2
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinition
3. Erscheinungsformen von Rechenschwächen
3.1. Akalkulie
3.2. Dyskalkulie
3.3. Sachrechenschwäche
3.4. Geometrieschwäche
4. Ursachen
4.1. Verzögerter Operationserwerb
4.2. Begabungsdefizite
4.3. Wahrnehmungsstörungen
4.4. Speicherschwierigkeiten
4.5. Graphomotorische Störungen
4.6. Konzentrationsstörungen
4.7. Textkodierungsschwäche
4.8. Falsche Lernstrategien
4.9. Unterrichtsfehler
5. Diagnostik
5.1. In der 1. Klasse
5.2. Ab der 2. Klasse
6. Therapie/ Fördermaßnahmen
7. Abschluss
8. Literaturverzeichnis
3
1. Einleitung
Rechenschwächen, als eine besondere Form von Teilleistungsstörungen kommen weitaus häufiger vor, als man gemeinhin vermutet. Nach LORENZ (1993, S. 15) sind ungefähr 6% aller Grundschüler davon betroffen, doch im Gegensatz zu Kindern mit Legasthenie oder Leserechtschreibschwäche werden Kinder mit Rechenschwächen eher vernachlässigt. Die Sensibilität für dieses Problem wird erst in letzter Zeit verstärkt geweckt. Im Folgenden möchte ich nun näher auf die Schwierigkeiten, die Kinder mit einer Rechenschwäche bzw. Dyskalkulie entwickeln, eingehen. Weiterhin werden mögliche Interventionsmaßnahmen vorgestellt und auch Ursachen und Erscheinungsformen dieser speziellen Teilleistungsstörung.
2. Begriffsdefinition
Die Rechenschwäche auch als Rechenstörung bekannt, wird als eine Teilleistungsschwäche im mathematischen Bereich verstanden, die sich dadurch auszeichnet, das ein fehlendes mathematisches Begriffsvermögen und ein mangelndes Verständnis für Zahloperationen auftritt. Diese beinhaltet auch eine Vorstellungsschwäche in Bezug auf Zahlen, die durch fehlende Erfahrung mit der Erfassung von Zahlenmengen bedingt wird. Auffallend oft fehlt einem rechenschwachen Kind bereits die Mengenvorstellung im Zahlenraum bis 10. Dieses steht im Gegensatz zu den oftmals durchschnittlichen bis überdurchschnittlichen Leistungen der betroffenen Kindern in anderen Fächern, weshalb man auch von einer isolierten Teilleistungsschwäche spricht. Treten zusätzliche Schwierigkeiten in anderen Fächern auf, insbesondere im Bereich der Sprache und Schriftsprache, spricht man von einer allgemeinen Leistungsschwäche. Die Arithmasthenie ein anderes älteres Wort für Rechenschwäche, setzt sich aus dem Griechischem Wörtern arithmós, was soviel wie Zahl oder Menge bedeutet und asthénema zusammen, das Schwäche bzw. Körperschwäche und Armut bedeutet. Die Rechenschwäche kann in dem Zusammenhang also auch als Zählschwäche verstanden werden.
4
Die Dyskalkulie, als eine besondere Form der Rechenschwäche, enthält die Vorsilbe dys, die aus dem Griechischem kommt und soviel wie schwer und schwierig bedeutet und kalkulie, was sich auf „calculus“ aus dem Lateinischen bezieht und soviel wie Steinchen, Spielsteinchen, Rechensteinchen bedeutet.
Das heißt Dyskalkulie: man tut sich schwer mit Rechensteinchen. Das rechenschwache Kind hat also Mühe, eine Rechenoperation durchzuführen. Dieses beinhaltet nicht nur die vollständige Rechenhandlung mit konkretem Material, sondern es muss auch der Rechenweg im Kopf vollzogen werden.
Laut dem ICD-10, dem international gültigen Diagnoseschlüssel für psychische Auffälligkeiten wird die Rechenstörung / Rechenschwäche wie folgt definiert: „F 81.2: Rechenstörung: Diese Störung besteht in einer umschriebenen Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Defizit betrifft vor allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten, wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, weniger die höheren mathematischen Fertigkeiten, die für Algebra, Trigonometrie, Geometrie und Differential- sowie Integralrechnung benötigt werden“ (ICD-10, 265) Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass allen Definitionen die gemeinsame Annahme zu Grunde liegt, dass mathematische Basisfähigkeiten ungenügend ausgebildet sind und so das rechenschwache Kind große Schwierigkeiten hat, mit Mengen und Zahlen zu operieren. Eine weitere Übereinstimmung ergibt sich bei der Aussage, dass nicht davon ausgegangen werden kann, dass bei einem rechenschwachen Kind eine allgemeine Intelligenzminderung vorliegt.
5
3. Erscheinungsformen
Die Rechenschwäche bzw. Rechenstörung kann sich in vier unterschiedlichen Formen äußern, die ich im Folgenden vorstellen will.
3.1. Akalkulie
Die wohl schwerwiegendste und grundlegendste Form ist die Akalkulie, aus dem Griechischem stammend übersetzt mit Zählschwäche. Sie besteht darin, dass das Kind mit der Mächtigkeitsbestimmung von Mengen und mit der Zuordnung von Zahlen zu Mengen außerordentliche Schwierigkeiten hat.
3.2. Dyskalkulie
Von der Akalkulie zu unterscheiden ist die Dyskalkulie. In diese Kategorie fallen alle Schwierigkeiten bei der Aneignung und Ausführung der arithmetischen Grundoperationen. Hierzu gehören sowohl Schwierigkeiten bei der Verinnerlichung der Operationen, als auch typische Fehlleistungen des Grundrechnens. Beispiele für solche Fehlleistungen sind Ziffernverwechselungen, Irrtum um 1 bei der Zehnerüberschreitung oder Stellenwertprobleme beim Zahlenlesen. Mögliche Fehler sind noch einmal konkret in der unten stehenden Tabelle aufgelistet, in der Aufgaben dargestellt sind, die von Kindern mit Rechenschwächen gelöst wurden und auch die mögliche Fehlleistung ist beschrieben.
Arbeit zitieren:
Franziska Schmähl, 2001, Rechenschwäche bei Grundschulkindern, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Dyskalkulie - Diagnose und Förderung im Grundschulalter
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 100 Seiten
Dyskalkulie - Eine Entwicklungsstörung des Kindes- und Jugendalters
Psychologie - Entwicklungspsychologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 28 Seiten
Potenzen und Grenzen fremdsprachlichen Lernens in der Grundschule - da...
Romanistik - Didaktik allgemein
Hausarbeit (Hauptseminar), 26 Seiten
Lernstrategien - Überblick und Umfrage zum Thema "Lernen in der G...
Psychologie - Lernpsychologie, Intelligenzforschung
Hausarbeit, 27 Seiten
Rechenschwäche in der Grundschule - Symptome, Ursachen und Fördermögli...
Seminararbeit, 22 Seiten
Kreatives Schreiben in einer 1. Klasse: Die Lerngruppe soll anhand der...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 9 Seiten
Vergleich der Fassungen des Märchens Rotkäppchen: Gebrüder Grimm / Cha...
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
Die Bedeutung des Themas 'Zeit' im Grundschulunterricht
Seminararbeit, 14 Seiten
Mädchengangs in Deutschland und den USA
Ein Vergleich
Soziologie - Recht, Kriminalität abw. Verhalten
Seminararbeit, 28 Seiten
Programmmusik - Ein Gewitter musikalisch darstellen (Unterrichtsplanun...
Unterrichtsentwurf, 19 Seiten
Konzeptionen des Fremdsprachenunterrichts in der Grundschule
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 22 Seiten
Schulpraktikum an einer Kooperativen Gesamtschule in Hessen
Praktikumsbericht / -arbeit, 25 Seiten
Handlungsorientierter Unterricht
Theoretische Grundlagen und pr...
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Hausarbeit (Hauptseminar), 12 Seiten
Praktikumsbericht über das fachdidaktische Blockpraktikum Mathematik -...
Praktikumsbericht / -arbeit, 21 Seiten
Franziska Schmähl hat den Text Rechenschwäche bei Grundschulkindern veröffentlicht
Franziska Schmähl hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare