Die Traditionskritik
mit der Analyse des Motivs „Engel“
an Lk 2, 1-20
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Traditionskritik
2.1 Was ist Traditionskritik?
2.2 Die Gliederung der Traditionskritik
2.3 Die Motivanalyse/Kernvorhaben
der Traditionskritik
2.3.1 Was ist ein Motiv/Geprägtes Gut ?
2.3.2 Die Arbeitsweise der Motivanalyse
2.3.3 Das Ergebnis der Motivanalyse
3. Die Traditionskritik angewandt auf
Lk 2, 1-20 (Die Geburt Jesu) mit intensiver Analyse des Motivs „Engel“
3.1 Die Zeit der Verfassung des Lukasevangeliums
3.2 Herausstellung des Motivs „Engel“
3.3 Die Bedeutung des Motivs „Engel“
3.4 Die Analyse des Motivs „Engel“ bei Lk 2, 1-20 in Verbindung mit
Lk 1, 5-25
4. Die Frage nach der Intention von Lk 2, 1-20
Literaturverzeichnis
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In meiner Hausarbeit „ Die Traditionskritik mit der Analyse des Motivs „ Engel“ an Lk 2, 1-20“ werde ich im ersten Teil die Traditionskritik ausführlich erklären, damit man einen Einblick in ihre Arbeitsweise bekommt.
Im zweiten Teil werde ich die Traditionskritik dann speziell auf die Textstelle Lk 2, 1-20 anwenden und dabei das Motiv „ Engel“ genauer untersuchen.
Im dritten Teil werde ich noch kurz auf die Frage der Intention zu sprechen kommen, wobei die Ergebnisse dieser Fragestellungen natürlich alle nur Vermutungen sein können, da nicht mehr genau nachzuvollziehen ist, was der Text aussagen sollte. Man kann sich nur in die Menschen der damaligen Zeit hineinversetzen und daraus Schlüsse ziehen, was für sie die Erscheinung des Engels bedeutete.
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Die Traditionskritik ist jene Methode der historisch-kri-tischen Exegese, die versucht, geprägtes Gut zu identi-fizieren und zu beschreiben ( vgl. Stenger, Werner: Biblische Methodenlehre. Düsseldorf: Patmos 1987. (Leitfaden Theologie 18), S. 73.). Mit geprägtem Gut sind die „ ererbten, tradierten und überlieferten Gegebenheiten“ (ebenda, S. 73.) gemeint. Solche Gegebenheiten können zum Beispiel Formeln, Schemata oder Motive sein. Die Methode soll außerdem helfen zwischen der früheren Geschichte und dem behandelnden Text und somit auch zwischen Autor und heutigem Leser zu vermitteln.
Die Traditionskritik kann „ auf jeden Text angewandt werden“ ( Berger, Klaus: Exegese des Neuen Testaments. Neue Wege vom Text zur Auslegung. 1. Aufl. Heidelberg: Quelle & Meyer 1977 ( Uni-Taschenbücher 658), S. 167.).
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Da man von geprägtem Gut erst sprechen kann, wenn die Inhalte des Textes auch in mehreren anderen literarischen Werken vorhanden sind (vgl. Berg, Horst-Klaus: Ein Wort wie Feuer. Wege lebendiger Bibelauslegung. 2. Aufl. München/Stuttgart: Kösel/Calwer 1991, S. 59.), muss die Masse an Informationen zunächst mit Hilfe der Traditionskritik gegliedert werden.
Als erstes sollte man sich des geistigen Verständnisses der damaligen Bevölkerung bewusst werden, um die „ ge-schichtlichen und religiösen Inhalte, die in den Text einge-gangen sind“ (Berg, Horst-Klaus: Ein Wort wie Feuer. Wege lebendiger Bibelauslegung. 2. Aufl. München/Stuttgart: Kösel/Calwer 1991, S. 59), zu verstehen.
Dann sollte erkundet werden, welcher Sprache sich der Autor bedient, was auch Rückschlüsse auf seine geistige Begebenheit zulässt.
Als nächstes sollte man sich dem Kernvorhaben der Tradi-tionskritik zuwenden: Das Aufspüren von allgemein ge-prägten Inhalten. Solche Inhalte können sein: • Geprägte Themen ( inhaltliche Abhandlungen, die immer wieder vorkommen) • Geprägte Vorstellungen
• Schemata ( „ relativ abstrakte Bildungen wie beispielsweise die Rede von den „ beiden Wegen“ , die häufig in der Weisheitsliteratur benutzt wird“ (ebenda, S. 60)) • Geprägte Bilder ( bildliche Ausdrücke, die immer wieder vorkommen) • Motive ( mustergültige Abhandlungen, „ die als Handlungsmotivation in verschiedenen Zusammenhängen wirksam werden können“ (ebenda, S.60)) Zuletzt sollte man den geschichtlichen Ort dieser gepräg-ten Inhalte erkunden. Also zum Beispiel, wer überhaupt die Gedanken zu diesen Inhalten hatte und woher dieser Jemand stammte. Warum kam er gerade zu diesen Schlüssen? Die Antworten auf diese Fragen können uns dem historischen Ursprungsort näher bringen.
Das Resultat der Traditionskritik sollte sein, dass wir die Intention des behandelten Textes besser verstehen.
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Motive ( lat.: antreibend, bewegend (Stenger, Werner: Biblische Methodenlehre. Düsseldorf: Patmos 1987. (Leit-faden Theologie 18), S. 74)) sind wichtige Teile des Textes, da man ohne sie seinen Sinn nicht verstehen würde. Motive sollen den Leser dazu anregen über den Text und seine Intention nachzudenken.
Anhand der Geschichte lässt sich feststellen, dass die Erst-leser den Text sehr wohl so verstanden haben, wie der Autor ihn vermitteln wollte (vgl. Söding, Thomas: Wege der Schriftauslegung. Methodenbuch zum Neuen Testament. Freiburg: Herder 1998, S. 178), was
Arbeit zitieren:
Viola Draude, 2001, Exegese: Die Traditionskritik mit der Analyse des Motivs Engel an Lk 2, 1-20, München, GRIN Verlag GmbH
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