Inhaltsverzeichnis:
Thema Seitenzahl
1 Einleitung 4
2 Definitionsversuche 5
3 Ursprung Geschichte 6
3.1 Die Entstehungsgeschichte 6
3.1.1 Forschungsmethoden zur Bestimmung 6
des Ursprunges eines Märchens
Begriffs Namensgeschichte 3 2 7
4 Unterscheidung zwischen 8
Volks Kunstmärchen
Das Volksmärchen 4 1 8
4.1.1 Das Buchmärchen 9
(Besondere Form des Volksmärchens)
4.2 Das Kunstmärchen 9
5 Abgrenzung gegen benachbarte 10
literarische Gattungen
5.1 Abgrenzung gegen die Sage 10
Abgrenzung gegen den Schwank 5 2 11
Abgrenzung gegen die Fabel 5 3 11
2
6 Charakteristische Merkmale des 12
europäischen Volksmärchens
12 6.1 Der Verlauf der Handlung
13 6.2 Die Figuren und der Requisitenbestand
13 6.3 Die Darstellungsart (der Stil)
6.3.1 Charakteristische Zahlen & Formeln 14
7 Analyse eines konkreten Volksmärchens in 15
Bezug auf seine charakteristischen Merkmale
15 7.1 „Die sieben Raben“
17 7.2 Die Analyse
7.2.1 Analyse des Handlungsverlaufs 17
7.2.2 Analyse der Figuren und des Requisitenbestandes 18
7.2.3 Analyse der Darstellungsart (des Stils) 18
8 Fazit 20
9 Literaturverzeichnis 20
3
1 Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der Analyse der literarischen Gattung des Märchens. Dabei steht zu Beginn der Versuch, anhand einiger Definitionsbeispiele eine erste Annäherung an die epische Kurzform zu bewirken (siehe 2). Anschließend geht der Abschnitt Ursprung und Geschichte auf die Entstehungs- und Namensgeschichte des Märchens ein und bemüht sich auf diese Weise die Anfänge der literarischen Gattung zeitlich einzugrenzen (siehe 3). Zur Präzision des Märchenbegriffs soll die darauf folgende Unterscheidung zwischen Volks- und Kunstmärchen beitragen (siehe 4).
Auch die anschließende Abgrenzung des Märchens gegen benachbarte literarische Gattungen wie Sage, Schwank und Fabel soll helfen, ein genaueres Bild des Märchens zu erhalten (siehe 5).
Des weiteren geht diese Hausarbeit auf die charakteristischen Merkmale des europäischen Volksmärchens (siehe 6) ein um diese anschließend anhand des Beispielmärchens >Die sieben Raben< noch einmal zu präzisieren (siehe 7). Den Abschluss bildet das Fazit, in welchem versucht wird die wichtigsten Erkenntnisse der Hausarbeit noch einmal auf den Punkt zu bringen (siehe 8). Auf der letzten Seite befindet sich das Literaturverzeichnis, in welchem, alle zu Grunde liegende Literatur aufgeführt wird (siehe 9).
Anmerkung: Ein Großteil dieser Hausarbeit bezieht sich auf die Forschungsergebnisse Max Lüthi:
2 Definitionsversuche
Die Bezeichnung „Märchen“ ist ein vieldeutiger Begriff, für den es keine allgemeingültige Definition gibt.
Allerdings wurden bis heute zahlreiche Versuche unternommen, das Märchen, mit all seinen charakteristischen Merkmalen, treffend zu definieren.
Im folgenden werden einige aussagekräftige Definitionsversuche angeführt:
• „Das Märchen ist eine Kunstform der Erzählung, die neben Gemeinschaftsmotiven auch in einer, die Entwicklung der Handlung bestimmenden Weise Wundermotive verwendet.“ 1
• „Unter einem Märchen verstehen wir seit Herder und den Brüdern Grimm eine mit dichterischer Phantasie entworfene Erzählung besonders aus der Zauberwelt, eine nicht an die Bedingungen des wirklichen Lebens geknüpfte wunderbare Geschichte, die hoch und niedrig mit Vergnügen anhören, auch wenn sie diese unglaublich finden.“ 2
• „Das Märchen ist eine Liebesgeschichte mit Hindernissen, die ihren Abschluss in der endgültigen Vereinigung des Paares findet. Der eigentliche Gehalt des Märchens liegt in seinen Jenseitsmotiven.“ 3
Anhand dieser Definitionsversuche, von welchen es noch viele weitere gibt, lässt sich erahnen, was unter der Bezeichnung „Märchen“ zu verstehen ist. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass dieser Begriff bzw. diese „Gattung“ so umfassend und vielseitig ist, dass es keine allgemeingültige, für jedes Märchen zutreffende, Definition geben kann.
1 Wesselski, Albert: Versuch einer Theorie des Märchens. 1994 (Originalausgabe 1931), S.104
2 Bolte, Johannes / Polivka, Georg: Anmerkungen zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. S.4
3 Berendsohn, Walter A.: Grundformen volkstümlicher Erzählkunst in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. 1921, S.29 f
5
3 Ursprung & Geschichte
3.1 Die Entstehungsgeschichte
In welcher Zeit genau der Ursprung des Märchens anzusiedeln ist, liegt bis heute im Unklaren. Man neigt allerdings inzwischen dazu, seine Entstehungszeit sehr früh anzusetzen, in jüngerer Steinzeit, während der vorindogermanischen Pflanzer- und Stadtkultur. Diese Vermutung scheint Bestätigung in der Tatsache zu finden, dass heutzutage das Kind, „der legitimste Märchenhörer ist (...)“ 4 . Zwar sind „die Märchen (…) nicht für Kinder geschaffen worden, aber für Menschen, deren geistigseelische Entwicklung der des heutigen Kindes im Märchenalter ungefähr entsprach. Doch dies ist nur ein Indiz für das Alter der Gattung „Märchen“. Gleichzeitig wird Indien als ein „(...) wichtiger Quell der international verbreiteten Märchen (...)“ gesehen und auch „(...) europäischen Völkern, insbesondere den Kelten, wird die Kraft zu eigener Märchenbildung zugestanden.“ 5 Allerdings sind all diese zeitlichen Bestimmungen zur Entstehung und
Entstehungszeit des Märchens umstrittene Hypothesen geblieben.
3.1.1 Forschungsmethoden zur Bestimmung des Ursprunges eines Märchens Wie schon erwähnt, so ist es sehr schwierig den historischen Ursprung eines Märchens genau zu bestimmen. Doch gerade aufgrund dieser Herausforderung wurden im Laufe der Zeit verschiedene Methoden entwickelt um die Herkunft und das Alter eines Märchens herauszufinden.
Im Folgenden werden die zwei bekanntesten Verfahrensweisen kurz vorgestellt:
1. Untersuchung der historischen und geographischen Verbreitung eines Märchens.
• Die historische Methode: Bei dieser Forschungsmethode wird der Versuch unternommen in Märchen „Überreste von vergangenen Kulturen (…) zu belegen und Parallelen zu anderen Kulturen zu finden (…).“ 6 Auf diese Weise kann die Entstehungszeit der Märchen rekonstruiert werden. 7
4 Lüthi, Max: Volksmärchen und Volkssage. Zwei Grundformen erzählender Dichtung. 3.Aufl., Bern: A. Franke AG Verlag, 1975, S.19 (künftig zitiert als „Volksmärchen und Volkssage 1975“)
5 Lüthi, Max: Märchen. 9. Aufl., Stuttgart: Verlag J.B. Metzler , 1996, S.70 (künftig zitiert als „Märchen 1996“)
6 Spörk, Ingrid: Studien zu ausgewählten Märchen der Brüder. Frauenproblematik - Struktur -Rollentheorie - Psychoanalyse - Überlieferung - Rezeption. Königstein: Hain 1986, S.14
7 Vgl.: Ebd.
6
Arbeit zitieren:
Susanne Hoff, 2004, Märchen, München, GRIN Verlag GmbH
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