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Wandel der Präsentationsformen im Museum vom 19. Jahrhundert bis heute am Beispiel des Rosgarten-Museums in Konstanz

Seminararbeit, 2005, 13 Seiten
Autor: Janina Liedermann
Fach: Kulturwissenschaft

Details

Veranstaltung: Das Museum als Ort der Erinnerungskultur
Institution/Hochschule: Universität Konstanz
Tags: Wandel, Präsentationsformen, Museum, Jahrhundert, Beispiel, Rosgarten-Museums, Konstanz, Museum, Erinnerungskultur
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 13
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 10  Einträge
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V58959
ISBN (E-Book): 978-3-638-53013-2

Dateigröße: 74 KB


Textauszug (computergeneriert)

Universität Konstanz, SoSe 2005
Fachbereich Literaturwissenschaft
Proseminar: „Das Museum als Ort der Erinnerungskultur“
Hausarbeit von Janina Liedermann

 Der Wandel der Präsentationsformen
im Museum vom 19. Jahrhundert bis heute
am Beispiel des Rosgarten-Museums in Konstanz

eingereicht von:
Janina Liedermann
Studienfächer/Fachsemester:
BA Literatur-Kunst-Medien/4 (Hf), Verwaltung/4 (Nf)

August 2005

 

Inhalt

Einleitung ... 3

Die Gründung des Rosgartenmuseums ...  5

Zur Geschichte des Sammelns  ... 6

Die Ausstellungspraxis im 19. Jahrhundert am Beispiel des Leinersaales des Rosgarten-Museums  ... 7

Das Rosgarten-Museum – der neue Teil ... 10

Zusammenfassung und Fazit  ... 12

Literaturliste  ... 12

 

Einleitung


„Ein Museum ist eine gemeinnützige, ständige, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung im Dienste der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die zu Studien-, Bildungsund Unterhaltungszwecken materielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt beschafft, bewahrt, erforscht, bekannt macht und ausstellt“ (ICOM 1995)

Diese Definition des Museums ist weltweit die am meisten anerkannte. Sie enthält alle Aufgaben, die wir heute der Institution Museum zuschreiben und ihre Existenzberechtigung in der heutigen Zeit. Ihr Gegenstand sind „materielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt“, woraus sich ihre Funktion als kollektives Gedächtnis der Menschheit ableiten lässt. Doch nicht umsonst ist die ICOM-Definition „nur“ die am meisten anerkannte, und nicht etwa die einzig wahre. Erfasst sie wirklich alle Aufgaben und Funktionen einer Sammlung? Kann man diese überhaupt einfach festlegen, verfolgt nicht jedes Museum als gesellschaftliche Institution ihre ganz eigenen Ziele? Funktioniert es wirklich als kollektives Gedächtnis, oder ist er eher ein „Ort des Vergessens“, wie es Michael FEHR in seine vier Thesen beschreibt?1 Und lässt sich sein Gegenstandsbereich wirklich nur auf materielle Zeugnisse beschränken? Finden beispielsweise nicht immer öfter Tonaufnahmen ihren Weg ins Museum?

Diese und ähnliche Fragen sind Teil einer großen Diskussion wie sie im Moment und eigentlich schon immer in der Fachliteratur geführt wird. Konkrete Antworten darauf wird es wohl nie geben, denn so wie die Gesellschaft stetigen Veränderungen untersteht, so auch das Museum. Doch man kann beschreiben und analysieren, und so vielleicht auf die Stellung des Museums in der Vergangenheit schließen, wenn es schon für die Gegenwart nicht absolut möglich ist.

Der größte Sprung war hier wohl um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert zu beobachten, als die gesamte Museumsindustrie gravierenden Reformen unterworfen war. Das Rosgartenmuseum in Konstanz wurde 1870 gegründet, noch immer ist in dem mittlerweile modernisierten Museum ein Raum zu finden, der noch nach den Ansprüchen des späten 19. Jahrhunderts eingerichtet ist – der Leinersaal.In dieser Arbeit werde ich zuerst kurz die Geschichte des Sammelns beschreiben, anschließend anhand des Leinersaals die Ausstellungspraxis des 19. Jahrhunderts darstellen und diese in einem Fazit mit der des 21. Jahrhunderts vergleichen.

Die Gründung des Rosgartenmuseums


 „Halt dich züchtiklich an diß stet do ma dir guez tun het“

Diese Worte gab in der Gründerzeit des Museums ab 1870 ein Engel über dem Eingang des Rosgartenmuseums dessen Besuchern mit auf dem Weg. Bruno LEINER, 50 Jahre später Kurator des Museums, übersetzt und interpretiert das Zitat:


„Halt dich züchtiglich an das, was dir an dieser Stelle gezeigt wird. Es sind die Gründe, aus denen dein Leben und dein Geist entwuchs. Den Boden siehst du, den deine Väter trugen, auf dem inmitten einer reichen, herrlichen Natur sie zu großen Taten der Natur emporwuchsen. In diesen Taten siehst du ihr Wesen, das das deine ist. Halt dich züchtiglich an diese Heimstätte deines Wesens, an deine Heimat!2

 Ludwig Leiner habe das Museum ins Leben gerufen um die „Geschichte und Blütezeiten der Heimat zu neuem Leben aufwachen zu lassen“. Der Blick der Bevölkerung sei vom Heimatort weg auf die Gesamtheit des Deutschen Reichs übergegangen, man schien „über fremden Werten den Wert der eigenen Wesensart zu vergessen“ 3. Deshalb trug der Apotheker und Sohn der letzten Konstanzer Patrizierfamilie alles zusammen, was Zeugnis der Vergangenheit seines Volksstammes war. Er rief die Bevölkerung auf, ihm alle ihre Kostbarkeiten zur Verfügung zu stellen, die etwas mit Konstanz zu tun hatten. So konnte Leiner im ehemaligen Metzger-Zunfthaus „Zum Rosgarten“ der Öffentlichkeit schon bald eine ausführliche Sammlung zur Vor- und Frühgeschichte der Menschheit, der Geologie der Bodenseeregion sowie der Paläontologie präsentieren. Eines der ältesten Museen Baden-Württembergs war geboren.

[...]


1 FEHR, Michael; „Das Museum-Ort des Vergessens. Vier Thesen“. In ZACHARIAS (Hg.); „Zeitphänomen Musealisierung. Das Verschwinden der Gegenwart und die Konstruktion der Erinnerung“. Essen: Klartext 1990: 220-223

2 LEINER, Bruno: „Das Rosgarten-Museum in Konstanz. Zugleich eine kulturgeschichtliche Skizze der alten Bodenseestadt“; Konstanz: Kars Oeß, 1921: 5

3 LEINER (1921): 3


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