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Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften
Institut für Politikwissenschaft
Proseminar: Soziales Lernen als Kategorie der politischen Bildung
eingereicht von: Andreas Janowski
2. Semester Politik Lehramt
WS 2001 / 2002
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1. Einleitung 2. Schulsozialarbeit: Was ist das überhaupt? 2.1 Ein Definitionsversuch 2.2 Schulsozialarbeit als Reaktion auf eine veränderte Lebenswelt 2.3 Ziele, Aufgaben und Tätigkeitsfelder der Schulsozialarbeit 3. Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe 3.1 Das distanzierte Modell 3.2 Das integrative Modell 3.3 Die „Kooperation“ von Lehrer und Sozialarbeiter 4. Fazit 5. Literaturverzeichnis
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Schule und Jugendhilfe sind die wichtigsten Einrichtungen öffentlicher Erziehung und Erziehungshilfen. Die Schule qualifiziert den gesamten gesellschaftlichen Nachwuchs, liest aus und weist in Berufspositionen ein. Die Jugendhilfe begleitet diesen Qualifikations- und Selektionsprozess, indem sie dann eingreift, wenn eine normale Sozialisation von Jugendlichen gefährdet erscheint.
Trotz der offensichtlichen Wichtigkeit des Themas, gab es in der Bundesrepublik Deutschland jahrelang so gut wie keine Diskussionen, die das Verhältnis zwischen Schule und Jugendhilfe beleuchten. Somit fiel es auch schwer eine wirkliche Beziehung zwischen Schul- und Sozialpädagogik aufzubauen. Erst Ende der siebziger Jahre entstand mit der Schulsozialarbeit eine Kooperationsform zwischen Schule und Jugendhilfe.
Doch was ist Schulsozialarbeit eigentlich und was soll mit ihr erreicht werden? Im Verlauf meiner Hausarbeit versuche ich zu klären, was der komplexe Begriff Schulsozialarbeit beinhaltet. Bei der Beantwortung dieser Frage werde ich mich zunächst der Notwendigkeit von Schulsozialarbeit zuwenden. Im weiteren Verlauf soll diskutiert werden, welche Zielgruppen mit welchen Handlungsweisen angesprochen werden sollen, um damit ein Bild von den Aufgaben und Tätigkeitsfeldern zu vermitteln. Weiterhin werde ich versuchen, die Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe zu beleuchten. Um dies effektiv tun zu können, habe ich mich entschieden zwei Kooperationsformen vorzustellen, das distanzierte und das integrative Modell. Abschließend werde ich kurz auf das Verhältnis von Lehrer und Schulsozialarbeiter eingehen, das von der Literatur oft als Hassliebe charakterisiert wird. Am Ende dieser Einleitung möchte ich nun noch kurz auf die Literaturlage eingehen. Erschwerend kam bei der Besprechung des Themas hinzu, dass in der Fülle der Publikationen wenig aktuelles Material zu finden war. Daraus resultiert, dass ich mich zum Grossteil auf das Buch von Matthias Drilling und auf die drei Zeitschriftenartikel von Wilfried Wulfers beziehen werde. Trotzdem habe ich versucht, dem Leser im folgenden den größtmöglichen Einblick zum Thema Schulsozialarbeit zu vermitteln.
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Versucht man das Phänomen Schulsozialarbeit theoretisch zu erfassen, so steht man vor dem ersten Problem, nämlich dem der Definition. Die unterschiedlichen Bezeichnungen, die verwendet werden, zum Beispiel Sozialarbeit in der Schule, außerschulisches Angebot oder Schülersozialarbeit, und die Tatsache, dass es Schulsozialarbeit sowohl in Trägerschaft der Schule als auch der Jugendhilfe gibt, zeigt wie ungeklärt dieser Bereich noch ist. (Grossmann/Stickelmann 1982, S. 42-44)
Somit ist die Frage, was konkret unter Schulsozialarbeit zu verstehen ist, nicht leicht zu be-antworten. Wenn der Pädagoge Wilfried Wulfers über Schulsozialarbeit spricht, versucht er Ziele der Schule und der Jugendhilfe miteinander zu verbinden. Für ihn ist Schulsozialarbeit als Oberbegriff einzusetzen, „der alle Aktivitäten einschließt, die dazu geeignet sind, Konflikte und Diskrepanzen bei SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen auf der Grundlage adäquater Methoden der Sozialarbeit (bzw. Sozialpädagogik) innerhalb der Schule oder auf die Schule bezogen abzubauen.“ (Wulfers 1999, S. 14) Somit soll die unterrichtliche, soziale und psychische Situation der genannten Personen verbessert werden. Gleichzeitig sollten die gewählten Aktivitäten zu einer Öffnung der Schule nach innen und außen beitragen und somit eine soziale Verbesserung des Schullebens erwirken.(vgl. Wulfers 1998, S. 10) Schulsozialarbeit soll also mit sozialpädagogischen Mitteln direkt im Einflussbereich der Schule wirken und versuchen manches anders zu machen oder gar Methoden der Schule im gesamten zu verändern. Dabei geht die Schulsozialarbeit davon aus, dass die Schule ihre Sozialisationsaufgaben bewusst und gezielt mit neuen Mitteln wahrnehmen muss. Mit sozialpädagogischen Unterrichtsangeboten, Einzelfallhilfen für Schüler in Konfliktlagen, Freizeitangeboten, Betreuung von sozialen Problemgruppen, Elternarbeit und vielem mehr soll von Seiten der Schulsozialarbeit dieses Ziel erreicht werden. (vgl. Barz 1981, S. 8-10)
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Arbeit zitieren:
Andreas Janowski, 2002, Schulsozialarbeit, München, GRIN Verlag GmbH
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