungsbildes. Dementsprechend unterschiedlich gestalteten sich nun auch die liturgischen
s. Nilsson, 79 38
Burkert, 29ff; s. auch Bergquist, 111: „The divinity was engaged in the cult activi- 39
ties in a double capacity: (1) as the invisible divinity (the recipient of the sacrifice) in the east sky, (2) as the visible divinity and/or one of the worshippers at the altar, in the form of the statue portraying the divinity“. Drerup (1964), 200, deutet den Tempel als „eine Behausung, in welcher der Gott kraft seiner Kultstatue wohnt“ in Bezug auf Hom. Il. V, 445ff; VI, 297ff Nilsson, 78 40
Abläufe. Die Zuständigkeit für die Opfermaßnahmen hatte sich vom Basileus abgelöst und war auf den Priester als Delegierten der Kultgemeinde übergegangen. Im früheren Herdhaus oder ‘Chieftain-dwelling’, in dem je nach den Bedürfnissen des Opfernden unterschiedlichen Gottheiten hatte geopfert werden können, war die kultische Bezugsperson der Basileus gewesen. Die neuen Tempelbauten aber trennten die profane von der sakralen Sphäre. Diese galt nun als Eigentum einer bestimmten Gottheit, die ein Kultbild erhielt und ein von Profanbauten architektonisch klar abgegrenztes Haus 41 . Das Opfer und die Verteilung des Fleisches unter die Kultgemeinde fand nun im Freien, auf dem Platz zwischen Tempel und Altar statt, wobei die Durchführung der Opferhandlungen nicht mehr vom Big Man abhängig war, sondern auch von einem anderen Mitglied der Kultgemeinde durchgeführt werden durfte.
4. Morphologie
Bei der Suche nach autochthon griechischen Vorbildern für die neue Bauform des Peripteros ist zunächst eine Typologie der für kultische und religiöse Zwecke genutzten frühen Gebäude von der mykenischen bis in die geometrische Zeit hinein erforderlich. Ich stütze mich im Folgenden weitgehend auf Drerup (1969), um innerhalb einer Befundaufnahme ausgewählter Beispiele die Frage nach Kontinuität in der Bauweise, Nutzung oder von Strukturmerkmalen kultisch genutzter Bauten zu stellen.
Aufgrund der sozialgeschichtlich bedingten Verschmelzung der Funktionen bei den frühen Bauten erweist es sich allerdings als äußerst heikel, aus Drerups Untersuchungen eine strikte Einteilung in profan bzw. sakral genutzte Strukturen zu destillieren.
s. Martini, 28ff 41
Zur Identifizierung sakraler Bezüge können jedoch besondere Elemente der architektonischen Ausstattung herangezogen werden: Ein gemauerter Herd in der Raummitte und ein gelegentlich damit kombiniertes Podium an der Wand für Votiv- und Opfergaben sowie gelegentlich an der Wand umlaufende Bankreihen bzw. Basen für hölzerne Sitzgelegenheiten. Auch Ascheschichten und Speisereste bzw. Behältnisse für deren Aufbewahrung 42 verweisen auf eine sakrale Funktion, die freilich von den sozialen Faktoren einer Opfer- und Speisegemeinschaft nicht zu trennen ist 43 .
4.1 Mykenische Megara: Eleusis und Tiryns
“Eine langgestreckt-rechteckige Hausform, die mit einer offenen Vorhalle und oft mit einer kleinen Säulenstellung ausgestattet wird, kommt schon seit spätneolithischer Zeit auf dem Balkan, im Vorderen Orient und in Griechenland vor.” 44 (Abb. 2a - d)
In der frühen Bronzezeit (3. Jt. v. Chr.) ist das Lang- bzw. Antenhaus in Grie-chenland jedoch eher selten, kommt dagegen in dieser Zeit in Kleinasien (z. B. in Troja II) vor, “wo mehrere solcher Bauten (...) eine Art Residenzkomplex innerhalb der mächtigen Festungsmauern bilden” 45 . In der mykenischen Palastkultur fand sich das Megaron in einen größeren Baukomplex eingepasst, also in einer Form, die “in vieler Hinsicht von der Ausbildung des klassischen Tempels weiter entfernt scheint als die vorgeschichtlichen Stufen: eingebunden statt isoliert, flachdächig statt gegiebelt, zweistatt einstöckig. Dazu kommt, dass man sich diese Paläste meist als Residen- Nilsson,77; 132; 315; Wissowa, G. - Kroll, W. (Hrsg.): RE XVIIIa (1939), 621f: 42
Hier gebietet die religiöse Vorschrift tou& twn ou) k e) kfora_ e) k tou= naou= s. Drerup (1969), 123ff 43 Østby, 20 44 Østby, 20 45
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