Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Begriffsbestimmung 3
2.1 Mittelalter Zeitlicher Rahmen 3
2.2 Missionsmethoden 4
2.2.1 Missionsmethode in der Alten Kirche 5
2.2.2 Missionsmethode in der frühmittelalterlichen Kirche 7
3 Ausgangssituation 9
3.1 Irland 9
3.1.1 Christliche Frühzeit 10
3.1.2 St. Patrick 10
3.1.3 Irisches Mönchtum 11
3.2 England Roms Missionsbewegung in England 13
4 Mission auf dem Kontinent 15
4.1 Iroschottische Erweckungsbewegung Columban 16
4.2 Angelsächsische Mission Winfried-Bonifatius 16
5 Zusammenfassung 20
Abbildungsverzeichnis 21
Literaturverzeichnis 21
Anhang 23
1 Einleitung
Zur Zeit des Mittelalters hatte sich das Christentum bereits zu einer der großen Weltreligionen etabliert und beeinflusste entscheidend die Gestalt des heutigen Europa. Der Weg dorthin erstreckte sich jedoch über einen sehr langen Zeitraum.
Die Christianisierung des europäischen Raumes im frühen Mittelalter war eine Bewegung, die meist „von oben“ bewirkt wurde. Waren die Herrscher getauft, so musste das Volk folgen, was zu vielen Unstimmigkeiten führen sollte. Da sich diese Bekehrung auf einer sehr oberflächlichen Ebene abspielte und auf viel Unverständnis stieß, konnte das Christentum die Seelen der Menschen noch nicht wirklich erreichen.
Welchen Einfluss die iroschottische und angelsächsische Mission auf die Ablösung einer heidnischen Religiösität hatte, soll anhand dieser Arbeit aus kirchengeschichtlicher Sicht skizziert werden. Besonders das Wirken Bonifatius wird als ein wichtiger Beitrag zur Entstehung des heutigen christlichen Europas gewertet.
Der zeitliche Rahmen und eine Erklärung des Begriffs Mission werden unter Punkt 2 der Arbeit erläutert. Im Anschluss daran wird die Ausgangssituation in Irland, bzw. in England dargestellt, um schließlich unter Punkt 4 die Missionsarbeit Bonifatius und dessen Einfluss auf die Entwicklung des Christentums auf dem Kontinent betrachten zu können.
Diese Arbeit basiert in erster Linie auf den Werken von Arnold Angenendt, Karl Holl und Eugen Ewig.
Professor Dr. Arnold Angenendt lehrt an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster am Institut für Frühmittelalterforschung.
Karl Holl war evangelischer Theologe und Professor für Kirchengeschichte in Tübingen und Berlin. (Auch wenn diese Quelle schon sehr alt ist, so wird er dennoch oft zitiert.)
Einleitung
Eugen Ewig war Professor für Mittelalterliche Geschichte an der
Universität Bonn.
Begriffsbestimmung
2 Begriffsbestimmung
2.1 Mittelalter - Zeitlicher Rahmen
Der Begriff Mittelalter diente ursprünglich der Bezeichnung einer düsteren Zwischenzeit, welche die Antike von der Renaissance trennte. Man spricht sogar von einem Verlegenheitsbegriff, der durch die Humanisten der Renaissance ins Leben gerufen wurde. „[…] das - >finstere< - medium aevum, das die eigene lichte Gegenwart von der Erhabenheit des klassischen Altertums trennte und nun endlich zu überwinden war.“ (SCHÄFERDIEK, 1978, S. 11).
So entstand mit der Zeit ein dreigliedriges Schema, bestehend aus dem Altertum (Antike), dem Mittelalter und der Neuzeit. Zu beachten ist, dass sich dieses Schema auf das europäische Geschichtsbild bezieht, sodass die Bezeichnung Mittelalter eine spezifisch abendländische Erscheinung ist (vgl. SCHÄFERDIEK, 1978, S. 11).
Eine genaue Abgrenzung wird auch durch die Tatsache erschwert, dass zu keiner Zeit in der Geschichte ein scharfer Bruch innerhalb der kulturellen Entwicklungen existierte. Epochenbezeichnungen sind somit immer abhängig von Wertungen und Vereinbarungen. Auch in Bezug auf die zeitliche Abgrenzung des Mittelalters bestehen unterschiedliche Meinungen unter den Gelehrten.
In der Regel umfasst diese Epoche die Zeit von 500 bis 1500 n. Chr., somit kann ein Beginn im Zusammenbruch des Römischen Reiches im Westen gesehen werden und ein Ende mit der beginnenden Reformation. Die Epoche selbst wird in drei Zonen unterteilt: Früh-, Hoch- und Spätmittelalter.
Begriffsbestimmung
Abb. 1 Lehnswesen in England
Das einfache Weltbild der Menschen bestand in dem Glauben, dass die Natur alles Leben spendet und auch wieder nimmt.
2.2 Missionsmethoden
Der Begriff Mission, im Sinne einer Verbreitung des christlichen Glaubens, kam erst im 16./17. Jahrhundert auf. Zuvor wurden seit der Patristik (Wissenschaft, die sich mit dem Studium der Kirchenväter und Alten Kirche beschäftigt) unterschiedliche Ausdrücke verwendet, wie „[…] apostolische Predigt, Vermehrung des Glaubens, Wachstum der Kirche, Erleuchtung der Völker“ (DREHSEN, 1995, S.812).
Um zu verdeutlichen, dass es sich hier noch nicht um das klassische gegenwärtige Missionsverständnis handelt, wurde im Titel dieser Arbeit das Wort Mission in Anführungsstriche gesetzt.
Da der Begriff heute zum Teil sehr negativ besetzt ist, weil er Menschen an die Zerstörung fremder Kulturen, Intoleranz gegenüber anderen Religionen u.s.w. erinnert, bedarf es einer genaueren Darstellung der Missionsmethoden der Alten Kirche und der davon zu unterscheidenden mittelalterlichen Kirche.
Begriffsbestimmung
2.2.1 Missionsmethode in der Alten Kirche
Die Missionsarbeit der Alten Kirche bewegte sich innerhalb eines relativ klar abgesteckten Rahmens: das Gebiet des römischen Reiches. Erfolge außerhalb dieser Grenzen wurden als eine Art Nebenerfolg betrachtet. Das Erreichen der Grenzen des römischen Reiches, war „[...] in ihrem Sinn Weltmission“ (HOLL, 1974, S. 3).
Somit konnte die Missionsarbeit innerhalb eines Raumes stattfinden, der bereits eine eigene gut entwickelte Kultur aufwies und an diesen Punkt anknüpfen. „Der Missionar rodet keinen Urwald, er gründet keine Niederlassung, aus der sich später eine Stadt entwickeln konnte. Er wandert auf Straßen, die der römische Soldat gebaut hatte“ (HOLL, 1974, S. 4).
Als Vorbild für das Vorgehen der Alten Kirche diente Paulus. Er legte zu seiner Wirkungszeit im übertragenen Sinne eine kleine Flamme in das Zentrum einer Stadt und ging davon aus, dass sich der Glaube wie ein Lauffeuer verbreiten würde, somit keiner weiteren Pflege oder Stabilisierung bedurfte und zog zur nächsten Stadt (vgl. Halbfas, 2004, S.261).
Die Alte Kirche griff diese Idee auf und suchte zunächst die Hauptstädte auf, um von dort aus, im Unterschied zu Paulus, gezielt an die umliegenden Regionen heranzutreten, bis schließlich auch die kleinste Provinz mit dem Christentum in Kontakt treten konnte.
Wie wurde konkret die schwierige Aufgabe bewältigt, die Seelen der Menschen für die Kirche zu gewinnen?
Es gab keine Einrichtungen oder Hilfsmittel für die Missionsarbeit, wie wir sie heute kennen. Auch war der Beruf Missionar noch nicht üblich. Bis zur Mitte des zweiten Jahrhunderts gab es noch Titel, wie Apostel, oder Evangelisten, die jedoch auch wieder verschwanden.
Die Alte Kirche bediente sich auch nicht der Methode der Missionspredigt. Die christliche Lehre war zwar in Gemeindegottesdiensten auch für Nichtchristen offen (1. Korinther erlaubt Teilnahme Nichtgetaufter), die Predigt diente jedoch hauptsächlich der Stärkung und geistlichen Förderung der eigenen Mitglieder. Dies ist in der ältesten Predigt
Arbeit zitieren:
Bianca Lähn, 2006, Iroschottische und angelsächsische 'Mission' im Mittelalter, München, GRIN Verlag GmbH
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