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Übergänge gestalten - Jugendliche mit besonderem Förderbedarf in Arbeit - Herausforderungen an die Jugendberufshilfe in der Postmoderne

Diplomarbeit, 2006, 89 Seiten
Autor: Kay Ullrich
Fach: Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Details

Kategorie: Diplomarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 89
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 81  Einträge
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V59945
ISBN (E-Book): 978-3-638-53742-1
ISBN (Buch): 978-3-638-70955-2
Dateigröße: 736 KB

Zusammenfassung / Abstract

Seit den 1970er Jahren sind, als Folge von wechselnden demographischen Entwicklungen, konjunkturellen Schwankungen sowie der ansteigenden Automatisierung und Flexibilisierung von Arbeit, zunehmend Schwierigkeiten, Jugendlicher, beim Eintritt in die Erwerbsarbeit zu beobachten. Im Ringen um die Teilhabe an dem kostbar gewordenen Gut der Erwerbsarbeit steigen die Qualifikationsansprüche an die Bewerber. Von dieser Entwicklung ist die Gruppe der Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf außerordentlich betroffen. Aufgrund verschiedenster individueller aber auch gesellschaftlicher Determinanten, rücken sie in der Warteschlange vor den Toren der Erwerbsarbeit immer weiter nach hinten. Die vorliegende Arbeit betrachtet die Situation der Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf an der sogenannten ersten Schwelle. Wie kann für möglichst viele der Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf eine Teilhabe am ersten Arbeitsmarkt erreicht werden und was geschieht mit denen, die kurz oder auch langfristig nicht in diesen Markt integriert werden können? Zunächst bemüht sich die vorliegende Arbeit um die Klärung des Benachteiligtenbegriffs innerhalb der Jugendberufshilfe. Im Anschluss erfolgt die Betrachtung der Thematik der Berufsvorbereitung während der Schulzeit. Weiterhin werden die Entwicklungsaufgaben für das Jugendalter betrachtet. Diese Sichtweise wird im Folgenden um die gesellschaftliche Perspektive erweitert. Die leitende Fragestellung ist die, nach dem Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Wandlungsprozessen in der Postmoderne und den sich hieraus ergebenden Konsequenzen für die Zielgruppe dieser Arbeit. Nicht zuletzt werden Aspekte der Jugendarbeitslosigkeit thematisiert. Nach einer Betrachtung der strukturellen Bedingungen des Arbeitsmarktes, rückt das System der Jugendberufshilfe in den Blickpunkt. Ziel ist es hier, einen Einblick in die derzeitigen Förderstrukturen zu geben. Letztendlich stellt sich die Frage nach der Position der Sozialen Arbeit im Handlungsfeld der Jugendberufshilfe. Das Konzept der Lebensweltorientierung wird in seinen Ansätzen vorgestellt und seine Relevanz für die Praxis diskutiert. Ein Exkurs greift das Thema der Netzwerkarbeit auf. Abschließend werden die Themen „Lebensbewältigung als zusätzlicher Inhalt der Jugendberufshilfe“, „Möglichkeiten alternativer Beschäftigung“ und die „Duale Ausbildung“ als Herausforderungen für die Jugendberufshilfe in der Postmoderne dargestellt.


Textauszug (computergeneriert)

Katholische Fachhochschule Aachen

Übergänge gestalten - Jugendliche mit besonderem Förderbedarf in Arbeit - Herausforderungen an die Jugendberufshilfe in der Postmoderne

Kay Ullrich

 

Inhaltsverzeichnis


1 Einleitung ... 2

2 Begriffsbestimmung ... 5

2.1 Der Benachteiligtenbegriff ... 5
2.2 Der Begriff der Behinderung ... 7
2.3 Benachteiligte Jugendliche oder Jugendliche mit besonderem Förderbedarf? ... 8
2.4 Zielgruppe ... 9

3 Schule als berufsvorbereitende Instanz? ... 10

3.1 Das Konzept der Ganztagsschule ... 11
3.2 Zum Verhältnis von Schul- und Beschäftigungssystem ... 13

4 Entwicklungsaufgaben in der Jugend ... 15

5 Postmoderne und der Begriff der Arbeit ... 18

5.1 Postmoderne – Versuch einer Konkretisierung ... 18
5.1.1 Zeichen der Zeit ... 20
5.1.2 Individualisierung und Pluralisierung ... 21
5.1.3 Auswirkungen von Individualisierung und Pluralisierung für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf ... 23
5.2 Der Begriff der Arbeit ... 24
5.2.1 Bedeutung von Erwerbsarbeit ... 26
5.2.2 Erwerbsarbeit im Wandel und die Folgen für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf ... 28
5.3 Erwerbsarbeit aus der Sicht von Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf ... 32
5.3.1 Arbeitsorientierung und Arbeitserfahrung ... 34
5.4 Belastende Erwerbssituationen und mögliche Bewältigungsstrategien ... 36
5.5 Jugendarbeitslosigkeit ... 38
5.5.1 Folgen von Erwerbslosigkeit für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf ... 39
5.5.2 Kreislauf der Jugendarbeitslosigkeit ... 41

6 Das System der Jugendberufshilfe ... 43

6.1 Trägerstrukturen innerhalb der Jugendberufshilfe ... 43
6.2 Jugendberufshilfe – Versuch einer Konkretisierung ... 44
6.3 Förderstrukturen der Bundesagentur für Arbeit ... 45
6.4 Orientierung: Berufsausbildungsvorbereitende Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit seit 1996 ... 46
6.5 Weiterentwicklung zum neuen Fachkonzept für berufsvorbereitende Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit ... 49
6.5.1 Berufsausbildungsvorbereitung in der Neuen Förderstruktur ... 49
6.5.2 Wesentliche Änderungen im neuen Fachkonzept ... 52

7 Konzept der Lebensweltorientierung innerhalb der Jugendberufshilfe ... 56

7.1 Dimensionen von lebensweltorientierter Arbeit ... 56
7.2 Handlungsmaximen eines lebensweltorientierten Konzepts in der Jugendberufshilfe ... 58
7.3 Arbeitsorientierung versus Lebensweltorientierung ... 61

8 Exkurs: Netzwerkarbeit ... 63

9 Schlussfolgerungen ... 69

9.1 Ohne Ausbildung und Vollzeitbeschäftigung. Lebensbewältigung als Inhalt der Jugendberufshilfe ... 69
9.2 Jugendliche mit besonderem Förderbedarf in Arbeit. Möglichkeiten alternativer Beschäftigungsformen ... 70
9.3 Duale Ausbildung für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf ... 72

10 Schlusswort ... 75

11 Literaturverzeichnis ... 77

 

 

1 Einleitung

Sie ist lang, die Schlange vor den Toren des Arbeitsmarktes und hinein kommen nur diejenigen, die am Anfang stehen. Doch was entscheidet über den Rang in der Schlange und haben diejenigen im letzten Drittel noch eine Chance auf Einlass?
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit diesen Fragen für die Gruppe der Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf. Von Interesse ist der Wechsel von der Schule in das Erwerbsleben. Ob dieser Übergang erfolgreich verläuft, ist von zahlreichen Faktoren abhängig. Insbesondere Jugendliche mit besonderem Förderbedarf sind hier von langen Wartezeiten betroffen, bis sie eine Chance auf eine Ausbildung erhalten. Vielen gelingt dieser Schritt jedoch nicht und wer keine abgeschlossene Berufsausbildung hat, ist erfahrungsgemäß besonders häufig erwerbslos. Das System der Jugendberufshilfe gerät angesichts des angespannten Ausbildungs- und Arbeitsmarktes heute zunehmend unter Druck. Es gilt Angebote zu schaffen, die Arbeitsmarktkapazitäten erschließen und mit den Arbeitspotenzialen der Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf zusammenführen.

Motivation für diese Arbeit
In der berufsvorbereitenden Arbeit mit Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf stellte sich mir immer wieder die Frage nach den Perspektiven, die diese jungen Menschen - bezüglich ihrer Integration in Erwerbsarbeit - haben. Für die meisten Jugendlichen, mit denen ich im Rahmen von Berufsanfängerseminaren in Kontakt gekommen bin, stand nach dem Ende der Schulzeit eine weitere Förderung in den Maßnahmen der Jugendberufshilfe an. Der Blick in diese Zukunft war bei Vielen skeptisch bis misstrauisch. Berichte aus den Maßnahmen zeichneten ebenfalls ein eher negatives Bild. Grund genug, das Handlungsfeld der Jugendberufshilfe und die Bedingungen des Arbeitsmarkts, im Rahmen einer Diplomarbeit, näher zu betrachten.

Problemaufriss
Seit den 1970er Jahren sind, als Folge von wechselnden demographischen Entwicklungen, konjunkturellen Schwankungen sowie der ansteigenden Automatisierung und Flexibilisierung von Arbeit, zunehmend Schwierigkeiten, Jugendlicher beim Eintritt in die Erwerbsarbeit, zu beobachten. Im Ringen um die Teilhabe an dem kostbar gewordenen Gut der Erwerbsarbeit steigen die Qualifikationsansprüche an die Bewerber. Von dieser Entwicklung ist die Zielgruppe der vorliegenden Arbeit besonders betroffen. Aufgrund verschiedenster Voraussetzungen rücken sie in der Warteschlange vor den Toren der Erwerbsarbeit immer weiter nach hinten.

Fragestellungen und Zielsetzungen
Da zweifelsohne nicht genug Arbeit für alle zu Verfügung steht, besteht Handlungsbedarf. Wie kann für möglichst viele der Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf eine Teilhabe am ersten Arbeitsmarkt erreicht werden und was geschieht mit denen, die kurz oder auch langfristig nicht integriert werden können?
Das Kapitel (2) bemüht sich zunächst um die Abgrenzung der zugrunde liegenden Begrifflichkeiten für diese Arbeit. Hierbei ist die Frage nach der Brauchbarkeit des Benachteiligtenbegriffs innerhalb der Jugendberufshilfe von Interesse. Im Anschluss widmet sich das Kapitel (3) der Thematik der Berufsvorbereitung während der Schulzeit und geht der Frage nach, in wie weit Schule die Funktion der Berufsvorbereitung übernimmt und an welchen Vorgaben sie sich hierbei orientiert? In Kapitel (4) werden die Entwicklungsaufgaben für das Jugendalter betrachtet. Ziel ist es, wesentliche Entwicklungsaufgaben zu identifizieren und in den Zusammenhang mit der Notwendigkeit der beruflichen Integration Jugendlicher zu bringen. Die vorgestellten Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie stellen somit eine erste Argumentationsbasis für die Forderung nach der beruflichen Integration Jugendlicher mit besonderem Förderbedarf dar. Das Kapitel (5) verfolgt die Absicht, diese Sichtweise um die gesellschaftliche Perspektive zu erweitern. Die leitende Fragestellung ist die, nach dem Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Wandlungsprozessen in der Postmoderne und den sich hieraus ergebenden Konsequenzen für die Zielgruppe dieser Arbeit. Um dies zu ermöglichen, erfolgt zunächst der Versuch, den Begriff der Postmoderne zu bestimmen. Gleichzeitig werden wesentliche Kennzeichen postmoderner Gesellschaften vorgestellt.
Obwohl gesellschaftlicher Wandel und der Wandel der Erwerbsarbeit unmittelbar in Zusammenhang stehen, beanspruchen beide Phänomene ein eigenes Unterkapitel. Dies geschieht primär aus Gründen der Übersichtlichkeit und zur Verdeutlichung einzelner Gesichtspunkte. Nicht zuletzt greift das Kapitel 5 Aspekte der Jugendarbeitslosigkeit auf. Nach einer ausführlichen Betrachtung der strukturellen Bedingungen des Arbeitsmarktes geht es in Kapitel (6) um das System der Jugendberufshilfe. Ziel ist es hier, einen Einblick in die derzeitigen Förderstrukturen zu geben. Dies vollzieht sich am Beispiel der berufsausbildungsvorbereitenden Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit. Änderungen und gegenwärtige Förderstrategien werden vorgestellt und im Hinblick auf ihre Praxistauglichkeit überprüft. Dies geschieht, um auf gegenwärtige Schwierigkeiten der vorgestellten Förderstruktur aufmerksam zu machen. Letztendlich stellt sich die Frage nach der Position der Sozialen Arbeit im Handlungsfeld der Jugendberufshilfe. Auch diese Frage kann nur punktuell behandelt werden. Es ist die Absicht des Kapitels (7), das Konzept der Lebensweltorientierung in seinen Ansätzen vorzustellen und seine Brauchbarkeit für die Praxis der Jugendberufshilfe zu diskutieren. Ein Exkurs in Kapitel (8) greift das Thema der Netzwerkarbeit auf. Zweck dieses Abstechers ist es, auf die Notwendigkeit der Kooperation, im Handlungsfeld der Jugendberufshilfe, aufmerksam zu machen. Auf der Grundlage der vorausgegangenen Kapitel fasst das Kapitel (9) die Herausforderungen für die Jugendberufshilfe in der Postmoderne zusammen.

In Bezug auf den Lesefluss wird in der vorliegenden Arbeit die maskuline Ausdrucksform verwendet. Aus Gründen der politischen Korrektheit möchte ich jedoch betonen, dass die an und für sich männlichen Formen für beide Geschlechter Bedeutung haben.


2 Begriffsbestimmung

 

[...]



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