Inhaltsverzeichnis
I. Das Wahlergebnis zum 16. Deutschen Bundestag als
Indiz für das Ende der großen Volksparteien. 3
1.1. Das Ende der Volksparteien? 3
1.2. Die Merkmale einer Volkspartei. 3
II. Die Zusammensetzung des Bundestages und der Volksparteien
spiegeln nicht mehr die sozialen Gesellschaftsstrukturen wieder. 4
2.1. Der Bundestag. 4
2.2. Die Volksparteien. 5
III. Die Anzahl der Stammwähler respektive die Mitgliederzahlen
sind rückläufig. 6
3.1. Die Parteimitglieder. 6
3.2. Die Stammwähler. 6
IV. Der gesellschaftliche Wandel überträgt sich auch auf
die Wähler und deren Wahlverhalten. 7
4.1. Cleavages. 7
4.2. Gesellschaftlicher Wertewandel und Wahlverhalten. 8
4.3. Religion und Gewerkschaft. 9
V. Ergebnis. 10
Literaturverzeichnis. 11
2
1. Das Ende der Volksparteien?
Nach den vorgezogenen Bundestagswahlen zum 16. Deutschen Bundestag am 18. September 2005, stellt sich das Resultat als Novum dar. CDU/CSU und SPD erreichten mit nur 69,4% der gültigen Zweitstimmen ihr bis dato schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl 1 . Dies wirft erneut die Frage nach einer Krise, beziehungsweise dem Ende der Volksparteien auf, wie sie bereits im Vorfeld und auch nach der Wahl zu hören war 2 . Ziel dieser Arbeit ist es, die Hauptthese - Das Wahlergebnis zum 16. Deutschen Bundestag als Indiz für das Ende der großen Volksparteien - an Hand von drei weiteren Thesen zu stützen. Abschließend wird auf Grund der Ergebnisse ein Fazit formuliert, in wie weit den Volksparteien wirklich das Ende droht.
Bevor jedoch auf die Thesen näher eingegangen werden kann, ist zu klären, welche Merkmale eine Partei aufweisen muss, um als Volkspartei zu gelten. Des weitern sei darauf hingewiesen, dass die im Laufe der Arbeit auftauchenden statistischen Daten, welche auf Umfragewerte beruhen, eine gewisse Fehlerquote beinhalten und somit nicht exakt die Realität wiederspiegeln können. Die aus den Umfragen ermittelten Werte stellen mit einer Fehlertoleranz von etwa eins bis vier Prozentpunkten dennoch repräsentative Wahl- und Umfragestatistiken dar 3 .
Abschließend sei noch erwähnt, dass auf Grund der statistischen Daten nicht immer eine Trennung von CDU und CSU möglich ist.
2. Die Merkmale einer Volkspartei
Sowohl die SPD, als auch die CDU erheben in ihren Grundsatzprogrammen den Anspruch eine Volkspartei zu sein 4 , jedoch reicht es nicht aus, dieses lediglich zu behaupten, sondern
1 Eine Ausnahme stellt die erste Bundestagswahl dar. Hier erreichten CDU/CSU und SPD nur 60,2% der gültigen Zweitstimmen. Dieses kann jedoch vernachlässigt werden, da die CDU/CSU bei den kommenden Bundestagswahlen die Parteien der Mitte und des rechten Spektrums in einer „Sammlungsbewegung im bürgerlichen Lager“ (Hartenstein, Wolfgang: Den Wählern auf der Spur, St. Ingbert 2002, S. 15) auf sich konzentrieren konnte.
Vgl.: Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Wahl zum 16. Deutschen Bundestag am 18. September 2005. Heft 1, Wiesbaden 2005, S. 18
2 Vgl.: Walter, Franz: Das Ende der Volksparteien. In: Frankfurter Rundschau vom 19.06.2004 oder Schmergal, Cornelia: Den Volksparteien läuft das Volk davon. In: Welt am Sonntag vom 25.09.2005
3 Vgl.: Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Erste Ergebnisse aus der Repräsentativen Wahlstatistik zur Bundestagswahl 2005, Wiesbaden 2005, S. 22
4 Vgl.: Grundsatzprogramm der CDU, Hamburg 1994, S. 4 und Grundsatzprogramm der SPD, Leipzig 1998, S. 8
3
dieser Anspruch muss auch begründet sein. Der Begriff Volkspartei an sich, wird sowohl im Sprachgebrauch, als auch in der wissenschaftlichen Literatur höchst unterschiedlich verwendet 5 . Die nachfolgenden Thesen sollen auf Basis der von Bernd Hofmann zusammengefassten Kriterien einer idealtypischen Volkspartei untersucht werden 6 . Demnach weist eine idealtypische Volkspartei schwerpunktmäßig drei Merkmale auf:
1. Organisation und innerparteiliche Struktur:
In diesem Bereich wird der geringe Stellenwert der einzelnen Mitglieder behandelt, welche jedoch zusammengenommen die soziale und inhaltliche Heterogenität der Volkspartei darstellen, idealtypischer Weise die Sozialstruktur der Gesellschaft repräsentieren.
2. Positionierung in der Gesellschaft:
Hier soll vor allem auf den Wähler und sein Wahlverhalten, sowie auf den Wahlerfolg der Volksparteien eingegangen werden und ob sich dieses auch auf die Zusammensetzung der Volksparteien im Bundestag überträgt.
3. Programm:
Ein Blick auf die Bundestagswahlprogramme von SPD und CDU zeigt, dass viele Politikfelder behandelt und potenziell alle Bevölkerungsschichten angesprochen werden, wobei deren Inhalte verschieden sind 7 . Somit ergeben sich in diesem Bereich keine Anzeichen für eine Krise oder gar dem Ende der Volksparteien.
II. Die Zusammensetzung des Bundestages und der Volksparteien
spiegeln nicht mehr die sozialen Gesellschaftsstrukturen wieder
1. Der Bundestag
Um die Komplexität der einzelnen Berufsklassifikationen zu minimieren, werden die Berufsbereiche in die traditionellen Wirtschaftsbereiche - primärer (Land- und Forstwirtschaft), sekundärer (Produzierendes Gewerbe) und tertiärer Sektor
5 An dieser Stelle seien als Beispiel nur Mintzel, Alf: Die Volkspartei. Typus und Wirklichkeit - Ein Lehrbuch, Opladen 1984 und Lösche, Peter: Haben die Volksparteien noch eine Chance? Die SPD als „lose verkoppelte Anarchie“. In: Gellner, Winand/ Veen, Hans-Joachim (Hrsg.): Umbruch und Wandel im westeuropäischen Parteiensystem, Frankfurt a.M. 1995, S.183 ff.
6 Vgl.: Hofmann, Bernd: Annäherung an die Volkspartei. Eine typologische und parteiensoziologische Studie, Wiesbaden September 2004, S. 109 ff.
7 Vgl.: CDU/CSU: Regierungsprogramm 2005 - 2009, Berlin Juli 2005 und SPD: Das Wahlmanifest der SPD, ohne Ort Juli 2005
4
Arbeit zitieren:
Marcel Engels, 2005, Das Wahlergebnis zum 16. Deutschen Bundestag als Indiz für das Ende der großen Volksparteien, München, GRIN Verlag GmbH
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