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Das Gleichnis 'Vom verlorenen Schaf', Lukas 15, 1-7

Seminararbeit, 2005, 20 Seiten
Autor: Anja Klein
Fach: Theologie - Biblische Theologie

Details

Veranstaltung: Einführung in die Auslegung des Neuen Testaments
Institution/Hochschule: Universität Dortmund
Tags: Gleichnis, Schaf, Lukas, Einführung, Auslegung, Neuen, Testaments
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 20
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 13  Einträge
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V55506
ISBN (E-Book): 978-3-638-50433-1
ISBN (Buch): 978-3-638-59862-0
Dateigröße: 132 KB

Zusammenfassung / Abstract

Der Name des Verfassers des Lukasevangeliums ist leider nicht bekannt, da er ihn nicht nennt. Es ist aber davon auszugehen, dass die Apostelgeschichte und das Lukasevangelium vom selben Autor verfasst worden sind. Ein mögliches Indiz hierfür ist es, dass es hier nicht nur eine theologische Nähe, sondern auch Gemeinsamkeiten in terminologischer Hinsicht gibt (vgl. Apg 13,38f, Lk 18,14, anklingen der Rechtfertigungslehre). [vgl. Conzelmann/ Lindemann: Arbeitsbuch zum Neuen Testament, S.343] Diese Gemeinsamkeiten können einerseits auf eine gemeinsame Verfasserschaft hinweisen, andererseits aber auch auf literarische Weise vermittelt sein. Es gibt aber auch Stimmen, die gegen die Verfasserschaft des Paulusmitarbeiters Lukasplädieren und einwenden, dass er sich theologisch zu stark von Paulus unterscheide. [vgl. Calwer: Bibellexikon, S.847] Augenzeugen werden in der Apg namentlich leider nicht erwähnt, die hier Aufschluss geben könnten. [vgl. Conzelmann/ Lindemann: Arbeitsbuch zum Neuen Testament, S.343] Auffällig im Gegensatz zu MT und Mk ist auch, dass bei Lk der Autor als individuell sichtbar wird. [vgl. Conzelmann/ Lindemann: Arbeitsbuch zum Neuen Testament, S342] Das "Ich" am Anfang bei Lk 1,3 und bei Apg 1,1 macht dies deutlich. "Seit Irenäus (um 180) gilt als Autor der Paulusbegleiter Lukas (Phlm 24, vgl. Kol 4,14, wo Lukas als Arzt bezeichnet ist, und 2 Tim 4,11; nach dem Canon Muratori war Lukas "litteris studios", also ein gebildeter Mann)." [Conzelmann/ Lindemann: Arbeitsbuch zum Neuen Testament, S.342] Letztlich bleibt der Verfasser von Lk (und der Apg) jedoch aufgrund fehlender Indizien unbekannt. Auch auf die Frage ob Lukas Juden- oder Heidenchrist war, gibt es keine eindeutige Antwort in der Literatur. Zwar kürzt Lk die Gesetzesdebatten aus Mk. Eine Parallele zu den Passagen über das Gesetz, wie bei Markus 7, 1-23 oder Mk 10 1-12, lässt sich bei Lukas nicht finden. Das Verständnis des Gesetzes, wie man es im Gegensatz hierzu in der Apostelgeschichte finden kann, ist sehr unjüdisch. Hieraus kann man folgern, dass er kein Jude war, obwohl er die Bräuche gut kennt und sie sachlich zutreffend darstellt. [vgl. Calwer: Bibellexikon, S.848] Andererseits ist Lukas mit jüdischen Sitten vertraut, wie zum Beispiel die Schilderung des Synagogengottesdienstes in Lk 4,16ff zeigt, somit ist es zwar unwahrscheinlicher aber nicht undenkbar, dass er Diaspora-Jude war. [vgl. Conzelmann/ Lindemann: Arbeitsbuch zum Neuen Testament, S.343] Lk ist ebenso wie Mt (und wohl auch Mk) 70 n. Chr. verfasst worden. Ein Indiz hierfür ist, dass in Lk 21,20 auf die Belagerung Jerusalems am Ende des Jüdischen Krieges und auf die Zerstörung Jerusalems angespielt wird. Über den Entstehungsort lässt sich hingegen nichts Genaues sagen. Vermuten lässt sich jedoch ein städtisches Umfeld oder ein kirchliches Zentrum (vgl. Lk 1,2f), da Lukas wie auch Mt, das Markusevangelium und die Quelle Q zur Verfügung standen. [vgl. Conzelmann/ Lindemann: Arbeitsbuch zum Neuen Testament, S.344]


Textauszug (computergeneriert)

Proseminararbeit

Das Gleichnis „Vom verlorenen Schaf“
Lukas 15, 1-7

WS 2004/05

Seminar: Einführung in die Auslegung des Neuen Testaments

vorgelegt von: 

Anja Klein

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Historische Einordnung ... 3

2. Abgrenzung und Kontext  ...  4

3. Übersetzungsvergleich ... 5-7

4. Synoptischer Vergleich ... 7-9

5. Literar- und Formkritik
5.1. Literarkritik ... 9-10
5.2. Formkritik ... 10-12

6. Einzelexegese ... 12-16

7. Theologische Zusammenfassung ... 17-19

8. Literaturliste ... 22

 

 

1. Historische Einordnung

Der Name des Verfassers des Lukasevangeliums ist leider nicht bekannt, da er ihn nicht nennt. Es ist aber davon auszugehen, dass die Apostelgeschichte und das Lukasevangelium vom selben Autor verfasst worden sind. Ein mögliches Indiz hierfür ist es, dass es hier nicht nur eine theologische Nähe, sondern auch Gemeinsamkeiten in terminologischer Hinsicht gibt (vgl. Apg 13,38f, Lk 18,14, anklingen der Rechtfertigungslehre).1 Diese Gemeinsamkeiten können einerseits auf eine gemeinsame Verfasserschaft hinweisen, andererseits aber auch auf literarische Weise vermittelt sein. Es gibt aber auch Stimmen, die gegen die Verfasserschaft des Paulusmitarbeiters Lukasplädieren und einwenden, dass er sich theologisch zu stark von Paulus unterscheide.2 Augenzeugen werden in der Apg namentlich leider nicht erwähnt, die hier Aufschluss geben könnten.3 

Auffällig im Gegensatz zu MT und Mk ist auch, dass bei Lk der Autor als individuell sichtbar wird.4 Das „Ich“ am Anfang bei Lk 1,3 und bei Apg 1,1 macht dies deutlich. „Seit Irenäus (um 180) gilt als Autor der Paulusbegleiter Lukas (Phlm 24, vgl. Kol 4,14, wo Lukas als Arzt bezeichnet ist, und 2 Tim 4,11; nach dem Canon Muratori war Lukas „litteris studios“, also ein gebildeter Mann).“5 Letztlich bleibt der Verfasser von Lk (und der Apg) jedoch aufgrund fehlender Indizien unbekannt.

Auch auf die Frage ob Lukas Juden- oder Heidenchrist war, gibt es keine eindeutige Antwort in der Literatur. Zwar kürzt Lk die Gesetzesdebatten aus Mk. Eine Parallele zu den Passagen über das Gesetz, wie bei Markus 7, 1-23 oder Mk 10 1-12, lässt sich bei Lukas nicht finden. Das Verständnis des Gesetzes, wie man es im Gegensatz hierzu in der Apostelgeschichte finden kann, ist sehr unjüdisch. Hieraus kann man folgern, dass er kein Jude war, obwohl er die Bräuche gut kennt und sie sachlich zutreffend darstellt.6 Andererseits ist Lukas mit jüdischen Sitten vertraut, wie zum Beispiel die Schilderung des Synagogengottesdienstes in Lk 4,16ff zeigt, somit ist es zwar unwahrscheinlicher aber nicht undenkbar, dass er Diaspora-Jude war.7

Lk ist ebenso wie Mt (und wohl auch Mk) 70 n. Chr. verfasst worden. Ein Indiz hierfür ist, dass in Lk 21,20 auf die Belagerung Jerusalems am Ende des Jüdischen Krieges und auf die Zerstörung Jerusalems angespielt wird. Über den Entstehungsort lässt sich hingegen nichts Genaues sagen. Vermuten lässt sich jedoch ein städtisches Umfeld oder ein kirchliches Zentrum (vgl. Lk 1,2f), da Lukas wie auch Mt, das Markusevangelium und die Quelle Q zur Verfügung standen.8

2. Abgrenzung und Kontext

Das Kapitel 14 stellt bereits die Bedeutung eines Gastmahles heraus.

In Lk 14, 1-24 wird hervorgehoben, wie wichtig es ist, wenn man miteinander isst oder auch miteinander des Weges geht (LK 14,25).9 Die in 15, 2 angesprochene Tischgemeinschaft ist somit in ihrer Bedeutung vorab schon spezifiziert worden. Aber auch in Kapitel 13 gibt es bereits Parallelen in der textlichen Struktur. Auf die Ausgangssituation (13,1/ 15, 1-2) folgt bei beiden Kapiteln ein symmetrisches Doppelbeispiel. Beide Teile sind in Frageform gehalten (13,2-5/ 15, 3-10) und auf beide folgt ein breiter ausgeführtes Gleichnis (13, 6-9/ 15,11-32). Beide Male leitet der Redner seinen Schluss, den er aus dem angeführten Beispiel zieht, mit den Worten „Ich sage euch“ ein (13,3/15, 7 und 10).10

Die Rede Jesu geht in Kapitel 16 und 17 weiter, wobei nun die Jünger das Publikum bilden.

[....]


1 vgl. Conzelmann/ Lindemann: Arbeitsbuch zum Neuen Testament, S.343

2 vgl. Calwer: Bibellexikon, S.847

3 vgl. Conzelmann/ Lindemann: Arbeitsbuch zum Neuen Testament, S.343

4 vgl. Conzelmann/ Lindemann: Arbeitsbuch zum Neuen Testament, S342

5 Conzelmann/ Lindemann: Arbeitsbuch zum Neuen Testament, S.342

6 vgl. Calwer: Bibellexikon, S.848

7 vgl. Conzelmann/ Lindemann: Arbeitsbuch zum Neuen Testament, S.343

8 vgl. Conzelmann/ Lindemann: Arbeitsbuch zum Neuen Testament, S.344

9 vgl. Bovon: Das Evangelium nach Lukas, S.15

10 vgl. Bovon: Das Evangelium nach Lukas, S.16


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