II
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 04
1.
Der Begriff der Musik 06
2.
2.1 Definition von Musik 06
2.2 Entstehung von Musik 07
Wahrnehmung von Musik 08
3.
3.1 Das Hör- und Gleichgewichtsorgan 08
3.2 Aufbau des Ohres 08
3.2.1 Das äußere Ohr 08
3.2.2 Das Mittelohr 09
3.2.3 Das Innenohr 09
3.3 Die Hörfunktion 10
Wirkung von Musik im täglichen Leben 11
4.
4.1 Wirkung auf den Organismus 11
4.2 Musik und Emotionen 13
4.3 Einsatz von Musik 15
Untersuchungen 16
5.
5.1 1000 v.u.Z. bis zum 19. Jahrhundert 16
5.2 Frühes 19. Jahrhundert bis heute 19
5.3 Darstellung ausgewählter Studien 28
5.3.1 Untersuchung von G. und H. Harrer 1974 28
5.3.2 Studie von Spintge und Droh 1975 30
5.3.3 Experiment von Gerassimowitsch/ Sidorenko/ Kuptschina/ 32
Teterkina / Korotkow 2001
Res ümee 34
6.
Anhang IV
7
III
Glossar ...................................................................................... XI 8.
Literaturverzeichnis ................................................................ XII 8. 8.1 Bücher ………........................................................................... XII 8.2 Zeitschriften .............................................................................. XIV 8.3 Elektronische Informationen ..................................................... XIV 8.4 Weiterführende Literatur ........................................................... XIV
4
1. Einleitung
Diese Arbeit handelt von Musik und ihrer Wirkung auf uns. Musik gehört in unserer Kultur zum Alltag. Sie umgibt uns von morgens bis abends, erwünscht oder unerwünscht, bewusst oder unbewusst, im Vordergrund oder als akustischer Hintergrund. Jeder weiß, oder hat es zumindest schon einmal gehört, dass Musik uns beeinflussen kann und teilweise auch soll. Doch Genaueres wissen die Wenigsten und zu diesen gehörte einst auch ich. Allerdings hatte ich bereits zu meiner Schulzeit die Gelegenheit, in meiner Seminarfacharbeit darzustellen, inwieweit uns Musik im Fühlen, Denken und Handeln beeinflussen kann. Dieses Wissen konnte ich in einem Referat zum Thema Musikrezeption während des Studiums weiter ausbauen. In beiden Arbeiten fiel mir auf, wie wenig wissenschaftliche Literatur es zu diesem Thema gibt. Viele Bücher handeln von Musikästhetik, Musikgeschichte und Phänomene im Zusammenhang mit Musik. Doch nur sehr wenige Autoren beziehen sich hierbei auf tatsächliche Untersuchungen.
Diese Lücke gab mir den Anreiz zu dieser Studienarbeit. Denn nur solche wissenschaftlichen Studien beweisen letztlich die umstrittene Wirkung von Musik. Deswegen sollen sie in dieser Arbeit zusammengefasst werden.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten, tatsächliche Untersuchungen zu finden, die von wissenschaftlichem Wert sind, stellte ich dann langsam fest, dass es sehr viele unterschiedliche Studien gibt. Um den Rahmen der Arbeit nicht zu überschreiten, beziehe ich mich ausschließlich auf bisher veröffentlichte Untersuchungen, die die Wirkung von Musik auf unseren Organismus thematisieren. Andere Experimente und Studien über Hintergrundmusik (Kaufhäuser, Auto, Warteräume etc.), Werbung oder Politik, die ich sehr interessant finde, müssen aus diesem Grund entfallen. Um den Leser zunächst mit der Materie vertraut zu machen, beginne ich mit der Definition von Musik, ihrer physikalischen Entstehung und wie wir Musik wahrnehmen.
Danach werde ich beschreiben, wie und wann Musik täglich auf uns wirkt.
5
Schließlich gebe ich im fünften Kapitel einen kurzen historischen Überblick über die Erforschung von Musikwirkung bevor ich beginne, sämtliche Studien, Experimente und Untersuchungen aufzulisten, die ab dem frühen 19. Jahrhundert die Wirkung von Musik nachweisen. Zum Abschluss werde ich drei Experimente aussuchen um aufzuzeigen, wie diese angeordnet sind und welcher Hilfsmittel es dabei bedarf.
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2. Der Begriff der Musik
2.1 Definition von Musik
Musik ist ein sehr alter Begriff, der in unterschiedlichen Kulturen für verschiedene Dinge steht. An dieser Stelle seien einige Definitionen genannt: „Die Musik ist eine Zufluchtsstätte für individuelles Erleben und zugleich eine Form der Kommunikation.“ 1
„Musik ist ein Phänomen, das sich in wechselseitiger Beeinflussung von Individuum und Gesellschaft bildet und definiert. Sowohl als Prozess als auch als Produkt manifestiert sich Musik in der Kultur, die das Medium und die Rahmenbedingung für Individuum und Gesellschaft darstellt.“ 2 „Musik ist eine symbolische Sprache. Sie ist begründet auf einer spezifischen, nichtinhaltlichen, formalen, konnotativen Beziehung zwischen Musik und dem subjektiven Erleben und Fühlen. Musik klingt in der Art und Weise, wie man erlebt und fühlt.“ 3
„Musik nahezu aller Sparten und Stile umgibt uns von morgens bis abends, sie beeinflusst uns, motiviert uns positiv oder negativ, schafft Hörerwartungen und bestimmte Formen des Hörverhaltens, prägt Aversionen und Präferenzen, Musikgeschmack und Musikverständnis.“ 4 Der Duden definiert Musik als:
1. „(Ohne Plural) die Kunst, Töne in melodischer, harmonischer und rhythmischer Ordnung zu einem Ganzen zu fügen; Tonkunst.
2. Kunstwerk, bei dem Töne und Rhythmus eine Einheit bilden.“ 5
Musik galt im antiken Griechenland zunächst als zusammenfassender Begriff für die Ton-, Dicht- und Tanzkunst. In verschiedenen Kulturen und Epochen wurde er später differenziert, doch alle (auch heute noch aktuellen) Definitionsversuche haben folgende Bestimmungen gemeinsam:
- Musik ist primär hörbar,
- Musik ist im Gegensatz zum Naturlaut vom Menschen absichtsvoll und nach gewissen Gesetzen gestaltet,
1 Van Deest, H.: Heilen mit Musik, 1997, S. 20, zweiter Abschnitt.
2 Bruhn/Oerter/Rösing: Musikpsychologie, 1985, S. 4, zweiter Abschnitt.
3 Bruhn/Oerter/Rösing: Musikpsychologie, 1985, S. 260, erster Abschnitt.
4 Bruhn/Oerter/Rösing: Musikpsychologie, 1985, S. 269, zweiter Abschnitt.
5 Duden: Fremdwörterbuch, 2001, S. 657, mittlere Spalte, Mitte.
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- Musik als bewusst gestaltetes Phänomen hat im Gegensatz zur Sprache meist keine eindeutig zeichenhafte Bedeutung,
- Musik ist vielfach eine kommunikative Aktion im weitesten Sinn. 6
2.2 Entstehung von Musik
In der Physik besteht Musik lediglich aus Schallschwingungen, so wie jedes andere Geräusch, das der Mensch wahrnimmt, auch. Mit Hilfe von Erfahrungen ist unser Gehör und unser Gehirn in der Lage, aus diesen Schallwellen Musik herauszufiltern. Der menschliche Gehörsinn ist, im Zusammenspiel mit unserem Gehirn, in der Lage, aus einzelnen Tönen Musik wahrzunehmen. Dies ist allerdings nur durch die Kooperation mit unseren Erfahrungen möglich.
Goldfische, zum Beispiel, können auch Töne wahrnehmen, es fehlt ihnen jedoch die musikalische Erfahrung; das heißt, sie können in den Tönen keine Melodie, Rhythmus oder Harmonie erkennen. Wenn in einem Raum ein Musikinstrument gespielt wird, entstehen Vibrationen in den Luftmolekülen, das heißt, sie schwingen hin und her und versetzen damit auch andere Teilchen in Bewegung. Wie hoch oder tief ein Ton wahrgenommen wird hängt davon ab, wie oft die Teilchen in der Sekunde hin und her schwingen. Schwingen die Teilchen 20 mal pro Sekunde hat der Ton eine Frequenz von 20 Hertz. Dies ist die tiefste Frequenz, die das menschliche Ohr wahrnehmen kann. Die höchsten Töne haben Frequenzen bis zu 20 000 Hertz. Spielen mehrere Instrumente gleichzeitig dann überlagern sich die Wellen.
Die Lautstärke eines Tones hängt davon ab, wie stark die Luftteilchen zusammen gedrückt werden. Je stärker dieser Druck ist, desto stärker wird Druck auf das Trommelfell ausgeübt und die Töne werden entsprechend laut wahrgenommen. Diese Schwingungen setzen sich im Raum fort und dringen an unser Ohr. 7
6 Bertelsmann Lexikon: Band 10, 1997, S. 244, unten.
7 Vgl. Jourdain, R.: Das wohltemperierte Gehirn, 1998, S. 371.
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3. Wahrnehmung von Musik
3.1 Das Hör- und Gleichgewichtsorgan
Das Hörorgan liegt zusammen mit dem Gleichgewichtsorgan gut geschützt in der Felsenbeinpyramide des Schläfenbeins. Beide Organe sind in verschiedenen Strukturen des Innenohrs lokalisiert und haben unterschiedliche Funktionen:
1. Das Gehör dient der Aufnahme von Schallreizen; seine Sinneszellen sind in der Schnecke enthalten.
2. Das Gleichgewichtsorgan registriert Körperlage und Körperbewegung im Raum; seine Sinneszellen befinden sich im Vorhof und in den Bodengängen. 8
3.2 Aufbau des Ohres (Abb. 1 im Anhang)
Das Ohr wird in das äußere Ohr, das Mittel- und das Innenohr unterteilt.
3.2.1 Das äußere Ohr
Zum äußeren Ohr gehört die Ohrmuschel, welche eine von elastischem Knorpel geschützte, muschelförmige Hautfalte ist, die die Mündung des äußeren Gehörganges umgreift und die Aufgabe hat, Schallwellen aufzufangen. Der äußere Gehörgang stellt ein von der größten Vertiefung der Ohrmuschel nach innen verlaufendes, etwa drei Zentimeter langes Rohr dar, das einen leicht s-förmigen Verlauf zeigt. Er enthält Drüsen, die das Ohrenschmalz bilden, und einzelne Haare. Sie schützen vor eindringenden Fremdkörpern. Das Trommelfell ist eine schrägstehende, schwingungsfähige, runde Membran am inneren Ende des Gehörganges. Es bildet die Grenze zwischen äußerem Ohr und Mittelohr. 9
8 Vgl. Schäffler, A./ Schmidt, S.: Biologie, Anatomie und Physiologie, 1999, S. 189 bis 190.
9 Vgl. Schäffler, A./ Schmidt, S.: Biologie, Anatomie und Physiologie, 1999, S. 190.
9
3.2.2 Das Mittelohr
Das Mittelohr wird von der Paukenhöhle gebildet, die an vier Stellen mit Öffnungen versehen ist. Drei von ihnen, und zwar das Trommelfell, das ovale und das runde Fenster, finden ihren Abschluss in einer zarten, elastischen Haut, während die vierte Öffnung die Mündung der Eustachischen Röhre, die sogenannte Tube, darstellt, die ihrerseits mit dem Rachen kommuniziert. Quer durch diese Tube zieht sich die Kette der Gehörknöchelchen: Hammer, Ambos und Steigbügel, von denen der Hammer dem Trommelfell anliegt. Die Schallübertragung erfolgt durch das Mittelohr. Das Trommelfell schwingt mit dem fortzuleitenden Ton als resonierende Membran mit, überträgt die Bewegungen auf die Knöchelchenkette (insbesondere auf den Steigbügel), die dann die Bewegungen zum inneren Ohr weiterführt. 10
3.2.3 Das Innenohr
Das Innenohr (auch Labyrinth genannt) ist im härtesten Knochen des Menschen, dem Felsenbein, geschützt untergebracht und besteht aus mehreren Abteilungen (Vorhof, drei Bogengängen und Schnecke), welche mit Flüssigkeit gefüllt sind. Im Vorhof und in den Bogengängen liegen die Sinnesrezeptoren des Gleichgewichtsorgans. Die Schnecke enthält die Sinnesrezeptoren für das Gehör.
Die knöcherne Schnecke, die äußerlich dem Bau eines Schneckenhauses ähnelt, stellt einen mit Flüssigkeit gefüllten Kanal oder, besser gesagt, einen Hohlraumkomplex, dar. Eine Zwischenwand teilt den Schneckenkanal in zwei Etagen. Oben liegt die Vorhoftreppe, diese beginnt am ovalen Fenster und geht an der Schneckenspitze in die unten gelegene Paukentreppe über, die am runden Fenster endet. Von der knöchernen Schnecke wird die häutige Schnecke umgeben. Dieser ist ein membranöser, ebenfalls mit Flüssigkeit gefüllter Schlauch. In ihr befindet sich die Basilaarmembran mit den Sinneszellen. Der feinhäutige Schneckenkanal beherbergt also das eigentliche Hörorgan. Die in ihr angeordneten Sinneszellen für das Gehör heißen Haarzellen.
10 Vgl. Schäffler, A./ Schmidt, S.: Biologie, Anatomie und Physiologie, 1999, ebd.
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Juliane Kästner, 2005, Wirkung von Musik - Eine Bestandsaufnahme bisher vorliegender wissenschaftlicher Erhebungen, München, GRIN Verlag GmbH
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