Inhaltsverzeichnis
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Inhaltsverzeichnis 2
1 Jugendkriminalität und ihre Bedeutung in der Gesellschaft 3
2 Umfang der deutschen Jugendkriminalität 5
3 Entwicklung der Jugendkriminalität 6
4 Erklärungsansätze für den Kriminalitätsanstieg 7
5 Schlussgedanken 10
Literaturverzeichnis 11
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1 Jugendkriminalität und ihre Bedeutung in der Gesellschaft
Nach der strafrechtlichen Definition versteht man unter Jugendkriminalität Straftaten, die von strafmündigen Personen begangen wurden, welche zur Tatzeit 14 aber noch nicht 18 Jahre (Jugendliche) bzw. 18 aber noch nicht 21 Jahre alt waren (Heranwachsende). Dabei ist zu beachten, dass es nicht die Jugendkriminalität gibt, da sehr unterschiedliche Tatmuster und deren Bedeutung auftreten können. Bewertungen von Handlungen als kriminell sind abhängig von wandelbaren und sich verändernden Normen und Erwartungen der Gesellschaft. Überdies gibt es verschiedene Ebenen der Wahrnehmung der Jugendkriminalität. Da wären zunächst die prinzipiell strafrechtsrelevanten Handlungen, bei denen es jedoch auch vorkommen kann, dass sie gar nicht angezeigt, also nicht als kriminell wahrgenommen werden, oder aber einer Überbewertung ausgesetzt werden. Weiterhin gibt es die polizeilich registrierte Jugendkriminalität, welche die Tatverdächtigenzahlen wiedergibt, und die abgeurteilten oder verurteilten Straftaten. (vgl. Kastner / Sessar 2001)
Die öffentliche Vorstellung von Jugendkriminalität wird wesentlich durch öffentliche Debatten und Medien beeinflusst. Die laufende Diskussion in den Medien über Regeln und Normen, über soziale Erwartungen, wie sich Jugendliche zu verhalten haben, um diesen zu entsprechen, sowie darüber, was als jugendliches Fehlverhalten gilt, führt zu einer veränderten Aufmerksamkeit gegenüber Jugendlichen, zu Schwankungen in der Kriminalitätsfurcht sowie zu veränderter Anzeigebereitschaft. Dies hat wiederum Auswirkungen auf die polizeilich registrierte Jugendkriminalität und beeinflusst die Schwerpunktsetzungen der Kriminalitätskontrolle. Auf der Hand liegt, dass verstärkte oder verringerte Polizeikontrolle zu veränderten Tatverdächtigenzahlen führt. (vgl. Kastner / Sessar 2001)
Fraglich ist jedoch, warum gerade die Jugendkriminalität im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses steht. Auffällig ist nach Meinung der Mehrheit der Mitglieder der Enquete-Kommission der Hamburger Bürgerschaft schon die Stigmatisierung durch den Begriff „Jugendkriminalität“, der meist auch noch mit einem bestimmten Handlungsmuster, häufig dem von Gewaltdelikten, verbunden und am Persönlichkeitsmerkmal Alter festgemacht wird. Bezeichnungen wie Männer- oder Erwachsenenkriminalität werden demgegenüber gar nicht erst benutzt und es gibt auch keine typische Erwachsenenkriminalität, wohingegen oft von typische Jugendkriminalität ausgegangen wird. (vgl. Kastner / Sessar 2001) Die Enquete-Kommission bietet verschiedene mögliche Gründe für diese verzerrte Wahrnehmung an. Da wäre zunächst die besondere Sichtbarkeit von Jugendkriminalität zu nennen. Diese zeichnet sich u.a. häufig aus durch geringe Tatkomplexität und -planung, erhöhter Geständnisbereitschaft, findet häufig im öffentlichen Raum statt, der auch erhöhter öffentlicher
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und polizeilicher Kontrolle ausgesetzt ist, besteht größtenteils aus Bagatelldelikten, v.a. Eigentums- und Vermögensdelikte sowie Sachbeschädigung. Aus diesen Merkmalen ergibt sich eine erhöhte Entdeckungswahrscheinlichkeit der Delikte und somit auch eine höhere Anzeigerate als in vielen Bereichen der Erwachsenenkriminalität. Fazit: Jugendkriminalität ist auffälliger als Erwachsenenkriminalität. (vgl. Kastner / Sessar 2001) Ein Großteil der Jugendkriminalität kann durch besondere Eigenheiten der Jugendphase erklärt werden. Die Jugendlichen erfahren Veränderungen ihres Körpers und ihrer Beziehungen zu anderen. Sie müssen eine passende soziale und persönliche Identität ausbilden, wozu sie eigene Fertigkeiten ausprobieren und Handlungsspielräume austesten. Des weiteren müssen die Jugendlichen lernen, eigene Haltungen durchzusetzen. Diese Vorgänge sind alle mit der Suche nach Orientierungen verknüpft. Das Ziel dieser Phase ist die Integration in die Erwachsenenwelt, welche mit jugendtypischen Phänomenen wie der Suche nach Abenteuern, dem Eingehen und Fehleinschätzen von Risiken, Versuchen des Kräftemessens und dem Streben nach Anerkennung verbunden ist. Jugendliche sind keine vollwertigen Erwachsenen aber auch keine Kinder mehr. Allein aus der Besonderheit ihrer Position heraus stehen sie im ständigen Blickfeld der Öffentlichkeit. Und auch auf Grund dieser Position ist es weitgehend normal, dass Jugendliche gelegentlich den gesellschaftlichen Normen und Erwartungen widersprechen. Jugendkriminalität im leichten bis mittleren Schwerebereich ist ein allgemein verbreitetes Problem und eine überwiegend vorübergehende an den Entwicklungsprozess ge-bundene Erscheinung. Es ist empirisch widerlegt, dass Jugenddelinquenz zwangsläufig zu einer kriminellen Karriere führt. (vgl. Kastner / Sessar 2001)
Doch gerade weil Jugendkriminalität allgemein verbreitet und weitgehend „normal“ ist, lässt sich das gesonderte Interesse an ihr nicht nur durch die Normabweichungen an sich erklären. Die Ängste der Erwachsenen gegenüber Jugendlichen und deren Versagen sind möglicherweise Befürchtungen um die eigene Zukunft. Die Jugend ist seit jeher das Symbol für die Zukunft der Gesellschaft, doch wird das häufig nicht bewusst wahrgenommen. Statt sich auf die Probleme der Gesellschaft zu konzentrieren und diese v.a. auch wahrzunehmen, wird das Problem Jugendkriminalität herausgegriffen und diskutiert. Laut der Mehrheit der Enquete-Kommission wird heute immer verstärkter auf Normtreue der Jugendlichen geachtet. (vgl. Kastner / Sessar 2001)
Die vorgestellte Herangehensweise an Jugendkriminalität geht von einer grundlegenden Gegenüberstellung der Jugend- und Erwachsenenwelt aus. Dabei wird Jugend als Opfer der übertriebenen und harten Ansprüche der Gesellschaft dargestellt. Dazu äußern sich einige Mitglieder der Kommission kritisch. Denn der o.g. Ansicht widerspricht zumindest teilweise, das
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Arbeit zitieren:
Sabrina Weber, 2003, Einblicke in die Entwicklung der Jugendkriminalität, München, GRIN Verlag GmbH
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