Hausarbeit Das Prinzip Öffentlichkeit im Wandel Seite 1 von 11
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: 2
2. Hauptteil 2
2.1 Ideengeschichtliche Einordnung 2
2.2 Der Begriff Öffentlichkeit 4
2.3 Aufstieg und Niedergang der Öffentlichkeit 5
2.4 Politischer Funktionswandel am Beispiel des deutschen Parlaments 8
3. Schluss 9
3.1 Kritische Anmerkungen 9
3.2 Rückblick und Ausblick 10
4. Literaturverzeichnis 11
1. Einleitung:
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Habilitationsschrift von Jürgen Habermas „Strukturwandel der Öffentlichkeit“, dem „Typus bürgerliche Öffentlichkeit“, den Habermas darin entwirft und dem Wandel den dieses Prinzip der Öffentlichkeit durchläuft.
Nach einer theorie- und ideengeschichtlichen Einordnung, die Habermas’ Intentionen darlegen und Beeinflussungsfaktoren erläutern soll, wird im Folgenden der Begriff der Öffentlichkeit, wie Habermas ihn verwendet, erläutert, da ihm im Rahmen seiner Untersuchung eine zentrale Rolle zukommt. Im nächsten Abschnitt wird die spezifische Entwicklung des Prinzips der Öffentlichkeit dargelegt – ihr Aufstieg aus der Repräsentativen Öffentlichkeit des Mittelalters, über ihren Höhepunkt während der bürgerlich- liberalen Gesellschaft des 18. und 19. Jahrhunderts bis hin zu ihrem Niedergang während der heutigen Massendemokratien. Am Beispiel des deutschen Parlaments soll in einem weiteren Schritt deutlich gemacht werden wie dieser Strukturwandel der Öffentlichkeit zu einem – von Habermas negativ beurteiltem- Funktionswandel in der Politik geführt hat. In diesem Zusammenhang soll besonderes Augenmerk auf die Beeinflussung des Parlaments durch Interessenvereinigungen vor allem von Verbänden gelegt werden. Ein letzter Punkt greift dann kurz einige Kritikpunkte an Habermas’ Überlegungen auf und zeigt, dass sein Frühwerk, obwohl schon 1962 erschienen, in der aktuellen demokratie- und wissenschaftstheoretischen Debatte immer noch Geltung besitzt.
2. Hauptteil
2.1 Ideengeschichtliche Einordnung
Die Auseinandersetzung mit Jürgen Habermas und seinen Werken verlangt immer auch eine Beachtung seiner Beziehung zu den Philosophen der Frankfurter Schule und deren Ansätzen. Als Vertreter der zweiten Generation der Frankfurter Schule wurde Habermas natürlich von deren kulturkritischer Theorie beeinflusst. Habermas, der von 1955 bis 1959 Assistent bei Theodor W. Adorno am Frankfurter Institut für Sozialforschung war, scheute jedoch nicht die kritische Auseinandersetzung mit dessen Positionen. Obwohl er sich in seinen frühen Arbeiten noch stark an der „kulturpessimistischen Deutungsperspektive“ 1 , die unter anderem
1 Heming 1997: 25 ff.
von Adorno und Horkheimer geprägt wurde, orientiert, wird auch schon in Strukturwandel der Öffentlichkeit deutlich, dass seine Theoriekonzeption einer eigenständigen philosophischsoziologischen Richtung folgt. Heming sieht in Strukturwandel der Öffentlichkeit dann auch eher eine Weiterführung der kulturkritischen Gedanken aus Adornos und Horkheimers „Dialektik der Aufklärung“, als eine Übernahme der Ansätze der Frankfurter Schule. 2 Habermas greift demnach zwar kritische Positionen der frühen Frankfurter Schule auf, entwickelt diese dann aber unter Einbeziehung historischer, soziologischer und empirischer Gesichtspunkte zu einer umfassenden Gesellschaftsstudie weiter. Habermas legt dabei im Gegensatz zu Adorno und Horkheimer jedoch Wert auf eine normative Ausrichtung der Untersuchung 3 und will die klassische kritische Theorie der Frankfurter Schule an Hand normativer Aspekte weiterentwickeln. 4
Auch seine gedankliche Auseinandersetzung mit den Positionen der deutschen Philosophen Immanuel Kant und Georg Friedrich Wilhem Hegel finden Eingang in seine Theoriekonzeptionen. Unter anderem hat Kant’s Schrift „Was ist Aufklärung“ Habermas bei der Ausgestaltung seiner gesellschafts- und ideologiekritischen Positionen und bei seinen Überlegungen im Zusammenhang mit dem Prinzip der Publizität stark beeinflusst. Wesentlich hierbei ist die Beziehung zwischen privater Meinung und öffentlicher Meinung 5 und der freie und öffentliche Diskurs als Grundvoraussetzung für Demokratie 6 Die Skizze der bürgerlichen Gesellschaft, die Habermas entwirft liegt wiederum in Hegelianischer Tradition. Der private Bereich mit der Arbeitswelt und dem Warenverkehr steht dem staatlichen Bereich gegenüber. Öffentlichkeit nimmt dabei eine Mittlerrolle ein, wie unten näher erläutert wird. 7 Habermas verwendet in seiner Analyse viele weitere Gedanken und Ansätze bekannter Philosophen, die hier aber nicht weiter aufgeführt werden können. Von den klassischen Vertragstheoretikern Hobbes und Locke über Gesellschaftstheoretiker wie Tocqueville und Marx bis hin zu der deutsch-amerikanischen Politologin Hannah Arendt reicht die Bandbreite der verarbeiteten Positionen. 8
2 vgl. Heming 1997: 25 ff.
3 vgl. Reese-Schäfer 2001: 46 ff.
4 vgl. Horster 1999: 16 5 vgl. Horster 1991: 15 6 vgl. Horster 1999: 15 7 vgl. Reese-Schäfer 2001: 38 8 vgl. Reese-Schäfer 2001: 46
Arbeit zitieren:
Philipp Kratschmer, 2004, Jürgen Habermas: Strukturwandel der Öffentlichkeit - Das Prinzip Öffentlichkeit im Wandel, München, GRIN Verlag GmbH
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