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Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 3
II. Die altrömische Erziehung 5
1. Erziehung im Kreis der Familie 5
3. Der Vater als idealer Erzieher: Cato Maior 7
2. Erziehungsideale 9
III. Die griechisch-römische Erziehung 11
1. Rom nimmt die griechische Erziehung an 11
2. Die typische römische „Schülerlaufbahn“ 13
3. Ciceros Ideal der Beredsamkeit 15
IV. Schlussbetrachtung 16
V. Literaturverzeichnis 18
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I. Einleitung
„Die Erziehung verlangt größte Sorgfalt, die auch den größten Nutzen bieten wird.“ 1 . Dieser Ausspruch von Seneca greift mehrere wesentlichen Gedanken der römischen Erziehung auf. Dem Aufwachsen der Kinder sollte große Aufmerksamkeit geschenkt werden. Sie waren die zukünftige Stütze des Hauses, sie sicherten die Nachfolge der Familie und sollten als angehende Bürger eine Ausbildung erhalten, von der nicht nur sie, sondern auch ihre Eltern profitieren sollten. Der Nutzen für die Eltern, den Seneca anspricht, liegt vor allem darin, dass der Nachwuchs in die Fußstapfen der Eltern tritt, die Familientradition weiter führt und ihnen somit eine Absicherung im Alter bieten kann. Das Bebauen eines Feldes, das Erlernen eines Handwerks, die militärische Schulung oder die Ausbildung zum Politiker; genau wie heute spielte die Erziehung in der Antike eine sehr wichtige Rolle. Um seinen Platz in der Gesellschaft zu finden und erfüllen zu können, bedarf es einer Vorbereitung auf das Leben als Bürger. Wie diese Vorbereitung in der römischen Gesellschaft aussah, wird in den kommenden Seiten behandelt.
Die folgende Arbeit soll sich daher mit der antiken Erziehung in Rom beschäftigen. Wie sah die Ausbildung eines römischen Knaben aus? Welche Werte und Vorstellungen sollten dabei vermittelt werden? Welche Idealvorstellung von Erziehung hatte man in Rom? Zugleich sollen hierbei die Unterschiede und Überschneidungen zwischen der altrömischen und der griechisch-römischen Erziehung herausgearbeitet werden. Die Entwicklung der Erziehung in der frühen Republik bis hin zur späten Republik kann zwar nur exemplarisch ausgeführt werden, muss jedoch für diese Darstellung genügen. Außerdem soll sich diese Arbeit weitgehend der männlichen Erziehung und zwar insbesondere der Erziehung der römischen Oberschicht widmen. Da der Großteil der jungen Römerinnen schon früh, das heißt meist im Alter von 12 bis 14 Jahren, eine Ehe einging, hatten nur wenige das Privileg einer guten Ausbildung.
1 Seneca: De ira 2, 18, 2.
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In der Forschung spielt die Erziehung in Rom eher eine kleinere Rolle. Hier wird in erster Linie auf die griechische und hellenistische Bildung eingegangen, die das Ideal der Antike verkörpert. Die römische Bildung bietet jedoch gerade mit ihrem Zusammenspiel der beiden Kulturen einen tiefen Einblick in die römische Denken. Unerlässlich für die Bearbeitung des Themas ist hierbei das Standardwerk „Geschichte der Erziehung im klassischen Altertum“ 2 von Henri-Irénée Marrou. Auch wenn dies ein älteres Werk aus den 50er Jahren ist, verschafft es eine hilfreiche und umfassende Darstellung über die Erziehung in der Antike. Auch der Aufsatz „Zur Sozialgeschichte des Kindes im römischen Altertum“ 3 von Emiel Eyben bietet einen sehr guten Überblick über das Aufwachsen römischer Kinder. Die sonstigen meist englischsprachigen Werke schneiden zwar das Themengebiet nur am Rande, ergänzen jedoch in wichtigen Punkten die Argumentation dieser Arbeit.
2 Marrou, Henri-Irénée: Geschichte der Erziehung im klassischen Altertum, Freiburg-München 1957.
3 Eyben, Emiel: Sozialgeschichte des Kindes im römischen Altertum, in: Martin/Nitschke (Hg.): Zur Sozialgeschichte des Kindes, Freiburg-München 1986, S. 317-364.
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II. Die altrömische Erziehung
1. Erziehung im Kreis der Familie
In den Anfängen der römischen Republik spielte sich die Erziehung der Kinder hauptsächlich innerhalb der familia ab. Diese Ordnung der römischen Gesellschaft, die unter dem Rechtsbereich des Hausvaters, des pater familias, stand, sollte dem Nachwuchs Werte und Fähigkeiten vermitteln und auf das herkömmliche Leben vorbereiten. Für die Römer galt die Familie als der natürliche Lebenskreis, in dem das Kind „aufwachsen und sich bilden soll“. Die Erziehung der Sprösslinge wollte man keinem Fremden überlassen, Eltern, Verwandte und Freunde wurde hierfür herangezogen. 4
Die Vermittlung von praktischen Fertigkeiten und traditionellen Werten stand dabei im Vordergrund. Die Erziehung in frühen Rom war vor allem eine praktische Angelegenheit, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Die alte römische Erziehung ist daher im wesentlichen ein praktisches Anlernen, bei den die Knaben zu Ackerbau, Kriegsdienst und politischem Handeln ausgebildet werden. Die Kinder sollten lernen, was sie „demnächst selbst zu tun und gewissermaßen von Hand zu Hand an Jüngere weiterzugeben hatten. [...] Jedem galt sein eigener Vater als Lehrer, und anstelle des Vaters alle angesehenen Herren, wenn jemand keinen Vater mehr hatte.“ 5 Der Mittelpunkt des Kindes in Rom, das oft auch als „Stadt der Väter“ bezeichnet wird, war somit vor allem die familia und dessen Vorstand, der pater familia. Ausgehend von dieser Einheit des Staates wurde der junge Römer langsam ins Leben und in die Gesellschaft eingeführt. 6
Der Brauch der Vorfahren, der mos maiorum, stellt hierbei die Grundlage für die Vermittlung von Werten dar. Man lernte von den älteren Mitgliedern der Gesellschaft
4 Vgl. Marrou: S. 429f.
5 Plinius der Jüngere: Epistulae 8, 14, 4-6.
6 Eyben, S. 337f.
Arbeit zitieren:
Jochen Engelhorn, 2006, Die Erziehung in der Römischen Republik, München, GRIN Verlag GmbH
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