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Fachbuch, 2006, 40 Seiten
Autor: Gisela Graf
Fach: Pflegemanagement / Sozialmanagement
Details
Institution/Hochschule: Tertia Bonn (Verein zur Förderung der Altenpflege e.V.)
Tags: Mitarbeitermotivierung, Fachweiterbildung
Jahr: 2006
Seiten: 40
Note: sehr gut
Literaturverzeichnis: ~ 16 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-57377-1
ISBN (Buch): 978-3-638-67013-5
Dateigröße: 611 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Wir befinden uns im 21. Jahrhundert am Anfang des Zeitalters der Informations- und Wissensarbeiter. Neue Denkweisen und eine neue Philosophie überholen die Mentalität, dass sich Menschen wie Maschinen kontrollieren lassen, dass Mitarbeiter Kostenfaktoren sind, Maschinen dagegen Wertschöpfungsfaktoren oder dass man Leute wie Dinge managen könne. In der Sichtung der neueren Literatur - ich habe mich auf die Bücher dieses Jahrtausends konzentriert – bin ich immer wieder auf die Suche nach Sinn in unserem Tun, nach Echtheit und Empathie, nach Anerkennung und Wertschätzung jedes Einzelnen gestoßen. Arbeit nimmt den größten Teil unseres Alltags ein und als solche sollte sie Spaß machen, uns zufrieden stimmen und uns begeistern. Privatleben und Arbeitswelt lassen sich im Zeitalter der Globalisierung und des rasanten technischen Fortschrittes nicht mehr vollkommen voneinander trennen. Wir sind gefordert, unser ganzes Können den Unternehmenszielen zu widmen. Die Unternehmensziele kann ich aber nur verinnerlichen, wenn ich mich mit ihnen identifiziere, wenn die Ziele des Unternehmens meiner Suche nach Sinn entsprechen. Wenn ich meine Arbeit liebe und sie meine Werte im privaten Bereich wiederspiegelt. Um mich herum sehe ich jedoch zunehmend demotivierte, ausgebrannte, gestresste und lustlose Gesichter. ...Hier setzt meine Frage ein: Wie kann ich Mitarbeiter aus dieser Mentalität herausführen? Sie begeistern für eine Sinn und Freude orientierte Tätigkeit, mit der sie sich voll und ganz identifizieren können?
Textauszug (computergeneriert)
Mitarbeitermotivierung
Facharbeit im Bereich Führen & Leiten
vorgelegt für die Abschlussprüfung
von
Gisela Graf
im Rahmen der Weiterbildung zur
Pflegedienstleiterin / Kurs HPW 13
am Institut für Gesundheit und Soziales
Abgabedatum: Bonn, 20. Oktober 2006
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Definition der Begriffe Motivation / Motivierung 6
2.1 „Motivation“ 6
2.2 „Motivierung“ 7
3. Theoretische Ansätze der Motivation 8
3.1 Die Bedürfnismotivation nach Maslow (1954) 8
3.2 Die Leistungsmotivation nach Atkinson (1966) 9
3.3 Die Leistungsmotivation nach Weiner (1974) 10
3.4 Die Zwei-Faktoren-Theorie der Motivation von Herzberg (1959) 11
3.5 Das Leistungsdeterminanten-Konzept 12
3.6 Alles Motivieren ist Demotivieren 12
4. Aufbruch in ein neues Zeitalter 14
4.1 Führen mit Möhren 15
4.2 FISH – ein ungewöhnliches Motivationsbuch 18
4.3 Noch mehr FISH 20
4.4 Die Macht der Motivation 22
4.5 Der 8. Weg 25
4.5.1 Die vier Intelligenzen / Fähigkeiten / Dimensionen des ganzen Menschen 26
4.5.2 Die Freiheit zu wählen 27
4.5.3 Die vier chronischen Probleme 28
4.5.4 Das Gewissen 28
4.5.5 Visionen 31
4.5.6 Das absolut wichtige Ziel 32
4.5.7 Führen durch Dienen 33
5. Schlussbetrachtung 34
5.1 Schlüsselqualifikationen einer guten Führungskraft 34
5.2 Zielvereinbarungs- oder Personalentwicklungsgespräche 35
5.3 Meine persönliche Vision 37
6. Literaturverzeichnis 40
1. Einleitung
Seit nunmehr 15 Jahren arbeite ich als Angestellte in verschiedenen Positionen im medizinischen Bereich, davon bin ich über sieben Jahre in der Pflege tätig. Dass ich gerade hier zunehmend demotivierten, gestressten, ausgebrannten und lustlosen Menschen unter meinen Kollegen begegne, lässt mich fragen: Was ist hier los?
Da ich vorher etwa genauso viele Jahre im Familienunternehmen meines Schwiegervaters in leitender Position tätig war und zudem aufgewachsen bin im väterlichen mittelständischen Betrieb, bin ich mit den Grundsätzen effektiver Mitarbeiterführung von Kindesbeinen an vertraut. In beiden Unternehmen lernte ich den Wert und die Wirkung erfolgreicher Menschenführung schätzen. Bestärkt wurde meine Einstellung durch meine Teilnahme an Schulungen bei versierten Unternehmensberatern sowie Seminaren für Unternehmensführung. Beispiele sind Seminare bei Nikolaus B. Enkelmann1 und ein Seminar bei Elisabeth Lukas2. Ein Besuch der internationalen Ethiktage in Feldkirch /Österreich und das Lesen von Fachliteratur zu diesem Themenkomplex3 festigten meine Haltung zu Kollegialität und Wertschätzung meiner Mitarbeiter.
Der Zwiespalt zwischen meinen Erfahrungen in der Leitung des Familienbetriebes und als Angestellte in anderen Unternehmen gab mir den Anstoß zu dieser Weiterbildung. Der Gewinn eines umfassenderen Verständnisses für die Hintergründe heutiger Führungsmethoden und die Suche nach möglichen Wegen aus der oft praktizierten, menschenunwürdigen Art von Vorgesetzten, mittels Kontrollieren und Unter-Druck-Setzen ihre Mitarbeiter zu führen, veranlassten mich, das Thema „Mitarbeitermotivierung“ zu vertiefen. Hinzu kommen meine persönlichen Lebenserfahrungen und Schicksalsschläge, die mich verstärkt nach tragenden Kräften, Sinnhaftigkeit und höheren Werten im menschlichen Miteinander suchen ließen.
Nachdem ich dieses komplexe Thema durchforstet habe, werde ich die empirischen Denkmodelle nicht neu zu einer philosophischen Arbeit zusammenstellen. Ich möchte mich nicht „im Dickicht der pseudorationalen Motivationstheorien“4 verirren. Deshalb erkläre ich zu Beginn nur kurz die Begrifflichkeiten und einige beispielhafte und empirische Denkansätze. Ausführlicher widme mich dann den Thesen der neueren Literatur, hauptsächlich aus diesem Jahrtausend (siehe Literaturliste), die neue Denkweisen und eine neue Philosophie anstoßen - ja sogar die klassischen Denkmodelle teilweise konterkarieren. Meine abschließende Betrachtung widme ich zuletzt der Möglichkeit, in Dienstleistungsbetrieben wie in meinem Arbeitsbereich in der Pflege ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das Freude macht, Begeisterung weckt und Sinn stiftet.
2. Definition der Begriffe Motivation / Motivierung
Aus dem Lateinischen „movere“ (dt. bewegen) abgeleitet, stehen die Begriffe Motivation / Motivierung für die Beweggründe eines Menschen, sich im Hinblick auf das Erreichen vorgegebener Ziele in spezifischen Situationen auf eine ganz bestimmte Art zu verhalten, für das, was uns – von innen oder außen kommend – bewegt, antreibt und/oder begeistert, bestimmte Dinge zu tun oder zu lassen.5 Sie sind zu Schlüsselbegriffen für Leistung und Erfolg geworden, in Unternehmen assoziiert man mit ihnen die Steigerung der Produktivität der Mitarbeiter. Es gilt die These: Das Leistungsverhalten der Angestellten wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst und lässt sich durch entsprechende, diese Faktoren stimulierende Anreizsysteme steigern.
Die Psychologie unterscheidet zwischen intrinsischen Faktoren (innere Anreize aus der Person geboren: Wille, Wunsch, Streben, Drang aus persönlichen Einstellungen, Werten, Interessen, Bedürfnissen, Fähigkeiten) und den extrinsischen Faktoren (äußere Anreize aus der Situation: Rahmenbedingungen, Möglichkeiten, Prämien, Bezahlung, Ziele, Karrierechance). Jeder einzelne Faktor stellt einen „Beweg-Grund“ ein Motiv dar, die Summe der Motive ergibt die Motivation / Motivierung der Person. Reinhard K. Sprenger unterscheidet weiterhin klar zwischen den beiden Begriffen „Motivation“ und „Motivierung“, obwohl sich diese Unterscheidung in der Fachliteratur nicht durchgesetzt hat: „Die Management-Literatur meidet das konsequente Wort «Motivierung» wie der Teufel das Weihwasser“6 (wegen der negativen Besetzung dieses Wortes s. Kap. 1.2). Trotzdem scheint es mir sinnvoll, sie vorzustellen und im weiteren Text anzuwenden.
[....]
1 Nikolaus B. Enkelmann, geb. 1929, Trainer für Top-Manager und Spitzensportler, seit 1979 Leiter seines eigenen Institutes für Persönlichkeitsbildung in Königstein/Taunus: «Der erfolgreiche Weg» - «Die Macht der Motivation» - «Psychogenes Atemtraining» - u.a.
2 Dr. Elisabeth Lukas, geb. 1942, Psychologin und Schülerin des bekannten Logotherapeuten Viktor E. Frankl: «Wille zum Sinn».
3 Prof. Dr. Gertrud Höhler, geb. 1941, Unternehmensberaterin und Publizistin: «Die Sinn-Macher» und «Jenseits der Gier»
4 Sprenger, Mythos Motivation, 2005, S. 47
5 vgl. Sprenger, Mythos Motivation, 2005, S. 20 ff
6 Sprenger, Mythos Motivation, 2005, S. 24
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