Gliederung
I. Textzusammenfassung: Avishai Margalit: Der Ring - Über religiösen
Pluralismus 2
II. Die Ringparabel und ihre Auslegungen 3
III. Prüfung der Möglichkeit von religiösem Pluralismus durch indirekte
Annäherung mit dem antipluralistischen Ein-Ring Argument 4
I. Textzusammenfassung: Avishai Margalit: Der Ring - Über religiösen
Pluralismus
Die Ausgangsfrage des Autors lautet: Können Judentum, Christentum und Islam
pluralistisch verfasst sein?
Margalit stellt klar, dass es nicht um wechselseitige Toleranz gehen soll, sondern
die Frage nach gegenseitiger Akzeptanz der unterschiedlichen, im Widerstreit
stehenden Lebensweisen der Religionen soll im Vordergrund stehen
Zudem wird ein möglicher interreligiöser Pluralismus die Grundlage für die
Überlegungen sein und nicht ein Intrareligiöser
Margalit zieht zu seinen Ausführungen nun die Ringparabel hinzu, die den
Diskussionen um religiösen Pluralismus nach seiner Meinung schon immer zur
Seite stand. Der Autor geht zunächst auf unterschiedliche Lesarten der Parabel
ein, in denen es zum einen um die Anzahl der echten Ringe, zum anderen um die
Frage danach, wann der Ring überhaupt echt ist geht. Zudem erläutert Margalit
kurz die Auslegungen der Varianten der Ringparabel
Im nächsten Abschnitt des Textes will sich der Autor indirekt an den religiösen
Pluralismus annähern und zwar anhand des antipluralistischen Arguments, dass
nur ein echter Ring existiert. Margalit geht nun in der Form vor, dass er sechs
Prämissen und eine entsprechende Konklusion darlegt und anschließend die
einzelnen Prämissen überprüft
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II. Die Ringparabel und ihre Auslegungen
Die Ringparabel, die durch Lessings „Nathan der Weise“ berühmt wurde, geht auf unterschiedliche mittelalterliche Vorläufer zurück. In aller Kürze kann man den Plot der Geschichte wie folgt zusammenfassen. Ein König hinterlässt seinen drei Söhnen drei Ringe. Nur einer davon ist echt und bestimmt eigentlich den legitimen Thronfolger. Die zwei anderen Ringe sind völlig gleiche Imitate. Analog dazu kann man den König als himmlischen Vater und die drei Söhne als Moses, Jesus und Mohamed betrachten. Der eine echte Ring stellt die Offenbarung dar, symbolisiert also die einzig wahre Religion. Lessings Ringparabel geht von einem echten Ring aus. Analog dazu gibt es nur eine „echte“ Religion. Allerdings ist unbekannt, welcher der Ringe der echte ist. Der Zweifel soll zu einer Haltung von Achtung und Skepsis führen, denn analog kann niemand sicher sein welche Religion im Besitz der Wahrheit ist. Der Wert des Rings äußert sich also durch die Haltung des Trägers. Glaubt man nicht an die Kraft des Ringes, so ist er wertlos. Alle drei Ringe können also sowohl wertvoll als auch wertlos sein.
Eine antipluralistische Lesart geht auch davon aus, dass nur ein echter Ring existiert, also auch nur eine wahre Religion. Die anderen beiden unechten Ringe sind wertlos. Sie können durch die Vortäuschung von Echtheit sogar schädlich sein.
Eine weitere, wesentlich radikalere Lesart nimmt an, dass keiner der Ringe echt ist. Der echte befindet sich irgendwo anders und die drei Ringe sind nur ein Mittel um den Einen zu finden. Zu dieser Lesart gibt es zwei Deutungsrichtungen. Zum einen bedeutet es, dass keine der drei traditionellen Religionen den Grad an religiöser Vollkommenheit erreichen kann wie die eine wahre. Zum anderen wird der echte Ring als die Philosophie angesehen, denn nur sie ermöglicht das höchste religiöse Wissen zu erlangen, das heißt Vollkommenheit. Den drei unechten Ringen kommt bei der philosophischen Deutung allerdings auch eine Wirkung zu. Sie stellen eine Hilfe bei der Schaffung einer Gesellschaftsordnung, die es möglich machen soll den einen echten Ring zu finden.
Margalit spricht einen weiteren Auslegungsansatz, in dem es um die Frage geht, wann der Ring überhaupt echt ist. Eine Möglichkeit der Betrachtung ist, dass der Glaube wahr ist, wenn das Material des Rings so ist wie es sein soll. Als zweite
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Arbeit zitieren:
Marie-Christin Pollak, 2005, Avishai Margalit: Der Ring - Über religiösen Pluralismus, München, GRIN Verlag GmbH
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