Inhaltverzeichnis
1. Einleitung
2. Wahlen/Wahlsysteme
2.1.Definition und Funktion von Wahlen
2.2.Die traditionelle Definition und Unterscheidung der Wahlsysteme
2.3. Zuordnung und Definitionsfrage der Grundtypen
3. Die Auswirkungen der beiden Wahlsystemgrundtypen im Vergleich
3.1. Die Auswirkungen auf die Struktur der Parteiensysteme
3.1.1. Auswirkungen bei Mehrheitswahlsystemen
3.1.2. Auswirkungen bei Verhältniswahlsystemen
3.2. Die politischen Auswirkungen der Wahlsysteme
4. Fazit/Schlussbetrachtung
5. Literaturverzeichnis/ Tabellenverzeichnis
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1. Einleitung
Betrachtet man sich die gegenwärtigen Nationalstaaten der Erde, stellt man fest, dass Wahlen eine zentrale Rolle in der Staatenwelt spielen, wenngleich auch ihre faktische Bedeutung von Staat zu Staat divergiert. 1 Es gibt weit mehr als 250 verschiedene Wahlverfahren. Der Bundestag der Bundesrepublik Deutschland wird laut Bundeswahlgesetz, beispielsweise nach den Grundsätzen einer mit der Personenwahl verbundene Verhältniswahl gewählt. Diese große Anzahl von verschiedenen Wahlverfahren und Systemen lassen sich alle auf zwei Ausgangssysteme beziehen. Auf der einen Seite die Verhältniswahl und auf der anderen Seite die Mehrheitswahl. Der zentrale Unterschied dieser beiden Wahlsysteme liegt in der Umwandlung von Stimmen in Mandate. Das Wahlsystem ist eine entscheidende Größe in parlamentarischen Demokratien, da es unmittelbaren Einfluss auf die Regierungsbildung, die politische Kultur, die Struktur des Parteiensystems und auf die Stabilität von Regierungen hat. 2 Auf Grund dieser Erkenntnis behandelt nun die vorliegende Arbeit die Frage, ob es ein „best system“ 3 gibt, dass in jedem Land, egal unter welchen kulturellen, historischen, sozialen und politischen Gegebenheiten, Anwendung finden kann? 4 Zunächst werde ich in Kapitel 2 den Begriff der Wahl definieren und ihre Funktionen darlegen. Darüber hinaus werde ich die beiden Grundwahlsysteme, Mehrheitswahl und Verhältniswahl einander gegenüberstellen. Außerdem wird in Kapitel 2 das Klassifikations- und Definitionsproblem von Wahlsystemen aufzeigt und mit Hilfe der Einführung des Repräsentationsprinzips und der Entscheidungsregel diese Probleme behandelt.
1 Vgl. Dieter Nohlen, Wahlrecht und Parteiensysteme, Opladen 2000, Seite 21 (im Folgenden zitiert als: Wahlrecht).
2 Vgl. Karl-Rudolf Kohrte, Wahlen in der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 2003, Seite 20 (im Folgenden zitiert als: Wahlen).
3 Ebenda, Seite 155.
4 Vgl. Dieter Nohlen, Wahlsysteme der Welt, München 1978, Seite 15 (im Folgenden zitiert als: Welt).
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Kapitel 3 widmet sich den Auswirkungen der verschiedenen Wahlsystemgrundtypen und stellt einen Vergleich an. Hier werde ich mich auf die Auswirkungen auf das Parteinsystem und auf die damit verbundenen politischen Auswirkungen beschränken. Kapitel 5 bildet eine zusammenfassende Betrachtung der vorliegenden Arbeit.
2. Wahlen/Wahlsysteme
2.1. Definition und Funktion von Wahlen
Es finden sich eine ganze Reihe Definitionen von Wahlen in der Literatur, der Politikwissenschaftler Dieter Nohlen definiert Wahlen in Verbindung mit demokratischen Entscheidungen wie folgt:
Dennoch ist bekannt, dass Wahlen nicht nur auf demokratische Systeme beschränkt sind. 6 Der Grund hierfür liegt darin, dass Wahlen, rein als Technik betrachtet, welche
5 Vgl. Wahlrecht, Seite 21.
6 Es gibt eine grundsätzliche Unterscheidung zwischen Wahlen in demokratischen, autoritären und totalitären Staaten. In freiheitlichen demokratischen Systemen werden sog. Kompetitive Wahlen veranstaltet, welche u.a. Auswahlmöglichkeiten, die Wahlfreiheit und die Stellung der Machtfrage beinhalten (in der vorliegenden Hausarbeit werde ich mich ausschließlich auf diese Form der Wahlen beschränken). In autoritären und totalitären Systemen werden die Wahlen als semi-kompetitiv bzw. als nicht kompetitiv bezeichnet. Hier sind die Merkmale der kompetitiven Wahlen nicht oder nur teilweise gegeben. Siehe hierzu, Wahlrecht, Seite 25-28.
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Personen Ämter übertragen und Körperschaften bildet, auch in nicht demokratische Systemen vorkommen. 7 Eine demokratische Wahl wird dann als eine solche angesehen, wenn sie den Wahlrechtsgrundsätzen, „allgemein“, „gleich“, „geheim“, und „unmittelbar“ entspricht. 8
Die Art und Weise wie letztendlich, das durch Stimmabgabe gebildete Wählervotum in Mandate übertragen wird, ist in dem jeweiligen Wahlsystem festgelegt. Für demokratische Wahlsysteme lassen sich zwei verschiedene Grundwahlsysteme typologisieren, das Verhältniswahlsystem und das Mehrheitswahlsystem 9 . Der primäre Unterschied liegt in der Verfahrensweise wie die abgegebenen Stimmen in Mandate umgerechnet werden. 10 Was aber genau unter diesen beiden Systemen verstanden werden kann und worin die Unterschiede oder auch Gemeinsamkeiten bestehen, lässt sich nur unter genauerer Betrachtung sagen. Darüber hinaus kommt erschwerend hinzu, dass ein internationaler Vergleich der verschiedenen Wahlsysteme nur schwer möglich ist. Der Grund hierfür liegt darin, dass Wahlsysteme in den länder-, sprach- und kulturspezifischen Bezeichnungen divergieren. In England gibt es beispielsweise die Unterscheidung zwischen plurality system und proportional system, diese Begriffe sind jedoch ambivalent zur Unterscheidung Mehrheitswahl- und Verhältniswahlsystem. 11
7 Vgl. Dieter Nohlen, Kleines Lexikon der Politik, München 2001 Seite 558.
8 Vgl. Eckard Jesse, Wahlen, Bundesrepublik Deutschland im Vergleich, Berlin 1988, Seite 45.
9 Es findet sich in der Literatur auch oftmals eine Einteilung, in der auch Mischwahlsysteme auftauchen. Gegen solch eine Unterteilung spricht, dass Mischwahlsysteme eine sog. Resudialgröße bilden, welche letztendlich immer auf ein Verhältnis- oder Mehrheitswahlsystem zurückgeführt werden kann. Siehe hierzu Wahlrecht Seite 168.
10 Vgl. Bernhard Schreyer/Manfred Schwarzmeier, Grundkurs Politikwissenschaft: Studium der politischen Systeme, Wiesbaden 2000, Seite 86-88.
11 Vgl. Wahlrecht, Seite 122
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Arbeit zitieren:
Sven Rohde, 2006, Gibt es das ideale Wahlsystem? Auswirkungen von Verhältniswahl- und Mehrheitswahlsytemen, München, GRIN Verlag GmbH
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Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
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