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Inhaltsverzeichnis
1. Die ersten 40 Jahre (672 /75 717 )
1.1 Ausbildung und Tätigkeit
1.2 Erster Frieslandaufenthalt
2. Bonifatius und der Missionsauftrag (718 722 )
2.1 Zweiter Frieslandaufenthalt
2.2 Die Bischofsweihe
3. Bonifatius im Frankenreich Karl Martells (723 737 )
3.1 Mission in Hessen und Thüringen
3.2 Das Pallium
4. Bonifatius als päpstlicher Legat für Germanien (738 746 )
4.1 Bayern
4.2 Errichtung weiterer Bistümer und Klöster
4.3 Kirchenreform im Frankenreich
5. Erzbischof in Mainz (747 754 )
6. Die letzte Mission
7. „Apostel der Deutschen“
Literaturverzeichnis
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1. Die ersten vierzig Jahre (672/75 - 717)
Über das Leben des Bonifatius geben vor allem zwei Quellen Auskunft. Zum einen verfaßte Willibald, sein Landsmann und Schüler, bereits zehn Jahre nach dem Tode Bonifatius (= 754) eine ausführliche Lebensbeschreibung. Zum anderen sind Briefe von ihm und an ihn, die gleich nach seinem Tode gesammelt wurden, wichtige Informationsquellen. Ein Werk von ungefähr 150 Briefen gibt unmittelbar Aufschluß über ihn und sein Wirken und läßt vor allem die Beziehungen nach Rom und England deutlich werden 1 .
1.1 Ausbildung und Tätigkeitsfeld
Winfrid, wie Bonifatius vor seiner Bischofsweihe hieß, wurde als Sohn eines reichen Großgrundbesitzers geboren. Sein Geburtsjahr läßt sich auf 672/673, spätestens 675 errechnen. Als Name seines Geburtsortes wird seit dem 14. Jh. Credition genannt, gelegen in der Grafschaft
Devonshire im südenglischen Wessex (Abb. 1). wuchs er hinein angelsächsischen Jugendzeit
Wanderprediger, die ihm die ersten nachhaltigen Eindrücke vom Christentum vermittelten. Schon in jungen Jahren verspürte Winfrid die Sehnsucht nach dem Kloster. Sein Vater wollte von solchen Neigungen zunächst nichts wissen; erst eine Krankheit stimmte ihn um, so daß er den Sohn als
Oblat dem Benediktinerkloster Exeter übergab. Winfrid war damals vermutlich sieben Jahre alt. 2
1 Haendler, Gert, Die lateinische Kirche im Zeitalter der Karolinger Evang. Vlgs.-Anst., 1985, S. 48ff. Hawel, Peter: Das Mönchtum im Abendland. Geschichte, Kultur, Lebensform, Freiburg/Br. 1993, S. 112 ff.
2 Haendler, G., Bonifatius, in: Martin Greschat, Gestalten, Bd. 1, 2. Aufl. Stuttgart 1994 S. 69ff.
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Die ersten Jahre in Exeter erhielt der begabte Winfrid eine gründliche theologische Ausbildung, die er später im Benediktinerkloster Abb. 1: Großbritannien Quelle: Ökumenisches Heiligen- Nursling,nördlich von Southhampton, fortsetzte lexikon
(Abb. 1). Hier vervollständigte er unter Abt Wimbert
seine Ausbildung bei strenger Unterwerfung unter regeltreues Benediktinertum. In Nursling bildete sich sein universal kirchliches Bewußtsein, die zeitlebens ganz ausgesprochen in Erscheinung tretende Verbundenheit mit dem Papst in Rom. Die englische Kirche war stark an die römische Kirche orientiert, die iroschottische Kirche achtete dagegen auf ihre Unabhängigkeit und Eigenständigkeit. Leistungen in Grammatik, Rhetorik und traditionell dreifältiger Exegese (Schriftauslegung) begründeten seinen baldigen Ruhm als Gelehrter und Lehrer. Mit dreißig Jahren wurde er Priester, folglich zwischen 702 - 705, aber sein Tätigkeitsfeld war die Schule des Klosters, deren Leitung ihm bald anvertraut wurde. Winfrid verfaßte eine lateinische Grammatik, sowie eine Metrik. 3
Die erfolgreiche Laufbahn des gelehrten Mönches, dessen Ruf als hochgebildeter und geschickter Lehrer über seine Wirkungsstätte hinaus viele Lernbegierige und Schüler anzog, nahm eine unerwartete Wendung: Im Jahre 716 verließ Winfrid das Kloster, um auf das Festland zu gehen. 4 Seine bisherige Tätigkeit schien er nicht mehr als die Erfüllung seiner eigentlichen Berufung empfunden zu haben.
1.2 Erster Frieslandaufenthalt
Winfrid fasste den Entschluß, als Missionar auf das Festland zu gehen. Er war in seiner Einstellung zur Missionsarbeit und in seiner Haltung als Mönch geprägt durch die Tradition seiner Heimat. Grundmotiv seines Entschlusses war vermutlich der „Apostel als Urbild des Mönches“ 5 . Er war ergriffen vom Ideal asketischer Heimatlosigkeit. Dieses Motiv hatte schon früher irische oder angelsächsische Mönche zur Auswanderung auf das Festland veranlaßt.
3 Haendler, G., Bonifatius, in: Martin Greschat, Gestalten, Bd. 1, 2. Aufl. Stuttgart 1994 S. 69ff. Art. Bonifatius in TRE Bd. 7, 1980, S 69ff.
4 Haendler, G., Bonifatius, in: Martin Greschat, Gestalten, Bd. 1, 2. Aufl. Stuttgart 1994 S. 69ff. Art. Bonifatius in TRE Bd. 7, 1980, S 69ff.
5 Haendler, G., Bonifatius, in: Martin Greschat, Gestalten, Bd. 1, 2. Aufl. Stuttgart 1994 S. 69ff.
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In Armut und Heimatlosigkeit wollten sie Jesus nachfolgen. Während aber ein Mann wie der irische Mönch Columban um 600 das Festland betrat ohne festen Plan, so ist Winfrid offenbar mit klareren Vorstellungen gekommen. Sein Ziel war Friesland (heute Holland), wo schon seit Jahrzehnten angelsächsische Mönche als Missionare sich mühten. 6 Schließlich zieht er im Frühjahr 716 mit einigen Genossen als Missionar nach Friesland, doch zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der Friesenkönig Radbod, ein energischer Vertreter des Heidentums, lag mit Karl Martell, dem Hausmeier der Franken, im Krieg. Sogar das Missionswerk des ersten Friesenmissionars, des heiligen Willibrord, war zugrunde gegangen. Winfrid kehrte im Herbst 716 von seiner erfolglosen Mission wieder in sein Kloster zurück, wo er ein Jahr darauf zum Abt gewählt wurde. Dieses Amt hatte er wohl auch kurzfristig ausgeübt, aber Winfrid wollte nicht gebunden sein. Seine Pläne gingen in eine andere Richtung.
Der Bischof Daniel von Winchester, ein Freund Winfrids, half in dieser Lage: Winfrid konnte weiter seinen Missionsplänen nachgehen, ein anderer Mönch des Klosters wurde Abt. Für den neuerlichen Missionsversuch rüstete Daniel von Winchester Winfrid mit zwei Empfehlungsschreiben aus, in dem er alle geistlichen und weltlichen Großen und den Papst um Gastfreundschaft für ihn bat. 7
2. Bonifatius und der Missionsauftrag (718 - 722)
Im Spätherbst 718 brach Winfrid erneut auf. Er hatte seine zeitlebens geliebte Heimat, mit der er bis ans Lebensende durch regen Briefwechsel in Verbindung blieb, für immer verlassen. Als weitere Rückendeckung neben den Empfehlungsschreiben wollte Winfrid seine weitere missionarische Wirksamkeit von höchster Stelle absichern lassen uns so führte ihn sein Weg zunächst nach Rom. Dort besprach er sich mit dem Papst, der ihm die Missionierung der Germanen übertrug.
6 Haendler, G., Bonifatius, in: Martin Greschat, Gestalten, Bd. 1, 2. Aufl. Stuttgart 1994 S. 69ff.
7 Wollasch, Joachim: Mönchtum des Mittelalters zwischen Kirche und Welt, München 1973, S. 26ff.
Arbeit zitieren:
Karin Hagedorn, 2003, Bonifatius und die angelsächsische Mission auf dem europäischen Kontinent, München, GRIN Verlag GmbH
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Die irische Missionierung auf dem Festland von 600-750 n.Chr.
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