Freiburg, den 14.01.2001
Hausarbeit
„Mechanismen der Entwicklung“ nach Piaget
vorgelegt von:
Maximilian Riegl
Seminar zur „Kognitiven Entwicklung bei Kindern“, WS 2000/2001
Inhaltsangabe:
1. Einleitung 3
2. Zu den Mechanismen der Entwicklung 4
2.1 Funktionale Invarianten 4
2.1.1 Kognitive Organisation: 5
2.1.2 Kognitive Adaption: 5
2.1.3 Kognitive Äquilibration: 6
3. Ergänzende Anmerkungen 9
3.1 Stufenkonzept und die Horizontale Verschiebung: 9
Literaturverzeichnis 9
1. Einleitung
Piagets Untersuchungen richten sich nicht auf die kognitive Entwicklung von Individuen, sondern auf die Entwicklung der Kognition. Er interessiert sich demnach nicht dafür, wieviel Kinder wissen oder wissen können, sondern vielmehr wie sich ihr Denken und ihre innere Repräsentation der äußeren Realität von Entwicklungsstufe zu Entwicklungsstufe qualitativ verändert.
Hiernach bedarf es keiner externen Motivation, da sich der Organismus aus sich selbst heraus motiviert. Gemäß Piaget resultiert dies aus der angeborenen Tendenz der Aktivität zur Selbstregulierung, was sich in einem unablässigen Veränderungs- bzw. Entwicklungsprozeß beschreiben läßt (vgl. Miller, 1993; Oerter, Montada, 1998).
Die zur Erklärung der Entwicklungsveränderungen formulierte Entwicklungstheorie Piagets verwendet die Begriffe "Schema" und "Struktur" als abstrahierende und kategorisierende Zusammenfassung beobachtbaren Verhaltens wie beispielsweise Greifen, Saugen, Werfen, Schütteln (vgl. Oerter, Montada, 1998).
Hiernach beinhaltet der Begriff eines jeweiligen Schemas strukturierte Verhaltensmuster, welche die spezifische Interaktion mit der Umwelt widerspiegeln. Mit dem Begriff der Struktur wird die organisierte, koordinierte Verbindung mehrerer Schemata beschrieben, so daß Struktur in diesem Kontext als ein Schema höherer Ordnung zu bezeichnen ist.
"So ist das Schema ein komplexes Konzept, das sowohl offene motorische Verhaltensmuster als auch internalisierte gedankliche Prozesse umgreift.
Es schließt einfache, vorhersagbare Reaktionen praktisch auf dem Reflexniveau, aber auch komplexe Situationen mit ein, wie etwa das Verständnis einer Person vom Zahlensystem."
(Baldwin nach Trautner, 1991).
Im Rahmen dieser Entwicklungstheorie ist zu beachten, das zwischen qualitativen und quantitativen Entwicklungsveränderungen unterschieden wird (vgl. Miller, 1993):
Gemäß Piaget kommt es mit dem Wandel der kognitiven Struktur, welche in ein strukturell höheres Niveau mündet (vgl. hierzu auch: Piagets Stufenkonzept, Oerter, Montada, 1998), zu qualitativen Veränderungen bzw. Entwicklungsschritten.
Weiterhin geht Piaget von quantitativen Entwicklungsmerkmalen aus, wonach die Zahl der verfügbaren Schemata im Verhaltensrepertoire des Kindes oder Jugendlichen wächst. Das die qualitative und die quantitative Entwicklung im Zusammenhang zu sehen sind, zeigt sich beispielhaft am Verständnis der Klasseninklusion als qualitativen Entwicklungsschritt, welcher die quantitative Entwicklung, in diesem Fall mit dem nun möglichen Erlernen der Klasseninklusion auf vielen, inhaltlich verschiedenen Gebieten (Tiere, Farben, Menschen, Formen usw.) ermöglicht.
Ein qualitativer Entwicklungsschritt kann folglich der quantitativen Entwicklung förderlich sein, indem Schemata, kognitive Fähigkeiten stabiler, leichter verfügbar und effizienter nutzbar werden.
Eingangs dieser Einleitung wurde die Tendenz der Aktivität zur Selbstregulierung im Sinne einer Entwicklungsdynamik u.a. angesprochen. Die hierfür ursächlichen Mechanismen sollen mit dem folgenden Kapitel Erläuterung finden.
[....]
Arbeit zitieren:
Maximilian Riegl, 2000, 'Mechanismen der Entwicklung' nach Piaget, München, GRIN Verlag GmbH
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