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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Regenwald und seine Bewohner - ein Überblick
3. Die indigene Bevölkerung am Beispiel der Kaiapo
3.1. Der Lebenszyklus
3.2. Der Kampf für ihre eigenen Rechte
4. Die indigene Bevölkerung in der Weltöffentlichkeit
4.1. Serviço de Proteção aos Indios (SPI)
4.2. Fundação Nacional do Indio (FUNAI)
5. Schlussbetrachtung
6. Literaturliste
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1. Einleitung
Im Rahmen des Proseminars „Brasilien - Blickpunkt Amazonien Spannungsfelder zwischen Kultur und Ökologie“ habe ich mich mit dem Thema „Kulturelle Besonderheiten Amazoniens im Vergleich mit anderen Regionen Brasiliens“ beschäftigt.
In der Hausarbeit gehe ich im ersten Kapitel auf den Regenwald in Amazonien ein, da diese besondere Region, die in ihr lebenden Menschen seit jeher stark beeinflusst hat. Während des Seminars kam immer wieder die Frage auf, ob es Gemeinsamkeiten unter den verschiedenen Ethnien gäbe oder alle von Grund auf unterschiedlich sind. Deshalb schließt der erste Absatz mit einer allgemeinen Beschreibung der Indigenen. Dies ist ein Versuch die eigentlich heterogene Kulturlandschaft auf einen Nenner zu bringen. Meine Quelle war dabei das Buch „Naturvölker heute“, das von mehreren Ethnologen sowie Wissenschaftlern anderer Richtungen verfasst und herausgegeben wurde.
Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit einer Ethnie. Die Kaiapo 1 , in der wissenschaftlichen Welt wurde viel zu ihren Übergangsriten veröffentlicht, sie sind aber auch für ihren Kampf um ihre eigenen Rechte bekannt. Hierbei beziehe ich mich auf Quellen von Gustaaf Verswijver, der in der Zeit von 1974-1982 insgesamt 36 Monate Feldforschung im Gebiet der Kaiapo betrieb (Verswijver, 1995: 14).
Das dritte und abschließende Kapitel handelt von den Problemen, die aus dem Miteinader verschiedener Kulturen entstehen. Im Vordergrund stehen die Überlebensmöglichkeiten der Indigenen im Amazonasgebiet und die Entwicklung nach ihrer Berührung mit der westlichen Welt. Zwei Unterabsätze handeln davon welche Politik die beiden staatlichen Organisationen SPI (Serviço de Proteção aos Indios) und FUNAI (Fundação Nacional do Indio) durchführen: Isolierte Stämme, ein gleichberechtigtes Nebeneinander verschiedener Kulturen oder die Eingliederung der Indigenen in die brasilianische Gesellschaft?
1 Die Schreibweise der Kaiapo variiert: Cayapo, Kaiapó. Sie selber nennen sich Mebengokré.
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Durch diesen Aufbau werde ich über eine Begründung für die Entstehung der Besonderheiten Amazoniens zu den Einwohnern des Amazonas am Beispiel eines Stammes kommen. Das abschließende Kapitel handelt von den Problemen die aus dem Miteinander verschiedener Kulturen resultieren.
Auf Grund des vorgegebenen Umfanges der Hausarbeit lasse ich 2 Aspekte aus: Die Besonderheiten in den Städten Amazoniens im Vergleich zu anderen Städten Brasilien sowie den Kampf verschiedener NGOs für die Rechte der Indigenen im Vergleich zur Arbeit der beiden staatlichen Organisationen.
Neben den oben genannten Quellen von Gustaaf Verswijver und dem Bildband „Naturvölker heute“ bezieht sich die Hausarbeit zum größten Teil auf das Buch „Amazonas Indianer“, das wegen einer Ausstellung im Linden Museum Stuttgart entstanden ist. Neben dem Artikel über die Kaiapo hat mir dieses Buch bei der Beschreibung des Regenwaldes sowie des Absatzes „Die indigene Bevölkerung in der Weltöffentlichkeit“ geholfen. Weitere Quellen für diesen dritten Absatz sind die Bücher „Brasilien heute“ und „Indianer am Amazonas“. Im Hinblick auf den letzten Absatz („Die indigene Bevölkerung in der Weltöffentlichkeit“) wiedersprechen sich die Bücher teilweise, so stellen die Autoren in den Büchern „Brasilien heute“ und „Indianer am Amazonas“ die Arbeit der FUNAI eher negativ dar (Schelsky, 1994: 135-138 und Garve, 1995: 5-7). Im Gegensatz hierzu werden im Buch „Amazonas Indianer“ die positiven Ergebnisse präsentiert (Rummenhöller, 2002: 261-264).
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2. Der Regenwald und seine Bewohner - ein Überblick
Heute erstreckt sich der Amazonas, das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet der Welt, über eine Fläche von rund 5,8 Mio. km², das entspricht einem Fünftel des südamerikanischen Kontinents. Der Amazonas, dessen Wasserpegel an einigen Stellen Schwankungen von über 10 Metern unterliegen kann, besitzt rund 1100 größere und mehr als 100 000 kleinere Nebenflüsse.
Auf Grund der Lage auf dem Äquator ist das Klima tropisch. Ausgiebige Niederschläge ( je nach Region liegt der Durchschnittswert der Niederschläge zwischen 2000 und 4000 mm pro Jahr ) meist in Form von Gewittern, fallen das ganze Jahr über. Im Gegensatz zu den gemäßigten Breiten gibt es in Amazonien kaum Unterschiede zwischen den einzelnen Jahreszeiten. Dies schlägt sich in den Temperaturschwankungen nieder. Sie betragen weniger als 5° Celsius auf das ganze Jahr bezogen. Auf Tag und Nacht bezogen gibt es allerdings Temperaturschwankungen von bis zu 10° Celsius. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 26,5° Celsius.
Seit Millonen von Jahren hat sich eine hochgradig spezialisierte Flora und Fauna entwickelt, die auch durch das hohe Aufkommen an Süßwasser begünstigt wird (Berger, 2002: 16-17). Trotz der Nährstoffarmut der Böden ist die Vegetation reichhaltig. Rechnet man die Tiere und Insekten hinzu, übersteigt die Anzahl der unterschiedlichen Arten schnell die Millionengrenze. Der größte Teil der Fläche ist vom immergrünen, tropischen Regenwald des Tieflandes bedeckt. Dieser ist mehrschichtig aufgebaut. Die oberste Baumschicht erreicht eine Höhe von 50-60m, die mittlere liegt bei 20-30m und die untere bei 10 Metern. Bei den unteren Baumkronen kommt Sonnenlicht nur noch verstreut an. Das komplexe Blattwerk wirkt temperaturregulierend und hat durch seine Größe eine globale Bedeutung. Neben den Bäumen ist das Amazonastiefland durch Lianen, Epiphyten¹ und Hemiepiphyten 2 gezeichnet. Außer dem immergrünen, tropischen Regenwald des Tieflandes existieren verschiedene Formen des Gebirgsregenwaldes (Berger, 2002: 16-24).
1 Epiphyten befinden sich im Kronenbereich der Bäume. Man zählt zu ihnen unter anderem Moose, Flechten,
Bromelien, Orchideen sowie Nestfarne (Berger; 2002: 22).
² Hemiepiphyten, zu denen viele Ficus-Arten zählen, beginnen ihre Entwicklung als Aufsitzerplanzen. Sobald
ihre Wurzeln den Boden erreichen, werden sie zu selbstständigen Pflanzen (Berger; 2002: 22).
Arbeit zitieren:
Anja Nikodem, 2005, Kulturelle Besonderheiten Amazoniens im Vergleich mit anderen Regionen Brasiliens, München, GRIN Verlag GmbH
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