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Inhaltsverzeichnis
1. Das Nibelungenlied
2. Brünhild von Islant
3. Frauenbild im mittelhochdeutschen Nibelungenlied
und in den nordischen Sagenkreisen wie der /LHGHU (GGD
mit besonderer Bezugnahme auf Brünhild
3.1 Feministische und andere Literaturtheorien
bei der Nibelungenliedforschung
3.2 Die Geschichte des Frauenbildes der Walküre
3.3 Das Bild von der kämpfenden Frau
4. Brünhild in der Interaktion mit Kriemhild, Hagen
und Siegfried
5. Das christliche Bild von der unbotmäßigen Ehefrau
6. Zusammenfassung und Schlussfolgerung
7. Bibliographie
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Das Nibelungenlied, welches wohl um 1200 - eventuell im Auftrag von Bischof Wolfger von Erla - von einem unbekannten Autor (namens Konrad?) verfasst wurde, steht mit seiner pessimistischen Weltsicht im Kontrast zur epischen Dichtung von zum Beispiel Hartmann von Aue. Es ist die im deutschsprachigen Raum wahrscheinlich bekannteste mittelalterliche Dichtung.
Vor dem mittelhochdeutschen Nibelungenlied gab es eine reiche, in manchem abweichende Sagenüberlieferung in Nordeuropa (Island, Dänemark und Norwegen) und Norddeutschland (Westfalen, Niedersachsen). Gemeinsame Erzählkerne dieser Überlieferungen sind Sigurds/Siegfrieds frühe Begegnung mit Brynhild und seine spätere Hochzeit mit Gudrun/Kriemhild, der Schwester Gunnars /Gunthers und Högnis/Hagens, auf deren Betreiben Sigurd später ermordet wird und die Einladung und Ermordung der Geschwister Gudruns durch ihren zweiten Gatten Atli/Etzel.
Wir haben es sehr wahrscheinlich mit einer Sagenfassung zu tun, die erst auf späteren Stufen zur Differenzierung führte. Die Siegfried - Brünhild Erzählung und die Sage vom Untergang der Burgunden haben jeweils nur einen historischen Ausgangspunkt. Herkunft und Einbeziehung der Brünhild - Figur, welche sowohl im mittelhochdeutschen Nibelungenlied als auch in den nordischen Dichtungen mythischen Charakter aufweist, sind nicht erklärt. Das Motiv von der verschmähten Braut, welche schlussendlich die Ermordung des ihr untreu gewordenen früheren Geliebten durch ihren Ehemann veranlasst, kommt aber sowohl in den nordischen Varianten als auch - kaschiert - im Nibelungenlied vor. In der Sagenentwicklung ist die Siegfried - Brünhild Sage und die vom Untergang der Burgunden, welche uns in der /LHGHU(GGD noch getrennt begegnen,
an einer bestimmten Stelle verbunden worden. Die Untergangssage ergab sich dabei als Folgeentwicklung der Siegfried - Brünhild Sage (was möglicherweise für die Profilierung Kriemhilds geschah, die im ersten Teil zweimal großes Unrecht erfuhr und sich dafür rächt).
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Einen eigenen Bereich der Sagengeschichte stellt Siegfrieds Jugendgeschichte dar. Während sie in den nordischen Texten in eigenen Texten, aber auch als Teil der Gesamtgeschichte (Völsungasaga, Thidreksaga, Snorri - Edda) erscheint, wird sie im Nibelungenlied nur in Hagens erzählender Erläuterung in den Strophen 87 - 100 erwähnt. Seine frühere Begegnung und Verlobung mit Brünhild fehlt vollkommen.
Siegfried, ein Königssohn aus Xanten, wirbt um Kriemhild, die Schwester der drei Burgundenkönige Gunther, Giselher und Gernot zu Worms am Rhein. Hagen von Tronje, ein Verwandter und bedeutendster Vasall König Gunthers, weiß von Siegfried, dass er früher einen Drachen getötet und von den Nibelungen einen legendären Schatz erworben hat. Im Laufe der Zeit macht sich Siegfried für die Burgunden unentbehrlich. Vor allem hilft er ihm dabei - mit der Hilfe seiner unsichtbar machenden Tarnkappe - um die von diesem ersehnte Braut Brünhild von Islant zu werben. Daraufhin vermählt man ihn mit Kriemhild. In der Hochzeitsnacht erfährt Gunther durch Brünhild die wohl größte Demütigung seines Lebens, als er von ihr gefesselt an einen Haken gehängt wird und so die Nacht verbringen muss. Am darauffolgenden Abend schleicht sich Siegfried ins königliche Schlafgemach und hilft Gunther - wieder unter zu Hilfename der Tarnkappe -Brünhild zu vergewaltigen. Er nimmt ihr auch den Ring und ihren Gürtel, wodurch Brünhilds übermenschliche Kraft gebrochen wird.
Jahre später kommt dieser Skandal ans Licht der Öffentlichkeit als sich Kriemhild und Brünhild vor dem Münster zu Worms um den Vortritt streiten. Brünhild beauftragt daraufhin Hagen Siegfried zu ermorden. Der tut das - unter unfreiwilliger Mithilfe Kriemhilds - auf der Jagd. Danach raubt er Kriemhild den Schatz der Nibelungen um zu verhindern, dass sie damit die Rache herbeiführt und versenkt ihn im Rhein. Nach einer Ewigkeit der Trauer nimmt sie die von Markgraf Rüdeger von Bechelaren vorgebrachte Werbung des Hunnenkönigs Etzel an. Jahre später lädt sie die jetzt Nibelungen genannten Burgunden an den Hof König Etzels ein. In einem unglaublichen Blutbad sterben alle hunnischen und burgundischen Krieger, sowie die Gefolgsleute des im Exil lebenden Königs Dietrich von Bern. Nachdem Kriemhild Gunther und Hagen
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tötete, wird sie vom wutentbrannten Hildebrand - Dietrichs Waffenmeister - erschlagen. Mit der Klage Etzels und Dietrichs um ihre Verwandten und Männer endet das Nibelungenlied. %5h1+,/'921,6/$17
Brünhild von Islant ist, auch wenn sie nur eine Nebenrolle spielt, eine der zentralen Figuren im Nibelungenlied. Bis zu Siegfrieds Tod tritt sie in allen Schlüsselszenen in Erscheinung. Ihr Charakter gibt aber einige Rätsel auf. Woher kommt ihre schier übermenschliche Kraft? Wer waren ihre Eltern? Wieso ließen sie zu, dass Brünhild sich dermaßen über alle damals üblichen Rollenverteilungen zwischen den Geschlechtern hinwegsetzte? Und kannte sie Siegfried vielleicht von früher? Fangen wir mit ihrem Namen an. Dieser setzt sich aus dem althochdeutschen EUXQQD EUXQLD was soviel wie Rüstung oder Panzer heißt und KLOWLD, Kampf, zusammen. Man
könnte ihren Namen demnach mit „Die mit der Rüstung/dem Panzer kämpft“ oder „Kämpferin der Brünne“ übersetzen. 1
Brünhild, die Gunther freien will, kommt aus einem fremden Land mit fremden Sitten. So muss auf Isenstein jeder Freier mit ihr Wettkämpfe austragen. Wer verliert, dem wird nicht nur ihre Hand verwehrt, ja er ist darüber hinaus des Todes - ohne Ausnahme. In Worms herrschen andere Sitten. Hier wird der Konflikt zwischen Gunthers Mannen und Siegfried nur mit Mühe von Gernot mit einer Geste der Gastfreundschaft abgewendet, nachdem Siegfried säbelrasselnd Land und Leute forderte. Bei Brünhild wäre so etwas undenkbar, genauso wie es in Worms unmöglich ist, dass eine Frau ritterliche Kampfspiele mit Männern austrägt.
In der fünften Aventiure, wo es um die Werbefahrt nach Islant geht, die eine der ältesten Schichten des Stoffes darstellt (die Teilnahme Gunthers, die Freierprobe (Flammenritt und Kampfspiele) und der Werbungsbetrug (Tarnkappe) sind wahrscheinlich erst jüngere Entwicklungen) ereignen sich einige wichtige Szenen, die den späteren Verlauf der
Arbeit zitieren:
Udo Seelhofer, 2002, Brünhild von Islant, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
DOI
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Udo Seelhofer's Text Brünhild von Islant ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
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