Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die Situation vor dem Fortsetzungskrieg 4
2.1. Das deutsch-finnische und russisch-finnische Verhältnis 4
2.2. Die Entwicklung bis zur Zusammenarbeit 7
2.2.1. Finnlands Neutralitätspolitik vor dem Winterkrieg. 7
2.2.2. Der Winterkrieg 8
2.2.3. Die deutsch-finnische Annäherung 10
2.3. Die deutsch-finnische Zusammenarbeit 11
3. Der Kriegsbeginn 14
4. Zusammenfassung 16
5. Literaturverzeichnis 19
5.1. Monographien 19
5.2. Sammelbände 20
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1. Einleitung
Schon während der Geburt der finnischen Republik in den Jahren 1917 bis 1918 kam es zu einer Anlehnung an das Reich und zu militärischer Hilfe Deutschlands. 1 Das aus deutschen Diensten heimkehrende finnische Jäger-Bataillon, das an der deutschen Ostfront gegen Russland gekämpft hatte, bildete den Rahmen für die in Aufstellung befindliche Bauernarmee Mannerheims. 2 Auch wenn der Kavalleriegeneral Mannerheim der deutschen Hilfeleistung kritisch gegenüber stand, kämpften Finnen und Deutsche Schulter an Schulter im Freiheitskrieg und errangen die Entstehung eines neuen unabhängigen Finnlands. 3 Als dann nur zwei Jahrzehnte später im Zuge des Zweiten Weltkrieges sowjetrussische Streitkräfte finnisches Territorium überfielen, mussten die Finnen nach fast vier Monaten bemerkenswert heldenhafter Verteidigung einen harten Frieden annehmen.
Nachdem es in diesem sogenannten Winterkrieg weder von Seiten des Völkerbundes noch von den Entente-Mächten Hilfeleistungen zugunsten Finnlands gegeben hatte, suchte die finnische Politik wenig später erneut eine Annäherung an Deutschland. 4
1 Erfurth, Waldemar: Der finnische Krieg 1941-1944, München 1978, S. 15.
2 Ebd., S. 14.
3 Ebd., S. 14.
4 Ebd., S. 22.
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Im Frühjahr 1941 trat das demokratische Finnland dann gänzlich auf die Seite des totalitären Deutschlands über. 5 Die Frage, die in dieser Arbeit behandelt werden soll, lautet: Gab es zwischen Deutschland und Finnland eine tiefe Freundschaft, auf die sich die Finnen nach dem Winterkrieg zurück besinnten, oder handelte es sich dabei um ein reines Zweckbündnis, aus politischem Kalkül? Wurde Finnland vom Dritten Reich zur Teilnahme am Ostfeldzug gegen Sowjetrussland „überredet“ oder entsprach es den finnischen Interessen - wie kam es also zur Waffenbrüderschaft? Dabei wird auf eine Darlegung der genauen historischen Kriegsabläufe aufgrund des gesetzten Rahmens dieser Arbeit zu verzichten sein, um die Analyse der außenpolitischen Beziehungen Finnlands und insbesondere den Prozess der Annäherung an das „ungeliebte“ nationalsozialistische Deutsche Reich vertiefen zu können.
2. Die Situation vor dem Fortsetzungskrieg
2.1. Das deutsch-finnische und russisch-finnische Verhältnis
Der finnische Staat wurde vor dem Hintergrund eines Freiheits-und Bürgerkrieges geboren, „der auch Züge eines finnisch-
5 Jokipii, Mauno: Finnland und der Zweite Weltkrieg - eine historische
Ortsbestimmung, in: Jäntti, Ahti / Holtkamp, Marion (Hrsg.): Schicksalsschwere Zeiten,
Marschall Mannerheim und die deutsch-finnischen Beziehungen 1939-1945. Berlin
1997 (Schriftenreihe des Finnland-Instituts in Deutschland, Bd. 1), S. 21.
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russischen Krieges trug“ 6 und den der „weiße“ General Carl Gustav Freiherr von Mannerheim gegen die sozialistischen „roten“ Truppen des aufständischen Volksausschusses zu führen hatte. 7
Dabei bestand der Kern seiner Truppen aus dem finnischen Jäger-Bataillon 27, „das in Deutschland ausgebildet wurde und maßgeblich am Erfolg der „Weißen“ beteiligt war, wiederum mit Unterstützung der Deutschen durch General von der Goltz“ 8 . Damit wurde den Finnen zweifellos eine gewisse Anlehnung an Deutschland in die Wiege gelegt.
Dagegen bedeuteten die übermächtigen geopolitischen Interessen Russlands seit je her eine Gefahr für das finnische Volk. „Von 1917/18 bis zum Ende des 2. Weltkrieges zählte ein
scheinbar unüberbrückbarer finnisch-sowjetischer
Gegensatz zu den beständigen Faktoren der europäischen
Politik, (…). Die 600jährige Funktion Finnlands als
Grenzland und Bastion des schwedischen Reiches gegen die
russische Expansion und - vor allem - die bitteren
Erfahrungen der Finnen in der letzten Phase der über
hundertjährigen Zugehörigkeit zum zaristischen Großreich
im Kampf um die Bewahrung der eigenen Identität und
Freiheitsräume bestimmte vor allem in den 20er und 30er
Jahren das Verhältnis zwischen der Finnischen Republik
und dem Sowjetimperium.“ 9
6 Röpstorff, Thomas: Finnland im Spannungsfeld der Großmächte 1939-1941, Kiel
1989, S. 2.
7 Jäntti, Ahti / Holtkamp, Marion (Hrsg.): Schicksalsschwere Zeiten, Marschall
Mannerheim und die deutsch-finnischen Beziehungen 1939-1945. Berlin 1997
(Schriftenreihe des Finnland-Instituts in Deutschland, Bd. 1), S. 9.
8 Ebd.
9 Röpstorff: Finnland im Spannungsfeld, S. 1.
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Somit zog es Finnland auch aufgrund des Prinzips „der Feind meines Feindes ist mein Freund“ auf die Seite Deutschlands. Die militärische Stärke Deutschlands stellte für die Finnen ein natürliches Gegengewicht zur Stärke Russlands im Ostseeraum dar. 10
„Deutschland hatte traditionell großen Einfluss auf die finnische Wissenschaft und Kultur“ 11 und Deutsch wurde in den Schulen am häufigsten als Fremdsprache gelehrt. Es gab eine verbreitete Bewunderung für das Deutsche Reich vor allem in weiten Teilen des finnischen Offizierkorps, dass seine Grundausbildung überwiegend in Deutschland genossen hatte. 12 Doch vor Allem aufgrund der Ideologisierung der deutschen Politik in den Dreißiger Jahren ist diese Deutschlandorientierung mehrheitlich nicht weiter gewachsen. So waren die Beziehungen auf dem Gebiet der Politik Anfang 1939 sogar auf einem Nullpunkt angelangt und der Molotow-Ribbentrop-Pakt sowie die deutsche Unterstützung für die Sowjetunion zu Beginn des Zweiten Weltkrieges beunruhigten Finnland sehr. 13
Dies ließ sich allerdings angesichts der alten Beziehungen leicht vergessen, als sich das Verhältnis zwischen der Sowjetunion und
10 Manninen, Ohto: Die deutsch-finnische „Waffenbrüderschaft“ - Realität oder
Mythos? in: Jäntti / Holtkamp (Hrsg.): Schicksalsschwere Zeiten, S. 42.
11 Ebd.
12 Wegner, Bernd: Finnland und der Zweite Weltkrieg - eine historische
Ortsbestimmung (Kommentar zum Vortrag von Prof. Dr. Mauno Jokipii), in: Jäntti /
Holtkamp (Hrsg.): Schicksalsschwere Zeiten, S. 37.
13 Manninen:„Waffenbrüderschaft“, S. 42.
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Stefan Hansen, 2005, Entstehung der deutsch-finnischen "Waffenbrüderschaft" im Fortsetzungskrieg, München, GRIN Verlag GmbH
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