NA
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
NA
1. Platon und der Dialog Sophistes : Historische Einordnung 4
1.1 Zur Person und zum Werk von Platon 4
1.2 Aufbau und Inhalt des Sophistes 5
1.3 Die philosophiegeschichtliche Bedeutung des Sophistes 6
NA
2. Kurzdarstellung von Platons Ideenlehre 7
NA
3. Reflexion der Ideenlehre: Platons Partizipationsmetaphysik im Sophistes 9
3.1 Die Prädikation des Einen durch viele Namen 9
3.2 Drei Hypothesen zur Frage der Teilhabe der Ideen aneinander 10
3.3 Der Grundriss der Dialektik 12
3.4 Das Sein des Nichtseienden 13
NA
Schlussbemerkung 15
NA
Anhang ……………………………………………………………………………..... 16 16
NA
Literaturverzeichnis 17
NA
2 NA
__________________________________________________________________________________________________________
In seinem Spätwerk „Sophistes“ grenzt P LATON nicht nur den Sophisten vom Philosophen ab, sondern er verdeutlicht auch die dialektische Methode und nimmt Korrekturen an der parmenideischen Ontologie vor. Der Frage nachgehend, wie die Ideen aneinander teilhaben können, begründet PLATON eine Partizipationsmetaphysik und unterzieht dabei seine Ideenlehre einer selbstkritischen Reflexion. Die vorliegende Hausarbeit umreißt zunächst den historischen Kontext des „Sophistes“, gibt einen kurzen inhaltlichen Überblick dieses Dialogs und stellt außerdem die wichtigsten Grundzüge der platonischen Ideenlehre dar. Daran anschließend erfolgt im Hauptteil die Darstellung und Erläuterung der von PLATON im „Sophistes“ entwickelten Partizipationsmetaphysik mit besonderem Hinblick auf die Ideenlehre.
3
__________________________________________________________________________________________________________
1. Platon und der Dialog „Sophistes“: Historische Einordnung
1.1 Zur Person und zum Werk von Platon
Der griechische Philosoph und Gelehrte PLATON 1 wurde um 427 v. Chr. unter dem eigentlichen Namen ARISTOKLES in eine wohlhabende und einflussreiche Familie aus athenischem Adel hineingeboren, „jenem Adel, für dessen Lebenskultur geistige und körperliche Beweglichkeit, Anmut in der Bewegung, Höflichkeit und Verständnis- bereitschaft im Verkehr, aber auch Humor und Ironie bestimmend waren“ 2 . Stark beeinflusst von seinem Lehrer SOKRATES, der für ihn das Idealbild des gerechten und vernünftigen Menschen darstellte, begann PLATON nach dessen Hinrichtung im Jahre 399 v. Chr. mit seiner schriftstellerischen Tätigkeit. Typisch für seine Schriften ist dabei die Dialogform, bei der Position und Gegenposition dargestellt werden, wodurch seine Theorien den Cha rakter eines sich im Entstehungsprozess befindlichen Lehr- gebäudes erhalten. Seine Dankverpflichtung an S OKRATES glaubte PLATON nicht anders abstatten zu können, „als daß er [in den Dialogen] fast alle seine eigenen Gedanken dem Meister in den Mund legte und hinter diesem bescheiden zurückstand“ 3 . Bis zu seinem Tod im Jahre 347 v. Chr. unternahm PLATON drei Re isen nach Sizilien, auf denen er die dortigen Herrscher vergeblich für seine Staatsideale zu gewinnen versuchte, und gründete um 385 v. Chr. die Akademie, eine Philosophenschule, in der unter anderem ARISTOTELES sein Schüler war, und die lange Zeit die bedeutendste „Eliteuniversität“ der antiken Welt darstellte.
Unter dem Namen „P LATON“ sind die Apologie des Sokrates, 34 Dialoge und 13 Briefe überliefert, die aber nicht alle als authentisch gelten. Ohne Auflistung der höchst- wahrscheinlich „unechten“ Schriften ergibt sich auf der Grundlage von Sprachunter- suchungen und der inhaltlichen Entwicklung seiner Lehre folgende Periodisierung: 4
1 Anstelle des Namens „PLATON“ wird oftmals auch die latinisierte Form „PLATO“ verwendet. 2 VRETSKA 2003, S. 7 f.
3 Ebd., S. 11.
4 Vgl. dazu REICHERT 1994. Eine ergänzende und differenziertere Übersicht der hier angeführten Schrif- ten befindet sich zudem im Anhang.
4
__________________________________________________________________________________________________________
1.2 Aufbau und Inhalt des „Sophistes“
PLATONS später Dialog „Sophistes“, zu Deutsch „Der Sophist“, zä hlt zu seinen ideen- kritischen Schriften, knüpft an den Schluss des „Theaitetos“ an und „widmet sich in erster Linie drei Themen: dem Seienden, dem Nichtseienden und der Möglichkeit und Durchführung einer definitorischen Bestimmung des Sophisten“ 5 . Um die se Wesens- bestimmung des Sophisten (in Abgrenzung vom Philosophen) durchführen zu können, bedient sich PLATON so genannter Dihairesen 6 und stößt dabei auf die ontologische Schwierigkeit der Begriffe „Seiendes“ und „Nichtseiendes“. Da letzterer Begriff seit PARMENIDES „als ein Rätsel da[stand], das Parmenides zwar gelöst zu haben meinte, das aber seiner wahren Lösung noch harrte“ 7 , wird im Verlauf des Dialogs „nicht nur ‘der’ Sophist definiert, sondern auc h die parmenideische Ontologie einer kritischen Prüfung und Revision unterzogen, wahre und falsche Meinung bestimmt, [sowie] die ‘klassische’ Ideenlehre in wichtigen Punkten revidiert, bzw. erweitert […]“ 8 . Die im „Sophistes“ auftretenden Personen sind neben S OKRATES die beiden Mathematiker THEAITETOS und T HEODOROS sowie ein sie begleitender GAST bzw. FREMDLING AUS ELEA . Durch diesen erhält SOKRATES die Gelegenheit „zur Auf- klärung über das wahre gegenseitige Verhältnis dreier oft miteinander zusammenge- worfener oder verwechselter Berufsvertreter: des S o p h i s t e n, des S t a a t s m a n n e s und des P h i l o s o p h e n“ 9 .
Nach HELMUT MEINHARDT lässt sich der Dialog in ein Einleitungsgespräch und weitere VI Abschnitte unterteilen: 10
5 GLASMEYER 2003, S. 9.
6 Eine Dihairese bezeichnet die schrittweise Zerlegung von Begriffen in dichotomische Unterbegriffe, die dabei durch ihre Stellung in der Zerlegung inhaltlich bestimmt werden. Dihairesen sind also die äußersten Ausdifferenzierungen der Begriffe. Vgl. dazu auch REGENBOGEN/MEYER (HRSG.) 1998, S. 149 f. 7 APELT 1922a, S. 5.
8 GLASMEYER 2003, S. 9.
9 APELT 1922a, S. 14.
10 Vgl. MEINHARDT 1998b, S. 13 ff.
5
Arbeit zitieren:
Tim Fischer, 2006, Platons Partizipationsmetaphysik im Dialog "Sophistes" - Die selbstkritische Reflexion der Ideenlehre, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Platons Sophistes - zur Überwindung der Sophistik und ihrer metaphysis...
Philosophie - Philosophie der Antike
Hauptseminararbeit, 23 Seiten
Jenseits von Gut und Böse: 'Pluralität des Willens' und 'W...
Philosophie - Philosophie des 19. Jahrhunderts
Hausarbeit, 17 Seiten
Platons Psychologie in der Politeia - der Aufbau der Seele, die Erkenn...
Philosophie - Philosophie der Antike
Seminararbeit, 25 Seiten
Der Begriff der Freundschaft bei Aristoteles (Nikomachische Ethik, Buc...
Philosophie - Philosophie der Antike
Hausarbeit, 18 Seiten
Lehr- und Lerntheorien - Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivi...
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Hauptseminararbeit, 26 Seiten
Ein deutsch-französischer Vergleich - Ursachen für das unterschiedlich...
BWL - Personal und Organisation
Hausarbeit, 44 Seiten
Das "Leib-Seele-Problem": „Der Substanz-Dualismus" - Pl...
Erläutert anhand von Ansgar Be...
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
Seminararbeit, 12 Seiten
Erziehungsstile - Elterliche Verhaltensmuster und Eltern-Kind-Interak...
Hauptseminararbeit, 25 Seiten
Die Naturzustandsfiktion bei Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau u...
Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts
Seminararbeit, 18 Seiten
Die Stalin-Note vom 10. März 1952 - eine vertane Chance?
Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
Hauptseminararbeit, 12 Seiten
Die transatlantischen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA
Politik - Internationale Politik - Thema: Deutsche Außenpolitik
Hauptseminararbeit, 27 Seiten
Die Kritik Gustav Heinemanns an Konrad Adenauers Deutschlandpolitik 19...
Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
Bachelorarbeit, 29 Seiten
John Dewey - Erziehungstheorie und Pragmatismus
Zwischenprüfungsarbeit, 22 Seiten
Allgemeines über die Sophisten - Sokrates und die Sophisten
Pädagogik - Geschichte der Päd.
Hausarbeit, 16 Seiten
Kants Grundlegung zur Metaphysik der Sitten
Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts
Hausarbeit, 23 Seiten
Tim Fischer's Text Platons Partizipationsmetaphysik im Dialog "Sophistes" - Die selbstkritische Reflexion der Ideenlehre ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Tim Fischer hat den Text Platons Partizipationsmetaphysik im Dialog "Sophistes" - Die selbstkritische Reflexion der Ideenlehre veröffentlicht
Tim Fischer hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare