VORWORT 3
TEIL I - SPIELE 4
1. WARUM IM UNTERRICHT SPIELEN? 4
2. GRUNDSCHULGEMÄßE PRINZIPIEN 6
2.1 HANDLUNGSORIENTIERUNG. 6
2.2 LERNKOMPETENZ 6
2.3 INTERKULTURELLES LERNEN. 7
2.4 FEHLERTOLERANZ UND FEEDBACK. 7
2.5 THEME-N UND SITUATIONSORIENTIERTES LERNEN. 8
2.6 METHODENVIELFALT. 9
3. LEHRPLAN NORDRHEIN-WESTFALEN 11
3.1 SPRACHE. 11
3.2 INTERKULTURELLES LERNEN. 12
3.3 SPRACHENLERNEN 13
4. SPIELTYPEN. 14
4.1 LERNSPIELE 14
4.2 DARSTELLENDE SPIELE. 14
4.3 INTERAKTIONSSPIELE. 15
5. SPIELKRITERIEN 16
5.1 DIE SPIELSTRUKTUR 16
5.2 SPIELREGELN 16
5.3 SPIELZIEL / LERNZIEL 17
5.4 AKTIVIERUNGSZIRKEL 17
5.5 DIE SPIELORGANISATION 18
6. BEISPIELE FÜR VERSCHIEDENE LERNSPIELE 19
6.1 HÖRVERSTEHEN 19
6.1.1 Simon says 19
6.1.2 Bingo 20
6.2 SPRECHEN 21
6.2.1 I spy with my little eye 21
6.2.2 Drawing. 21
6.3 LESEN. 22
6.3.1 Read and do 22
6.3.2 Hangman 22
6.4 SCHREIBEN 24
6.4.1 Crosswords. 24
6.4.2 The classroom in letters 25
TEIL II - LEISTUNGSMESSUNG 26
7. ÜBERGANG VON PRIMARSTUFE ZU SEKUNDARSTUFE I 26
8. WARUM LERNSTANDSMESSUNG? 29
8.1 FÄHIGKEITEN UND FERTIGKEITEN 29
8.2 KENNTNISSE 30
8.3 EINSTELLUNGEN UND HALTUNGEN 30
9. ARTEN DER LERNSTANDSMESSUNG. 32
9.1 FORMATIVE ASSESSMENT 32
9.2 SUMMATIVE ASSESSMENT. 33
9.3 PEER GROUP ASSESSMENT 33
9.4 SELF - ASSESSMENT. 35
10. WELCHE LEISTUNG MESSEN? 36
1
11. MÖGLICHKEITEN DER LERNSTANDMESSUNG 38
11.1 FREMDEINSCHÄTZUNG DURCH DEN LEHRER. 38
11.1.1 Hörverstehen 39
11.1.2 Sprechen 43
11.2 EUROPÄISCHES SPRACHENPORTFOLIO 51
11.2.1 Sprachenpass. 51
11.2.2 Sprachenbiographie. 53
11.2.3 Dossier. 53
12. DER EINSATZ AM BEISPIEL DES HESSISCHEN
SPRACHENPORTFOLIOS 54
14. OFFENE FRAGEN UND KRITIK 62
TEIL III - PRAXIS 64
15. EINE PRAKTISCHE LEISTUNGSMESSUNG. 64
15.1 VORBEREITUNG 64
15.2 DURCHFÜHRUNG 69
15.3 REFLEXION / AUSWERTUNG. 71
15.3.1 Reflexion 71
15.3.2 Auswertung 71
SCHLUSS 77
QUELLENVERZEICHNIS 79
QUELLENVERZEICHNIS 79
LITERATUR. 79
ZEITSCHRIFTENARTIKEL. 82
INTERNET 84
2
Vorwort
Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit zwei verschiedenen Themen: Zum einen soll ein Blick auf das spielerische Lernen im Englischunterricht der Grundschule geworfen werden und zum anderen befasst sich die Arbeit mit der aktuellen Thematik der Leistungsmessung in diesem Bereich. Der Inhalt ist in 3 Teile gegliedert.
Im ersten Teil soll zunächst eine Annäherung an das Thema „Spiele in der Grundschule“ stattfinden und allgemeine Prinzipien bzw. Grundlagen des Unterrichts in der Primarstufe dargelegt werden.
Im weiteren Verlauf werden dann die verschiedenen Formen von Spielen genannt und erläutert, bis schließlich das Sprachlernspiel in den Fokus der Arbeit rückt und anhand einiger Beispiele veranschaulicht wird.
Der zweite Teil dieser Arbeit befasst sich dann mit der Lernstands- bzw. Leistungsmessung in der Primarstufe und wird eingeleitet durch eine kurze Darstellung der aktuellen Problematik des Übergangs von der Grundschule in die Sekundarstufe I. Nachdem zunächst die verschiedenen didaktischen Formen der Lernstandsmessung aufgezeigt werden, soll ein Einblick in die momentanen Möglichkeiten zur Lern-standsmessung im Englischunterricht der Grundschule geboten werden. Aufgrund der Aktualität nimmt hierbei das Europäische Portfolio der Sprachen eine zentrale Rolle ein.
Der dritte Teil soll abschließend einen praktischen Versuch einer Lernstandsmessung im Fach Englisch an einer Grundschule dokumentieren. Hierbei soll auch eine Verknüpfung zwischen den ersten beiden Teilen der Arbeit stattfinden, da die Lern-standsmessung auf eine spielerische Art und Weise durchgeführt wird. Dieser letzte Teil gliedert sich in die drei Teilbereiche der Vorbereitung, Durchführung und Reflexion des Praxisversuchs.
Das die Arbeit abschließende Schlusswort soll die vorliegende Arbeit reflektieren und aus dieser resultierende Erkenntnisse darlegen.
3
Teil I - Spiele
1. Warum im Unterricht spielen?
Im Folgenden soll zunächst einmal die Frage geklärt werden, warum überhaupt Spiele im Unterricht, insbesondere im Englischunterricht der Grundschule, stattfinden sollten.
Anfängliche Zweifel an der Berechtigung von Spielen als Einsatzmöglichkeit im Grundschulunterricht schließen sich schon nach einem kurzen Blick in den Lehrplan zur Erprobung für das Fach Englisch an der Grundschule aus. So steht dort gleich zu Anfang:
„Im Englischunterricht stehen besonders solche Lernformen im Vordergrund, die es ermöglichen,
• entdeckend und experimentierend mit Sprache umzugehen • spielerisch, darstellend und gestaltend Sprache zu lernen • die spezifischen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler zu nutzen.“ 1
Der Einsatz von Spielen im Grundschulunterricht erscheint schließlich auch logisch, betrachtet man die Lebenswelt der Schüler in der Vorschulzeit. Spiel und Spaß bestimmten in dieser Zeit den Alltag der meisten Kinder und so sollte man ihnen den Übergang zum Schulalltag möglichst angenehm und freudvoll gestalten. Des Weiteren lernen die Schüler beim Spielen auch vieles nebenbei, da ihre Aufmerksamkeit meist auf das Spielziel gerichtet ist und sie nicht das dahinter stehende Lernziel sehen, wodurch ein derartiges Lernen für die Kinder nicht langweilig ist. 2 Hinzu kommt der motivierende Faktor des spielerischen Lernens. Petillion spricht von der intrinsischen Motivation, wenn er sagt, dass das Spiel die Neugier anspricht, Überraschung und Risiko bietet und zudem den Schülern die Möglichkeit gibt, mit Misserfolgen schonender umzugehen. 3
1 Ministerium für Schule Jugend und Kinder des Landes NRW (MSJK) (Hrsg.): Richtlinien und Lehr-
pläne zu Erprobung für die Grundschule in Nordrhein-Westfalen. Englisch. S.30
2 vgl. Klippel, S. 129
4
Auch die eventuellen Anstrengungen, die von den Schülern im Spielablauf aufgebracht werden müssen, werden nicht als lästig empfunden, sondern als notwendiges Mittel zum Spielerfolg gesehen. 4
Als weiteren großen Vorteil des Einsatzes von spielerischem Lernen im Unterricht ist die so genannte „Spiel-Realität“ 5 zu nennen.
Hierbei handelt es sich um die Situation des Spielens, die es den Schülern ermöglicht, in eine andere Rolle zu schlüpfen und sich von der Realität zu distanzieren. Laut Petillon 6 werden hierbei die folgenden Handlungskompetenzen der Schüler gefördert: • Dekontextualisierung • Perspektivenübernahme • Metakommunikation
Abschließend bleibt zu sagen, dass spielerisches Lernen äußerst vielseitig einsetzbar ist und somit auf alle Bereiche der Schule übertragbar ist. Besonders im Fremdsprachenunterricht zeigt sich dies als vorteilhaft, kann man doch Spiele zum Beispiel zum Erlernen und Trainieren der „4 Fertigkeiten“ Hörverstehen, Sprechen, Lesen und Schreiben einsetzen, auf die später näher eingegangen wird.
3 vgl. Petillon, S. 16f.
4 vgl. Petillon, S.18
5 Klippel, S.130
6 vgl. Petillon, S. 19
5
2. Grundschulgemäße Prinzipien
Der Englischunterricht als Teil des Grundschulkonzeptes muss natürlich dessen Forderung nach kindgemäßem Lehren nachkommen. Um also den Einsatz von Spielen im Englischunterricht der Grundschule begründen zu können, muss man auch einen Blick auf die Prinzipien eines grundschulgemäßen Unterrichts werfen und in diesem Sinne fragen, inwieweit Spiele diesen nachkommen.
2.1 Handlungsorientierung
Wie der Name schon darauf hindeutet, soll sich der Grundschulunterricht an der Handlung orientieren. Das heißt, dass so oft wie möglich das Lernen der Schüler mit authentischen, möglichst lebensechten Situationen und Aufgabenstellungen in Verbindung stehen sollte. „Bei einem solchen Unterricht wirken kognitive und affektive Aspekte zusammen“ 7 und es kann ein ganzheitliches Lernen stattfinden. Im Spiel wird eine Lernwelt geschaffen, die es den Kindern ermöglicht sich angstfrei zu bewegen und zu handeln. Daher eignen sich Spiele im Unterricht sehr gut um einen ganzheitlichen, handlungsorientierten Unterricht durchzuführen.
2.2 Lernkompetenz
Auch im kindgerechten Englischunterricht „ist es für den Lernerfolg außerordentlich wichtig, dass das neue Sprachmaterial immer wieder […] umgewälzt wird.“ 8 Dies kann zum einen dadurch geschehen, dass die Kinder „lernen, bekannte Wörter und sprachliche Elemente in anderen Kontexten zu verstehen und zu verwenden“ 9 , zum anderen aber auch durch eine Wiederholung mit Hilfe von Liedern, Reimen oder eben Spielen, die mehrmals im Unterricht auftauchen. Des Weiteren sollen die Kinder Spaß am Sprachenlernen vermittelt bekommen und motiviert werden, „am Ball zu bleiben“. Dies lässt sich ebenfalls hervorragend mit Lernspielen umsetzen, die schon von ihrer Natur aus den Kindern Freude bereiten.
7 Timm, Johannes -Peter: Entscheidungsfelder des Englischunterrichts. In: Englisch lernen und Leh-
ren. Didaktik des Englischunterrichts. Hrsg.: Johannes - P. Timm. Berlin: Cornelsen 1998, S.12
8 Klippel, S. 38
9 ebd
6
2.3 Interkulturelles Lernen
Heute gibt es kaum noch Grundschulklassen, in denen keine Kinder mit einem Emig-ranten-Hintergrund vorhanden sind und auch über den Klassenraum hinaus ist die Welt der Kinder nicht monokulturell 10 . Daher ist es überaus wichtig, den Kindern zu zeigen und zu erklären, dass es ein Miteinander der Sprachen und Kulturen gibt und in den Kindern eine positive Einstellung anderen Kulturen gegenüber wachsen zu lassen.
„Aus der Situation heraus, dass Englisch eine auf der Welt plurizentrisch vertretene Sprache ist“ 11 , fällt besonders dem Englischunterricht die Aufgabe zu, diesen Prozess zu fördern. Dies kann zum Beispiel durch eine Kontaktaufnahme mit anderen englisch sprechenden Kindern geschehen. Hierdurch können Erfahrungen über eventuelle kulturelle und soziale Unterschiede oder Gemeinsamkeit gesammelt werden. Auch spielerisch lassen sich einige Schritte in diese Richtung machen. So können zum Beispiel im Englischunterricht typische Spiele aus anderen Ländern gespielt werden. Und sollten Feste mit interkulturellem Hintergrund stattfinden, gibt es wenig, dass die Kinder verschiedener Kulturen besser vereint, als das gemeinsame Spielen. Denn die Freude am Spiel ist bei allen Kindern vorhanden.
2.4 Fehlertoleranz und Feedback
Der Umgang mit Fehlern muss im Anfangsunterricht sehr behutsam stattfinden, da die jungen Lerner keinesfalls durch eine zu harsche Korrektur eingeschüchtert werden sollten. „Bei klarer Verständlichkeit der Äußerung ist im Anfangsunterricht auf eine Korrektur möglichst zu verzichten.“ 12
Wenn denn aber eine Korrektur notwendig sein sollte, muss diese auf eine einfühlsame und kindangemessene Weise passieren - zum Beispiel durch Wiederholen oder Einflüstern. 13
Zudem sollte der Lehrer selbst die Fehler, die seine Schüler naturgemäß im frühen Fremdsprachenerwerb begehen, nicht zu negativ sehen. „Die „Fehler“ […] geben der oder dem Unterrichtenden Einblicke in den Lernprozess“ 14 seiner Schüler. Somit
10 vgl. Schmid - Schönbein, Claudia: Didaktik: Grundschulenglisch. Berlin: Cornelsen 2001, S. 58
11 Schmid - Schönbein, S. 60
12 Mindt, D. / Schlüter, N.: Englisch in den Klassen 3 und 4. Berlin: Cornelsen 2003, S. 29
13 vgl. ebd
14 Schmid - Schönbein, S.121
7
kann sich der Lehrer sogar die Fehler seiner Schüler zunutze machen, indem er an ihnen die Lernentwicklung abliest und auf diese entsprechend reagieren kann. Ein behutsamer Umgang mit Fehlern soll jedoch nicht bedeuten, dass den Schüler ihre Lernleistungen vorenthalten werden sollen. Ganz im Gegenteil ist es sehr wichtig diese über ihre Leistungen zu informieren, denn „Lernmotivation baut sich nicht zuletzt dadurch auf, dass die Schüler Erfolge verspüren, die anerkannt werden.“ 15 Klippel nennt zudem einige Feedback - Techniken 16 zur Unterstützung der Schüler, sprachliche Fehler zu erkennen und zu verbessern: • Nonverbale Signale wie Handzeichen, Hochziehen der Augenbraue, die auf eventuelle Fehler hinweisen.
• Korrektives Feedback indem der Lehrer die Aussage des Schülers wiederholt, diesmal aber in korrekter Form
• Nachhaken indem der Lehrer nachfragt, als wenn er etwas nicht richtig ver-standen hätte
Letzteres bezeichnet man als negotiation of meaning und gibt dem Schüler die Möglichkeit seinen Fehler zu erkennen und selbst zu korrigieren. Im Verlauf eines Sprachlernspieles kann nun ebenfalls Feedback gegeben werden. Dieses Feedback wird von den Schülern innerhalb der Spielwelt wahrgenommen und Fehler können unter Umständen sogar bewirken, dass sich das Kind mehr Mühe gibt um besser am Spiel partizipieren zu können. 2.5 Themen- und Situationsorientiertes Lernen
Der Englischunterricht in der Grundschule soll in erster Linie das Interesse der Kinder an der englischen Sprache und am Sprachenlernen im Allgemeinen wecken. Dies geschieht jedoch nicht durch eine Konzentration auf die Grammatik und Struktur der Sprache sondern durch einen möglichst interessanten, kindgerechten Unterrichtsinhalt und den damit verbundenen Themen, die der Lebenswelt der Kinder entsprechen. Die dazu im Lehrplan Englisch für die Grundschule festgelegten Themen 17 zu Hause hier und dort; jeden tag und jedes Jahr; lernen, arbeiten, freie Zeit; eine Welt
15 Klippel, S. 30
16 vgl. ebd
17 MSJK 2003, S. 32
8
für alle; auf den Flügeln der Fantasie bilden die Grundlage für das Vorgehen im Englischunterricht der Grundschule.
Dieses Vorgehen kann ohne weiteres durch, den gerade aktuellen Themenbereichen angepassten, Spielvariationen unterstützt werden.
2.6 Methodenvielfalt
Da die Konzentrationsfähigkeit bei Grundschulkindern noch nicht sehr ausgeprägt ist, erfordert es einen abwechslungsreichen Unterricht, um die Kinder zu motivieren, an diesem teilzunehmen. „Abwechslungsreiche Übungstypen, Themen, Sozialformen und Aufgaben helfen ihnen, bei der Sache zu bleiben.“ 18 Auch bei den Arbeitsformen sollten die Lehrer die Möglichkeit nutzen, „zwischen sprachlichen, musischen, spielerischen und anderen handlungsorientierten“ 19 Formen zu wechseln. Zu den aktuellen Methoden in der Fremdsprachendidaktik gehört neben Games, Storytelling und Songs and Ryhmes auch die Methodik des Total Physical Response (TPR). Hierbei handelt es sich um eine in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von Asher entwickelten Sprachlernmethode. Sie baut auf Befehlen auf und schult primär das Hörverstehen. 20 TPR beruht auf der Theorie, dass der Lerner in der Anfangsphase des Zweitspracherwerbs, ähnlich des Erwerbs der Erstsprache, noch zu keiner sprachlichen Äußerung fähig sein muss. Daher wird ihm eine stille Phase (si- lentperiod) eingeräumt, in der er die neue Sprache noch nicht sprechen muss, sondern diese nur aufnehmen und verarbeiten kann. 21 Erst wenn das Selbstbewusstsein des Lerners, die Sprache betreffend groß genug ist, kann er jene produktiv einsetzen. Bis dahin liegt folgerichtig der Hauptteil der Spracharbeit beim Lehrer. Er benutzt imperative Aussagen und verknüpft diese mit Handlungen, die dem Schüler das Verständnis dieser Aufforderung erleichtern. Dessen Aufgabe ist es dann, lediglich auf diese Aussagen zu reagieren und im Idealfall der entsprechenden Aufforderung nachzukommen.
Das Hören und Erzählen von Geschichten (storytelling) ist sehr wichtig für das Sprachenlernen. „In Geschichten erleben Kinder die fremde Sprache im Zusammenhang“ 22 und sind motiviert, die Geschichte zu verstehen. „Geschichten des Grund-
18 Klippel,S. 29
19 Mindt / Schlüter, S. 28
20 Klippel, S. 256
21 Schmid - Schönbein, S. 102
22 Klippel, S. 159
9
schul - Englischunterrichts regen die Kinder an, ihrer Fantasie auch in diesem neuen, noch fremden Fach ihren freien Lauf zu lassen.“ 23
Das Singen von Liedern (Songs and poems) bereitet den meisten Kindern Freude. Hinzu kommt, dass sich durch das Singen die noch fremden Laute leichter artikulieren lassen und die Aussprache und Satzmuster der neuen Sprache gefestigt werden. 24 Spiele (Games) lassen sich wunderbar mit anderen Methoden kombinieren, ob als Nachbereitung einer Geschichte oder als Rahmen für ein Lied. Besonders TPR und Spiele gehen oft Hand in Hand, wie zum Beispiel in den meisten Sprachlernspielen im Bereich des Hörverstehens.
Schon in sich selbst sorgt das Spiel durch unterschiedliche Organisationsstrukturen und Themen für Methodenvielfalt und Abwechslung im Englischunterricht der Grundschule.
23 Klippel, S. 29
24 Klippel, S. 33
10
3. Lehrplan Nordrhein-Westfalen
Der am 01. August 2003 in Kraft getretene Lehrplan Englisch für die Grundschule stellt verbindliche Anforderungen an den Englischunterricht und beinhaltet verschiedene Anregungen und Vorschläge für diesen.
Der Englischunterricht wird hierbei in die folgenden drei Teilbereiche aufgeteilt: Sprache, Interkulturelles Lernen und Sprachenlernen.
Im Folgenden werden diese einzelnen Bereiche daraufhin untersucht, inwiefern sich einzelne Unterrichtsgegenstände 25 durch den Einsatz von Spielen umsetzen lassen.
3.1 Sprache
Der Bereich Sprache befasst sich mit dem Erwerb von kommunikativen Fähigkeiten und Fertigkeiten und den zu erwerbenden sprachlichen Mitteln. Die folgenden im Lehrplan genannten Unterrichtsgegenstände 26 lassen sich durch den Einsatz von Spielen in den Unterricht integrieren: • Kontakt aufnehmen • über die eigene Person informieren • Fragen stellen und beantworten • Etwas vorschlagen und um etwas bitten • Verstehensprobleme ausdrücken • Aussprache und Intonation erlernen • Wörter und Wendungen erlernen • Redemittel erwerben • grammatische Strukturen erwerben
Im Spiel nehmen die Kinder automatisch auf verschiedenste Weise Kontakt zu ihren Mitspielern auf und je nach Inhalt bzw. Ziel des Spieles müssen sie sich informieren, Fragen stellen und beantworten sowie unterschiedliche Kommunikationsprozesse
25 MSJK 2003, S. 33ff.
26 s.o.
11
spielerisch meistern. Außerdem können die Schüler eigene (Spiel-) Vorschläge erbringen oder aber bei Regelproblemen ihre Verstehensprobleme äußern. Des Weiteren bietet die spielinterne Kommunikation die ideale Vorraussetzung für den Erwerb von Aussprache, Intonation und den übrigen sprachlichen Mitteln. Es wird also deutlich, dass mit dem Einsatz von Spielen im Unterricht nahezu der gesamte sprachliche Bereich abgedeckt wird.
3.2 Interkulturelles Lernen
In diesem Gebiet sollen die Schüler Einblicke in verschiedene Kulturen erhalten und deren Lebensweise kennen lernen.
Die „kulturelle und sprachliche Vielgestaltigkeit der eigenen Lebenswirklichkeit“ soll ihnen bewusster werden. „Dies stärkt die Entwicklung von Aufgeschlossenheit, Verständnisbereitschaft und Toleranz“. 27
Folgende Unterrichtsgegenstände können hierbei durch den Einsatz von Spielen umgesetzt werden:
• eigene Lebenssituationen und Erfahrungen mit denen englischsprachiger gleichaltriger Kinder vergleichen
• deutschsprachige und englischsprachige Märchen, Lieder, Spiele vergleichen • Begegnungsmöglichkeiten nutzen
Um Lebenssituationen und Erfahrungen von Kindern anderer Kulturen kennen zu lernen ist der Einsatz von extra hierfür entwickelten interkulturellen Spielen möglich, auf die in dieser Arbeit jedoch nicht weiter eingegangen werden kann. Informationen hierzu gibt es jedoch in entsprechender Fachliteratur 28 . Auch um Begegnungsmöglichkeiten zu nutzen eignen sich Spiele besonders. Wo sonst fällt es Kindern leichter eventuelle Hemmungen oder ähnliches abzubauen, als innerhalb eines Spieles?
27 MSJK 2003, S. 34
28 z.B.: Rademacher, Helmholt/Wilhelm, Maria: Spiele und Übungen zum interkulturellen Lernen.
Berlin: Verlag für Wissenschaft und Bildung 2005
12
3.3 Sprachenlernen
„Das Sprachenlernen umfasst die Entwicklung von Lernstrategien, die Entwicklung von Sprachbewusstheit und den Umgang mit Texten.“ 29
Dieser komplexe Bereich wird nahezu komplett mit Hilfe der Sprachlernspiele abgedeckt, auf welche im weiteren Verlauf der Arbeit noch explizit eingegangen wird. Folgende Unterrichtsgegenstände können daher problemlos auf spielerische Art und Weise umgesetzt werden:
• Verstehenshilfen und Verständigungsmittel nutzen • multimediale Materialien und den Computer als Lernwerkzeug nutzen • englische Wörter und Wendungen im Deutschen aufspüren • Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Englisch und Deutsch feststellen • Texte nachsprechen und gestalten • Szenen spielen
• Kurze Texte mit bekanntem Wortmaterial erlesen • Kurze bekannte Texte schriftlich festhalten • Kinderlieder und -reime kennen lernen
29 MSJK 2003, S.34
13
4. Spieltypen
Da sich der Begriff „Spiel“ in der Grundschule als zu allgemein darstellt, um ihn als solchen weiter zu untersuchen, wird dieser im folgenden Kapitel in verschiedene Spieltypen unterteilt um diese einzeln zu betrachten. Löffler und Kuntze gliedern das Spiel im Unterricht in 3 Spieltypen: Lernspiele, Darstellende Spiele und Interaktionsspiele. 30
4.1 Lernspiele
Nach Löffler und Kuntze dienen Lernspiele dem Erwerb und der Festigung von Strukturen und Grundlagen der Sprache. „Damit haben sie im Allgemeinen eine eng umrissene, deutliche, sprachliche Zielsetzung.“ 31
Das Lernspiel wird nun nochmals unterteilt in die Kategorien Reaktionsspiel, Sprechspiel, Lesespiel und Schreibspiel. Deutlich wird hier, dass sich diese Unterteilung an den entsprechenden Fertigkeiten orientiert: Hörverstehen, Sprechen, Lesen und Schreiben.
Da diese Fertigkeiten aufeinander aufbauen, folgt auch diese Einteilung „der Lernprogression der Grundfertigkeiten.“ 32
4.2 Darstellende Spiele
Der Kerninhalt des darstellenden Spieles besteht in der Imitation von Verhaltensweisen. Dies kann auf motorische, gestische, mimische, nonverbale und verbale Art und Weise geschehen. 33
Möchte der Schüler nicht selbst darstellend agieren besteht auch die Möglichkeit, eine Handpuppe oder ähnliches für diesen Zweck zur Hilf zu nehmen, um dem Schüler die Hemmungen zu nehmen.
30 Löffler, Renate/Kuntze, Wulf-Michael: Spiele im Englischunterricht. Weinheim; Basel: Beltz 1983,
S. 18
31 Löffler/Kuntze 1983, S. 19
32 Löffler/Kuntze 1983, S.19
33 Löffler/Kuntze 1983, S. 20
14
Ein wesentlicher Unterschied zu den doch stark regelbetonten Lernspielen ist die Tatsache, dass das darstellende Spiel einen offeneren Charakter hat. „Die Skala reicht von der Pantomime bis hin zum ausgebauten freien Dialog“ 34 . Löffler und Kuntze teilen auch diesen Spieltyp in verschiedene - in diesem Fall drei -Gruppen ein 35 : • Handeln und Benennen • Puppenspiel und Masken • Dialog
Auch in dieser Einteilung ist eine gewisse Progression wieder zu erkennen, da sich das Spiel von vorgegebener Situation hin zum freien Sprechen entwickelt.
4.3 Interaktionsspiele
Der dritte von Löffler und Kuntze genannte Spieltyp ist das Interaktionsspiel. Hier liegt das Hauptaugenmerk auf der nonverbalen bzw. verbalen Interaktion. Diese Interaktion verknüpft wiederum die beiden zuvor genannten Spieltypen mit-einander. Bei einer weiteren Unterteilung in die drei Spielarten Kooperationsspiel, Minisituation und Rollenspiel wird darauf hingewiesen, dass die Interaktion in diesen „in unterschiedlicher Weise ausgeprägt ist:“ 36
Wie bereits bei den beiden vorherigen Spieltypen, findet auch beim Interaktionsspiel eine Entwicklung statt. Diesmal besteht diese in den immer differenzierter gestalteten Situationen vom Kooperationsspiel hin zum freien Rollenspiel.
34 Löffler/Kuntze 1983, S. 20
35 ebd
36 Löffler/Kunze 1983, S. 20
15
Bisher beschäftigte sich diese Arbeit lediglich mit dem Begriff des Spieles im Allgemeinen. Da dieser Begriff im vorangegangenen Kapitel differenziert wurde, wird im Folgenden ein Spieltyp genauer betrachtet und erläutert: Der Begriff des Sprachlernspieles.
5. Spielkriterien 5.1 Die Spielstruktur
Nach Stellfeld ist die Spielstruktur „gekennzeichnet durch die einzelnen Strukturelemente des Spiels, wie Spielregel, Spielziel, Spielhandlung … und das Spielmaterial.“ 37
Kriterien hierfür werden nun etwas näher betrachtet.
5.2 Spielregeln
Bei aller Spielfreude, die auch den Lernspielen zugrunde liegen sollte, dürfen Spielregeln nicht außer Acht gelassen werden. Sie sorgen für einen geregelten Ablauf des Spieles und schaffen die nötige Rahmenhandlung um das Spiel für den Lehrer kontrolliert ablaufen zu lassen.
Natürlich bedeuten Spielregeln auch größeren Aufwand bei der Erklärung des Spieles den Schülern gegenüber. Klippel rät daher:
„Erklären Sie die Spielaufgaben und die Spielregeln klar und deutlich, eventuell auch auf Deutsch. Bei komplexen Spielen ist ein Probedurchgang angebracht. Sie können auch die Punktwertung (bei einem Wettbewerbsspiel) für einige Durchgänge aussetzten, bis wirklich alle Kinder das Spiel verstanden haben.“ 38 Weiter weist sie jedoch auch auf den freien Charakter von Spielregeln hin und sagt: „Spielregeln sind keine Dogmen. Wenn nötig, ändern Sie Spielregeln für die Bedürfnisse und Gegebenheiten in Ihrer Klasse ab.“ 39
37 Stellfeld, Elke: Zu Schreibspielen als Sprachlernspiele im Fremdsprachenunterricht des mittleren
Schulalters (Russischunterricht). (Dissertation). Magdeburg, 1995. S. 87
38 Klippel 2000, S. 131
39 Klippel 2000, S. 131
16
Arbeit zitieren:
Dennis Schäfer, 2006, Sprachlernspiele und Möglichkeiten zur Lernstandsmessung, München, GRIN Verlag GmbH
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