Inhaltsverzeichnis
Gliederung : Seite
1. Einleitung 1
2. Was ist ein Trauma? 1
3. Formen frühkindlicher Traumatisierung 3
3.1 Vernachlässigung 4
3.2 Seelische Misshandlung 4
3.3 Körperliche Misshandlung 5
3.4 Häusliche Gewalt 5
3.5 Traumatische Sexualisierung 5
3.6 Scheidung und Trennung 6
3.7 Weitere Formen traumatisierender Ereignisse 6
3.8 Modell der traumatogenen Faktoren 7
4. Auswirkungen traumatischer Ereignisse 7
5. Die Trauma-Psychotherapie 10
5.1 Formen der Trauma-Psychotherapie 10
5.2 Therapeutische Ansätze in der Traumaarbeit 11
5.3 Phasen des therapeutischen Prozesses 12
(3-Phasen-Modell)
6. Schlussfolgerungen 13
7. Persönliche Einschätzung 14
Literaturverzeichnis
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1. Einleitung
Jeder Mensch sammelt in seinem Leben biographische Erfahrungen. Es stehen ihm bei guter Entwicklung Ressourcen in seiner Persönlichkeitsstruktur zur Verfügung, die ihn Herausforderungen des Lebens gut bewältigen lassen. Er entwickelt soziale Fähigkeiten, Selbstbewusstsein und lernt, wie er seine Bedürfnisse im Alltag umsetzt und diese befriedigt. Vorbilder und die wohlwollende Führsorge der Bezugspersonen verhelfen zur Ausreifung der kognitiven, emotionalen und körperlichen Entwicklung. Ob durch unglückliche Familienverhältnisse, Unfälle oder Kriegserfahrungen, Traumata entstehen und lassen die betroffenen Menschen jeden Alters mit großen, scheinbar unheilbaren Wunden zurück, die gesunde Entwicklung wird empfindlich und mit weit reichenden Folgen gestört.
Diese Ausarbeitung soll sich mit dem Trauma als Phänomen der psychologischen und pädagogischen Praxis befassen. Gemeint ist jene Erfahrung, welche subjektiv nicht mehr zu überwältigen scheint, d.h. welche mit den erlernten Verarbeitungsmechanismen nicht in Schach zu halten ist. Sie will erörtern, was ein Trauma ist, wie es entsteht, welche Folgen sich daraus für den Betroffenen/die Betroffene entwickeln können und welche therapeutischen Ansätze die Praxis bietet, um Traumata zu verstehen, zu bearbeiten und gegebenenfalls zu heilen.
2. Was ist ein Trauma?
In der psychologischen wie pädagogischen Fachliteratur lassen sich viele Definitionen und Beschreibungen des Traumas finden. Da liegt es Nahe sich zuerst mit dem Klassiker der Psychologie auseinanderzusetzen.
So spricht Freud von einem „.... Erlebnis, welches dem Seelenleben innerhalb kurzer Zeit einen so starken Reizzuwachs bringt, dass die Erledigung oder Aufarbeitung der Selben in normal- gewohnter Weise missglückt, woraus dauernde Störungen im Energiebetrieb resultieren müssen.“ (Freud 1917, GW XI, S.284) Im Gegensatz zu Freuds frühen Beschreibungen des Phänomens „Trauma“, werden in den Definitionen neueren Datums die Situationen in ihrer Dramatik der
Betroffenen wesentlich deutlicher, und explizit beschrieben, wie die Deklaration der
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WHO (im ICD 10) zeigt, sie beschreibt ein Trauma als „...ein belastendes Ereignis oder eine Situation aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmaßes (kurz- oder lang anhaltend), die bei fast jedem eine tiefe Verstörung hervorrufen würde.“ (Weiß, 2004, S.17).
Die Weiterentwicklung und Differenzierung der neueren Definitionen resultiert aus „...einer explosionsartigen Zunahme von wissenschaftlichen Erkenntnissen und klinischem Wissen zu vielen Aspekten der Traumatisierung...“ in den letzten Jahrzehnten. (Weiß 2004, S.18)
Eines haben die Definitionen zeitgenössischer Literatur gemein, die Beinhaltung der existentiellen Dimension, wie die Erklärung nach dem DSM-IV (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) deutlich zeigt. Hier ist ein traumatisches Ereignis ein „...direktes persönliches Erleben oder Beobachten einer Situation, die mit dem Tod oder seiner Androhung, einer schweren Verletzung oder einer anderen Bedrohung der körperlichen Unversehrtheit der eigenen oder einer anderen Person zu tun hat. Flucht oder Verteidigung sind in der traumatischen Situation nicht möglich oder führen nicht zu einem Nachlassen der Bedrohung. Die traumatische Situation geht mit intensiver Angst, Hilflosigkeit oder Entsetzen einher, bei Kindern wird verwirrtes oder agitiertes Verhalten beobachtet. Sie bewirkt eine dauerhafte Erschütterung des Selbst- und Weltverständnisses und kann zu psychischen Erkrankungen führen (z.B. zur Posttraumatischen Belastungsstörung, PTBS)“. (DSM IV, S. 487; Fischer & Riedesser, 1998).
Eine traumatische Erfahrung wird weiterhin in zwei Kategorien geteilt. Zum einen gibt es die Monotraumatisierung (Trauma Typ I), welche eine einmalige und kurzfristige Sequenz beeindruckender Geschehnisse meint. Dies kann z.B. das beobachten eines brennende Hauses im frühen Kindesalter sein oder ein Verkehrsunfall, welcher schockiert und nicht verarbeitet werden kann.
Zum anderen ist in der Fachliteratur von einer Polytraumatisierung (Trauma-Typ II) die Rede, bei welcher mehrere oft unterschiedliche Traumatisierung geschehen, über einen oft langen Zeitraum hinweg, mit immer wiederkehrenden weiteren überwältigenden Ereignissen. Diese Art der Traumatisierung ist in ihren Formen und Folgen weitaus komplexer und undifferenzierter, da mehrere Traumatisierungen aufeinander folgen und ineinander verschwimmen.
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Die Polytraumatisierung wird unterteilt in multiple-, sequenzielle- und kumulative Traumatisierung.
Im Fall der multiplen Traumatisierung werden mehrere, voneinander unabhängige traumatisierende Erfahrungen gemacht. Z.B. hat ein Betroffener in seiner frühen Kindheit eine erschütternde Gewaltsituation erlebt und im Erwachsenenalter eine schwere Erkrankung eines Angehörigen.
Die sequenzielle Traumatisierung meint eine in sich geschlossene über einen langen Zeitraum hinweg immer wieder stattfindende traumatisierende Situation. Z.B. eine über Jahre stattfindende körperliche Misshandlung im Elternhaus. Unter einer kumulativen Traumatisierung versteht man eine Anhäufung mehrer dramatischer Momente und Stressoren, welche in der Menge mit den erlernten Bewältigungsstrategien nicht mehr zu bearbeiten sind und zu einem Stillstand der Verteidigung des ICH führen. Z.B. kann eine andauernde Mobbingsituation, belastende Geldsorgen und die plötzliche schwere Erkrankung eines Nahe stehenden Familienangehörigen zu einer scheinbar ausweglosen Lage führen. Des weiteren wird unter einem primären und sekundären Trauma unterschieden. Die primäre Traumatisierung meint den Betroffenen in der direkten traumatisierenden Situation, d.h. der Leid tragende erlebt eine persönliche Bedrohungssituation. Von sekundärer Traumatisierung spricht man, wenn ein Individuum eine Situation direkt oder aus der Entfernung (z.B. Medial) beobachtet.
3. Formen frühkindlicher Traumatisierung
Traumatische Ereignisse haben auf den erwachsenen Menschen erschütternde Wirkung, doch im frühen Kindesalter erlebte Traumatisierungen sind sie von dramatischerer Bedeutung. Da Kinder ihre biopsychologische und soziale Reifung noch nicht abgeschlossen haben, sind die Folgen einer Traumatisierung viel weit reichender. So werden ihren psychischen, physischen, psychosexuellen und sozialzwischenmenschlichen Entwicklungsmöglichkeiten stark beeinträchtigt oder sogar zerstört.
Im Folgenden sollen einige Beispiele frühkindlicher Traumatisierungssituationen typisiert beschrieben werden.
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Arbeit zitieren:
Wiebke Saum, Gisela Greco, 2006, Trauma - Formen und Folgen eines psychologischen Phänomens, München, GRIN Verlag GmbH
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