,QKDOW
(LQOHLWXQJXQG3UREOHPVWHOOXQJ3 'HVNULSWLRQ4
2.1 Definition von Aggression und Gewalt 4
2.2 Der typische Gewalttäter und das typische Gewaltopfer 5
2.3 Klassifikation nach ICD 10 6
8UVDFKHQDJJUHVVLYHQ9HUKDOWHQVXQG(UNOlUXQJVDQVlW]H10
3.1 Mehr- Ebenen- Mehr- Faktoren- Modelle 11
3.2 Determinanten der Gewalt im Schulkontext 14
3UlYHQWLRQXQG,QWHUYHQWLRQ19
4.1 Präventionsmaßnahmen auf den verschiedenen Ebenen des 19 Schulkontextes 4.2 Das „Olweus Programm“ 21
=XVDPPHQIDVVXQJ24 /LWHUDWXU25
2
(LQOHLWXQJXQG3UREOHPVWHOOXQJ
Das Thema Gewalt ist heute zunehmend präsent in den Medien. Sei es die Berichterstattung über rassistische Übergriffe oder Massaker an Schulen. Das Thema Gewalt hat Hochkonjunktur. Inwieweit Dramatisierung und Sensationalisierung bei der medialen Aufarbeitung eine Rolle spielen soll bei dieser einleitenden Betrachtung ausgeklammert bleiben. Auch in dem Seminar „Gefährdete Jugendliche“, welches im Sommersemester 2000 an der Universität Mannheim unter der Leitung von Prof. Dr. Hofer abgehalten wurde, spielte der Themenbereich Gewalt/Aggression in vielen Fällen eine Rolle. In dieser Hausarbeit möchte ich zuerst versuchen eine Definition von Aggression und Gewalt vorzunehmen. Weiterhin stellt sich die Frage nach Risiko- und Schutzfaktoren für gewalttätiges Verhalten, bzw. es soll der Frage nachgegangen werden, welche Modelle für die Erklärung gewalttätigen Verhaltens angemessen sein können. Weiterhin werde ich verschiedene Interventions- und Präventionsansätze darstellen und exemplarisch das Olweus Programm näher beschreiben.
3
'HVNULSWLRQ
2.1 Definition von Gewalt und Aggression
Beginnen möchte ich mit einer inhaltlichen Klärung der Begriffe Gewalt und Aggression.
Aggression kann sowohl positive, als auch negative Verhaltensmuster bezeichnen. Remschmidt (1990) definiert Aggression als „Fähigkeit von Menschen zur Aktivität und zur Kontaktlust, die sich in den verschiedensten Formen der Selbstbehauptung bis hin zur Grausamkeit ausdrücken kann“. Diese Definition impliziert also eine Unterscheidung zwischen konstruktiver (z.B. Selbstbehauptung oder Durchsetzungsvermögen) und destruktiver (z.B. Grausamkeit gegenüber Mitmenschen) Aggression. Laut Parens (1993) ist die destruktive Aggression nicht spontan, sondern von Erfahrungen abhängig. Sie entsteht als Reaktion auf starke Unlust und Frustrationserlebnisse und geht mit heftigen negativen Affekten einher. Diese Form der Aggression wird als Frustrationsaggression bezeichnet. Winkel (1993) nennt aber auch eine spontane Aggressionslust, die gesehen wird, als ein Versuch die individuellen Grenzen „auszukundschaften“. Diese Form der Aggression kann durchaus destruktiv ausfallen. Eine weitere Grundlage der Unterscheidung aggressiven Verhaltens kann hinsichtlich der Motivation, bzw. der Funktionalität vorgenommen werden. Hier läßt sich z.B. die Erlangungsaggression nennen, bei der Aggression instrumentalisiert wird um ein bestimmtes Ziel (z.B. Aufmerksamkeit) zu erreichen.
Schließlich wäre noch die Abwehraggression zu nennen, die instrumentell die angstauslösenden Situationsreize eliminieren will. Petermann & Petermann (1994) differenzieren Aggression wie folgt: - offen gezeigte versus verdeckte Aggression - körperliche versus verbale Aggression - aktiv - ausübende versus passiv- erfahrene Aggression - direkte versus indirekte Aggression
- nach außen gewandte versus nach innen gewandte Aggression
4
In vielen Veröffentlichungen werden die Begriffe Gewalt und Aggression heute synonym gebraucht. Dies möchte ich auch im Rahmen dieser Hausarbeit beibehalten. Denn unter beiden Begriffen wird größtenteils ein Verhalten verstanden, welches intentional auf die Schädigung einer Person oder Sache ausgerichtet ist.
Es gibt aber auch Autoren, die zwischen Aggression und Gewalt unterscheiden. Während gewisse aggressive Verhaltensweisen durchaus positiv bewertet werden können, ist der Begriff Gewalt mit einer eindeutig negativen Konnotation behaftet. Hurrelmann & Palatien (1995) subsumieren unter dem Begriff Gewalt „ alle Formen aggressiver Handlungen unter und zwischen Menschen sowie gegen Sachen, die in direkter oder indirekter Weise auf eine Schädigung abzielen“ . Bründel & Hurrelmann (1994) unterscheiden Gewaltphänomene zwischen Individuen folgendermaßen: 1. Physische Gewalt 2. Verbale Gewalt 3. Sexuelle Gewalt 4. Frauenfeindliche Gewalt 5. Rassistische Gewalt
2.2 Der typische Gewalttäter und das typische Gewaltopfer Nach der begrifflichen Klärung sei nun die Frage gestellt, was einen typischen Gewalttäter bzw. ein typisches Gewaltopfer charakterisiert ? Olweus (1973a, 1981a, 1984) charakterisiert den typischen Gewalttäter wie folgt:
Er oder sie zeichnet sich aus durch ein aggressives Reaktionsmuster, Impulsivität, sowie ein starkes Bedürfnis über andere Macht auszuüben. Gewalttäter haben meist wenig Mitgefühl mit Opfern von Gewalt. Im Falle von männlichen Gewalttätern sind sie körperlich stärker als Jungen allgemein und stärker als ihre Opfer. Außerdem gibt es passive Gewalttäter, die bei Gewalttätigkeiten mitmachen, aber gewöhnlich nicht die Initiative ergreifen.
5
Das typische passive Gewaltopfer hingegen ist ängstlicher und unsicherer als seine Mitmenschen. Es ist oft vorsichtig, empfindsam und still. Bei Angriffen reagiert es meistens mit Weinen und Rückzug. Sie betrachten sich oft als Versager und empfinden sich als dumm, wenig attraktiv und schämen sich. Sind es Jungen sind sie meist körperlich schwächer als andere Jungen. Äußerlichkeiten, wie z.B. Fettleibigkeit, Brille, usw. sind vernachlässigbar. Die eindeutig kleinere Gruppe von Opfern besteht aus den provozierenden Opfern. Diese zeichnen sich durch eine Kombination von ängstlichen und aggressiven Reaktionsmustern aus. Sie haben häufig Konzentrationsprobleme und verhalten sich in einer Weise, die Spannungen und Ärger in ihrer Umgebung verursachen kann. Ihr Verhalten kann provozierend wirken und negative Reaktionen hervorrufen. 2.3 Klassifikation nach ICD 10
Nach dieser kurzen Beschreibung soll nun versucht werden, gewalttätiges Verhalten von Kindern und Jugendlichen, nach klinischen Kriterien zu kategorisieren.
Im ICD 10 werden aggressive Verhaltensweisen mit Beginn in der Kindheit und Adoleszenz zu den „ Störungen des Sozialverhaltens (F91)“ zusammengefaßt. Das Hauptmerkmal der Störung des Sozialverhaltens ist ein sich wiederholendes und durchgängiges Verhaltensmuster, bei dem die grundlegenden Rechte anderer Menschen, sowie wichtige altersentsprechende soziale Normen verletzt werden. Diese
Verhaltensweisen können in vier Gruppen eingeteilt werden: - aggressives Verhalten, bei dem anderen Menschen oder Tieren Verletzungen zugefügt oder angedroht werden - nichtaggressives Verhalten, bei dem Eigentumsverlust oder -schaden verursacht wird - Betrug oder Diebstahl - schwere Regelverletzungen
6
Arbeit zitieren:
J. Wolf, 2000, Gewalt in der Schule, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
"Mit Gewalt geht alles ... kaputt!" - Erklärungsansätze für ...
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Hausarbeit, 22 Seiten
Gewalt an öffentlichen Schulen mit dem Schwerpunkt Hauptschule
Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Hausarbeit, 31 Seiten
Lesen und Leseförderung bei Kindern und Jugendlichen
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 26 Seiten
Die Geschichte der Printmedien: Die Gutenberg-Galaxis am Ende?
Medien / Kommunikation - Mediengeschichte
Seminararbeit, 34 Seiten
Leseinteressen von Grundschülern und Grundschülerinnen
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Examensarbeit, 82 Seiten
Aufsatzkorrektur im traditionellen Aufsatzunterricht vs. Textüberarbei...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 19 Seiten
Der Begriff der strukturellen Gewalt bei Galtung
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Seminararbeit, 19 Seiten
Lesen fördern - Das Konzept der Leseförderung und dessen Möglichkeiten...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 29 Seiten
Lesemotivation - Funktionen des Lesens und Einflussfaktoren auf das Le...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 28 Seiten
Gewalt und Medien: Wie groß ist die Wirkung von Medien auf Gewalt in d...
Hausarbeit, 16 Seiten
Schülerstreitschlichtung - Interview und Auswertung
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Gewalt an der Schule - was Lehrer und Eltern wissen sollten - und tun ...
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Referat (Ausarbeitung), 18 Seiten
Fernsehgewalt - Wie beeinflusst mediale Gewalt das Verhalten von Kinde...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 28 Seiten
Lesesozialisation - Grundlagen und Bedeutung des Lesens für die Sozial...
Vordiplomarbeit, 54 Seiten
J. Wolf hat den Text Gewalt in der Schule veröffentlicht
J. Wolf hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare