Inhaltsverzeichnis
Airbus eine Vorstellung 3
Anforderungen an die Logistik6
Airbus Logistik: Der Lufttransport 10
Airbus Logistik: Der Seetransport 13
Airbus Logistik: Der Straßenverkehr 15
Airbus Logistik: Der Mitarbeiterwerksverkehr 16
Quellenverzeichnis 17
2
Airbus – eine Vorstellung
Airbus Industries ist eine 80%-Tochter des Luft-, Raumfahrt- und Rüstungstechnologiekonzerns EADS, weitere 20% werden von BAE Systems gehalten. Rechtlicher Sitz von Airbus ist in Toulouse, wohingegen EADS in Amsterdam beheimatet ist. Die Firma ist heute der nach Bestellungen und Auslieferungen (etwa 300 jährlich) größte zivile Flugzeugbauer der Welt, dicht gefolgt vom einzigen Konkurrenten Boeing Commercial Aircraft Group. 1
Produziert werden drei Basisfamilien, die den kompletten Bereich von 100 bis 440 Plätzen abdecken. Durch die derzeit in Vorserienproduktion befindliche A380 wird diese Familie um eine weitere Basisplattform erweitert, und deckt dann das Spektrum 440-1000 Sitze ab. Unterschieden wird zwischen
• der A300/310 Familie mit etwa 240-360 Plätzen (Baureihen A300B2, A300B4, A300- 600(R), A300-600RF, A310-200, A310-300 sowie -200/300F),
• der A320 Familie (A318, A319, A320, A321) mit 100-220 Plätzen (A318-100, A319-100 und A319CJ, A320-100/200, A321- 100/200)
• der A330/340 Familie (A330/340) mit etwa 250 bis 440 Plätzen (A330-200/300, A340-200/300/500/600)
• der A380 Familie mit etwa 440 bis 1000 Plätzen (A380-800/900 und -800F)
1 Die Zahl der Bestellungen bzw. Auslieferungen ist in Fachkreisen als Bemessungsgrundlage umstritten, da die Werte für die einzelnen Maschinen deutlich auseinander klaffen. So kostet eine A320 etwa 55 Millionen US$ ohne Rabatte, eine B777-200LR jedoch 200 Millionen US$. Um einen besseren Vergleich zu erreichen wird das Auftragsvolumen in Mrd. US$ als sinnvollere Grundlage gesehen. Jedoch liegt Airbus derzeit selbst in diesem Vergleich vorne.
3
Ursprungsmodell ist die A300, die ab etwa 1970 angeboten wurde, die A310 ist eine verkürzte Version, enthält aber im Großen und Ganzen die gleiche Technik wie die A300. Auf dem gleichen Rumpfquerschnitt (Fuselage Width) baut die A330/340 auf, welche seit Ende der 1980 angeboten wird und seit Mitte der 1990er im Einsatz ist. Jedoch wurde hier
Klassenauslegung) als Ursprungsmodell basiert auf verschiedenen europäischen Studien und wurde Anfang der 1980er gelauncht, Auslieferungen erfolgten ab Ende der 1980er. Um den Fluggesellschaften eine größere Einsatzflexibilität ihrer Flotte zu ermöglichen, wurden nach und nach die Derivate A321 (~180 Plätze), A319 (~125 Plätze) und A318 (~100 Plätze) eingeführt. Im Gegensatz zum Ursprungsmodell A300 besitzt die A320-Familie jedoch nur einen Gang, und wird daher als Narrowbody bezeichnet.
Als jüngster Sproß ist die A380 zu bezeichnen, welche schon seit über einem Jahrzehnt unter der Designation „A3XX“ diskutiert wurde als sogenanntes FLA – Future Large Aircraft. Ziel von Airbus ist es, Boeings Cash-Cow B747-400 das Wasser abzugraben, und dem zukünftigen Wachstum im Luftverkehr Rechnung zu tragen 2 . Von Boeing diskutierte Gegenangebote, der BWB (Blended Wing Body, ein Nurflügelkonzept) und die B747- 500/600Adv sind bis jetzt vom Markt nicht angenommen worden. Die von McDonell Douglas angedachte und der A380 sehr ähnliche MD-12 wurde nie realisiert, die Studien sind nach der Übernahme durch Boeing nicht weiter verfolgt worden.
Zusätzlich zu den Airlinekonfigurationen werden einige Typen auch als Plattformen für Special Missions angeboten, hier speziell die A330-200, welche als Plattform für den MRTT (Multi Role Transport Tanker) dient, als auch die A319 welche als „CJ“, als Corporate Jetliner, sowohl von Airlines (Air France, Lufthansa via Privat Air), als auch von
2 Airbus geht in der Global Market Forcast vom Dezember 2003 von einem Bedarf von 1.163 Großflugzeugen mit mindestens 450 Sitzen in der Periode 2003-2022 aus. Dazu kommen weitere 372 Großfrachter.
4
Regierungen (Brasilien, Italien) und Privatkunden betrieben wird. Andere Typen sind auf Nachfrage verfügbar, werden aber nicht aktiv vermarktet (A320, A340).
Ein weiterer Ableger ist Airbus Military. Dieser Geschäftszweig entwickelt, baut und vermarktet den taktischen/strategischen Lufttransporter A400M. Verschiedene regionale Töchter produzieren weitere Flugzeugtypen, diese sind jedoch direkt EADS zugeordnet und betreffen Airbus nicht weiter. (EADS France: ATR 42/72 in Zusammenarbeit mit Alenia;
EADS CASA: CN-235/295; sowohl die ATRs als auch die CNs sind Turboprops. Die ATRs
sind für den zivilen Markt konzipiert, die CNs werden hauptsächlich an militärische bzw staatliche Kunden verkauft) 3
Produziert wird an 16 Standorten innerhalb Europas, speziell in Großbritannien, Frankreich, Spanien und Deutschland. Zugeliefert wird von weltweit verstreuten Teileproduzenten. Die Endmontage bzw. Systemintegration finden in Toulouse im Süden Frankreichs für die Typen A300/310, A320, A330/340 und A380 statt. Die Modelle A318, A319 und A321 werden in Hamburg-Finkenwerder endmontiert, genauso wie auch das Auslieferungszentrum für die A380 zum Teil in Hamburg aufgebaut wird. Die A400M wird in Sevilla (Spanien) endmontiert werden. 4
3 Interessanterweise wurden bis jetzt kaum Versuche unternommen, diese Programme teilweise in das Airbuskonzept zu integrieren, z.B. im Bereich der Ersatzteilnachversorgung, des Customer Support, der gemeinsamen Vermarktung oder des Einkaufs.
4 Folgende Bemerkungen:
1. Die A300/310 Produktion ist bis auf die Montage der A300-605R Frachter ausgelaufen. Konvertierungen von ehemaligen Passagiermaschinen dieser Typen in Frachtversionen finden üblicherweise in den Elbe Flugzeugwerken in Dresden statt.
2. Die A380 Auslieferung findet sowohl in Toulouse als auch in Hamburg statt, je nach geografischer Herkunft des Kunden und produzierter Version. So sollen alle asiatischen Airlines sowie die Frachtversionen via Hamburg-Finkenwerder ausgeliefert werden – vorbehaltlich der Realisierung der Landebahnverlängerung in XFW.
3. Die A330/340 Familie wird vermutlich demnächst um die Version A350 ergänzt, welche mehr oder minder ein Ersatz der A300/310 darstellen soll, jedoch deutlich modifiziert sein wird, so dass eine neue Bezeichnung gerechtfertigt ist. Verschiedenen Quellen nach hat Air Europa (UX/Spanien) bereits ein Memorandum of Understanding (MoU) über 10 A350 unterzeichnet.
4. Die Arbeitspakete für die A400M sind wie bei solchen Projekten üblich nach Bestellgrößen der einzelnen Luftwaffen aufgeteilt worden; da EADS CASA in Sevilla bereits die CN-235 und CN-295 als militärische Versionen fertigt, wurde beschlossen dort die A400M endzumontieren. Dies stellt das komplette spanische Arbeitspaket dar.
5
Arbeit zitieren:
Dipl.-Wirtschaftsingenieur Björn Wittek, 2004, Airbus - European Logistics for a Global Player, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Coffee Shop Industry - A Strategic Analysis
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Studienarbeit, 37 Seiten
Einführung in die Energiewirtschaft (Konventionelle Energie)
Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Seminararbeit, 17 Seiten
Advanced Planning and Scheduling Systeme
Struktur, Einsatzmöglichkeiten...
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Hausarbeit, 23 Seiten
Airbus versus Boeing - Strategic Management Report
BWL - Unternehmensforschung, Operations Research
Wissenschaftliche Studie, 85 Seiten
Business Report: Global Aircraft Manufacturing Industry
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 19 Seiten
Supply Chain Management - Ein Überblick
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 18 Seiten
Die Internationalisierungsstrategien der Bosch-Gruppe - eine Fallstudi...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Studienarbeit, 31 Seiten
Der Businessplan als Entscheidungsgrundlage zur Existenzgründung für e...
BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne
Diplomarbeit, 47 Seiten
Markt- und Strategieanalyse des Luftverkehrmarktes China
Diplomarbeit, 154 Seiten
Erstellung eines Business-Plans
BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne
Hausarbeit, 34 Seiten
Vergleich der Produktionssysteme großer Unternehmen
Toyota Produktionssystem, Merc...
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Hausarbeit, 11 Seiten
Lernen mit dem Computer und dem Internet - Das Interactive Whiteboard
Eine Alternative zur Schultafe...
Examensarbeit, 101 Seiten
Corporate Social Responsibility and Globalisation
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 25 Seiten
Der Business-Plan aus ökonomischer Sicht
BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne
Diplomarbeit, 45 Seiten
Björn Wittek hat den Text Airbus - European Logistics for a Global Player veröffentlicht
Björn Wittek hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare