1. Die Lerngruppe 1.1 Spezielle Lernvoraussetzungen
Der Religionsunterricht beginnt im ritualisierten Sitzkreis, indem auch erst die Begrüßung stattfindet. Im Laufe der Schulzeit haben wir zwei Begrüßungsrituale erarbeitet. Entweder werfen wir uns einen Fransenball zu und sagen Guten Morgen und den Namen eines Kindes oder wir reichen uns die Hände und drücken die Hand leicht und sagen Guten Morgen und den Kindernamen.
Die Schülerinnen und Schüler haben in ihrer Schullaufbahn schon ein erhebliches Repertoire an christlichen Liedern aufbauen können. Der Einstieg in den Religionsunterricht beginnt mit dem Singen bekannter und neuer Lieder, die sich die Schülerinnen und Schüler wünschen, dabei nehmen sich die Kinder durch die Meldekette selbstständig an die Reihe. Mit Gruppenarbeiten sind die Schülerinnen und Schüler vertraut. Meist dürfen sie selbstständig die Gruppen bilden.
Biblische Erzählungen wurden in der Vergangenheit durch Bilder, Erzählen oder eigenständiges Lesen erarbeitet. Unbekannt für die Schülerinnen und Schüler ist es, die Geschichte vom Tonband zu hören.
In der vorangegangen Unterrichtseinheit haben die Schülerinnen und Schüler Rollenspiele zu den Erzählungen „Jesus heilt einen Blinden“ (Mk 10, 46- 52), „Jesus und Zachäus“ (Lk 19, 1-10) und die Kindersegnung (Mk 10, 13- 16) durchgeführt. Sie sind vertraut sich in biblische Personen hineinzuversetzen und können teilweise (x) die Erzählungen auf die heutige Zeit und auf Teile ihres Lebens übertragen.
Die Schülerinnen und Schüler kennen aus der Unterrichtseinheit „Leben zur Zeit Jesu“ (1. Schuljahr) die Kleidung und das Aussehen der Personen. Die Kleidung, das Haus, das Land und die Berufe haben wir ausführlich besprochen, so dass ich mich auf das Vorwissen der Kinder berufen kann.
Seit der ersten Klasse werden erarbeitete Unterrichtsinhalte und Liedtexte im selbst erstellten Religionsheft bildlich und/oder schriftlich fixiert. So können die Kinder das Resultat der letzten Stunden betrachten und gegebenenfalls darauf zurückgreifen. Das Gebet „Lieber Gott, ich bitte dich…“ ist den Kindern ebenfalls bekannt und kann daher von allen Schülern mitgesprochen werden.
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2. Einbettung der Stunde in die Unterrichtseinheit
Fächerübergreifender Ansatz:
• Kunst: Ästhetische Erziehung: Herstellung und szenisches Spiel mit Puppen 1
3. Begründungszusammenhang
3.1 Einordnung des Themas in den Rahmenplan Grundschule
Der Religionsunterricht thematisiert den Inhalt biblischer Texte als Erfahrungen, die auf Gott hindeuten. Im Unterricht sollen Situationen geschaffen werden in denen die Kinder Möglichkeiten zur Selbstfindung und Sensibilität für andere erhalten. Aufgabe und Ziel ist es, langfristig die Schülerinnen und Schüler zu befähigen heutige Lebenssituationen und biblisch überlieferte Texte mehrperspektivisch zu deuten. 2 Dazu muss das Kind fremde Erfahrungen heranziehen, um seine Wirklichkeit besser zu verstehen. In den biblischen Erzählungen wird von Menschen berichtet, die ihre Erlebnisse als Erfahrung zu Gott gedeutet haben. Sie regen dazu an, sich mit der eigenen Existenz und mit dem Glauben auseinander zu setzen. 3
1 Vgl. Hessisches Kultusministerium (1995), S. 181 f.
2 Vgl. Hessisches Kultusministerium (1995), S. 36
3 Vgl. Hessisches Kultusministerium (1995), S.37
3
Durch Erzählungen der biblischen Geschichten erhalten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit über sich und über ihre eigenen Erfahrungen nachzudenken. Im Erzählen und im Hören von Erzählungen z. B. vom Tonband liegt eine zentrale Möglichkeit, Kindern einen Zugang zur jüdisch-christlichen Überlieferung zu schaffen und ihnen damit neue Perspektiven zu eröffnen und vorhandene zu erweitern. Jesus erzählt in Gleichnissen und Bildern vom Anbruch der Gottesherrschaft um allen Menschen einen Zugang zu ermöglichen. Deshalb müssen die Geschichten nach dem Hören aktualisiert werden und in die heutige Zeit übertragen werden. Es ist wichtig diese Erfahrungen, die in der Geschichte zum Ausdruck kommen, wie Ängste, Nöte, Hoffnungen, Freude usw. die Schülerinnen und Schüler im Rollenspiel nachempfinden zu lassen. Ferner wird im Rollenspiel die Identität und das Selbstbewusstsein gestärkt und die Gemeinschaft mit anderen Kindern geschult.
3.2 Bedeutsamkeit des Themas für die Schüler
Die Schülerinnen und Schüler sollen eine weitere biblische Erzählung aus der Bibel kennen lernen. Durch die Erzählung einer biblischen Geschichte vom Tonband können sich die Schülerinnen und Schüler in sie hineinversetzen und sich mit ihr identifizieren. Eine erzählte Geschichte lässt die Kinder fremde Schicksale miterleben und veranlasst eigene Lebensmuster zu überprüfen.
Das Gleichnis „Vom verlorenen Sohn“ soll auf die heutige Zeit übertragen werden, indem die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Erfahrungen einfliesen lassen und die Erzählung interpretieren. Sie sollen sich über ihre eigenen Stärken freuen, aber auch einsehen, dass sie Fehler machen oder Ziele nicht erreichen können.
Im Rollenspiel mit den Puppen schlüpfen die Kinder in fremde (ähnliche) Charaktere und können ihre Sorgen und Ängste (Verlassen sein, Schuld eingestehen, jemandem vergeben usw.) durch die Puppen sprechen lassen. Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass die Personen in dem Gleichnis unterschiedlich auf eine Situation reagieren und können sich mit einer identifizieren. Des Weiteren erhalten die Kinder Gelegenheit über ihre eigenen Erlebnisse, ähnliche Erfahrungen und Gefühle zu berichten.
Der Religionsunterricht kann Kinder ermuntern, sich der Stärken und Talente bewusst zu werden, die in der Schule sonst nicht zum Tragen kommen. Somit werden sie in die Lage versetzt, eigene Schwächen anzunehmen, ohne ganz entmutigt zu werden. 4
4 Vgl. Hessisches Kultusministerium (1995), S. 45
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Arbeit zitieren:
Katarina Paul, 2005, Unterrichtsstunde: Der verlorene Sohn LK 15,11- 32: Wir hören die Erzählung... (2. Klasse), München, GRIN Verlag GmbH
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Das Gleichnis von der verlorenen Drachme, Lk 15,8-10
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