Inhaltsverzeichnis Seite
1 Einleitung 3
2 Arten der Mobilität 4
2.1 Regionale und soziale Mobilität
2.2 Vertikale und horizontale Mobilität
2.3 Inter- und Intragenerationelle Mobilität
3 Geschichte der Mobilität 5
3.1 Nachkriegszeit: Absolute Mobilitätsraten und Mobilitätsquoten
3.3 Statuserwerbsforschung in den 60er/70er Jahren und die Entwicklung in den 80ern
3.3 Lebensverlaufsforschung in den 80er und 90er Jahren
4 Theorien der sozialen (vertikalen) Mobilität 6
4.1 Liberale Theorie des Industrialismus
4.2 Neomarxistische Theorie
4.3 Theorie der trendlosen Schwankungen der sozialen Mobilität
4.4 Gleichheit der Mobilitätsmuster in allen modernen Industriegesellschaften
4.5 Politische und kulturelle Besonderheiten einer Gesellschaft (Bsp.: BRD)
5 Mobilität in Deutschland 9
5.1 Intergenerationelle Mobilität
5.2 Karrieremobilität
5.3 Mobilität der ausländischen Arbeitnehmer
5.4 Mobilität von Berufsgruppen
6 Mobilität in der Bundesrepublik und der DDR 13
6.1 Mobilitätsmuster und Chancenunterschiede
6.2 Verteilung der Klassenlage in der DDR im Verlauf der Transformation
7 Fazit 17
Quellenverzeichnis 19
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Thema:
Ein Überblick über das Gebiet der sozialen Mobilität (Schwerpunkt:
vertikale Mobilität anhand von Beispielen aus der BRD und der DDR)
1 Einleitung
Soziale Mobilität in der Soziologie bezeichnet die Bewegung von Menschen zwischen sozialen Positionen in jeglichem Bereich. So können Wechsel zwischen Berufen, Wohnorten, Familienständen, Parteizugehörigkeiten, Religionen, Lebensauffassungen, sozialen Schichten und Klassen usw. unter dem Begriff der sozialen Mobilität vereint werden. Häufig wird mit sozialer Mobilität aber der Berufswechsel bzw. die damit verbundene Änderung des sozialen Status (Klassen- und Schichtänderung) gemeint. Dies wird mit der vertikalen sozialen oder in diesem Fall auch beruflichen Mobilität bezeichnet.
Da in der Soziologie die soziale Ungleichheit eine wichtige Rolle spielt (wie es dazu kommt bzw. was man gegen diese Ungleichheit unternehmen kann), ist die vertikale soziale Mobilität besonders interessant, gibt sie doch Aufschluss darüber, wer in welche Schicht hineinkommt, darin bleibt, sich nach oben oder unten zwischen den Schichten bewegt usw. Der Beruf ist hier das entscheidende Kriterium, das als Indikator für die Erfassung der sozialen Ungleichheit dient. Dazu später mehr im Verlauf der Arbeit. Des Weiteren soll diese Arbeit nicht nur Aufschluss und einen Überblick über die verschiedenen Arten der Mobilität geben, sondern auch einen kurzen Einblick über die geschichtliche Entwicklung der Mobilitätsforschung sowie die verschiedenen Theorien, besonders die der vertikalen Mobilität, geben.
Im Verlauf der Arbeit wird zudem Mobilität in Zahlen ausgedrückt, was anhand von Beispielen der Mobilität in der Bundesrepublik Deutschland sowie der Mobilität der Ostdeutschen während der Transformation der DDR hin zu einer neuen Wirtschaftsordnung geschieht. Diese Beispiele beziehen sich sowohl auf Lebensläufe als auch auf die Mobilität von ganzen Schichten und Klassen. Des Weiteren geht es um die Chancenverteilung zwischen Ost- und Westdeutschland.
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2 Arten der Mobilität
2.1 Regionale und soziale Mobilität
In der Mobilitätsforschung gibt es verschiedene Arten der Mobilität. Sie kann im Groben unterteilt werden in regionale (räumliche) und soziale Mobilität im eigentlichen Sinne. Erstere erfasst z. B. Wohnortswechsel, Nah- und Fernwanderung.
Die soziale Mobilität hingegen befasst sich meistens mit den Bewegungen zwischen beruflichen Positionen und dem damit verbundenen Wechsel der sozialen Klasse oder Schicht. Bewegungen im Bereich des Berufs werden mit beruflicher Mobilität bezeichnet, der Klassen- und Schichtwechsel mit Schichten- und Klassenmobilität. Ebenso kann man die Erwerbsmobilität (z. B. von der Vollzeiterwerbstätigkeit zur Arbeitslosigkeit) sowie die Heiratsmobilität (Partner mit ähnlicher oder unterschiedlicher sozialer Herkunft) unter dem Begriff der sozialen Mobilität einordnen.
2.2 Vertikale und horizontale Mobilität
Man spricht von vertikaler sozialer Mobilität oder von Auf- und Abstiegen, wenn man eine eindeutige Abgrenzung bezüglich des Rangs der Positionen, der Klassen oder der Schichten, zwischen denen der Wechsel stattfindet, machen kann. Ein Professor hat so z. B. beruflich gesehen einen höheren Rang als ein Schuhverkäufer.
Findet ein Berufswechsel aber zwischen Berufen statt, die auf dem gleichen Rang stehen, so nennt sich dies horizontale Mobilität. Diese Form der Mobilität trat z. B. sehr stark in der DDR auf. Hier fand sie in Form von innerbetrieblichen Arbeitsplatzwechseln statt und weist damit auf die hohe zentrale Stellung des Betriebs und der Arbeit in der DDR hin (vgl. Berger, Peter A. in Schäfers, Bernhard/Zapf, Wolfgang (Hrsg.), 1998, „Handwörterbuch zur Gesellschaft Deutschlands“, S. 581).
2.3 Inter- und Intragenerationelle Mobilität
Bei der intragenerationellen Mobilität - sie wird auch Karrieremobilität genannt - wird der Lebenslauf einer Person untersucht und die Veränderungen in beruflicher Position und Schichtzugehörigkeit erfasst. Sie gibt z.B. in Abhängigkeit von der sozialen Herkunft Auskunft darüber, welchen Chancen bestehen, in eine bestimmte soziale Klasse auf- oder abzusteigen.
Die intergenerationelle Mobilität oder Generationenmobilität bezieht sich auf den Wechsel der Eltern- und Kindergeneration. So wird z. B. der Beruf des Sohnes mit dem des Vaters
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verglichen. Anhand von Trendentwicklungen kann man z. B. auch Aussagen darüber treffen, wie die Chancen der zukünftigen Generationen sein werden in Bezug z. B. auf die Berufseinstiegsposition. Die intergenerationelle Mobilität gibt natürlich auch Aufschluss darüber, welche Generation im Vergleich zu ihrer Eltern- oder anderen Generationen bessere oder schlechtere Chancen auf einen guten Status im Leben hatten.
Insgesamt wird hier zusätzlich noch unterteilt in individuelle und kollektive Mobilität. Bei der individuellen liegt das Augenmerk auf einer einzelnen Person und ihrem Auf- und Abstieg zwischen Positionen und sozialen Schichten. Die kollektive Mobilität hingegen bezieht sich auf eine Gruppe von Personen, die eine Bewegung in eine andere Schicht/Klasse erfahren.
3 Geschichte der Mobilität
Der Soziologe Pitrim A. Sorokin gilt als „Vater“ der Analyse von Auf- und Abstiegen. Er legte in seinem 1927 erschienen Buch „Social Mobility“ begriffliche, theoretische und methodische Grundlagen. Ihm folgten erst nach dem zweiten Weltkrieg weitere Fortschritte, die sich in drei Abschnitte unterteilen lassen (vgl. Hradil, Stefan, „Vertikale soziale Mobilität: Sozialer Auf- und Abstieg“, S. 379).
3.1 Nachkriegszeit: Absolute Mobilitätsraten und Mobilitätsquoten
In der Nachkriegszeit wurden Mobilitätstabellen angelegt, die Auskunft über die Bewegung zwischen Berufsgruppen gaben, die in Berufsprestigeschichten eingeteilt wurden. Es wurden absolute Mobilitätsraten und Indices (z. B. Mobilitätsquote) errechnet und interpretiert. 3.2 Statuserwerbsforschung in den 60er/70er Jahren und die Entwicklung in den 80ern Die Mobilitätsforschung der Nachkriegszeit wurde in den 60ern und 70ern abgelöst durch die Statuserwerbsforschung, die ihren Ursprung in der Studie „The American Occupational Structure“ von Peter M. Blau und Otis D. Duncan im Jahre 1967 findet. Die Statuserwerbsforschung sieht ihr Ziel in der Erklärung des Statuserwerbsprozesses im Lebenslauf einer einzelnen Person. Damit ging diese Forschung über den Zusammenhang zwischen Herkunft und Berufserfolg hinaus, versucht sie doch die grundlegenden Mechanismen der Mobilität und der Statusvererbung durch in Bezugnahme aller möglichen Faktoren im Lebenslauf aufzuzeigen und zu begreifen. Also waren nicht nur die Herkunft sondern auch z. B. die Ausbildung, der Wohnort, die Religionszugehörigkeit Teil der
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Analyse. Das Ergebnis ist eine Zuordnung der Einflüsse auf den Stauserwerb von verschiedenen Faktoren.
Die Staturerwerbsforschung ist von der Erklärung her einseitig individualistisch, was zu großer Kritik in den 70ern und 80ern führte. Denn man könne nicht nur allein die Eigenschaften der Person in Betracht ziehen, sondern man sollte auch die Eigenschaften (Struktur, Verfügbarkeit) der Position mit berücksichtigen, da diese wichtiger seien. Ebenso sei die graduelle Einteilung der Berufspositionen nicht das Optimum, da so ganz unterschiedliche Berufe, die nichts miteinander gemein haben, auf einer Statusstufe stünden.
3.3 Lebensverlaufsforschung in den 80er und 90er Jahren
In den 80ern und 90ern tritt die quantitative Lebensverlaufsforschung in die den Vordergrund auf dem Gebiet der Erforschung vertikaler Mobilität. Diese Ausrichtung der Mobilitätsforschung fragt nach der Verweildauer von Personen in einer bestimmten Position, nach Umständen des Wechsels von Statuspositionen oder nach dem Lebensabschnitt, in der ein Statuswechsel typischer Weise vorkommt.
4 Theorien der sozialen (vertikalen) Mobilität
Theorien werden benötigt um einen Sachverhalt zu erklären, so auch hier. Die vertikale Mobilität wird anhand von verschiedenen Theorien erklärt (vgl. Hradil, Stefan, „Vertikale soziale Mobilität: Sozialer Auf- und Abstieg“, S. 381 f.). Diese werden unterteilt in sozioökonomische Ansätze und soziokulturelle bzw. soziopolitische Ansätze. Im internationalen Vergleich werden Gemeinsamkeiten und gleiche Entwicklungen meistens durch den sozioökonomischen Ansatz erklärt, Unterschiede oft auf soziokultureller und soziopolitischer Basis.
4.1 Liberale Theorie des Industrialismus
Zu dem sozioökonomischen Ansatz zählt z. B. die liberale Theorie des Industrialismus. Sie besagt, dass es in industriellen Gesellschaften hohe und noch weiter wachsende Mobilitätsquoten gibt im Gegensatz zu einer vorindustriellen Gesellschaft. Der Quote der Aufstiege ist höher als die der Abstiege. Die Chancengleichheit steigt auf Dauer an und die Mobilitätschancen sind nicht mehr so stark abhängig von der sozialen Herkunft. Mobilitätsbarrieren werden abgebaut. Daraus ergibt sich, dass qualifikationsgebundenen
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Arbeit zitieren:
Christoph Gesigora, 2005, Ein Überblick über das Gebiet der sozialen Mobilität (Schwerpunkt: vertikale Mobilität anhand von Beispielen aus der BRD und der DDR), München, GRIN Verlag GmbH
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