Die Theorie des Schönen im Mittelalter
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1.1. DER KUNSTBEGRIFF DES MITTELALTERS 4
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8167 ( 5,))
2.1. ARTES LIBERALES UND ARTES MECHANICAE 5
2.2. DIE MITTELALTERLICHE KUNSTPHILOSOPHIE ALS WISSENSCHAFTSTHEORIE ODER
TECHNOLOGIE ? 5
2.3. DAS KUNSTWERK ALS MITTEL ZUM ZWECK - ZWECKBESTIMMUNG - LEHRHAFTIGKEIT. 6
'LH:LUNXQJHLQHVPLWWHODOWHUOLFKHQ.XQVWZHUNHV'HU XIVWLHJ XP8QVLFKWEDUHQ
2.4. RESUME: 7
',(6 g1 (,7'(5.8167,00,77(/ /7(5
3.1. SCHÖNHEIT: KEIN PRIMÄRER ZWECK EINES KUNSTWERKES. 7
3.2. RESUME: 8
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4.1. DIE OBJEKTIVITÄT DES SCHÖNEN 8
XQVWDOV1DWXUXQG1DWXUDOV.XQVW
5.1. KUNST UND PHILOSOPHIE. 10
'LH QVFKDXXQJDOVYROONRPPHQH(UNHQQWQLV
5.2. RESUME: 11
16 881 '(681,9(56 /(17 (25(7,6 (5 5 7(5'(5
8167
6.1. DIE BEARBEITUNG VON MATERIE. 12
6.2. DIE SCHÖNHEIT DER MATERIE. 12
6.3. DIE SCHÖNHEIT DES ABBILDES. 13
6.4. DAS MENSCHENBILD UND DIE ABSTRAKTEN DARSTELLUNGEN 13
6.5. DIE ARCHITEKTUR 14
6.6. DIE SCHÖNHEIT DES LICHTES 14
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1.1. KLASSIZISMUS UND ANTIKLASSIZISMUS 16
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2.1. DER KAROLINGISCHE KLASSIZISMUS .......................................................................... 18 ',($8))$6681*9206&+g1(1,1'(527721,6&+(1=(,781',1
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3.1. DER EINFLUSS DES PSEUDO DIONYSIUS ...................................................................... 19
4.1. DER EINFLUSS DES PSEUDO DIONYSIUS. ROMANISCHE BASILIKEN .............................. 20
5.1. CHARTRES, ST. VIKTOR UND CLAIRVAUX ALS MITTELPUNKTE DES ÄSTHETISCHEN
DENKENS ......................................................................................................................... 21
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5.2. RESUME:.................................................................................................................... 23
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In Anschluss an die Vorlesung .XQVWJHVFKLFKWHGHV0LWWHODOWHUV stellte sich für mich die Frage, warum erschienen manche Stile, Methoden, Dekorationen, ... den Menschen im Mittelalter als schön, als göttlich, als die beste Möglichkeit, und warum war die Gotik und später das Barock so andersartig gelagert.
Aus diesem persönlichen Interesse heraus habe ich mich entschieden, nicht eine Werkbeschreibung eines mittelalterlichen Kunstwerkes oder Bauwerkes zu schreiben, sondern mich mit dem theoretischen Thema der Theorie des Schönen, der Ästhetik auseinander zu setzten.
Ich habe mich in der folgenden Arbeit sehr stark and Rosario Assuntos Werk Ä'LH 7KHRULH GHV6FK|QHQLP0LWWHODOWHU³ angelehnt Da mir auf diesem, mir bis dato unbekannten Gebiet der Kunsttheorie die Sprachbewandtnis fehlt, habe ich mich nicht zu weit von Assuntos Grundlagen und Textfluss weggewagt. Im Laufe der Arbeit ist mir immer mehr bewusst geworden, auf welch schwieriges Thema ich mich eingelassen hatte. Eine Verquickung von Kunst, Religion und Philosophie, eine neue mir beinahe unbekannte Art zu denken, in einer
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großen Einheit. In gewissen Abschnitten hat mir Umberto Eco mit seinem Werk Ä.XQVWXQG 6FK|QKHLW LP 0LWWHODOWHU³ beim Verstehen geholfen, manche Sachverhalte und Gedankengänge bedürfen meinerseits noch stärkerer philosophischer und
religionsgeschichtlicher Fundierung.
Diese Arbeit ist somit als ein erster Versuch einer Annäherung an die Kunsttheorie zu verstehen, keinesfalls ein eigenständiges, auf fundiertem Wissen basierenden Werk, was im Umfang dieser Arbeit leider nicht möglich gewesen ist.
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Das Mittelalter kennt den Begriff bVWKHWLN noch nicht, da es auch die Kunst nicht als eine subjektive, menschliche Schöpfung sieht. Im Mittelalter sind die Theorie des Schönen, die Kunsttheorie und Theorie der sinnlichen Wahrnehmung noch streng voneinander getrennt.
Für uns ist heute die Philosophie des Schönen und die Philosophie der Kunst dasselbe. Das Schöne wird als ein subjektiver menschlicher Ausdruck verstanden. Als solcher ist er eine die menschlichen Werke, seien es Kunstwerke oder mit Kunstfertigkeit geschaffene Dinge, näher bestimmende Eigenschaft. Für den mittelalterlichen Menschen war die Schönheit eine objektive Eigenschaft des Seins an sich. Die Eigenschaft konnte der Mensch aufdecken aber nicht hervorbringen. Also konnten die vom Menschen geschaffenen Dinge nur an der Schönheit teilhaben, sie aber nie verkörpern. Was wir heute Kunstwerk nennen, war im Mittelalter ein zu nützlichen Zwecken geschaffenes Ding.
Als leicht verständliches Beispiel: „Während wir die Natur als schön beurteilen, wenn sie sich der Kunst nähert, galt im Mittelalter die Kunst als schön, wenn sie sich der Natur anglich.
'HU.XQVWEHJULIIGHV0LWWHODOWHUV
Die im Mittelalter geschaffenen Werke müssen natürlich immer unter den Bedingungen ihrer Entstehung gesehen werden. Dies erreichen wir, indem wir sie in ihrer eigenen geschichtlichen Wahrheit zu verstehen versuchen. Wir können sie zwar nur mit unseren
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eigenen Augen betrachten, aber mit der Kenntnis wie ihre Urheber und deren Zeitgenossen sie wohl sahen.
Das bedeutet nun für uns, dass wir den Kunstbegriff des Mittelalters wiederfinden müssen. Was bedeutete wohl Kunst im Denken der Menschen im Mittelalter?
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$UWHVOLEHUDOHVXQGDUWHVPHFKDQLFDH
Heute ist Kunst ein Terminus, der eine menschliche Tätigkeit beschreibt, die einen subjektiven sinnlichen Ausdruck schaffen will. Der mittelalterliche Terminus will etwas anders mit Kunst bezeichnen.
$UWHV (Künste) waren die DUWHV OLEHUDOHV (freien Künste) und die artes PHFKDQLFDH (die mechanischen Künste). $UV (Kunst) entspricht im ersten Fall unserem heutigen Terminus Wissenschaft. Keine der sieben freien Künste des Altertums und des Mittelalters entspricht unseren heutigen Vorstellungen von Kunst. Malerei, Bildhauerei, Weberei, ... alles das galt einfach als Technik (DUWHVPHFKDQLFDH). Man rechnete sie einfach zu den Tätigkeiten die der Mensch ausführt um seine materiellen Bedürfnisse zu befriedigen.
Die DUWHVOLEHUDOHV kann man als geistige Tätigkeiten bezeichnen, gipfelnd in der Theologie.
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Weil Malerei und Plastik im Mittelalter zu den mechanischen Künsten gezählt wurden, bildete ihre theoretische Erörterung einen Teil der Technologie.
Die Architektur nahm in dieser Zweiteilung eine Sonderstellung ein, da sie sich von der DUWHV PHFKDQLFDH unterscheide, indem sie sich auf Wissenschaft gründe. Architektur als angewandte Wissenschaft (DUWHV OLEHUDOHV) die wie die DUWHV PHFKDQLFDH auf materielle Bedürfnisse der Menschen eingehe. Malerei und Bildhauerei standen im Dienste der Architektur und dienten dem Architekten dazu, die Anmut des Gebäudes zu verbessern. Dieser überzweckmäßige Aspekt der Malerei und Bildhauerei verbindet sie nun mit dem Werk des Architekten. Hier können wir schon einen ersten Übergang von der Technologie zur Ästhetik in der mittelalterlichen Kunstauffassung finden.
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Die Eigenart eines mittelalterlichen Kunstwerkes bestand also, wie schon gesagt darin, dass
sich Technik und Metaphysik darin verschränken, weiters beinhaltete es einen DOOHJRULVFKHQ 6LQQ und sollte OHKUKDIW sein. So war eben die werbende Wirksamkeit die Aufgabe für die das Kunstwerk bestimmt war.
Diese Einbeziehung weltlicher Ziele, die je nach der Gebrauchsbestimmung des Kunstwerkes moralischer, politischer oder erotischer Art sein konnten, in die Kategorie des Ästhetischen ist für uns schwer nachzuvollziehen. Für den mittelalterlichen Menschen war das Kunstwerk ein Gegenstand, dessen Aufgabe es war nützlich zu sein, bestimmte Wirkungen hervorzurufen, zu belehren, zu orientieren, zu bewegen.
Die Form entsprach einer gewissen Zielsetzung, bedeutete gewisse Ideen und übte eine gewisse Wirkung auf das Gemüt dessen aus, der ihm begegnete. Ein Gegenstand, der allen diesen Ansprüchen gerecht wurde, entsprach dem, was wir ein Kunstwerk nennen. Wenn wir also ein mittelalterliches Werk in seiner Gesamtheit verstehen wollen, dann dürfen wir auch die inhaltliche Seite dieser Werke nicht, wie es so oft geschieht, abstrahieren. Ein
mittelalterliches Bild ist eine 0HWDSKHU einer bestimmten Bedeutung. Diese Metapher ist aber keine Hülle von der wir das Kunstwerk befreien dürfen, es ist die Voraussetzung die es erst denkbar macht.
Ein Kunstwerk wurde somit immer für einen bestimmten Zweck geschaffen 'LH :LUNXQJ HLQHV PLWWHODOWHUOLFKHQ .XQVWZHUNHV 'HU $XIVWLHJ ]XP 8QVLFKWEDUHQ
Diese Kunst der Einheit führt dem Menschen, nach Dante, das Absolute, die unsichtbare Wirklichkeit vor Augen, auf der das Sichtbare ruht. Das Kunstwerk wird als eine Art Zwischenwelt gesehen.
Abt Suger berichtet zum Beispiel über den von ihm unternommenen Neubau der Kathedrale von St. Denis und versichert: „Er habe sich gefühlt wie in einer Region, die nicht völlig in dem Morast der Erde versunken aber auch noch nicht völlig zur Reinheit des Himmels erhoben war. Sie war so beschaffen, dass sie es ihm erlaubte, sich von jener niederen zu der anderen, höheren Welt zu erheben.“
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Arbeit zitieren:
Martina Traxler, 2000, Theorie des Schönen im Mittelalter, München, GRIN Verlag GmbH
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