Der Uses and Gratifications Approach
von Florian Jysch
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung (S.3)
2. Die Anfänge der Medienwirkungsforschung (S.3)
3. Der Stimulus-Response-Ansatz (S.6)
4. Die Entwicklung des Uses-and-Gratifications-Ansatzes (S.8)
5. Hertha Herzog:
"What Do We Really Know About Daytime Serial Listeners?" (S.10)
6. Einordnung des Ansatzes im wissenschaftlichen Diskurs:
6.1. Verhaltenstheoretische Soziologie (S.11)
6.1.1 Die Neuentdeckung des Individuums (S.12)
6.1.2 Homo SozioOeconomicus (S.13)
6.1.3 Begrenzte Rationalität (S.14)
6.2 Verortung und Bewertung (S.15)
7. Die Uses and Gratifications - Forschung in den siebziger Jahren (S.17)
8. Die Israel-Studie als methodologisches Beispiel (S.23)
9. Kritik (S.28)
10. Fazit (S.29)
11. Literaturverzeichnis (S.30)
12. Anhang (S.31)
1. Einleitung
Die folgenden Kapitel sollen einen Einblick in die Arbeiten des "Uses- and Gratifications Approach" geben und dessen Entstehungsgeschichte erläutern.
Welche neuartigen Thesen stellte der Ansatz zur Diskussion? Welchen Bedarf gab es, die neuen Sichtweisen über das Publikumsverhalten zu etablieren? Wie lässt sich der Ansatz in die Forschungstradition einordnen?
Es soll vor allem Bezug auf die unterschiedlichen Forschungsepochen genommen, sowie deren Ziele und Entwicklung dargelegt werden.
Wer war an der publikumszentrierten Forschung beteiligt? Welcher Art gestalteten sich die Studien?
Ebenso soll der verhaltenstheoretische Bezugsrahmen, also die soziologische Basis herausgearbeitet werden. Welche Hintergründe bildeten also das Fundament des Ansatzes?
Abschließend werden in einer kurzen Kritik die Schwächen des Ansatzes angesprochen und es sollen Möglichkeiten seiner Anwendung angedacht werden.
2. Die Anfänge der Medienwirkungsforschung
Die Medienwirkungsforschung im heutigen Sinn befasst sich mit den Auswirkungen der Massenmedien auf deren Rezipienten. Um zunächst einmal zu klären, was eigentlich unter dem Begriff Massenmedien zu verstehen ist, sollen die heutigen Medien vor dem Hintergrund der folgenden Definition Maletzkes betrachtet werden:
Folgende Bedingungen müssen nach dieser Definition erfüllt werden:
Massenmedien...
- ...sind technische Instrumente oder Apparate
- ... senden Aussagen öffentlich, indirekt und einseitig an ein disperses Publikum
- "öffentlich" bedeutet, dass die Aussage für jeden frei verfügbar ist und keinem Teil der potentiellen Rezipienten vorenthalten werden kann
- "indirekt" weist darauf hin, dass Sender und Empfänger der Aussage in der Regel räumlich und zeitlich getrennt sind, Abgabe und Aufnahme der Informationen erfolgt also zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten
- "einseitig" , da der Anbieter den Inhalt der Kommunikation bestimmt, ohne dass der Empfänger eine Möglichkeit zur Rückmeldung auf demselben Kanal hat.
- "disperses Publikum" Die Empfänger einer Aussage sind zufällig verteilt, sie wechseln ständig. Der Anbieter hat keine Möglichkeit, den einzelnen Nutzer direkt zu identifizieren.
Betrachtet man diese Definition genauer, so wird schnell deutlich, dass Fernsehen, Radio, Zeitungen und Zeitschriften zu den Massenmedien zählen. Auch Bücher, etwa Romane, sind nach dieser Definition Maletzkes zu den Massenmedien zu rechnen.
Eine Tageszeitung etwa ist ein Apparat, der aus Mitarbeitern, Hierarchien, Organisationsstrukturen, Know-How und technischen Voraussetzungen besteht. Die erste Bedingung der Definition ist somit also erfüllt. Tageszeitungen sind öffentlich, da sie von jeder Person gekauft und gelesen werden können, Sender und Empfänger sind räumlich und zeitlich getrennt und die Leserschaft verändert sich im Lauf der Zeit, ist also dispers.
[...]
Arbeit zitieren:
Florian Jysch, Jennifer Bork, Lennart Hintz, 2002, Der Uses and Gratifications Approach, München, GRIN Verlag GmbH
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