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Wissenschaftlicher Aufsatz, 2006, 17 Seiten
Autor: Dr. Oliver Fohrmann
Fach: Wirtschaft - Volkswirtschaftslehre
Details
Tags: Drei, Generationen, Währungskrisenmodelle, Schwerpunkt, Generation
Jahr: 2006
Seiten: 17
Literaturverzeichnis: ~ 17 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-53159-7
ISBN (Buch): 978-3-638-76471-1
Dateigröße: 208 KB
Der Aufsatz stellt Währungskrisenmodelle der ersten und zweiten Generation ausführlich dar und erwähnt die dritte Generation.
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Zusammenfassung / Abstract
Der Text gibt einen Überblick über die drei Generationen, in die Ökonomen gemeinhin Modelle von Währungskrisen einteilen. Modelle erster Generation beschreiben insbesondere die frühen Währungskrisen der Siebziger und Achtziger Jahre gut. Sie gehen von Fehlern und widersprüchlichem Handeln der wirtschaftspolitischen Entscheidungsträger aus. Wenn eine Regierung beispielsweise ein Regime fester Wechselkurse aufrechterhalten will, aber auf expansive Geldpolitk nicht verzichtet, führt dies auf eine Art und Weise zu einer Währungskrise, die man mit Modellen erster Generation gut beschreiben kann. Modelle zweiter Generation beschreiben Währungskrisen, die von Regierungen bewusst als kleineres von mehreren Übeln herbeigeführt werden. Modelle dritter Generation wurden für die neueren Finanzkrisen der Neunziger Jahre (z.B. Asienkrise) entwickelt und betonen die Verflechtungen von Währungs-, Banken- und Aktienmarktkrisen. Für die erste und zweite Generation werden exemplarisch Modelle wiedergegeben.
Textauszug (computergeneriert)
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Alfred-Weber-Institut für Wirtschaftswissenschaften
Drei Generationen ökonomischer
Währungskrisenmodelle
Ein zusammenfassender überblick
mit dem Schwerpunkt auf der ersten Generation
eingereicht von:
Dipl.-Volksw. Oliver Fohrmann
SS 2006
Inhaltsverzeichnis
1 Währungskrisenmodelle erster Generation ... 3
1.1 Das Währungskrisenmodell von Krugman ... 4
1.2 Das Währungskrisenmodell von Flood und Garber ... 7
1.3 Erweiterungen der klassischen Währungsattackenmodelle ... 10
1.4 Modelle erster und zweiter Generation im Vergleich ... 10
2 Währungskrisenmodelle zweiter Generation ... 12
3 Währungskrisenmodelle dritter Generation ... 16
Literatur ... 17
1 WÄHRUNGSKRISENMODELLE ERSTER GENERATION
1 Währungskrisenmodelle erster Generation
Von den ökonomischen Arbeiten zur Modellierung von Währungskrisen, die als Folge der schweren Währungskrisen in Mexiko und Argentinien in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden sind, sind vor allem diejenigen von Krugman (1979) und von Flood und Garber (1984) berühmt geworden. Diese Währungskrisenmodelle erster Generation lieferten für die bis dahin beobachteten Krisen angemessene Abbildungen und Erklärungen. Sie basierten auf einer von Salent und Henderson (1978) entwickelten Theorie zur Stabilisierung der Preise erschöpfbarer Ressourcen.
Kern der Modelle ist das Phänomen der spekulativen Attacke. Im Modell von Salent und Henderson versucht eine Regierung, den Preis p von Gold auf einem niedrigen Niveau zu fixieren.Wenn jedoch dieser fixierte Preis von dem (höheren) potenziellen Marktpreis P (”Schattenpreis“), der sich ohne Eingriff einstellen würde, zu stark abweicht, ist es für Wirtschaftssubjekte rational, große Goldmengen zu erwerben, in der Hoffnung dass der Goldbestand der Regierung dadurch ganz aufgebraucht wird und sie durch Goldkäufe und -verkäufe den Preis nicht mehr künstlich stabilisieren kann. Hat diese spekulative Attacke Erfolg, wird der Goldpreis freigegeben und die Spekulanten realisieren einen Gewinn in Höhe von P − p pro Einheit Gold.
Die Währungskrisenmodelle erster Generation übertrugen nun diese Logik auf Reservebest ände an Devisen und feste Wechselkursregime. Untersucht werden kleine offene Volkswirtschaften, in denen Vollbeschäftigung herrscht (Löhne und Güterpreise sind vollständig flexibel) und die ihre Währung an eine ausländische Hartwährung wie den US-Dollar anbinden, um die Glaubwürdigkeit ihrer Geldpolitik zu erhöhen.
Die Stabilisierung des Wechselkurses geschieht ausschließlich durch direkte Interventionen der Zentralbank eines solchen Landes auf dem Devisenmarkt, wo sie durch Kauf oder Verkauf von Devisen deren Angebot und Nachfrage zum Ausgleich bringt und somit den Wechselkurs fixiert.1 Typischerweise gab es in den Krisenländern zusätzlich zum festen Wechselkursregime eine stark expansive Geldpolitik, mit deren Hilfe der Staat sein (persistentes) Budgetdefizit zu finanzieren pflegte. Bei konstanter Geldnachfrage seitens der Privaten setzt aber eine sich ständig ausweitende inländische Geldmenge die Währung unter Abwertungsdruck, da das überschussangebot an inländischer Währung im Vergleich zur ausländischen Währung deren Preis, also den Wechselkurs, unter Druck setzt. Dem muss die Zentralbank durch Verkauf von Devisen entgegensteuern, so dass ihr Reservebestand schrumpft. Sobald nun die Wirtschaftssubjekte glauben,
1 WÄHRUNGSKRISENMODELLE ERSTER GENERATION
durch Ankauf einer großen Devisenmenge die Reserven der Zentralbank vollständig auflösen zu können, werden sie auf die Aufgabe spekulieren und dies tun, was dann wiederum den Staat dazu zwingt, sein Regime festerWechselkurse aufgeben zu müssen. Die Spekulanten können nach erfolgreicher Attacke und Abwertung der Währung ihre Devisen zu einem höheren Wechselkurs Gewinn bringend wieder verkaufen. Vorgestellt werden im Folgenden die beiden grundlegendenWährungskrisenmodelle, die dieser Logik folgen, und die die Basis für eine Reihe von Fortentwicklungen und Erweiterungen sind.
[...]
1 Andere Politikoptionen wie z.B. Kapitalverkehrskontrollen werden in den Grundmodellen vernachlässigt, lassen sich aber als Erweiterung berücksichtigen.
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