1. Einleitung
In unserer Hausarbeit über Sprachtests berichten wir über einen Kongreßbeitrag zur
16. Jahrestagung der Gesellschaft für Angewandte Linguistik, GAL e. V. Der Beitrag stammt von Harald Mispelkamp und handelt von Sprachtheorie und Testkonstruktion.
Zunächst werden wir einige, uns wichtige, einleitende Sätze des Autors erläutern. Darauffolgend werden wir näher auf das Konzept der theoriegeleiteten Sprachtestkonstruktion eingehen und kann auf die Explikation der Merkmaltheorie. Die Erklärung der Testkonstruktion und -evaluation soll den Schluss des Beitrages bilden.
Zur Erläuterung erklären wir noch einige wichtige Begriffe, wozu wir aus einem sprachwissenschaftlichen Lexikon zitieren.
Den Abschluß unserer Arbeit über Sprachtests bildet ein Resumée, sowie eine eigene Meinung von uns zu diesem Thema.
2. Sprachtheorie und Testkonstruktion (nach Harald Mispelkamp)
2.1 Die Einleitung des Autors
Harald Mispelkamp, dessen Artikel von der Sprachtheorie und der Testkonstruktion handelt, leitet denselben so ein, dass er erklärt, dass Sprachtests in den mutter- und fremdsprachlichen leistungsbezogenen Bereichen immer weniger „zum Zuge“ kommen.
Die Resultate dieser Sprachtests werden oft für Entscheidungen, in Bezug auf den Getesteten, verwendet, die für ihn erhebliche Folgen haben können. Die Tests können sich zwar positiv auswirken, meist haben sie aber eher negativen „Einfluß auf den weiteren Lebensweg“ (Kühlwein, Wolfgang (Hrsg.): Angewandte Linguistik. Perspektiven der Angewandten Linguistik. Forschungsfelder. Kongreßbeiträge zur
16. Jahrestagung der Gesellschaft für Angewandte Linguistik, GAL e. V. Tübingen: Gunter Narr Verlag 1987 (Forum angewandte Linguistik; Bd. 13), S. 93). Der Autor zweifelt weiter in seiner Einleitung die Aussagekraft der Sprachtests an, denn er bemängelt, die Qualität dieser in ihrer Eigenschaft, wichtige Entscheidungen mit ihnen zu treffen. Als Begründung dieser Bemängelung führt Harald Mispelkamp folgenden Punkt an: Die „Validierungsversuche für den Test als Gesamtheit mittels Übereinstimmungs-, Vorhersage- oder Konstruktvalidierung münden letzlich in eine zirkuläre Argumentation, da die Frage nach der Testgültigkeit auf die jeweiligen Gültigkeitskriterien verschoben wird, über deren Gültigkeit wiederum in der Regel nichts bekannt ist.“ (ebenda, S. 93)
2.2 Das Konzept der theoriegeleiteten
Sprachtestkonstruktion
Der Leitgedanke Harald Mispelkamps ist, dass die Über-, beziehungsweise Falschbewertung von Sprachtests nur durch eine „stringent Orientierung des Testkonstruktionsprozesses an sprachtheoretischen Konzepten vermieden werden kann“ (ebenda, S. 94).
Das Konzept dieser Tests besteht daraus, dass bestimmte Gehirnreaktionen miteinander zu verbinden sind, um zu den richtigen Lösungen der Aufgaben zu gelangen.
Um das Konzept zu erklären, muss vorher punktuell festgelegt sein, was es bedeutet, wenn die Aufgaben mit „leicht“ oder „schwer“ bewertet werden. Nur so lassen sich die Ergebnisse danach miteinander vergleichen und auf die „Basistheorie zurückziehen“ (ebenda, S. 94).
2.3 Explikation der Merkmaltheorie
Harald Mispelkamp schlägt in seinem Artikel eine abgeänderte Fassung der Theorie von Kintsch & van Dijk (1978) vor, die sich schon in anderen Sparten bewiesen hat und die auch als theoretische Basis für die Testkonstruktion dienen kann. Der Autor gibt im Folgenden ein Beispiel für einen Text und dessen Propositionen: „In New Brunswick (Kanada) entschied sich der Premierminister Leonhard Tilley für die Durchführung einer Kommunalwahl mit dem hauptsächlichen Ziel des Zusammenschlusses verschiedener Provinzen. 1 (IN, NEW BRUNSWICK, 3) 2 (IN, N. B., KANADA) 3 (SICH ENTSCHEIDEN FÜR, LEONHARD TILLEY, 5) 4 (IST, L. T., PREMIERMINISTER) 5 (DURCHFÜHREN, KOMMUNALWAHL) 6 (VON, THEMA, KOMMUNALWAHL) 7 (IST, THEMA, ZUSAMMENSCHLUSS) 8 (HAUPTSÄCHLICH, THEMA) 9 (VON, ZUSAMMENSCHLUSS, PROVINZ) 10 (VERSCHIEDENEN, PROVINZ)“ (ebenda, S. 94)
Mittels Kohärenzprinzipien werden diese Propositionen „zyklisch (Satz für Satz) im Arbeitsspeicher des Kurzzeitgedächtnisses miteinander verknüpft“ (ebenda, S. 95). Für das angeführte Beispiel würde also eine solche Struktur entstehen: „ 1---2 ---3---4 ---5---6---7---8 ---9---10“ (ebenda, S. 95)
Allerdings können zur Kohärenzbildung nicht alle Propositionen auf einmal im Arbeitsspeicher aufgenommen und verarbeitet werden, denn er besitzt keine unbegrenzte Kapazität.
Arbeit zitieren:
Viola Draude, 2000, Sprachtests: Sprachtheorie und Testkonstruktion, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Vergleich ausgewählter Sprachtests in bezug auf die Objektivität ihrer...
Hausarbeit (Hauptseminar), 28 Seiten
Ein therapeutischer Schreibversuch: Anna Seghers "Der Ausflug der...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
Marktversagen auf den Märkten für Gesundheitsgüter und Krankenversiche...
Seminararbeit, 26 Seiten
Adverse Selektion in der Krankenversicherung - Alternative Lösungsansä...
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Asymmetrische Informationsverteilung im Versicherungswesen
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Hausarbeit, 14 Seiten
Spracherwerb bei Migrantenkindern
Versuch der Darstellung des Le...
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Die PISA-Studie 2000: Verlauf, Ergebnisse, Reaktionen, Kritik und ihr...
Pädagogik - Pädagogische Soziologie
Hausarbeit, 21 Seiten
Mehr Bildung durch Leistungsdruck? Kritische Betrachtungen zur Einführ...
Seminararbeit, 20 Seiten
Die Sprechakttheorie nach Austin und Searle
Hausarbeit (Hauptseminar), 28 Seiten
Untersuchung des funktionsorientierten Ansatzes einer Translationstheo...
Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)
Seminararbeit, 20 Seiten
Interkulturelles Lernen im Fremdsprachenunterricht?
Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Viola Draude hat den Text Sprachtests: Sprachtheorie und Testkonstruktion veröffentlicht
Viola Draude hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare