Professionalisierung der Lehrerbildung durch Standards? LV 1323, SS 06
Bechtloff , Laloux
Inhalt
Einleitung 3
1. Länderspezifische Unterschiede bei Standards in der Lehrerbildung. 5
USA : 5
England : 6
Schweiz : 6
Finnland : 6
2. Funktionen von Standards. 8
3. Die vier Kriterien 10
3.1 Zu den vier Kriterien am Beispiel der Leistungsmessung 10
a) Das Kriterium der Theorie 10
b) Das Kriterium der Empirie. 11
c) Das Kriterium der Qualität. 11
d) Das Kriterium einer immer schon vorhandenen Praxis 12
3.2 Vernetzung der vier Kriterien 13
4. Grundsatzfrage: Was lässt sich überhaupt standardisieren? 13
Fachkompetenz. 15
Didaktische Kompetenz. 15
Klassenf ührungskompetenz 15
Diagnostische Kompetenz. 15
Exkurs : Mustervortragsnetzwerk (am Beispiel des Buchhaltungsunterrichts) 16
5. Zur Formulierung von Standards 17
Beispiel : Ein konkreter Mindeststandard im Buchhaltungsunterricht 19
6. Überprüfung von Standards 20
7. Internationale Standardkritik. 23
Literatur 25
2
Professionalisierung der Lehrerbildung durch Standards?
Eine Anmerkung zur geschlechtsneutralen Formulierung: Die deutsche Sprache beinhaltet nun mal verschiedene Geschlechter. Manche Wörter sind, warum auch immer, männlich, manche weiblich, manche sächlich besetzt. Geht es um Menschen, speziell im Plural, so existiert keine korrekte Endung, welche mitten im Wort Großbuchstaben enthält. Wir geben hiermit bekannt, ab nun im Zweifelsfall die unseres Erachtens nach gebräuchlichere Variante (z.B. der Schüler + die Schülerin = die Schüler, nicht SchülerInnen) zu verwenden. Dies ist kein fehlgeleiteter Chauvinismus, allein uns ist die Steigerung der Unlesbarkeit durch eben diese wild verstreuten Großbuchstaben, Klammern und Schrägstriche schlicht unsympathisch. Gemeint sind natürlich immer beide Geschlechter.
Einleitung
Ob man sich nun für sie, gegen sie oder gar nicht zu ihnen ausgesprochen hat, Tatsache ist, dass Standards in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen haben. Der „PISA Schock“ von 2001, wenngleich er primär durch mangelnde Fähigkeit des Lesens der Studienergebnisse entstand, hat auch die Debatte um Lehrerbildungsstandards in Mitteleuropa wieder aufgeheizt und vorangetrieben, welche nun im Rahmen dieser Seminararbeit behandelt werden soll.
Wir gehen grundsätzlich nicht auf einzelne Standards (außer sie dienen als Beispiel) ein, sondern besprechen, ob Lehrerbildungsstandards generell zu begrüßen sind. Ohne dem allwissenden „kommt drauf an“, dass jede sinnvolle Argumentation ob seiner Allgemeingültigkeit jäh beendet. Im Entstehungsprozess von Standards verweilen wir daher primär in der Phase vor ihrer Zeugung und wollen Überlegungen anstellen, ob und wo sie überhaupt sinnvoll und wünschenswert wären.
Der Aufbau der hier vorliegenden Seminararbeit gestaltet sich wie folgt:
Um einen Überblick über die nationalen Zugänge zu geben werden kurz implementierte Standards aus verschiedenen Ländern (USA, England, Schweiz und Finnland) umrissen. Um die Konsequenzen einer Einführung von Lehrerbildungsstandards zu beleuchten, werden die verschiedenen Funktionen, welche diese erfüllen (sollten) vorgestellt. Eine zentrale Rolle im Standarddiskurs spielt Oser, welcher vier Kriterien formuliert hat, denen Standards genügen müssen. Seine Ausführungen stellen den nächsten Punkt dar. Ausgehend von dieser
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Professionalisierung der Lehrerbildung durch Standards?
Hinführung wollen wir danach einige Grundsatzüberlegungen, was denn Standards in der Lehrerbildung sein sollen, können und müssen und ob sie überhaupt und wenn ja in welchen Bereichen wünschenswert sind, anstellen. Vielleicht nur soviel vorab: Es gibt sicher stärkere Befürworter ihrer Einführung als uns, weshalb der Unterton ein eher kritischer sein wird.
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Professionalisierung der Lehrerbildung durch Standards?
1. Länderspezifische Unterschiede bei Standards in der Lehrerbildung
Die Lehrerausbildung war lange Zeit durch eine Inputsteuerung geprägt, das heißt es wurde stärker auf die Autonomie der einzelnen Personen und Institutionen gesetzt als auf eine Kontrolle von außen. Seit einigen Jahren kommt es allerdings aus verschiedenen Gründen zu einer Verschiebung hin zu einer outputorientierten Steuerung 1 . Lehrerbildungsstandards sind international zu einem bedeutsamen Thema geworden. Hierbei beschreiten einige Länder ähnliche Wege, allerdings gibt es aber natürlich auch Länder, die ihren ganz eigenen Weg gehen. Um dies zu verdeutlichen soll nun ein grober Überblick über länderspezifische Unterschiede gegeben werden. Hierzu werden vier Beispiele angeführt, welche für die internationalen Überlegungen zu Standards von besonderer Bedeutung sind und zwar soll auf die Entwicklungen in den USA, in England, in der Schweiz und in Finnland näher eingegangen werden 2 .
USA:
In den Vereinigten Staaten werden Standards in der Lehrerbildung schon seit längerer Zeit diskutiert und auch entwickelt. Es wird zwischen drei Standardgruppen unterschieden.
- NCATE Standards 3 : sind Standards für Institutionen, welche sich mit Lehrerbildung befassen
- INTASC Standards: dienen als Standards für die Zertifizierung beziehungsweise Lizenzierung beginnender Lehrpersonen. Diesen haben besondere Bedeutungen für die Lehrerbildung. Sie umfassen zehn Standards, von denen jeder wiederum auf drei Ebenen: Knowledge, Dispositions und Performance betrachtet werden kann 4 .
- NBPTS Standards 5 : sind Standards für Zertifizierung beziehungsweise Lizenzierung von Lehrern, die bereits mehr Erfahrung besitzen. Bei den
1 vgl. Blömeke S 26
2 vgl. Tulodziecki S 35ff
3 für nähere Informationen siehe: http://www.ncate.org/
4 mehr unter: http://www.ncpublicschools.org/pbl/pblintasc.htm
5 vgl. http://www.nbpts.org/standards/index.cfm
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Professionalisierung der Lehrerbildung durch Standards?
NBPTS Standards wird der Fokus vorwiegend auf die einzelnen
Unterrichtsfächer, die verschiedenen Schulstufen und die unterschiedlichen Berufsfelder innerhalb der Schule gelegt.
England:
Die Briten leben ebenfalls schon seit geraumer Zeit „Professional Standards“, welche von dem „General Teaching Council of England“ erlassen wurden. Diese dienen als Maßstab für die Zertifizierung des „Qualified Teacher Status“ und umfassen fünf Standardbereiche:
- Professional Values and Practice
- Knowlegde and understanding
- Planning, expectations and targets
- Monitoring and assessment
- Teaching and class management
welche wiederum in insgesamt 42 Standards ausdifferenziert wurden.
Schweiz:
Für die Schweiz, welche bereits standardähnliche Überlegungen hegt, sind vor allem die Arbeiten von Fritz Oser von Bedeutung, dessen Theorien Auswirkungen auf den gesamten deutschsprachigen Raum haben. Durch Operationalisierungen seiner Standardgruppen kommt Oser insgesamt zu 88 Standards, welche wichtige Anforderungen an die Lehrerbildung spezifizieren. Aufgrund der Wichtigkeit seiner Überlegungen wird seine Theorie als eigener Punkt später noch behandelt werden.
Finnland:
Der Weg den Finnland beschreitet unterscheidet sich maßgeblich von z.B.: dem Weg der USA. Finnland besitzt nur relativ allgemeine Vorgaben für die Lehrerbildung. Der Gesetzgeber hat lediglich die Merkmale bzw. die universitären Abschlüsse die eine Lehrperson nachweisen muss geregelt. Zentrale Vorgaben sind vor allem an einem Lehrerleitbild, welches im „Teacher Education Development Programm“ von 2001 verankert ist, autonomen und verantwortlichen Handelns sowie professioneller
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Arbeit zitieren:
Ewald Bechtloff, Georg Laloux, 2006, Lehrerbildungsstandards - Kriterien und Kritik, München, GRIN Verlag GmbH
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