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Herda - Geschichte von Dorf Herda und seinen Menschen

Forschungsarbeit, 2006, 234 Seiten
Autor: Dr.-Ing. Adalbert Rabich
Fach: Geschichte - Sonstiges

Details

Kategorie: Forschungsarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 234
Literaturverzeichnis: ~ 423  Einträge
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V52307
ISBN (E-Book): 978-3-638-48058-1
ISBN (Buch): 978-3-638-91347-8
Dateigröße: 12447 KB

Zusammenfassung / Abstract

Viele Deutsche kamen durch politisch verursachten Zwang zu einem Heraussuchen ihrer ihnen unbekannten Vorfahren, also zumeist über die Großeltern hinaus in die Vergangenheit ihrer Familie. Bei uns daheim war das anders. Ein kleines Gewürz-Tütchen enthielt den Hinweis auf eine Gewürzmühle mit dem Namen Rabich. Sollte da eine Verwandtschaft bestehen? Ja, es war so, sogar zur gleichen Stammlinie. Gleichzeitig erfuhr man, dass bereits um 1900 der Stammbaum der Rabich in zwei Linien, wenn auch begrenzt, erforscht worden war und die Stammeltern von allen in Herda bei Berka/Werra beheimatet waren. Damit war das Ziel einer jahrzehntelangen Suche nach Orts- und Familiengeschichte markiert. Im Anfang stand hier in der Nachkommens- und Sozialgeschichtsforschung die der Namensträger Rabich, letztlich weltweit. Und siehe da: alle konnten - mehr oder weniger urkundlich bestätigt - auf den Ausgangsort Herda zurückverfolgt werden, was im Computer nachvollziehbar ist2. Heute ist dies nicht mehr gesichert, denn Eindeutschungen von Namen stören dieses so einzigartige Bild. nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die spezielle Forschung fortgesetzt mit einer Durchsicht der Adressbücher in der Deutschen Bücherei in Leipzig und dann später intensiv in den größeren und kleineren Archiven der infrage kommenden Gebiete, von den Staatsarchiven in Dresden, Weimar und Marburg herunter bis zu denen der Städte und Gemeinden einschließlich der Kirchen wie Eisenach, Gerstungen und Berka/Werra. Die Quellenlage offenbarte schnell, dass man kaum über das 17. Jahrhundert in das Mittelalter exakte Daten herausfiltern und zusammenstellen konnte. Aber man konnte mit Hilfe der elektronischen Datenverarbeitung diese ordnen und auswerten3. Aber ohne das Einbetten dieser Personenforschung in die Geschichte der „Heimat“ und das Prüfen der Plausibilität aller geschichtlich relevanten Daten ist kein wirklichkeitsnahes und prosopografisches Bild entwerfbar, also musste man weiter suchen. Die Humangenetik ist heute in Deutschland verfemt, weil sie hier in der 12jährigen Diktatur- Zeit missbraucht wurde4. Das Ausland ist da nicht gehemmt, wie eine Fernseh-Dokumentation5 der Öffentlichkeit nahebringen will. Hier wird die Gen-Forschung mit modernsten Methoden und hohem Aufwand zur Aufklärung der blutsverwandtschaftlichen und erbbedingten Überkommenschaft eingesetzt6, wobei die ethischen und sozialen Zusammenhänge, z.B. über die Heiratsmotive und -realitäten nicht außer acht gelassen werden dürfen7.


Textauszug (computergeneriert)

 

Herda -
Geschichte von Dorf Herda und seinen Menschen

Verfasser: Dr.-Ing. Adalbert Rabich

15.03.2006

 

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Allgemeines zur Problematik der Geschichts-Darstellung

3. Die Region westliches Thüringen
3.1 Die Außenwelt des Menschen einer thüringischen Dorfgemeinschaft
3.1.1 Die Besiedlung im thüringisch-hessischen Grenzraum
3.1.2 Merkmale der Siedlung und der Bewohner
3.1.3 Herda als Besiedlungs- und Herrschafts-Ort
3.1.4 Der Ort Herda
3.2 Der sich bildendende thüringische Regional-Adel

4. Das regionale Geschichtsbild
4.1 Das Gebiet um Herda
4.2 Herda im Wegenetz
4.2.1 Herda im Fernwege-Netz
4.2.2 Das dörfliche Wegenetz in Herda
4.2.3 Das Dorf Herda

5. Die Menschen im Dorf Herda
5.1 Der thüringische Untertan
5.2 Der einzelne Siedler als Abhängiger
5.3 Gewerbe, Handwerk im bäuerlichen Dorf
5.3.1 Das Nichtbäuerliche 
5.4 Die Dorfgemeinschaft und ihre Ordnung
5.5 Das Dorf und der Einwohner-Besitz
5.6 Das soziale Gefüge der Dorfbewohner
5.7 Der Mensch als sozial-religiöses Wesen
5.8 Der Mensch als soziales Gemeinde.Mitglied
5.9 Die Ortssippen und die Familie Rabich als eine davon
5.9.1 Das Geschlecht Rabich als Alt-Familie Herdas
5.9.2 Die Alt-Familien von Herda
5.9.3 Soziales aus der Herdaer Alt-Familie Rabich
5.9.4 Daten aus der Herdaer Familie Rabich
5.9.5 Bodenständigkeit der Rabichs in Herda
5.9.6 Die Mobilität einzelner Rabich´s aus Herda

6. Die Lebensformen im Dorf Herda
6.1 Der Alltag
6.2 Das landwirtschaftliche Arbeiten
6.3 Der Berufsstand Bauer
6.4 Das Umfeld des Bauern
6.5 Die niederen Dienste
6.6 Die Separation in Herda

7. Andere Einflüsse auf das Dorfleben
7.1 Die Christianisierung
7.2 Herda und die Soldateska
7.3 Menschen Herdas im Widerstand
7.4 Der neue Verkehr in der Region

8. Schlussfolgerungen
8.1 Nachwort 

9. Über den Autor

Anhänge

10. Flurnamen im Herdaer Gebiet

11. Flurnamen im Gemeindegrenzgebiet

12. Gemeindegrenzen von Herda

13. Geschichtsdaten der Region 

14. Vermessungshinweise in Archivalien im Archiv in Weimar

15. Familien-Namen in Herda

16. Entwicklung des Familien-Namens Rabich

17. Die Rodeland-Zinser in Herda

18. Die Täufer und Bauernkrieger in der Region um Herda

19. Der Napoleonische Rückzug 1813 durch Herda

20. Das regionale Ende durch die US-Amee 1945

21. Bibliografie

22. 10 Abbildungen

 

0. Vorwort
Viele Deutsche kamen durch politisch verursachten Zwang zu einem Heraussuchen ihrer ihnen unbekannten Vorfahren, also zumeist über die Großeltern hinaus in die Vergangenheit ihrer Familie. Bei uns daheim war das anders. Ein kleines Gewürz-Tütchen enthielt den Hinweis auf eine Gewürzmühle mit dem Namen Rabich. Sollte da eine Verwandtschaft bestehen? Ja, es war so, sogar zur gleichen Stammlinie. Gleichzeitig erfuhr man, dass bereits um 1900 der Stammbaum der Rabich in zwei Linien, wenn auch begrenzt, erforscht worden war und die Stammeltern von allen in Herda bei Berka/Werra beheimatet waren. Damit war das Ziel einer jahrzehntelangen Suche nach Orts- und Familiengeschichte markiert.

Im Anfang stand hier in der Nachkommens- und Sozialgeschichtsforschung die der Namensträger Rabich, letztlich weltweit. Und siehe da: alle konnten - mehr oder weniger urkundlich bestätigt - auf den Ausgangsort Herda zurückverfolgt werden, was im Computer nachvollziehbar ist2. Heute ist dies nicht mehr gesichert, denn Eindeutschungen von Namen stören dieses so einzigartige Bild. nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die spezielle Forschung fortgesetzt mit einer Durchsicht der Adressbücher in der Deutschen Bücherei in Leipzig und dann später intensiv in den größeren und kleineren Archiven der infrage kommenden Gebiete, von den Staatsarchiven in Dresden, Weimar und Marburg herunter bis zu denen der Städte und Gemeinden einschließlich der Kirchen wie Eisenach, Gerstungen und Berka/Werra. Die Quellenlage offenbarte schnell, dass man kaum über das 17. Jahrhundert in das Mittelalter exakte Daten herausfiltern und zusammenstellen konnte. Aber man konnte mit Hilfe der elektronischen Datenverarbeitung diese ordnen und auswerten3. Aber ohne das Einbetten dieser Personenforschung in die Geschichte der „Heimat“ und das Prüfen der Plausibilität aller geschichtlich relevanten Daten ist kein wirklichkeitsnahes und prosopografisches Bild entwerfbar, also musste man weiter suchen.

Die Humangenetik ist heute in Deutschland verfemt, weil sie hier in der 12jährigen Diktatur- Zeit missbraucht wurde4. Das Ausland ist da nicht gehemmt, wie eine Fernseh-Dokumentation5 der Öffentlichkeit nahebringen will. Hier wird die Gen-Forschung mit modernsten Methoden und hohem Aufwand zur Aufklärung der blutsverwandtschaftlichen und erbbedingten Überkommenschaft eingesetzt6, wobei die ethischen und sozialen Zusammenhänge, z.B. über die Heiratsmotive und -realitäten nicht außer acht gelassen werden dürfen7. Das Spannungsfeld zwischen Hightech-Forschung und heimatpolitischer Familien-Verantwortung anderswo zeigt die Notwendigkeit einer gründlich wissensbasierten Staats-Politik hier in Deutschland und in Thüringen.

1. Allgemeines
Das Seßhaftwerden der Menschen leitet über in ein Siedeln an einem Ort mit Häuserbau und einem Wohnen in nachbarschaftlicher Entfernung zueinander. Ab einem gewissen Zeitpunkt kommt es dann zum Herausbilden eines blutsverwandten Familienverbandes mit dem Charakter einer Endogamie8, und speziell eines Geschlechtes in einer dörflichen Gemeinschaft. Im weiteren Sinne heißt dies, daß dieser Verband alle einschließt, die über eine Ehe mit Kindern blutsverwandt sind. So wird eine Dorfgemeinschaft9 über die Generationen hin entsprechend der praktizierten (bäuerlichen) Heiratskreise immer verwandter. Entscheidend sind dabei die Auswahlkriterien, wobei offensichtlich eine soziale Schichtung bereits zu germanischer Zeit, also unterhalb der der „freien“ eine u.U. von dieser abhängige vorhanden ist10. In unserer modernen Zeit spielt die Forschungs-Erkundung der biologisch-medizinischen Erbbedingungen dörflicher Gemeinschaften eine äußerst wichtige Rolle11.

Bei den Germanen ist die Bindung an den Boden eng. Mit den Franken12 wandelt sich dies, der Boden, das Land des „Bauern“ wird eine Ware, ist verkäuflich, mit dem Erbfall teilbar13. Mit der christlichen Missionierung entsteht zusätzlich eine Klasse von Fremd-Hilfsarbeitern in und bei den Kloster-Höfen, die dann schichtbezogen assimiliert wird14. Sie zahlen Abgaben an die Kirche wie die thüringischen Unfreien15 und haben – wenn auch selten, Aufstiegschancen. Die „Klassen“-Veränderung, die Aufwärts-Mobilität hält sich über die weiteren Jahrhunderte in Grenzen16, es bleibt bis in das 19. Jahrhundert bei Herren, Knechten, ja beim Zwangsdienst der Kinder von Hintersassen17. Das Knechtsein wird unterschiedlich bewußt.

Aus der Erfahrung leuchtet ein, daß der Fortbestand eines Geschlechtes wesentlich von Entscheidungen sowie Handlungen einzelner Mitglieder entsprechend den äußeren Gegebenheiten der jeweiligen Zeit beeinflußt wird. Diese Tatbestände gilt es herauszufiltern, um ein Verständnis für die einzelnen Entwicklungs- und Veränderungsphasen, vor allem für die Frühzeit zu bekommen, da diesbezügliche schriftliche u.a. Nachrichten für weiter zurückliegende Zeiten weitgehend fehlen. So muß aus Indizien des Umfeldes, der Region auf entsprechende Vorgänge geschlossen werden. Geprüft werden kann dann auf Plausibilität. Für die Motivationen und den Auslöseprozeß eines Strebens sind fast keine Zeugnisse vorhanden.

3. Die Region des westlichen Thüringens, insbesondere des Werra-Bogens.
Obwohl im heutigen Thüringer Land seit Jahrtausenden Menschen lebten, erscheint es Fremden in der Zeit der christlichen Missionierung menschenleer. Die Besiedlungsdichte ist eben relativ niedrig geblieben. Man kann sich daher kaum eine reguläre Herrschafts-Verwaltung wie bei den Römern vorstellen. Die Organisationsformen sind im wesentlichen germanisch örtlich und regional bedingt. Örtliche Ansammlungen von Menschen-Siedlungen sind selten und meist funktionell, z.B. an Handelswegen oder Wege-Knoten angelegt, die dann gleichzeitig Ansatzpunkte für eine strategische Missionierung und Klostergründung sind. So könnte für Herda ein frühes Motiv das Rasten und Wechseln der Spanntiere für das Überwinden des Thüringer Waldes gewesen sein.

Über das Reich der Thüringer, d.h. von den Menschen in diesem Reich unter einem diesbezüglichen Herrscher, wissen wir aus den ersten Jahrhunderten der Zeitrechnung wenig18. Es soll unabhängig von der römischen Herrschaft und mächtig und sich von der Ostsee bis an die Donau und westlich etwa bis zum Werra-Bogen erstreckt haben (Abb. 1-1). Im nördlichen bzw. nordwestlichen Bereich grenzen dabei die Sachsen, westlich die Chatten bzw. Franken – mit dem Oberbegriff von gebietsbezogenen Gruppen - an19. Wieweit die vordem dort (in Häusern) wohnenden Kelten in den thüringer Stämmen aufgegangen sind, ist unbekannt. Im Werra- Bogen-Bereich gibt es damals z.B. bei Salzungen eine keltische Stadt. Wieweit sich nun tatsächlich die Menschen, die Bevölkerung und insbesondere die aus dem Werra-Bogen-Bereich sich freiwillig thüringischen Herrschern unterordnen, ist unklar. Die Gründe für Kriege zwischen germanischen Stämmen sind weitgehend ungeklärt. Jedenfalls bekämpfen die „Fürsten“ der Franken unter Chlodowich 491 das Aufgebot der Thüringer, dann 531 die Thüringer unter Theoderich bzw. dessen Heere, die um 510 im Kampf obsiegen und nach der endgültigen Niederlage (dennoch) den fälligen Untertanen-Tribut verweigern20. Charakteristisch ist neben dem thüringischen „Bauerntum“, das sodann mit einer Fremdherrschaft rechnen muß, deren herrschaftliche Pferdezucht, Grundlage beweglicher Reiterheere, deren Überlegenheit die Franken in den folgenden Jahrhunderten erfolgreich21 nutzen.

[...]


[...]

2 Auf CD, allerdings ohne Daten-Programm. Siehe www.familie-rabich.de. Zitiert“ Geschichte von Menschen in der Region des Werra-Bogens um Herda und der Nachkommenschaft Rabich.

3 Vgl. Mitterauer, Michael. Historisch-anthropologische Familienforschung, Wien-Köln: Böhlau. 1990, darin: Sozialgeschichte der Familie als landeskundlicher Forschungsgegenstand, S. 191-231. Zitiert dort: Unsere Heimat 51(1980), S. 243-271.

4 Relikte auch heute noch, siehe hierzu „Hat die Genetik für die Genealogen noch eine Bedeutung? Eine Betrachtung zur Wissens- und Bedeutungsverzerrung, vgl.. www.volkmar-weiss.de (Intelligenz-Vererbung).

5 Das Geheimnis der Bergbauern, ZDF 2005, Regie Katrin Kramer. Behandelt den Vinschgau und die Arbeit der Europäischen Akademie Bozen (= Innovatives Zentrum für Wissenschaft mit 9 Fach-Instituten) www.eurac.edu

6 Es gibt an fast allen Universitäten und größeren Universitätkliniken Institute für Humangenetik, z.B. koordiniert mit Anthropologie, Andrologie u.a. Sie betreiben im wesentlichen Gen-Analyse, DNA-Diagnostik, Genotypisierung, Gen-Beratung, z.T. auch genetische Epidemiologie, Populations-Untersuchungen usw. Einige Schwerpunkte sind Erforschung von Krankheitsursachen, Bildungspotenzialen.

7 Siehe hierzu die genetischen Untersuchungen z.B. der ägyptischen Herrscher vor Jahrtausenden.

8 Segalen, 1990, S. 154/7 und 87. Es gibt auch Zeiten, in denen ein bäuerliches Verbot existiert, bestimmte Leute zu heiraten.

9 Ohne eine Zuwanderung.

10 Jarren, 1999. S.14. Die Quellen zu einer unterbäuerlichen Schicht sind dünn, was der damaligen Auffassung des nicht dokumentationswerten entspricht. Anzunehmen ist, daß es früh Hörige gibt, die z.T. aus dem Status eines im Kampf Besiegten hervorgehen und auch im Mittelalter noch nicht heraus kommen. Die eigentlichen unterbäuerlichen Schichten entstehen erst nach dem Mittelalter, ebda. S. 35. Bauer dann als Stand.

11 Siehe: Institut für genetische Medizin an der Europäischen Akademie Bozen (AURAC), Vinschgau-Projekt. In Deutschland ist dies kaum durchsetzbar, weil dem die humangenetische Vergangenheit politisch belastet ist.

12 Franken als Oberbegriff westlicher Germanen-Völker mit Herrschaftstruktur seit dem Abzug der Römer.

13 Riemann, S. 102.

14 Lübeck, 1931, S. 5ff. so in fuldaischen Dokumenten für Gerstungen mit 173, in Heringen mit 73, Abterode mit 53 usw. Dies gilt auch für die Besitzungen von Kloster Hersfeld in Thüringen. Bezeugt sind Slawen im 11. Jahrhundert für Dankmarshausen, Marksuhl, Obersuhl u.a. s. Dusek, 1983 und Gockel, Aspekte.. S. 35, 40 mit Zitaten. Unklar ist, ob hier nur die „arbeitenden“ Männer gezählt sind. Für Wünschensuhl ist ungeklärt, ob der Ortsname auf wendischer Basis beruht, Riemann, S. 106. Auch für das Arbeiten im Salzbergwerk Salzungen sind Slawen im 10. Jahrhundert bezeugt, Riemann, S. 104. Bei der Wiederherstellung der Burg Frankenstein sind die slawischen Heiden eingesetzt. Meist sind die Slawen außerhalb des „Dorfes“ stationiert.

15 Knochenhauer, 1969, S. 10 mit Zitaten (Landau, Dronke). Unklar ist die Art und Weise der Fremdarbeiter-Beschaffung, möglich ist auch der Transport infolge „Gefangennahme“ bei der Ost-Missonierung.

16 Weiß, 2000, S. 53ff. Hier Beispiele für das Ausbrechen aus der starren Selbstbeschränkung.

17 Mägde, Knechte, Landarbeiter. 1997, S. 40 u. 66. Erst ein „Bauer“ mit 15-20 Tagewerken kann sich selbst ernähren, ebda. S. 49, ab 10 Morgen hat er Gesinde, ab 60 einen „Knecht“.

18 S. Grahn – Hoek. Gab es vor 531 ein linksrheinisches Thüringer Reich? Z.V. Thür. Gesch. 55(2001), S. 29 Fn.
68; S. 38 Fn.112; S. 44 Fn. 137.

19 Zu Zeiten des historisch „verworfenen Frevlers“ (n. Scherr, Kultur, S. 70), durch List und Tücke gestärkten Machthabers Chlodwig gegen Ende des 5. Jahrhundert umfaßt das Frankenreich ein Gebiet etwas westlich des thüringischen Werra-Bogens bis in das heutige Westfalen und nach Westen bis an die Nordsee, südlich bis bei Trier. Erst im 6. Jahrhundert dehnt es sich bis zum Atlantik und Mittelmeer aus. Großpolitisch ist zu beachten, daß der mächtige Gotenkönig Theoderich 493 die Schwester Chlodwigs Audofleda und die Nichte von Theoderich Amalaberga den thüringischen König Herminafried zeitlich etwas danach heiratet.

20 Grahn-Hoek, ebda. S. 39 Fn. 118 u. S. 41 Fn. 127. Vom 8. Jahrhundert an breiten sich die Sachsen nach Süden aus und leiben sich Land bis zum Thüringer Wald ein. Südlich davon lieg das Franken-Land bis etwa in die Pfalz bzw. an den Rhein und südlich bis an die Donau.

21 Grahn-Hoek, ebda. S. 51 Fn. 178-181. Bereits die römische Kavallerie ist meist mit Germanen besetzt.


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