Inhaltsverzeichnis Seite I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis........................................................................................................ I
Abk ürzungsverzeichnis. II
1. Einleitung. 1
1.1. Ziel und Abgrenzung der Arbeit. 1
1.2. Aufbau der Arbeit 1
2. Die ökonomische Situation vor den Ölpreisschocks. 1
3. Die Energiequellen 2
4. Der erste Ölpreisschock (1973/1974) 2
4.1. Die Entstehung 2
4.1.1. Abhängigkeit der Industrienationen vom arabischen Öl. 2
4.1.2. Der Nahostkonflikt. 3
4.1.3. Der ökonomische Hintergrund 4
4.2. Die Folgen. 5
4.3. Die Maßnahmen 6
4.3.1. Bekämpfung der Rezession 7
4.3.2. Sicherstellung der Energieversorgung 7
5. Der zweite Ölpreisschock (1978/1979) 8
5.1. Entstehung. 8
5.1.1. Der Umsturz im Iran 8
5.1.2. Machtstellung der Ölkonzerne und des OPEC-Kartells. 9
5.2. Die Folgen. 10
5.3. Die Maßnahmen 11
5.3.1. Bekämpfung der Rezession 11
5.3.2. Sicherstellung der Energieversorgung 11
6. Wirkungen der Ölpreisschocks und der angewendeten Maßnahmen. 12
6.1. Das Verbraucherverhalten. 12
6.2. Die Energieträgerzusammensetzung 13
6.3. Der Bewusstseinswandel. 14
7. Fazit 15
Anhang
Literaturverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis Seite II
Abkürzungsverzeichnis
BRD Bundesrepublik Deutschland
BSP Bruttosozialprodukt
Ca. circa
DM Deutsche Mark
OAPEC Organization of Arab Petroleum Exporting Countries
OPEC Organization of Petroleum Exporting Countries
USA United States of America
Die Ölpreisschocks der siebziger Jahre Seite 1
1. Einleitung
1.1. Ziel und Abgrenzung der Arbeit
In dieser Ausarbeitung sollen die Ölpreisschocks von 1973/74 und 1978/79 in der Bundesrepublik Deutschland untersucht und deren Wirkungen aufgezeigt werden. Der Fokus wird dabei auf die strukturellen Veränderungen im Energiesektor, insbesondere auf Spar- und Substitutionseffekte hinsichtlich Erdöl gelegt.
1.2. Aufbau der Arbeit
Die Hausarbeit besteht aus sieben Kapiteln. Nachdem in der Einleitung Ziel, Abgrenzung und Aufbau beschrieben werden, schließen sich Kapitel zwei und drei mit allgemeinen Hintergrundinformationen an. Das vierte Kapitel befasst sich mit dem ersten Ölpreisschock. Im fünften Kapitel folgt die Betrachtung des zweiten Ölpreisschocks. In Kapitel vier und fünf geht es im wesentlichen um die Entstehung und Folgen der Schocks sowie die daraufhin eingeleiteten Maßnahmen. Das sechste Kapitel beschäftigt sich mit den Veränderungen aufgrund des Ölpreisanstiegs und den eingeleiteten Maßnahmen nach beiden Ölpreisschocks. Abschließend wird aus den Betrachtungen ein Fazit gezogen.
2. Die ökonomische Situation vor den Ölpreisschocks
Im Jahr 1967 befand sich die BRD in einer sehr guten wirtschaftlichen Verfassung. Seit der Rezession von 1966/67 wuchs das reale BSP zwischen 3% und 7,5% jährlich, aber mit abnehmender Tendenz. Auch die Arbeitslosenzahlen gingen anfangs auf das Niveau vor der Rezession zurück, 1 jedoch beschleunigte sich die Inflation immer mehr. Dies ist vor allem mit einer die Produktionsmöglichkeiten übersteigenden Nachfrage aus dem In- und Ausland zu begründen. Hohe Devisenzuflüsse aufgrund des anfänglichen Zinsgefälles und der späteren Dollarschwäche führten zu einer weiterhin hohen Investitionsneigung und Gesamtnachfrage trotz restriktiver Maßnahmen von Seiten der Bundesregierung und der Bundesbank. Dieses Problem konnte 1971 sowie 1973 erst durch eine befristete Freigabe des Wechselkurses eingedämmt werden. Des weiteren wurden die stabilitätspolitischen Maßnahmen aber durch das veränderte Verhalten der Gewerkschaften abgeschwächt. Während der ersten Aufschwungsphase nach der Rezession blieben die Lohnforderungen hinter dem Wachstum zurück. 1971 und
1 Vgl. Jäger, W., Die Innenpolitik der sozial-liberalen Koalition 1969-1974, in: Bracher, K. D. (Hrsg.),
Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bd. 5/1., Ulm 1986 (im folgenden zitiert als: „Jäger, W.,
1969-1974“), S. 46-48.
Die Ölpreisschocks der siebziger Jahre Seite 2
insbesondere 1973 jedoch setzten die Gewerkschaften überdurchschnittliche Lohnsteigerungen durch, die zum Teil im zweistelligen Bereich lagen. Somit wirkte die Lohnpolitik konträr zum zweiten Stabilisierungsprogramm von 1973, dass einen dämpfenden Einfluss auf die Nachfrage bewirken sollte. Dazu kam der starke Ölpreisanstieg. Die Folgen waren eine nicht gewünschte Abschwächung der Konjunktur. Das reale BSP ging stark zurück, die Arbeitslosigkeit stieg, und die Inflation blieb auf hohem Niveau. 2
3. Die Energiequellen
Vor dem ersten Ölpreisschock war Mineralöl mit rund 55% der mit Abstand wichtigste Energieträger. Der größte Teil wurde durch Importe gedeckt. 3 Im Verlauf der siebziger Jahre lässt sich eine veränderte Zusammensetzung des Energiemix erkennen. Die wesentliche Veränderung ist die Substitution von Mineralöl durch hauptsächlich Erdgas und Kernenergie. Daneben ist festzuhalten, dass der Energieverbrauch 1984, nach den Ölpreisschocks, nahezu dem von 1973 entspricht. 4
4. Der erste Ölpreisschock (1973/1974)
4.1. Die Entstehung
4.1.1. Abhängigkeit der Industrienationen vom arabischen Öl
Für die nachfolgende Betrachtung ist zwischen zwei Zusammenschlüssen zu differenzieren.
Zum einen die OPEC 5 , in der viele erdölexportierende Länder zusammengeschlossen sind, deren vorrangiges Ziel es ist, seinen Mitgliedern eine starke Position gegenüber den Verbraucherländern zu sichern. Die OPEC-Länder bündelten zu Beginn der siebziger Jahren rund 90% aller Erdölexporte, wodurch sie einen gewaltigen Einfluss auf die Preisgestaltung gewannen. 6
2 Vgl. Jäger, W., 1969-1974, S. 107-110.
3 Vgl. Krause, K. P., Das große Rohstoffmanöver - Wie abhängig ist unsere Wirtschaft?, Frankfurt a.M.
1975, S. 32.
4 Für genaues Datenmaterial siehe Anhang 1 und 2.
5 Organization of Petroleum Exporting Countries; Mitglieder der OPEC: Vgl. Anhang 3.
6 Vgl. Krause, K. P., a.a.O., S. 30.
Die Ölpreisschocks der siebziger Jahre Seite 3
Zum anderen die OAPEC 7 , die ein Zusammenschluss aus arabischen Förderländern ist. Diese Organisation bestritt ungefähr 60% aller Erdölexporte. Die Entstehung dieses Bündnisses ist hauptsächlich politisch motiviert. 8 Sie diente den arabischen Staaten als Druckmittel gegen pro-israelische Länder und Israel selbst. Da allerdings viele Staaten der OAPEC auch in der OPEC vertreten waren, richteten sich Entscheidungen häufig in die gleiche Richtung. Die Abhängigkeit der BRD von den Erdölexporten der OPEC und OAPEC war im internationalen Vergleich überdurchschnittlich hoch. So hatte 1973 die OPEC einen Anteil von 95,6% und die OAPEC von 72,2% an den deutschen Erdölimporten. 9
4.1.2. Der Nahostkonflikt
Der Nahostkonflikt ist gekennzeichnet durch die israelisch-arabischen Auseinandersetzungen. Seinen wesentlichen Ursprung hat er in der Gründung des Staates Israel in Palästina. Im 1. israelisch-arabischen Krieg von 1948/49 konnte Israel nicht nur den Angriff einiger arabischer Staaten, unter ihnen auch Ägypten und Syrien, zurückschlagen, sondern auch seinen Gebietsstand ausdehnen. 1957 gab Israel die Sinai-Halbinsel und den Gazastreifen an Ägypten zurück. UN-Truppen kontrollierten bis 1967 die israelisch-ägyptische Grenze.
Die USA ergriffen verstärkt in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht Partei für Israel, während die Sowjetunion dieses für die arabischen Länder tat. Nach dem Abzug der UN-Truppen nahmen Ägypten und Syrien erneut eine drohende Haltung gegenüber Israel ein. Es kam zum 3. israelisch-arabischen Krieg, der mit der Besetzung der ägyptischen Sinai-Halbinsel, dem Gazastreifen, den syrischen Golanhöhen und dem jordanischen Westjordanland durch Israel endete. 10
Am 6. Oktober 1973 begann der 4. israelisch-arabische Krieg. Ägyptische und syrische Truppen griffen Israel an. Sie wurden von kleinen Truppenkontingenten aus dem Irak, Marokko, Kuwait, Saudi-Arabien, dem Sudan, Tunesien und Algerien unterstützt. 11 Der zunächst erfolgreiche Angriff wurde schließlich von Israel zurückgeschlagen.
7 Organization of Arab Petroleum Exporting Countries ; Mitglieder der OAPEC: Vgl. Anhang 3.
8 Vgl. Krause, K. P., a.a.O., S. 30f.
9 Vgl. Anhang 3.
10 Vgl. o.V., Nahostkonflikt, in: Bertelsmann Lexikon Geschichte, Gütersloh, München 1993, CD-Rom.
11 Vgl. Gysling, E., Arabiens Uhren gehen anders: Eigendynamik und Weltpolitik in Nahost, Zürich,
Osnabrück 1982, S. 108.
Die Ölpreisschocks der siebziger Jahre Seite 4
In diesem Krieg zeigte sich die Unterstützung der Kriegsparteien durch die Weltmächte besonders deutlich und verschärft. Die Sowjetunion unterstützte die Araber mit Waffenlieferungen, die USA richteten kurze Zeit später eine Luftbrücke für militärisches Gerät für Israel ein.
Aus diesem militärischen Konflikt ging kein direkter Sieger hervor. Allerdings setzten die arabischen Staaten erstmals Erdöl als politische Waffe ein. Die Rückgabe der durch Israel besetzten arabischen Gebiete sollte durch eine Erdölverknappung erreicht werden. 12 Am 17. Oktober 1973 beschlossen die Erdölminister der OAPEC die Fördermenge monatlich um 5% zu drosseln, bis diese Forderung erfüllt werde. 13
Die Verbraucherländer wurden in drei Kategorien bezüglich ihrer Haltung im Nahost-Konflikt eingeteilt. Die Länder, die arabisch „freundlich“ waren, wurden weiterhin in vollem Umfang beliefert, „neutrale“ mussten gewisse Kürzungen hinnehmen und über „unfreundliche“ 14 wurde ein Embargo verhängt. 15
4.1.3. Der ökonomische Hintergrund
Das OPEC-Kartell begann seit Anfang der siebziger Jahre, seine Machtstellung gegenüber den Verbraucherländern und den Mineralölkonzernen zu nutzen. Schon vor 1973 mussten die Mineralölkonzerne zweimal hohen Preisforderungen nachkommen. Daneben begannen viele OPEC-Staaten auch eine teilweise oder vollständige Enteignung der Ölgesellschaften. 16
Nach gescheiterten Verhandlungen mit den Ölgesellschaften, am 16. Oktober 1973, setzten 6 Golfstaaten der OPEC 17 , die bis auf den Iran auch der OAPEC angehörten, den Rohölpreis um ca. 70% hoch. Dazu kam die Drosselung der Förderquote aufgrund der Nahostkrise (Vgl. 4.1.2.). 18 Noch im Dezember desselben Jahres erhöhte die OPEC die Ölpreise ein weiteres Mal autonom. Dies ist zum einen mit der Erkenntnis der
12 Vgl. o.V., Kriege und Krisenherde 1973 - 4. Israelische-Arabischer Krieg, in: Chronik des 20.
Jahrhunderts, Gütersloh, München 1993, CD-Rom.
13 Vgl. Krause, K. P., a.a.O., S. 11.
14 Die BRD wurde zuerst als „neutral“ eingestuft. Als „unfreundliche“ Staaten galten die USA und die
Niederlande.
15 Vgl. Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Hrsg.),
Vollbeschäftigung für Morgen - Jahresgutachten 1974/75, Bad Feilnbach 1994 (im folgenden zitiert als:
„Sachverständigenrat, Jahresgutachten 74/75“), S. 15, Nr. 2.
16 Vgl. Beyfuss, J., Weltwirtschaftliche Perspektiven der Ölkrise (Beiträge 13 - Institut der deutschen
Wirtschaft), Köln 1974, S. 10f.
17 Dies waren Iran, Irak, Kuwait, Abu Dhabi, Qatar, Saudi-Arabien.
18 Vgl. Beyfuss, J., a.a.O., S. 12.
Arbeit zitieren:
Tobias Riefe, 2000, Die Ölpreisschocks der siebziger Jahre, München, GRIN Verlag GmbH
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