Bei GRIN registrieren oder einloggen

Jetzt registrieren
Für neue Autoren: kostenlos, einfach und schnell
Dies wird Ihr Benutzername, bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse an

Passwort vergessen


Neues Passwort anfordern
Einfluß von modifiziertem Fasten mit 'Modifast' und 'Bionorm' auf die Fettsäuren... close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.

Einfluß von modifiziertem Fasten mit 'Modifast' und 'Bionorm' auf die Fettsäurenmuster von Serum- und Gewebslipiden

Doktorarbeit / Dissertation, 1985, 138 Seiten
Autor: Dr. med. Zuzana Herrmann
Fach: Medizin

Details

Kategorie: Doktorarbeit / Dissertation
Jahr: 1985
Seiten: 138
Note: Magna cum Laude
Literaturverzeichnis: ~ 54   Einträge
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V60792
ISBN (E-Book): 978-3-638-54375-0
ISBN (Buch): 978-3-638-68053-0
Dateigröße: 1561 KB

Zusammenfassung / Abstract

Zielsetzung: In der vorliegenden Arbeit wurde untersucht, ob eine 4 Wochen dauernde Modifast® -Therapie einen Einfluß auf das Fettsäurenmuster in den fünf Hauptlipidfraktionen (Phospholipide, Diglyzeride, Freie Fettsäuren, Triglyzeride und Cholesterinester) des Blutserums hat. Eine Tagesration dieser Modifast® - Zubereitung (= Ulmer Trunk III) enthält u.a. 7 g Fett, davon sind 3,5 g essentielle Fettsäuren. Außerdem wurde untersucht, ob nach 4 Wochen im Fettgewebe Veränderungen stattfinden. Dazu wurden zwei verschiedene Bionorm® - Zubereitungen verwendet. Entweder mit dem Zusatz von 8,5 g Fett pro 100 g Substanz, davon 4,5 g essentielle Fettsäuren, oder mit nur 2 g Fett pro 100 g Substanz und keine essentielle Fettsäuren. Methoden: Alle Proben wurden für die Dünnschichtchromatographie aufbereitet, in Hauptlipidfraktionen getrennt und dann mittels Gaschromatographie die einzelnen Fettsäuren und ihr Verhältnis zueinander bestimmt. Ergebnisse: Die Arachidonsäure nimmt in der Phospholipidfraktion deutlich höhere Werte an als in der Literatur beschrieben. Die Ursache könnte in einer erhöhten Prostaglandinbildung liegen. Weiter fanden wir bei der Stearin- und Linolsäure einen negativen Trend von ca. 10 % des Ausganggehaltes pro Woche, der aber klinisch nicht relevant ist. In der Diglyzeridfraktion fanden keine Veränderungen des Fettsäurenmusters statt. Wir fanden aber deutliche Musterunterschiede zu den Triglyzeriden, was die Eigenständigkeit dieser Fraktion bestätigt. In der Fraktion der freien Fettsäuren fanden keine Veränderungen des Fettsäurenmusters statt. Es bestand aber ein deutlicher Unterschied zum Fettsäurenmuster von normalgewichtigen Personen. In der Triglyzeridfraktion stieg die Arachidonsäure leicht an. Wahrscheinlich durch die erhöhte Lipolyse aus dem Fettgewebe bedingt. In der Cholesterinesterfraktion konnten wir keine Veränderungen feststellen. Im Fettgewebe waren bei beiden "Bionorm®" - Zubereitungen keine Veränderungen feststellbar. Schlussfolgerung: Insgesamt wurde deutlich, daß adipöse Personen in allen Lipidfraktionen im Serum als auch im Fettgewebe ein spezifisches, für sie charakteristisches Fettsäurenmuster besitzen. Eine weitere Zugabe von essentiellen Fettsäuren zu dieser Therapieform erwies sich als unnötig, da bereits die jetzt gesetzlich vorgeschriebenen essentiellen Fettsäuren den Bedarf reichlich decken.


Textauszug (computergeneriert)

Aus dem Zentrum für Innere Medizin der Universität Ulm
Abteilung Innere Medizin II.
(Schwerpunkt Stoffwechsel und Ernährungswissenschaften)

Einfluß von modifiziertem Fasten mit Modifast® und Bionorm®
auf die Fettsäurenmuster von Serum- und Gewebslipiden.

Dissertation
Zur Erlangung des Doktorgrades der Medizin der Fakultät für Klinische Medizin
der Universität Ulm

vorgelegt von: Zuzana Herrmann
 

Inhaltsverzeichnis

A Einleitung ... 3
B Fragestellung ... 7
C Ablauf der Untersuchungen ... 8
D Methode ... 9
E Material (Reagenzien) ... 14
F Herstellung der Lösungen ... 15
G Hilfsmittel ... 16
H Geräte ... 17
I Statistische Auswertung der Laborbefunde ... 18
J Ergebnisse ... 19
K Verlaufsdiagramme der einzelnen Fettsäuren im Blutserum während der Modifast®-Therapie ... 24
L Prozentuale Fettsäurenverteilung im Blutserum ... 37
M Prozentuale Fettsäurenverteilung im Fettgewebe ... 43
N Gegenüberstellung des Fettsäurengehalts im Fettgewebe am Anfang und Ende der Therapie mit Bionorm® ... 46
O Diskussion der Ergebnisse ... 61
P Zusammenfassung ... 71
Q Literatur ... 73
R Anhang zur statistischen Auswertung ... 78

 

A Einleitung

Bereits seit Jahrtausenden ist Fasten mit der Geschichte der Menschheit verknüpft. Ursprünglich handelte es sich hauptsächlich um religiös begründetes Fasten, das aber auch häufig aus gesundheitlichen Gründen angewendet wurde. Dabei haben bereits 4000 v. Ch. die Sumerer Eiweißzusatz bei Fastenkuren empfohlen, um gewisse unangenehme Nebenwirkungen zu mildern. Die Griechen besaßen eine weiterentwickelte Lehre über die Diätetik, aber erst 1816 wurde von Magendie zum ersten Mal tierexperimentell nachgewiesen, daß stickstoffhaltige Nahrungsmittel zum Leben absolut notwendig sind. 1842 wurde von Liebig der Begriff der Stickstoffbilanz eingeführt, wobei er gleichzeitig die Bedeutung aller drei Nahrungsgrundstoffe: Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette erkannte.

In unserer Wohlstandsgesellschaft ist Fettsucht weitverbreitet und ihre Bekämpfung ein großes Problem.

Ganz allgemein gesehen ist der Energieverbrauch in allen industriellen Gesellschaften zurückgegangen, hauptsächlich durch massive Umstellung der Arbeitsbedingungen verursacht. Die Menschen arbeiten heute körperlich deutlich weniger als noch unsere Väter, ihre Ernährung haben sie dieser Tatsache aber nicht angepaßt. Im Gegenteil; sie essen zuviel und oft auch noch falsch. Unsere Ernährung enthält vor allem zuviel gesättigte Fettsäuren, Zucker, Natrium, Cholesterin und Alkohol. Zuwenig Ballaststoffe, ungesättigte Fettsäuren, einige Mineralien (z. Bsp. Jod) und Vitamine (z. Bsp. B1, B2 und B6).

Problematisch wird dies durch die ernährungsbedingten Folgeerkrankungen - allem voran Herzkranzgefäßerkrankungen, Bluthochdruck und arteriosklerotische Erkrankungen der Gehirngefäße, aber auch Diabetes und Gicht - und den enormen Kosten und anderen Belastungen (Arbeitsausfall, usw.), die dadurch verursacht werden. In Zeiten der Lebensmittelverknappung (Kriege, Mißernten u. ä.) nehmen Adipositas und auch die Folgekrankheiten nachgewiesenermaßen ab. Dies, und die Tatsache daß man mit Bewegung allein - eine Stunde Gymnastik verbraucht nur 300 zusätzliche Kalorien - nicht ausreichend abnehmen kann, führte zur Rückbesinnung auf die alten Fastenempfehlungen. Zunächst fastete man, ohne daß wissenschaftliche Untersuchungen darüber vorlagen, mit der "Nulldiät", später dann mit unterschiedlich modifizierten Diäten. Einige dieser industriell gefertigten Diäten - vor allem die sog. "Liquid protein diet" ist aufgrund von ca. 60 Todesfällen, die man in Amerika damit in Zusammenhang gebracht hat - sehr in Mißkredit geraten. (Die "Liquid protein diet" ist eine Flüssigeiweißkost, die flüssige Proteinhydrolysate aus Kollagen und Kuhhäuten oder synthetische Aminosäurenmischungen, aber keine Fettsäuren enthält. Eine Zusammenfassung der Untersuchungen über diese Todesfälle von Wechsler (44) zeigt einige Behandlungsfehler auf, die in diesem Zusammenhang begangen wurden. Die meisten der Komplikationen wurden durch Herzrhythmusstörungen - durch eine unzureichende Kalium- und andere Elektrolytsubstitution - verursacht. Ebenfalls scheinen die bei manchen dieser Patienten negativen Wasser-, Stickstoff- sowie Spurenelementbilanzen eine entscheidende Rolle zu spielen. Selbstverständlich darf man (wie geschehen) Grunderkrankungen, Begleitmedikationen sowie Mangel an ärztlicher Überwachung nicht außer acht lassen. Bei richtiger Indikationsstellung sowie engmaschiger Überwachung lassen sich nahezu alle Komplikationen vermeiden. Repräsentative Untersuchung darüber von H. Ditschuneit et al

In Ulm begann man vor gut 15 Jahren von der "Nulldiät" ausgehend, die sog. "Modifizierte Nulldiät" zu entwickeln, die immer weiter verbessert wurde. Im Gegensatz zu anderen Autoren, die wie z. B. Howard eine Diät mit möglichst minimalen Gehalt an allen, auch essentiellen Zutaten propagierte, gibt man in Ulm ein Maximum an Inhaltsstoffen um gesund abzunehmen. Der Ulmer "Modifast®" enthält jetzt u. a. 50 g hochwertiges Eiweiß und sorgt damit für eine ausgewogene Stickstoffbilanz. "Modifast®′′ wurde klinisch geprüft auf seine Verwertbarkeit im Körper, Schmackhaftigkeit und Darreichungsform. Der Bedarf an Vitaminen und Spurenelementen wurde ebenfalls berücksichtigt.

Aufgrund zahlreicher klinischer Beobachtungen kann man das "Eiweißproblem" jetzt als gelöst ansehen. Dafür entbrannte die Diskussion um die Fette, hauptsächlich um die essentiellen Fettsäuren um so heftiger. Bereits 1929 beschrieben Burr & Burr (5) die klinischen Zeichen eines Mangels an essentiellen Fettsäuren bei Ratten, die auch für den Menschen bestätigt wurden. Adam (1), Wolfram et al. (50), Wolfram, Adam (2), (49) beschrieben die Notwendigkeit der essentiellen Fettsäuren und die Mangelerscheinungen bei ihrem Fehlen. Die essentiellen Fettsäuren, Wachstum, Thrombo-Aggregation, Wundheilung, Membranstrukturen, Prostaglandinsynthese und der intraokuläre Druck gehen zurück. Die Infektanfälligkeit steigt. Beobachtet werden Hautveränderungen, Anämie, Thrombozytopenie, Fettleber und bei den Ratten noch zusätzlich Nephropathie und Sterilität. Allerdings ist ein Mangel nur in speziellen Situationen zu beobachten, z.B. bei Patienten mit Polytrauma und langfristiger parenteraler Ernährung. Bei Säuglingen treten Mangelerscheinungen (z. B. in Form eines schuppenden Hautausschlags) aufgrund geringerer Reserve im Fettgewebe und höheren (Wachstums-) Verbrauchs rascher auf als bei Erwachsenen.

Da die Mangelerscheinungen allein durch die Zufuhr von Linolsäure behoben werden können, ist sie als die einzige wirklich essentielle Fettsäure anzusehen.

[...]


Kommentare

Bisher keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:


Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.hausarbeiten.de/e-book/60792/einfluss-von-modifiziertem-fasten-mit-modifast-und-bionorm-auf-die
please wait Bitte warten