Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Grundlagen der Rollentheorie 4
3. Was ist ein Rollenspiel Was kann es 5
4. Das Rollenspiel im Unterricht: Umsetzung 9
4.1 Ablauf des Rollenspiels 10
4.2 Schwierigkeiten der Methode 11
5. Praktisches Beispiel 12
5.1 Das Rollenspiel 12
5.2 Die Durchführung 13
5.3 Die Auswertung 14
5.4 Einschätzung 14
6. Zusammenfassung 16
Bibliographie 18
2
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Rollenspiel als Verfahren im Politik- bzw. Sozialkundeunterricht. Die Anwendung von Rollenspielen im Unterricht wird im ersten Teil der Arbeit theoretisch begründet. Anhand eines praktischen Beispiels gebe ich im zweiten Teil einen Bericht darüber ab, wo die Probleme in der Umsetzung liegen und was bei der Durchführung besonders aufgefallen ist.
Zu Beginn erläutere ich die Grundlagen der Rollentheorie mithilfe des Aufsatzes von Krappmann: „Lernen durch Rollenspiel“. Ausgehend von seinen Grundannahmen werde ich die Bedeutung des Rollenspiels für den Unterricht herauskristallisieren. Dies beinhaltet eine Definition und eine genaue Beschreibung des Rollenspiels. Was kann es leisten, d. h. welche Zielstellung wird mit der Methode verfolgt, und welche Probleme treten dabei auf? Dabei werden sowohl die Spieler des Rollenspiels berücksichtigt, als auch seine Beobachter: Welche Aufgabe kommt ihnen zu?
Das praktische Beispiel ist ein eigens ausgedachtes Rollenspiel, das ich mit ein paar Freunden ausprobiert habe. Es handelt sich ausschließlich um Studenten der Martin-Luther-Universität Halle. Die studierten Fächer reichen von Jura, Medizin, Betriebswirtschaftslehre bis zu Sportwissenschaft. Keiner von ihnen hat sich schon einmal näher mit Didaktik und ihren Methoden beschäftigt. Die Erfahrungen, die sie bisher mit Rollenspielen gemacht haben, wurden in der Schulzeit gesammelt.
3
2. Grundlagen der Rollentheorie
Der Begriff der Rolle hat seinen Ursprung in der Umgangssprache. Der Ausdruck fehlt zwar die nötige Schärfe, um eine klare Aussage machen zu können, dennoch gelangt man sehr schnell zu dem Eindruck, dass man sehr wohl wisse, was mit dem Begriff Rolle gemeint ist.
Ausgangspunkt der Rollentheorie ist die Annahme, „[...] dass es für den Zusammenhalt einer Gesellschaft und für ihren Fortbestand nötig ist, die Kooperation innerhalb und zwischen verschiedenen Gruppen ihrer Mitglieder zu sichern.“ 1 Menschen können nur dann erfolgreich miteinander kommunizieren und kooperieren, „[...] wenn sie zu einer gemeinsamen Interpretation der Situation, in der sie einander begegnen, und zu einer zutreffenden Einschätzung ihrer gegenseitigen Erwartungen gelangen können.“ 2 Es muss ihnen gelingen sich auf ein anerkanntes Bezugssystem zu einigen, sonst ist die erfolgreiche Interaktion gefährdet. Unser Verhalten steuern wir unbewusst. Es ist an den allgemein gültigen und sozial vorgeformten Erwartungen orientiert. Gemeinsame Symbole sind es, an die wir uns anlehnen um das gegenseitige Verständnis zu sichern (z.B. Symbol Schrift bzw. Symbol Sprache).
Um die soziale Interaktion und damit das Überleben der Gesellschaft zu sichern, „[...] haben betroffene Gruppen Bündel von Verhaltensnormen an die Positionen geheftet, in denen im arbeitsteiligen Gesellschaftssystem wichtige Aufgaben zuverlässig ausgeführt werden müssen. Die Rollentheorie nennt diese Verhaltenserwartungen Rollennormen.“ 3 Jede Person vereinigt zugleich mehrere Rollen. So kann z.B. eine Frau zugleich Tochter, Mutter, Ehefrau und Verkäuferin sein, ein Kind zugleich Sohn, Schüler, Mitglied einer Sportmannschaft, Freund von....etc.. Jede dieser Rollen hat spezielle Rollennormen, die es nach Erwartung der Gesellschaft zu erfüllen gilt. Werden diese Normen nicht eingehalten, existieren Instanzen, die das abweichendes Verhalten u. U. sanktionieren können. Diese Instanzen dienen der Überwachung und somit der Aufrechterhaltung der Gesellschaft. Jedoch ist keine Rollennorm exakt
1 Krappmann, Lothar: Lernen durch Rollenspiel. In: Kochan Barbara (Hrsg.): Rollenspiel als
Methode sprachlichen und sozialen Lernens. 2. Auflage, Kronberg: Scriptor 1981, S. 33
2 ebd
3 Krappmann, Lothar: Lernen durch Rollenspiel, S. 34
4
und widerspruchsfrei definiert. Der Idealzustand solcher exakten und wiederspruchsfreien Definitionen, so sind sich die Vertreter der Rollentheorie einig, ist unerreichbar. 4 Die Erwartungen, die erfüllt werden sollen, sind in einem Menschen nicht von Geburt an integriert. Es muss gewährleistet sein, dass die Mitglieder der Gesellschaft die Möglichkeit erhalten die Erwartungen zu erlernen und zu erproben. Krappmann schreibt in seinem Aufsatz, dass „sozialisationskonforme Sozialisationsagenturen“ 5 nötig sind, um dieses Erlernen zu sichern.
3. Was ist ein Rollenspiel? – Was kann es?
Für die Rollen- und Simulationsspiele, lassen sich zwei unterschiedliche Wurzeln ausmachen.
a) Aus entwicklungspsychologischer Sicht ist das Rollespiel eine Grundform menschlichen Verhaltens. Es tritt individuell und spontan bei Kleinkindern auf. Dabei übernimmt das Kind gegenüber einem Gegenstand (Puppe, Karton etc.) oder einer Person eine bestimmte Rolle. Aus Perspektive der Sozial- Psychologie und Soziologie wird das Rollenspiel dagegen als eine soziale Interaktionsform in einer konstruierten Handlungssituation beschrieben. Die Situation ist vorgeschrieben und den Verlauf bestimmen die jeweils Handelnden mit ihren Aktionen.
b) Die didaktischen Plan- und Simulationsspiele haben ihren Ursprung in den Planspielen des Militärs und der Unternehmen. Sie dienten der Entwicklung Handlungsstrategien. Auch sie geben eine Ausgangssituation vor, deren Verlauf die Spieler mit ihren Handlungen bestimmen.
4 vgl Krappmann, Lothar: : Lernen durch Rollenspiel, S. 34
5 Krappmann, Lothar: Lernen durch Rollenspiel, S. 34
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Arbeit zitieren:
Andrea Fuchs, 2003, Rollenspiel - Theoretische Begründung und ein praktisches Beispiel, München, GRIN Verlag GmbH
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