Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 3
II. Die EZB -Träger der europäischen Geldpolitik 3
II.1. Die Zwei-Säulen Strategie der EZB 3
II.2. Kritikpunkte an der Zwei-Säulen Strategie 5
III. Die Taylor-Regel 6
III.1. Eigenschaften der Taylor-Regel 6
III.2. Modifizierte Taylor-Regel 8
III.3. Kritikpunkte an der Taylor-Regel 9
IV. Die EZB und die Taylor-Regel 10
IV.1. Die Taylor-Regel in der europäischen Geldpolitik 10
IV.2. Zukünftige Anwendung in der europäischen Geldpolitik 12
V. Schlussbetrachtung 12
Abkürzungsverzeichnis 14
Literaturverzeichnis 15
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I. Einleitung
Welche Geldpolitik ist die richtige? Auf diese Frage hatte John B. Taylor 1993 scheinbar eine ganz einfache Antwort in Form einer Gleichung, die später nach ihm benannt wurde, gefunden. Doch ist diese sogenannte Taylor-Regel überhaupt mit der europäischen Geldpolitik in Einklang zu bringen, so wie er es vorgeschlagen hat und ist diese Antwort wirklich so einfach, wie sie im ersten Moment scheint?
Dazu soll dem Leser zunächst kurz die geldpolitische Konzeption der EZB dargestellt werden und welche Kritikpunkte sich hieraus ableiten lassen. Im Hauptteil der Arbeit werden dann eine ursprüngliche, aber auch eine modifizierte Taylor-Regel erläutert und worin ihre Vor-und Nachteile liegen. Darauf aufbauend wird dann gezeigt, ob sich die Taylor-Regel in der europäischen Geldpolitik überhaupt umsetzen lässt. Abschließend wird die Taylor-Regel noch kurz von einer geldpolitischen Alternative, dem Inflation Targeting, abgegrenzt, sowie ein Blick auf die USA geworfen und in wieweit die Taylor-Regel sich für die Fed anbieten würde.
II. Die EZB - Träger der europäischen Geldpolitik
II.1. Die Zwei-Säulen-Strategie der EZB
Im Maastrichter Vertrag von 1993 wurden die rechtlichen Grundlagen für die europäische Geldpolitik geschaffen. Demnach ist die Preisstabilität das vorrangige Ziel der EZB 1 . Sie hält dieses Ziel für erreicht, wenn eine Inflationsrate unter, aber nahe zwei Prozent angestrebt wird 2 . In diesem Fall sind nach Einschätzung des EZB-Rates die Risiken einer Deflation ausreichend berücksichtigt und die auftretenden Inflationskosten noch vertretbar. Durch die Vorgabe eines solchen Inflationsziels erhalten die Marktteilnehmer eine Angabe über die zu erwartende Preisentwicklung. Für die Berechnung der Inflationsrate dient der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI).
Um dieses Ziel zu erreichen verfolgt die EZB eine sogenannte Zwei-Säulen-Strategie 3 . Die erste Säule stellt dabei eine wirtschaftliche Analyse dar, in der es letztlich um eine mittelfristige Inflationsprognose geht. Dabei orientiert sich die EZB an einer breiten Auswahl
1 Vgl.: Konsolidierte Fassung des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, 10. Nov. 1997, http://europa.eu.int/eur-lex/lex/de/treaties/dat/11997D/htm/11997D.html#0145010077 , 18. Apr. 2006
2 Vgl.: Europäische Zentralbank: Die Geldpolitik der EZB, Frankfurt a.M. 2004, S. 52
3 Vgl.: Europäische Zentralbank: Monatsbericht Januar 1999, Frankfurt a.M. Januar 1999, S. 43 ff.
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von Konjunkturindikatoren, wie zum Beispiel Arbeitsmarktbedingungen, Wechselkurse, oder Bildung und Kosten von Kapital.
Die zweite Säule, eine Analyse monetärer Trends, beruht auf einer Beurteilung der Liquiditätslage entsprechend der Geldmengenaggregate, ihrer Komponenten und Bilanzgegenposten. Ausgehend von der Quantitätsgleichung stellt sie einen Zusammenhang zwischen dem Geldmengenwachstum und der Inflation her 4 . Demnach lässt sich aus der Zielinflationsrate ∆π, der erwarteten Veränderungsrate des realen Sozialprodukts ∆y und der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes ∆v die Rate des Geldmengenwachstums ∆m ableiten. Die Kleinbuchstaben stehen hier für logarithmierte Größen:
∆m = ∆π + ∆y - ∆v . (1)
Seit 2003 gilt ein Referenzwert von 4,5% für das Wachstum der Geldmenge M3. Abweichungen vom Referenzwert ziehen nicht automatisch geldpolitische Änderungen nach sich, sondern fließen mittelbar in die geldpolitischen Entscheidungen mit ein. Die wirtschaftliche und monetäre Analyse sind somit komplementäre Methoden, um eine Beurteilung für die künftige Inflationsentwicklung abgeben zu können.
4 Vgl.: Gischer, Horst; Herz, Bernhard; Menkhoff, Lukas: Geld, Kredit und Banken. Eine Einführung, Berlin
2005, S. 341
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II.2. Kritikpunkte an der Zwei-Säulen-Strategie
Wie bereits gezeigt, besteht nach der Quantitätsgleichung ein Zusammenhang zwischen Inflation und Geldmengenwachstum. In der Realität ist dieser Zusammenhang jedoch nicht so eng, wie folgende Abbildung am Beispiel des Euroraums verdeutlichen soll.
So erkennt man beispielsweise, dass die Inflationsrate in den 80ern stärker sinkt als M3, Mitte der 90er Jahre war es genau umgekehrt. Darüber hinaus gelingt es der EZB fast nie, den von ihr angepeilten Referenzwert zu erreichen. In den letzten Jahren lag er sogar relativ weit über den anvisierten 4,5% 5 .
Somit drängt sich die Frage auf, ob es nicht sinnvoller wäre, an Stelle des aufwendigen Zwei-Säulen-Konzepts der EZB und der aufgezeigten Schwäche im Bereich der monetären Analyse, eine einfachere Geldpolitik im Sinne der Taylor-Regel zu betreiben, welche zudem um ein vielfaches transparenter ist.
5 Vgl.: Blanchard, Olivier; Illing, Gerhard: Makroökonomie, München 2004, S. 752
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Arbeit zitieren:
Marcel Engels, 2006, Die Taylor-Regel in der europäischen Geldpolitik, München, GRIN Verlag GmbH
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