Katholische Universität Eichstätt Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
Verfasser: Klaus Hohn
Seminar: PS Annette von Droste-Hülshoff
Semester: Wintersemester 1996/1997 Abgabetermin: 28.2.1997
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Inhalt
Einleitung Seite 3
Hauptteil
1. Theoretische Grundlagen der Literaturgattung Ballade Seite 4
1.1 Forschungsüberblick zur Balladentypologie Seite 4
1.2 Die wichtigsten Balladentypen im Überblick Seite 6
2. Das Balladenwerk der Annette von Droste-Hülshoff Seite 7
2.1 Allgemeine Vorbemerkungen zu den Grundstrukturen
und zur Typologie des Balladenwerkes Seite 7
2.2 Einzeluntersuchungen der Balladen Seite 8
2.2.1 Die Droste-Balladen im Überblick (Kurzanalysen) Seite 8
a) Der Graf von Thal
b) Der Tod des Erzbischofs Engelbert von Cöln
c) Das Fegefeuer des westphälischen Adels
d) Die Stiftung Cappenbergs
e) Der Fundator
f) Vorgeschichte (Second Sight)
g) Der Graue
h) Die Vendetta
i) Das Fräulein von Rodenschild
j) Der Geierpfiff
k) Die Schwestern
l) Meister Gerhard von Cöln. Ein Notturno
m) Die Vergeltung
n) Der Mutter Wiederkehr
o) Der Barmekiden Untergang und Bajazet
p) Der Schlosself
q) Kurt von Spiegel
2.2.2 Analyse inhaltlicher, formaler und sprachlich-stilistischer
Besonderheiten der Droste-Balladen dargestellt am
Beispiel Meister Gerhard von Cöln. Ein Notturno Seite 14
2.3 Zusammenfassende Bemerkungen Seite 16
Abschlussbemerkung Seite 17
Verzeichnis über benutze und zitierte Literatur Seite 19
Am 10. Januar 1997 wurde der 200. Geburtstag der Schriftstellerin Annette von Droste-Hülshoff begangen. So spricht man in Literaturkreisen daher auch von einem Drostejahr. Nicht nur, aber gerade deshalb scheint es gewinnbringend, das Lebenswerk dieser Frau näher zu betrachten. Besondere Beachtung ist dabei ihren zahlreichen Balladen zu schenken.
Das Balladenwerk der Droste kann als ein Spiegel ihrer Seele bezeichnet werden. Sie war eine kleine, zarte und kränkliche Person. Dadurch war sie außergewöhnlich körperlich und seelisch empfindlich, was wiederum ihren ausgeprägten Sinn für Bilder und Gewalten des Lebens zur Folge hatte. In allen ihren Werken ringt und bemüht sie sich, die Fügungen Gottes zu verstehen und aufzuzeigen. Ihre Balladen sind dem heimatlichen, dem westfälischen Boden entwachsen, atmen Kraft und dramatische Wucht; manchmal sind die aber so gedrungen, dass Klarheit und erstes Verständnis darunter leiden. Viele Aspekte erschließen sich erst bei mehrmaligem Lesen.
Ziel dieser Abhandlung ist es, den typologischen und gattungshistorischen Ort des Balladenwerks der Annette von Droste-Hülshoff aufzuzeigen. Dabei werden in einem ersten literaturtheoretischen Abschnitt überblicksartig die zum Verständnis notwendigen Grundlagen zur Balladentheorie vorgestellt und in einem zweiten Teil die Balladen der Droste-Hülshoff zunächst einzeln, dann synoptisch untersucht. Daran anschließend soll in der Zusammenfassung bzw. im Ausblick noch kurz der Frage nachgegangen werden, welchen Stellenwert die Balladen innerhalb der Gattung sowie in der Restaurations- und Biedermeierzeit einnehmen.
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Nach den vorausgegangenen allgemeinen Vorbemerkungen folgt zu- nächst,bevor das Balladenwerk der Droste konkret untersucht werden soll, ein kleiner literaturtheoretischer Überblick zur Gattung Ballade. So definiert Wolfgang Kayser 1 beispielsweise diese als eine Gattung, die sich im Lauf der Zeit als bestimmte epische Kunstform herausgebildet hat, die in strenger, meist strophischer Form und knappem Aufbau ein Geschehen als schicksalhafte Begegnung gestaltet, wobei sich der Stoffbereich von Geschichte, Sage und Mythos in letzter Zeit auch auf das Soziale ausgedehnt hat, woraus sich folgern lässt, dass eine gewisse künstlerische Verwandtschaft zur knappen epischen Prosaform der Novelle besteht. Von den zahlreichen Definitionsversuchen - hierzu ließen sich in der Literatur noch viele weitere Beispiele, wie Winfried Ulrich oder Ivo Braak, finden, doch dies ist nicht Gegenstand dieser Untersuchung - seien nur noch Goethes Bemerkungen im Anschluss an seine %DOODGH YRP YHUWULHEHQHQ*UDIHQ zitiert:
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Diese Aussagen sind deshalb für die Problematik der eindeutigen Gattungsdefinition von großer Bedeutung, weil Goethe in dieser Literaturform das Ur-Ei 3 der Dichtung sieht, in der Dramatik, Epik und Lyrik noch nicht voneinander getrennt sind. Clemens Heselhaus vertritt jedoch die Ansicht, Goethe wollte, indem er alle Gattungen der Dichtkunst vereint sah, den Schwierigkeiten aus dem Weg gehen, vor die sich andere Literaturtheoretiker gestellt sahen. 4 Weitaus schwieriger zeichnet sich die Antwort auf die
1 Vgl.: Wolfgang Kayser: Artikel Ballade in: Kleines literarisches Lexikon. Hrsg. von Wolfgang Kayser, Bd.1, Bern und München 1961, S.29.
2 Johann Wolfgang von Goethe: Sämtliche Schriften nach Epochen seines Schaffens. Hrsg. von Karl Richter. Bd. 13.1. (= Münchner Ausgabe), S. 505
3 Ebd., S.505
4 Vgl.: Weißert, Gottfried: Ballade. Stuttgart ²1993, S.5 . [=Sammlung Metzler]
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Frage nach einer einheitlichen, definitorisch festgelegten Balladentypologie aus. Paul Lang schreibt hierzu: Weit wichtiger als die Definition der Ballade, welche beiläufig, niemand gelingt, ist die Unterscheidung ihrer Unterabteilungen. 5
Im Laufe der Gattungsgeschichte der Ballade, deren Wortursprung dem Provenzalischen <
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1. Kurt Bräutigam
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2. Paul Lang
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3. Paul Kämpchen
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4. Hans Benzmann
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5. Walter Hinck
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6. Ronald Schneider
5 Lang, Paul in: Gottfried Weißert, a.a.O., S. 20
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Klaus Ludwig Hohn, 1997, Typologie und gattungshistorischer Ort der Drosteschen Ballade (Annette von Droste-Hülshoff), München, GRIN Verlag GmbH
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