Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Biographie 3
3. Historische Hintergründe 4
3.1. Aufklärung 5
3.2. Absolutismus 6
3.3 Veränderung des Weltbildes 6
4. De l' Esprit des lois - Vom Geist der Gesetze 7
4.1. Freiheit und Gesetze 10
4.2. Republik - Monarchie - Despotie 14
4.3. Analyse der Englischen Verfassung 19
5. Schlussbetrachtung 22
6. Quellenverzeichnis 23
3
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„Der (VSULW GHV /RLV gehört zu den zwar bekanntesten, aber am wenigsten
gelesenen Büchern der Weltliteratur.“ 1
Dieser Klage Forsthoffs, in der Einleitung zu seiner Übersetzung des 'HO(VSULWGHVORLV
folgend, habe ich versucht das Lebenswerk Montesquieus nicht auf das sechste Kapitel im elften Buch (Gewaltenteilung am Beispiel der Verfassung Englands),wie es sonst gern getan wird, zu reduzieren, sondern es in all seiner Vielfalt wahrzunehmen. Wobei die Darstellung dieser Vielfalt natürlich den Rahmen dieser Arbeit bei weitem sprengen würde. Ich habe mich dem Werk über die Biographie Montesquieus und die damals vorherrschenden Umstände genähert, um dann auf Freiheit & Gesetze, die Verfassungsformen und ihre dazugehörigen Prinzipien und um zu guter letzt auf die Gewaltenteilungslehre einzugehen.
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Am 18. Januar 1689 wird Charles-Louis de Secondat, Baron de la Brède et de Montesquieu auf dem Schloß La Brède, südlich von Bordeaux, geboren. Seine Vorfahren gehörten dem Schwertadel und dem Amtsadel an. 2 Er studierte Jura und humanistische Philosophie in Juilly und später in Bordeaux. 1714 wird er Parlamentsrat und von 1716 bis 1726 Senatspräsident in Bordeaux. Literarischen Ruhm erlangt Montesquieu durch die /HWWUHV SHUVDQHV, die 1721 anonym in Holland erschienen waren. Darin verspottet er in fiktiven
Briefen aus der Perspektive eines adeligen Persers, der mit seinem Diener gemeinsam durch Europa reist, die zeitgenössische Politik sowie die sozialen Verhältnisse. Es ist ein frecher und unterhaltsamer Roman, der sich als einer der frühesten Werke der Aufklärung großer Beliebtheit erfreute. Montesquieu wurde bald als der Verfasser identifiziert. Im Jahr 1728 wird er nach einigen Schwierigkeiten in die Académie francaise aufgenommen 3 .
1 Forsthoff, Ernst (Hrsg.): Montesquieu Vom Geist der Gesetze, Leipzig 1951
2 Vgl.: Meier, Hans / Denzer, Horst (Hrsg.): Klassiker des politischen Denkens, Bd. 2 der Taschenbuchausgabe: Von Locke bis Max Weber, überarb. Ausg. der 5.gebundenen Aufl., München 2001. S 41- 48
3 Vgl.: Microsoft® Encarta® 98 Enzyklopädie: “Montesquieu“ 1993-1997 Microsoft Corporation
4
Von 1728 bis 1729 unternimmt Montesquieu eine große Europareise. Er besucht unter anderem, Wien, Ungarn, Venedig, Mailand, Rom, Neapel, München, Köln und bleibt von 1729 bis 1731 in England. Dort wird er Mitglied der Royal Society und der Freimaurer. 4
Sein zweites großes Werk erscheint im Jahr 1734: &RQVLGpUDWLRQV VXU OHV FDXVHV GH OD JUDQGHXUGHV5RPDLQVHWGHOHXUGpFDGHQFH (Betrachtungen über die Ursachen von Größe
und Niedergang der Römer). Es war eines der ersten bedeutenden Werke in der Geschichtsphilosophie. Darin macht Montesquieu auf den kriegerischen Geist, auf die Tugend und die Armut der republikanischen Römer aufmerksam. Die Kernfrage nach Aufstieg und Fall des Reiches soll darin beantwortet werden. Ende 1734 fasst Montesquieu den Entschluss ein großes Werk über Recht und Staat, Sitten, Wirtschaft und Geographie zu schreiben. Und so erscheint 1748 sein Meisterwerk 'H l¶(VSULWGHVORLV (Vom Geist der
Gesetze) in Genf, erneut anonym und erneut wird der Autor rasch identifiziert. Montesquieu trägt schwer an der Indizierung seines Werkes durch die Katholische Kurie 1751. 5
Man muß natürlich bedenken das Montesquieu zu seinen Lebzeiten bedeutend mehr geschrieben als publiziert hat. Seine in Notizheften festgehaltenen Gedanken und Reflexionen wurden erst 1899 bis 1901 unter dem Titel: „Mes Pensées“ vollständig veröffentlicht. Im Jahr 1914 wurde eine weitere Gedankensammlung veröffentlicht: „Spicilège“ . 6
Charles-Louis de Secondat, Baron de la Brède et de Montesquieu stirbt am 10. Februar 1755 in Paris. 7
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Um Montesquieu und sein Werk besser zu verstehen möchte ich eine geschichtliche Einordnung vornehmen. Dabei werde ich die Begriffe der Aufklärung und des Absolutismus definieren. Denn sie charakterisieren die Umstände seiner Zeit.
4 Vgl.: Wilhelm Blum, Michael Rupp, Manfred Gawlina: Politische Philosophen, 3. Auflage, München 1997. S. 134
5 Vgl.: Meier, Hans / Denzer, Horst (Hrsg.): Klassiker des politischen Denkens, Bd. 2 der Taschenbuchausgabe: Von Locke bis Max Weber, überarb. Ausg. der 5.gebundenen Aufl., München 2001. S. 48
6 Vgl.: Hereth, Michael: Montesquieu zur Einführung. Hamburg 1995. S. 9
7 Vgl.: Meier, Hans / Denzer, Horst (Hrsg.): Klassiker des politischen Denkens, Bd. 2 der Taschen- buchausgabe: Von Locke bis Max Weber, überarb. Ausg. der 5.gebundenen Aufl., München 2001. S 41- 48
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3.1. Aufklärung
Aufklärung, bzw. das Zeitalter der Aufklärung bezeichnet die geistesgeschichtliche Epoche des 18. Jahrhunderts in Europa in deren Zentrum die Abkehr von einer mystischspekulativen Tradition und der Glaube in die Kraft der menschlichen Ratio steht. Überlieferte Werte, Institutionen, Konventionen und Normen wurden bewusst in Frage gestellt, um ihre rationale Legitimation zu überprüfen. Vordenker der Aufklärung waren René Descartes und Baruch Spinoza, Thomas Hobbes, John Locke, Pierre Bayle sowie der Naturwissenschaftler Isaak Newton.
Immanuel Kant, einer der Hauptvertreter, definierte den Wahlspruch der Aufklärung: „ Sapere aude!“ , „ Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ Die Naturwissenschaften gewannen während dieser Epoche an Bedeutung, denn nun wurde der wissenschaftlichen Erkenntnis durch Naturbeobachtung und Experiment eine größere Bedeutung zugemessen als dem Studium der Schriften des Aristoteles und der Bibel, die bis dahin als Autoritäten und als unanfechtbare Quellen des Wissens galten. Obwohl die meisten Denker der Aufklärung die Kirche, vor allem die katholisch Kirche, wegen ihres Reichtums, ihres Machtmissbraucht und ihres Dogmatismus kritisierten, lehnten sie die Religion an sich nicht grundsätzlich ab, sondern vertraten die Ansicht, dass Gott nach Erschaffung der Welt nicht mehr in deren Lauf eingriff (Deismus). Einen besonderen Einfluss auf die Aufklärung hatten, neben Montesquieus Lettres persanes, die wie bereits erwähnt eines der ersten Werke dieser Epoche waren, auch Denis Diderot, Autor und Herausgeber der französischen Encyclopédie, in der das Wissen der damaligen Zeit gesammelt war und in deren Vorwort Diderot das Programm der Aufklärung formulierte. Auch Voltaire ist ein weiterer maßgeblicher Denker der Aufklärung, der für Gewissensfreiheit, religiöse Toleranz und politische Gleichheit eintrat. Jean- Jacques Rousseau hatte einen nachhaltigen Einfluss auf die politische und pädagogischen Theorien seiner Zeit. David Hume, Cesare Beccaria, Benjamin Franklin, Thomas Jefferson vertraten die Idee eines übernationalen Kosmopolitismus und setzten sich für die allgemeinen Menschenrechte ein. 8
8 Vgl.: Microsoft® Encarta® 98 Enzyklopädie: “ Aufklärung“ 1993-1997 Microsoft Corporation
6
3.2. Absolutismus
Absolutismus bezeichnet eine Staatsform in der die Herrschaftsgewalt weitgehend beim Monarchen liegt und charakterisiert gleichzeitig eine Epoche der europäischen Geschichte. Des Herrschers Wille ist oberstes Gesetz und wird durch eine von ihm abhängige Bürokratie, eine ihm ergebenen Armee und eine ihm unterstehende oberste Gerichtsbarkeit ermöglicht. Der absolutistische Monarch regiert ohne Mitwirkung einer Volksvertretung und ohne Kontrollorgan und vereint die ungeteilte Herrschaftsgewalt in seinen Händen. Der Unterschied von der Willkürherrschaft, z. B. eines Despoten , besteht darin, dass sich der absolutistische Herrscher auf das Gottesgnadentum beruft, d.h. er beansprucht für sich aus göttlichem Recht zu regieren 9 .
In Frankreich bestanden zur damaligen Zeit 11 Parlamente, die ursprünglich Gerichtshöfe waren, aber im Laufe der Zeit politische Funktionen an sich gezogen hatten. Sie sollten an Gesetze erinnern und über den Monarchen wachen. 10 Ludwig XIV entmachtet nun diese Parlamente indem er sie an den Hof von Versailles holt und sie somit ihrer lokalen Bedeutung beraubt. Auch die Generalstände ( die Mitglieder waren in drei Klassen oder Stände eingeteilt: Klerus, Adel und Dritter Stand), die den Steuererhebungen des Königs zustimmen sollten wurden bereits seit 1613 nicht mehr einberufen. So rief der Dritte Stand 1789, mit Unterstützung einiger Vertreter des Klerus und des Adels die Nationalversammlung aus. 11
Dies führte zum Ausbruch der Französischen Revolution.
Montesquieu erlebt die absolutistische Herrschaft des Sonnenkönigs Ludwig XIV (1638-1715 „ L’ état c’ est moi“ ) mit und kritisiert sie heftig in seinen /HWWUHVSHUVDQHV sowie in seinem Meisterwerk 'H O(VSULWGHVORLV Ich werde diesen Umstand im späteren Verlauf
meiner Arbeit ausführlicher beschreiben.
3.3. Veränderung des Weltbildes
Bereits seit dem 16. Jahrhundert reisen englische, französische, italienische und deutsche Adelige, Bürger und Missionare durch Europa und andere Erdteile. Die Entdeckung der Kontinente ist zu jener Zeit fast abgeschlossen und die Beamten der neuen Kolonien sowie
9 Vgl.: Microsoft® Encarta® 98 Enzyklopädie: “ Absolutismus” 1993-1997 Microsoft Corporation
10 Vgl.: Herdmann, Frank: Montesquieurezeption in Deutschland im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert, Hildesheim 1990, S. 27
11 Vgl.: Microsoft® Encarta® 98 Enzyklopädie: “ Absolutismus” 1993-1997 Microsoft Corporation
Arbeit zitieren:
M.A. Karolina Böhm, 2002, Montesquieu - Vom Geist der Gesetze, München, GRIN Verlag GmbH
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