Sanierungsstrategien von mittelständischen Unternehmen und Konzernen
von: Malte Kemp, Nick Benjamin Brackmann und Dmrity Bakumenko
INHALTSVERZEICHNIS
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Hintergrund 1
1.2 Begriffdefinition 4
1.2.1 Sanierung 4
1.2.2 Mittelständische Unternehmen 4
1.2.3 Konzern 5
1.2.4 Insolvenz 6
1.2.4.1 Zahlungsunfähigkeit 7
1.2.4.2 Drohende Zahlungsunfähigkeit 7
1.2.4.3 Überschuldung 8
2 Insolvenzrecht 9
2.1 Reform des Insolvenzrechts 9
2.1.1 Gründe der Reform 9
2.1.2 Ziele der Reform 10
2.2 Neues Insolvenzrecht 13
2.2.1 Die Verfahrensbeteiligten 13
2.2.1.1 Insolvenzschuldner 13
2.2.1.2 Insolvenzgericht 13
2.2.1.3 Insolvenzgläubiger 14
2.2.1.4 Gläubigerversammlung 14
2.2.1.5 Insolvenzverwalter 15
2.2.2 Insolvenzeröffnungsverfahren 16
2.2.3 Insolvenzplan 17
2.2.4 Finanzwirtschaftliche Insolvenzmaßnahmen 20
2.2.5 Besondere Verfahrensgestaltungen 22
2.2.5.1 Eigenverwaltung 22
2.2.5.2 Internationale Insolvenzverfahren mit Auslandsbezug 23
2.3 Vergleich Alt gegen Neu 24
3 Krisenfrüherkennung 25
3.1 Unternehmenskrise 25
3.1.1 Krisenarten 25
3.1.1.1 Strategiekrise 26
3.1.1.2 Erfolgskrise 26
3.1.1.3 Liquiditätskrise 27
3.1.2 Krisenursachen 27
3.1.3 Krisenstadien 27
3.1.3.1 Existenzbedrohende Krise 28
3.1.3.2 Existenzvernichtende Krise 28
3.2 Externe Krisenerkennung durch Rating 28
3.2.1 Bankeninternes Rating der Sparkassen 30
3.2.2 Bankeninternes Verhalten und Rating der Sparkasse im Krisenfall 31
3.2.3 Fazit Rating 33
3.3 Interne Frühwarnsysteme zur Krisenerkennung 33
3.3.1 Operative Frühwarnsysteme 33
3.3.1.1 Eigenkapitalquote 34
3.3.1.2 Liquiditätsreserve 34
3.3.1.3 Umsatzrentabilität 35
3.3.1.4 Cash Flow / Dynamischer Verschuldungsgrad 35
3.3.1.5 Soll- Ist- Vergleich 36
3.3.2 Strategische Frühwarnsysteme 37
4 Unternehmenssanierung 38
4.1 Das Sanierungskonzept 38
4.2 Sanierungsfähigkeit und Sanierungswürdigkeit 39
4.3 Theorie der Sanierungsstrategien 40
4.3.1 Definition Sanierungsstrategien 40
4.3.2 Sanierungsstrategie nach Turnheim 40
4.3.2.1 Allgemein 40
4.3.2.2 Die vier Strategien 41
4.3.3 Die strategischen Optionen von Müller 43
4.3.4 Das Transformationsmodell 44
4.4 Sanierungsmaßnahmen 45
4.4.1 Allgemeines 45
4.4.2 Finanzwirtschaftliche Maßnahmen 46
4.4.2.1 Allgemeines 46
4.4.2.2 Debitorenmanagement und Factoring 46
4.4.2.3 Leasing 48
4.4.2.4 Eigenkapital 49
4.4.2.5 KFW- Mittel 49
4.4.3 Leistungswirtschaftliche Maßnahmen 51
4.4.3.1 Lageroptimierung 51
4.4.3.2 Personal 51
4.4.3.3 Kernkompetenz und Organisationsoptimierung 52
4.4.4 Kommunikation 53
4.5 Agency Problem 54
5 Aktuelles Sanierungsbeispiel KarstadtQuelle 55
5.1 Sanierungskonzept 56
5.2 Ursachen der Krise 58
5.3 Fazit 60
6 Zusammenfassung und kritische Würdigung 60
7 Literaturverzeichnis 62
Einleitung
Problemstellung und Hintergrund
In Deutschland ist seit kurzem das Thema Unternehmenssanierung wieder aktuell. Durch die Sanierungsfälle von General Motors, KarstadtQuelle und Spar wird das Thema in der breiten Öffentlichkeit diskutiert. Auch die großen Insolvenzen der letzten Jahre von Holzmann, Babcock Borsig oder KirchMedia fanden große Beachtung in Deutschland. Dies sind aber nur die Arbeitgeber, die in den Massenmedien beleuchtet werden. Darüber hinaus gibt es viele Sanierungsfälle und Insolvenzen von kleinen- und mittelständischen Unternehmen, die in der breiten Öffentlichkeit keine Beachtung finden.
Diese Facharbeit greift das Thema der Sanierungsstrategien von mittelständischen Unternehmen und Konzernen auf. Besondere Beachtung bei der Abhandlung dieses Themas wird dem aktuellen Insolvenzrecht, der Krisenfrüherkennung, der Sanierung und dem aktuellen Sanierungsfall KarstadtQuelle beigemessen. Somit vermittelt diese Facharbeit einen ganzheitlichen Überblick über dieses Thema. Im europäischen Vergleich lag Deutschland 2003 auf dem zweiten Platz bei den Unternehmensinsolvenzen. Im ersten Halbjahr 2004 ist ein leichter Rückgang der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland zu verzeichnen. Die Anzahl liegt mit 19.300 noch immer auf einem hohen gesamtwirtschaftlichen Niveau (vgl. Abbildung 1: Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen). In Ostdeutschland ist eine Abnahme der Insolvenzen um 7,4% festzustellen, dagegen sind die Insolvenzen in Westdeutschland um 0,2% gestiegen. Insgesamt wird in 2004 mit bis zu 41.000 Unternehmensinsolvenzen gerechnet1.
Abbildung 1: Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen2 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Die insolventen Unternehmen haben im ersten Halbjahr 2004 einen Schaden von insgesamt 22,7 Milliarden Euro verursacht. Dies entspricht einem Rückgang von 2,1 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Betroffen waren die privaten Gläubiger mit 14,7 Milliarden Euro und die öffentliche Hand mit 8,0 Milliarden Euro3. Ein leichter Rückgang ist bei der Anzahl der Arbeitnehmer festzustellen, die durch Insolvenzen ihres Arbeitgebers betroffenen sind. Im ersten Halbjahr 2004 waren bis zu 322.000 Arbeitnehmer betroffen (vgl. Abbildung 2: Arbeitsplatzverluste).
Abbildung 2: Arbeitsplatzverluste4 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Der Unternehmenssaldo von An- und Abmeldungen bei den Handels- und Gewerberegistern im Halbjahr 2004 fällt mit einem 30%igen Anstieg positiv aus. Per saldo hat der deutsche Markt im ersten Halbjahr 2004 um 78.000 Unternehmen zugenommen (vgl. Abbildung 3: Gründungsbilanz)5.
Abbildung 3: Gründungsbilanz6 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Begriffdefinition
Sanierung
Sanierung kommt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt Heilung7. Sanierung im Bezug auf ein Unternehmen bedeutet, dieses durch Maßnahmen organisatorischer, finanzieller, leistungswirtschaftlicher und rechtlicher Art aus einer existenzbedrohenden Krise herauszuführen und seine Überlebens- und Ertragsfähigkeit wieder herzustellen8. Mittelständische Unternehmen Es gibt keine gesetzliche oder allgemein gültige Definition für den Begriff Mittelstand. In der Literatur taucht für den Mittelstand häufiger die Bezeichnung KMU (kleine und mittelständische Unternehmen) auf9. Die allgemein akzeptierte Definition des Mittelstands wurde vom Institut für Mittelstandsforschung in Bonn aufgestellt (vgl. Abbildung 4: Neue Mittelstandsdefinition des IfM Bonn in €). Das IfM selbst orientiert sich nach eigener Aussage an der KMU Definition der Europäischen Union.
Abbildung 4: Neue Mittelstandsdefinition des IfM Bonn in €10 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Nach Informationen des IfM, hatte der Mittelstand im Jahr 2002 einen Anteil von 99,7% aller in Deutschland ansässigen Unternehmen11.
Konzern
Ein Konzern aus betriebswirtschaftlicher Sicht, ist ein Verbund mehrerer rechtlich selbstständiger Unternehmen unter der einheitlichen Leitung eines herrschenden Unternehmens12. Es kann folgende Unterscheidung nach der wirtschaftlichen Zielsetzung des Konzernverbunds vorgenommen werden:
• Vertikale Konzerne (Dienen der Sicherung von Beschaffungs- und Absatzwegen beim Zusammenschluss von Unternehmen mit aufeinander folgenden Produktionsstufen)
• Horizontale Konzerne (Dienen der Erreichung von Synergieeffekten beim Zusammenschluss von Unternehmen mit artverwandtem Leistungsangebot)
• Mischkonzerne (Zusammenschluss von Unternehmen aus verschiedenen Branchen aus Gründen der Risikodiversifikation)13
Die einzige Legaldefinition des Konzernbegriffs in deutschen Gesetzen steht im § 18 AktG. Der § 18 AktG definiert eine Unterscheidung in den Unterordnungskonzern, abgeleitet aus § 18 (1) AktG, und in den Gleichordnungskonzern, abgeleitet aus § 18 (2) AktG14. Beim Unterordnungskonzern werden unter der einheitlichen Leitung eines herrschenden Konzerns ein herrschendes und mindestens ein anhängiges Unternehmen zusammengefasst. Es besteht mindestens ein Beteiligungsverhältnis von 50%. Es gibt folgende Arten von Unterordnungskonzernen:
• Faktischer Konzern
• Vertragskonzern
• Eingliederungskonzern15
[...]
1 Vgl. o.V., 24.06.2004: http://www.creditreform.de/presse/00090.php „Insolvenzen weiter auf hohem Niveau“, o.S., abgerufen am 11.10.200
2 Quelle: Entnommen aus: o.V.: http://www.creditreform.de/angebot/analysen/0042/02.php „Unternehmenspleiten stagnieren auf hohem Niveau“, o.S., abgerufen am 15.10.2004
3 Vgl. o.V., 24.06.2004: http://www.creditreform.de/presse/00090.php „Insolvenzen weiter auf hohem Niveau“, o.S., abgerufen am 11.10.2004
4 Quelle: Entnommen aus: o.V.: http://www.creditreform.de/angebot/analysen/0042/03.php „Weniger Arbeitsplatzverluste durch Insolvenzen“, o.S., abgerufen am 15.10.2004
5 Vgl. o.V.: http://www.creditreform.de/angebot/analysen/0042/05.php „Positiver Unternehmenssaldo“, o.S., abgerufen am 15.10.2004
6 Quelle: Entnommen aus: o.V.: http://www.creditreform.de/angebot/analysen/0042/05.php „Positiver Unternehmenssaldo“, o.S., abgerufen am 15.10.2004
7 Vgl. Hess, Fechner, Freund, Körner, 1998: „Sanierungshandbuch“ Seite 6
8 Vgl. Kautzsch 2001: „Unternehmenssanierung im Insolvenzverfahren“ Seite 17
9 Vgl. o.V.: http://www.hk24.de/HK24/HK24/produktmarken/index.jsp?url=http%3A//www.hk24.de/HK24/K24/produktmarken/stan dortpolitik/mittelstandspolitik/index.jsp , o.S., abgerufen am 02.10.2004
10 Quelle: Entnommen aus: o.V.: http://www.ifm-bonn.org/ „Mittelstand – Definition und Schlüsselzahlen“, o.S., abgerufen am 02.10.2004
11 Vgl. o.V.: http://www.ifm-bonn.org/ „Mittelstand – Definition und Schlüsselzahlen“, o.S., abgerufen am 02.10.2004
12 Vgl. o.V.: http://www.konzern.adlexikon.de/Konzern.shtml , o.S., abgerufen am 02.10.2004
13 Vgl. Wöhe, 2002 „Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre“ Seite 316
14 Vgl. Bötzel, 1993: „Diagnose von Konzernkrisen“ Seite 18 ff
15 Vgl. Wöhe, 2002: „Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre“ Seite 316
Arbeit zitieren:
Dipl. Kaufmann (FH) Malte Kemp, Dmrity Bakumenko Nick Benjamin Brackmann, 2004, Sanierungsstrategien von mittelständischen Unternehmen und Konzernen, München, GRIN Verlag GmbH
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