Bergische Universität Wuppertal
Fachbereich A: Geistes- und Kulturwissenschaften
Proseminar: Gegenwartsliteratur
Sommersemester 2004, 4. Semester
Vergleich zwischen dem Roman „Crazy“ von
Benjamin Lebert und der gleichnamigen
Verfilmung von Hans- Christian Schmid
von: Jennifer Keßel
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 2
2. Vergleich zwischen Buch und Drehbuch (bzw. Film) Seite 3
2.1. Handlungsabfolge Seite 3
2.2. Charaktere Seite 8
2.3. Perspektive Seite 9
2.4. Verwendete Sprache Seite 10
2.5. Musik im Film Seite 10
3. Schlusswort Seite 12
4. Literaturverzeichnis Seite 13
1. Einleitung
In dieser Hausarbeit ziehe ich einen Vergleich zwischen dem Roman „Crazy“ von Benjamin Lebert und der gleichnamigen Verfilmung von Hans- Christian Schmid. Als der Roman erschien, teilten sich die Meinungen der Kritiker, „und befanden ‚wunderbar’, nein belanglos, nein der Autor ist ein Wunderkind“ ¹.Da der Roman von einem 16-jährigen, unerfahrenen Autor geschrieben wurde, konnte man wohl nicht allzu viel erwarten, oder doch? Da ich den Film schon kannte, und für gut befand, dass Buch jedoch noch nicht gelesen hatte, hatte ich hohe Erwartungen. Obwohl diese schon im Vorfeld durch etliche Rezensionen, die ich für diese Hausarbeit las, getrübt wurden. Denn die meisten fielen nicht positiv für Benjamin Lebert aus.
„Der Autor selbst, der sein eigenes Buch weder so gut, noch so schlecht fand, fand das alles ein wenig übertrieben, und zog sich aus dem öffentlichen Zirkus zurück.(...) Anders der Regisseur Hans- Christian Schmid, Regisseur von ‚Nach fünf im Urwald’ und ‚23’, er hat jetzt Benjamin Leberts Internatsgeschichte ‚Crazy’ so charmant in Szene gesetzt, dass die Kritiker sagen: „Der Film ist besser als das Buch“.“ ²
Für mich stellt sich jetzt also die Frage, ob das Buch wirklich schlechter ist als der Film. Und wenn ja, warum? Liegt es an der Handlungsabfolge, an der verwendeten Sprache oder an der Veränderung des Helden? Ich werde in dieser Hausarbeit diesen Fragen nachkommen, und mich dabei chronologisch dem Film nach vorarbeiten.
2. Vergleich zwischen Buch und Drehbuch (bzw. Film)
2. 1. Handlungsabfolge
Die Handlungsabfolge zwischen dem Film und dem Buch unterscheiden sich gewaltig. Ich werde chronologisch dem Film folgen und hierbei die Unterschiede zum Roman zeigen. Anschließend werde ich erläutern, warum der Film die Handlungsabfolge des Buches nicht übernommen hat. Der Film beginnt mit der Fahrt zum Internat. Hierbei wird Benni von seiner ganzen Familie begleitet, die auch die Führung durchs Internat mitmacht. Nach der Verabschiedung der Familie auf dem Parkplatz und der Extraumarmung seiner Mutter, geht Benni alleine durch den Flur zu seinem Zimmer. Hier wird ein Voice- over von Benni eingespielt, der erzählt, warum er auf dieses Internat gekommen ist. Das Voice- over soll dem Zuschauer Einblick in das Gefühlsleben von Benni geben, er erklärt seine Situation und seine Vergangenheit. In der nächsten Szene packt Benni seine Sachen aus, hierbei wird deutlich, dass er eine Behinderung hat, denn ihm fällt das Auspacken schwer. Janosch, sein Mitbewohner, betritt den Raum, verlässt diesen aber nach einem kurzen, barschen Gespräch mit Benni wieder. Im Film wird nach dieser Szene schon auf den nächsten Morgen gesprungen. Benni muss sich im Französischunterricht vorstellen und erklärt seinen überraschten Mitschülern unverschmückt, dass er ein ‚Krüppel’ ist. Nach dem Unterricht zeigt ihm Malen, auf Bitten der Lehrerin, das Internat. Der Führung durchs Internat mit Malen folgt wieder ein Ortswechsel. Benni geht draußen alleine entlang und ein Voice- over von Benni erzählt, dass er nie Freunde hatte. Die nächste entscheidende Szene findet im Bett statt, Benni liegt im Bett und ‚wichst’ sich einen, im Glauben, dass Janosch schläft. Der jedoch spricht ihn an und fängt an, mit ihm übers Ficken zu reden. Am nächsten Morgen im Waschraum bittet Benni Janosch, ihn wie jeden anderen zu behandeln, und sofort fällt er einem Einweihungsritual zum Opfer. Nachdem Benni dies verarbeitet hat, gehört er zu der Clique von Janosch, Florian, Troy und den beiden Felixen. Wieder erfolgt eine Voice- over von Benni, der erzählt, dass er der Clique angehört und beschreibt die einzelnen Charaktere. Dazu folgen Informationen, Eindrücke und Bilder zu den einzelnen Jungen. Die nächste Szene spielt am See, wo die Jungen saufen und philosophieren ‚wir sind Helden, die Weiber stehen auf uns’.
[...]
1 Sendemitschnitt ZDF, Aspekte vom 09. 06. 2000, Prod. Nr. 55601484
2 Sendemitschnitt ZDF, Aspekte vom 09. 06. 2000, Prod. Nr. 55601484
Arbeit zitieren:
Jennifer Keßel, 2004, Vergleich zwischen dem Roman 'Crazy' von Benjamin Lebert und der gleichnamigen Verfilmung von Hans- Christian Schmid, München, GRIN Verlag GmbH
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