Inhaltsverzeichnis
9RP7D\ORULVPXV]XPKXPDQLVWLVFKHQ) KUXQJVNRQ HSW
Gliederung
(,1)h 581
2.1 DIE ENTSTEHUNG DES TAYLORISMUS 6
2.2 GRUNDPRINZIPIEN DES TAYLORISMUS 8
2.2.1 TRENNUNG VON PLANUNG UND AUSFÜHRUNG 9
2.2.2 SYSTEMATISCHE ZEIT- UND BEWEGUNGSSTUDIEN 9
2.2.3 PENSUM UND BONUS 10
2.2.4 AUSLESE UND ANPASSUNG DER ARBEITER 10
2.3 KRITIK 11
3.1 HAWTHORNE-EXPERIMENTE 13
4.1 MOTIVE UND ANREIZE 16
4.2 HIERARCHIE DER BEDÜRFNISSE NACH MASLOW 16
4.2.1 KRITISCHE WERTUNG DER BEDÜRFNIS- HIERARCHIE THEORIE 19
4.3 X-Y THEORIE VON MC GREGOR 20
4.3.1 KRITISCHE WERTUNG DER X-Y THEORIE 22
4.4 HERZBERGS ,,ZWEI-FAKTOREN THEORIE 22
4.4.1 KRITISCHE WERTUNG DES HERZBERG´SCHEN MODELLS 25
5.1 JOB ROTATION 27
5.2 JOB ENLARGEMENT 27
5.3 JOB ENRICHMENT 28
5.4 TEILAUTONOME GRUPPEN 29
6 /866 (0(5 81
/,7(5 7859(5 (, 1,6
Inhalt:Hinrich Oechtering
3
Inhaltsverzeichnis
EELOGXQJVYHU HLFKQLV
Abbildung 1: Die Bedürfnispyramide von Maslow 18
Abbildung 2: Die wichtigsten Annahmen der Theorien X und Y 21
Abbildung 3: Die Zwei-Faktoren Theorie der Arbeitszufriedenheit 24
Abbildung 4: Arbeitsorganisatorische Modelle 26
Inhalt:Hinrich Oechtering
4
Einführung
(LQIKUXQJ
„Betrachtet man die Ideengeschichte des Management, so lassen sich eine Reihe von mehr oder weniger eindeutig abgrenzbaren Phasen ausmachen. Der Wechsel von einer Phase zur anderen ist dabei nicht immer so zu verstehen, dass ältere Gedanken vollständig „über Bord geworfen“ und durch neue ersetzt wurden. Oft ging es mehr um die Ergänzung der alten Vorstellungen. Allerdings finden sich auch Vorschläge, die zu einem radikalen Wechsel des Grundansatzes auffordern.“ 1
In dem vorliegenden Beitrag wird die Entwicklung der Managementtheorien vom Taylorismus zum humanistischen Führungskonzept als verschiedene Phasen der Ideengeschichte des Managements vorgestellt. Im folgenden wird zunächst eine Übersicht über den gesellschaftlichen Bezugsrahmen und die Grundsätze des Taylorismus gegeben, um eine Einordnung des Taylorismus in den geschichtlichen Hintergrund zu ermöglichen. Im dritten Teil werden die verschieden gesellschaftlichen Gründe für eine Abwendung vom Taylorismus erläutert und es werden Grundlagen der Human-Relations-Entwicklung vorgestellt. Im vierten Abschnitt werden die Forschungsansätze zur Humanisierung der Arbeit und die zug-rundelegenden motivationstheoretischen Ansätze vorgestellt. Im anschließenden fünften Kapitel steht die Wahl geeigneter Strategien der Arbeitsgestaltung im Rahmen einer zunehmenden Sozialisierung im Vordergrund. In der Schlussbetrachtung werden die gewonnen Erkenntnisse noch einmal kritisch analysiert und die Grenzen der Arbeitsgestaltung aufgezeigt.
1 Steinmann, H., Schreyögg, G.: Unternehmensführung, 1993, S. 39 © Inhalt:Hinrich Oechtering
5
Taylorismus
7D\ORULVPXV
Die „ wissentschaftliche Betriebsführung“ (scientific management) ist benannt nach ihrem Begründer dem amerikanischen Ingenieur und Unternehmensberater Frederick Winston Taylor (1856-1915). Ziel des Taylorismus ist die Steigerung der Produktivität menschlicher Arbeit. Dies geschieht durch die Teilung der Arbeit in kleinste Einheiten, zu deren Bewältigung keine oder nur ganz geringe Denkvorgänge zu leisten und die aufgrund des geringen Umfangs bzw. Arbeitsinhalts schnell und einfach zu wiederholen sind. Grundlage der Aufteilung der Arbeit in diese kleinsten Einheiten sind Zeit- und Bewegungsstudien. Funktionsmeister übernehmen die disponierende Einteilung und Koordination der Arbeiten. Zur Arbeitsmotivation dienen vor allem monetäre Anreize. Ein Spezielles Lohnsystem (Leistungslohn) soll zur Steigerung der subjektiven Arbeitsleistung führen. 2 Geprägt ist der Tay-lorismus durch ein mechanistisches Menschenbild bei dem der Mensch als maschineähnlicher Produktionsfaktor betrachtet wird. 3
'LH(QWVWHKXQJGHV7D\ORULVPXV Als Ausgangspunkt wissenschaftlicher Analysen von Arbeit und Management gelten die Studien von Frederick W. Taylor (1856-1915). Taylor wurde am 20. März 1856 in Philadelphia /USA als Sohn wohlhabender Quäker geboren. Taylor beabsichtigte, in Harvard Jura zu studieren und besuchte das College Exeter, aus dem er allerdings als 18jähriger auf-grund eines starken Augenleidens ausschied. Daraufhin begann er eine Ausbildung als Werkzeugmacher und Maschinist. Nach deren Abschluss (1878) stellte er sich als Arbeiter in die Dienste der Midvale Stahlwerke. Dort blieb er 12 Jahre, wobei er sich schnell vom Maschinisten über den Vorarbeiter bis zum Techniker hocharbeitete. Parallel studierte er an dem Stevens Institute of Technology und wurde 1883 als diplomierter Ingenieur Chefingenieur in den Midvale Stahlwerken. Bei Midvale entwickelte er Zeit- und Bewegungsstudien und ein System der Prämienentlohnung. Im Jahre 1890 wechselte er zur Manufacturing Investment Co., Philadephia, um die Umsetzung seiner Ideen in die Praxis zu perfektionieren. Da seine Rationalisierungsmaßnahmen aber nicht von Erfolg gekrönt waren, gab er 1893 seinen Posten als Generaldirektor auf und machte sich als Unternehmensberater selb-
ständig. 4
Prägend für Taylors Zeit waren die Auswirkungen der industriellen Revolution Ende des
19. Jahrhunderts welche sich auch in seinem Forschungsansatz widerspiegeln. Als Auswir-
2 Vgl.Gabler Wirtschaftslexikon 14. Aufl., 1997
3 Vgl. Mitschriften Baur Managementseminar © Inhalt:Hinrich Oechtering
6
Taylorismus
kungen der industriellen Revolution sind nachfolgende Fakten zu verzeichnen. Aufgrund des Angebotsüberschuss auf dem Arbeitsmarkt war der Arbeitnehmer billig und der Lohn deckte gerade das Existenzminimum ab. Der Mensch galt in der damaligen Zeit als billiger Produktionsfaktor ohne höhere Bedürfnisse mit streng rationalem Verhalten im Sinne des ,,homo oeconomicus".
Taylor sah das Problem der zu seiner Zeit bestehenden Betriebe hauptsächlich in der Verschwendung von menschlicher Arbeitskraft. ,,Die Verschwendung materieller Dinge können wir sehen und fühlen; menschliche Handlungen, die nicht die beabsichtigte Wirkung haben, oder deren Ergebnis nicht im richtigen Verhältnis zu aufgewendeten Arbeit steht, hinterlassen [...] keine sichtbaren oder greifbaren Spuren.". 5 Ineffiziente Arbeitsweisen, das ,,Sich-Drücken" und die falschen Einstellungen der meisten Betriebsleiter sind seiner Ansicht nach die wesentlichen Ursachen dafür. 6
Die bis dahin übliche traditionelle Art und Weise, die industrielle Arbeitsvorgänge zu gestalten , revolutionierte Taylor, indem er die Einheit von Planung und Ausführung der Arbeit auflöste. Unter dem alten System war es der Vorarbeiter gewesen, der auf Grundlage seiner gesammelten Erfahrungen fast alle Arbeitsabschnitte selbst gedanklich vorbereitete, dann die notwendigen Arbeiten ausführte und schließlich die Ergebnisse überprüfte. Indem diese Einheit aufgebrochen und damit die Planung und Kontrolle von der Bindung an den Arbeiter gelöst wurde, entstand die Möglichkeit, die Arbeitsplanung systematischer zu gestalten und zu entwickeln. Auf diese Weise sollten Spezialisierungsvorteile geschaffen und genutzt werden. Das Management wurde zum Träger der Arbeitsplanung und -kontrolle, während der Arbeiter sich auf die (für ihn) vorgeplanten (einfachen) Arbeitsverrichtungen konzentrieren sollte. 7
Damit war Platz geschaffen für die systematische Anwendung wissenschaftlich angeleiteter Methoden bei der Arbeitsplanung. Die Analyse der Arbeitsvorgänge, die Zerlegung der Arbeit in möglichst kleine Arbeitselemente (Arbeitsteilung) mit der Möglichkeit der Spezialisierung der Arbeiter, die Messung der benötigten Zeit für einen bestimmten Arbeitsabschnitt (für deren bestmögliche Ausführung), d.h. die Methoden- und Zeitstudien (Industrial Engineering) konnten nun entwickelt und eingesetzt werden, um durch Planung der Arbeit die Vorraussetzung für hohe Arbeitseffizienz zu schaffen. Zur Nutzung dieses so geschaffenen Potentials sollten dann geeignete Arbeiter ausgewählt werden und durch finanzielle Anreize hoch motiviert werden. An dieser Stelle taten sich neue Aufgaben für das
5 Taylor, Frederick W.: Scientific Management, 1917, S. 2
6 Taylor, Frederick W.: Scientific Management, 1917, S. 12
7
Vgl. Steinmann, H., Schreyögg, G.: Unternehmensführung, 1993, S. 40
© Inhalt:Hinrich Oechtering
Taylorismus
Management auf. Schließlich bedurfte es systematischer Kontrolle, um die Arbeitsergebnisse zu prüfen und zu überwachen. 8
Taylor stellte (aufbauend auf Vorleistungen anderer Ingenieure, die seit den 1880er Jahren in der American Society of Mechanical Engineers (ASME) erbracht worden waren) der dargestellten Problemlage in der US-Industrie ein Konzept gegenüber, welches sich von den diversen innovatorischen Strategien einzelner zeitgenössischer Unternehmer durch seinen Anspruch auf eine Fundierung durch wissenschaftliche, und damit verallgemeinerbare Prinzipien und seinen systematischen Charakter unterschied. Taylor ging es um eine Ge-samtreform der Betriebe, nicht um vereinzelte Verbesserungen an willkürlich ausgewählten Elementen derselben. Sein System sollte eine "wirkliche Wissenschaft" sein, die "auf klar definierten Gesetzen, Regeln und Grundsätzen" basiert und die "auf alle Arten menschlicher Tätigkeit" angewendet werden kann . 9
*UXQGSULQ]LSLHQGHV7D\ORULVPXV Taylor`s „ Principles of Scientific Management“ liefern die Bezeichnung für eine neue Denkweise des Managements, die geprägt ist von dem rationellen Einsatz von Menschen und Maschinen im Produktionsprozess, einer am Best-Mitarbeiter orientierten Maximalleistung, entsprechender Personalauswahl- und Anreizsystemen und der konsequenten Tren-
nung von ausführender und planender Tätigkeit (Funktionsmeistersystem). 10 Die Kerngedanken des „ Scientific Management“ hat Taylor in Management-Prinzipien
niedergelegt. • Die Trennung von Planung und Ausführung und die weitgehende Teilung der Ar-
beit,
• Wissenschaftliche Arbeitsmethoden,
• Die Kontrolle der Ausführung durch das Management, • Systematische Zeitstudien als Voraussetzungen für eine leistungsgerechte Differen-
zierung finanzieller Anreize (Akkordsätze), • Eine funktionale Gliederung der Organisation und der Vorgesetztenaufgaben (Funk-
tionsmeistersystem) 11
8 Vgl. Steinmann, H., Schreyögg, G.: Unternehmensführung, 1993, S. 41
9 Taylor, Frederick W.: Scientific Management, 1917, S. 2
10 Vgl. Staehle, W. H.: Management, 1999, S. 24 © Inhalt:Hinrich Oechtering
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Taylorismus
Im Folgenden werden einige Grundprinzipien Taylors näher betrachtet. Der Anspruch auf Vollständigkeit muss im Rahmen dieser Arbeit, aufgrund des vorgeschrieben Umfanges, leider zurückgestellt werden.
7UHQQXQJYRQ3ODQXQJXQG$XVIKUXQJ Das traditionelle Wissen in den Köpfen der Arbeiter wurde gesammelt und auf Gesetze und Regeln reduziert, wobei das Management die Kopfarbeit übernimmt und die Gesetze und Regeln auf die tägliche Arbeit der Arbeiter anwendet. Unökonomische Faustregeln der Arbeiter für die Arbeitsausführung werden mittels Zeit- und Bewegungsstudien entdeckt
und durch wissenschaftliche Werte ersetzt. Dabei ist es das Ziel, die Werkstatt von jeder geistigen Arbeit zu befreien, d.h. die Arbeiter und Meister werden von Leitungs- und Denkarbeit befreit und die Kopfarbeit leistet ein Planungs- und Arbeitsbüro. Mit diesem System verbunden war die Einführung eines Funktionsmeistersystems, wobei der Funktionsmeister die Aufgabe übernahm, den Arbeitsab-
lauf vorzugeben und auf die Einhaltung der Vorgaben durch das Management zu achten.
6\VWHPDWLVFKH=HLWXQG%HZHJXQJVVWXGLHQ Im Handwerk und auch in den ersten Fabriken verfügten die Arbeiter über ein großes Erfahrungswissen, das sie in die Produktion einbrachten. Diese „ Faustregel-Methoden“ brachten jedoch nur suboptimal Resultate, da die Arbeiter nie versuchten, ihre Möglichkeiten voll auszuschöpfen. Taylor schloss daraus, dass man müsse das gesamte Wissen sammeln und auf bestimmte Regeln und Gesetzte reduzieren. Wenn dann die Arbeiter nach diesen
Regeln arbeiten, würde die Produktivität des einzelnen erhöht, das Unternehmen würde größere Gewinne machen und den Arbeitern könnten höhere Löhne gezahlt werden. Er beobachtete z.B. die Arbeit an Drehbänken und protokolliert die Ergebnisse über viele
Jahre hinweg. Daraus leitete er optimale Arbeitsabläufe und Einstellungen ab, die in Kombination mit einem neuartigen Stahl zu einer Produktionssteigerung von über 100% führten. Er ersetzte Faustregeln durch wissenschaftliche Werte. Seine Zeit- und Bewegungsstudien
waren die Grundlage seiner Umstrukturierungsmaßnahmen. Um einen Arbeitsgang zu op-
timieren, waren 7 Schritte notwendig:
Arbeit zitieren:
Hinrich Oechtering, 2002, Vom Taylorismus zum humanistischen Führungskonzept, München, GRIN Verlag GmbH
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