1
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung. 2
2. Abgrenzung. 2
3. Darstellung, Einschätzung und Bewertung des Arbeitsfeldes und der
Einrichtung 3
3.1 Träger 3
3.2 Organisationsstruktur 3
3.3 personelle Besetzung. 3
3.4 Zielgruppe 3
3.5 Konzeption. 4
4. Darstellung und Analyse der eigenen Tätigkeit. 4
4.1 Mitwirkung beim Aufbau der Außenwohngruppe Y. 5
4.2 Markante Unterschiede zur Stammeinrichtung. 7
5. Elternarbeit und Lebenswelt am Außenwohngruppe Y 7
5.1 Die spezielle Stellung der Elternarbeit und die damit verbundenen
„Probleme“ 8
5.1.1. Der Einfluss der Eltern auf die Gruppenfindung, die
Gruppendynamik und die Gruppenprozesse am Außenwohngruppe Y. 9
5.1.2. Der Einfluss der Eltern auf die Mitarbeiter. 10
5.2 Lösungsansatz Führung und Management. 10
5.3 6. Zusammenhang zwischen Praktikum und Studium mit Blick auf das
Sozialunternehmen EINRICHTUNG X. 16
6.1 Sozialunternehmen der Jugendhilfe in der Praxis. 16
6.1.1 Konzepte 17
6.1.2 Praxis. 18
6.2 Zusammenhang von Konzeption und Praxis und Reflexion. 29
6.3. Das EINRICHTUNG X - ein Sozialunternehmen in der Rechtsform
der gGmbH. 20
7. Portraits ausgewählter Kinder und Jugendlicher die ich
w ährend des Praktikums im Einrichtung X betreut und im
Kolloquium vorgestellt habe. 23
7.1 M. 23
7.2.E. 25
7.3 D 27
7,4 K 29
7.5 S 30
7.6 Ergebnis 32
8. Fazit 32
Gesetze , Rechtsverordnungen und Verwaltungsanweisungen. 35
Literaturverzeichnis 36
2
1. Einleitung
Vor nun gut zehn Jahren fand mein erster praktischer beruflicher Kontakt zur Jugendhilfe statt. Nachdem ich Mitte der neunziger Jahre bereits ein Projekt der Jugendarbeit an der deutsch-polnischen Grenze begleitet habe, hat mich das Thema interessiert. Als zwischenzeitlich diplomierter Betriebswirt dürfte ich als Praktikant am Aufbau der dezentralen Wohngruppe Außenwohngruppe Y in Leonberg im Rahmen meines studienbegleitenden Praktikums mitwirken. Den Praktikumsbericht möchte ich nutzen, um einerseits auszugsweise darüber zu berichten und andererseits die Institution Einrichtung X in einen sozialwirtschaftlichen Kontext zu stellen. Den Blick lege ich hierbei auf die Tatsche, dass jedes Sozialunternehmen heute in einem wirtschaftlichen wie sozialen Kontext agiert und sich mit gesellschaftlich geforderten Aufgaben wie beispielsweise
betriebswirtschaftlicher Notwendigkeiten konfrontiert sieht und sich diesen Tatsachen neben aller Fachlichkeit zu stellen hat. Den ersten Schwerpunkt möchte ich zuvor jedoch auf die Elternarbeit am Außenwohngruppe Y legen.
2. Abgrenzung
Der Praktikumsbericht soll keinen Tagebuchcharakter haben in dem umfassend die ganze Tätigkeit im Praktikum mit detaillierter Beschreibung der einzelnen Arbeitsschritte dargestellt wird. Besonderes Gewicht soll auf die vertiefende Bearbeitung einer speziellen Fragestellung, eines speziellen Problems oder eines speziellen Problemfeldes gelegt werden. Ferner soll ein Augenmerk auf das Aufzeigen des Zusammenhangs zwischen dem Praktikum und dem bisherigen Studium beziehungsweise zwischen praktischen Erfahrungen und Möglichkeiten der theoretischen Reflexion gelegt werden. 1 Ich werde daher zunächst kurz das Arbeitsfeld benennen, die Einrichtung und die eigene Tätigkeit während des Praktikums kurz vorstellen. Anschließend werde ich mich der Frage der Elternarbeit, deren Wirkungen und den damit verbunden Problemen der Praxis zuwenden. Abschließend erfolgt ein Blick auf das Einrichtung X in seiner Eigenschaft als Sozialunternehmen, also als Unternehmen der Sozialwirtschaft 2 , welches sich neben aller Fachlichkeit betriebswirtschaftlichen Fragen zu stellen hat.
1 Vgl. Universität Tübingen; inhaltliche Vorgaben für das Anfertigen eines Hauptpraktikumsbericht, herausgegeben vom Praktikumsbüro am Institut für Erziehungswissenschaften, Stand November 2000.
2 Vgl. Wendt, Wolf Rainer; Sozialwirtschaft- Eine Systematik, in Studienkurs Management in der Sozialwirtschaft, Baden-Baden 2003, S.98
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3. Darstellung, Einschätzung und Bewertung des Arbeitsfeldes und der Einrichtung
Um das Arbeitsfeld und den Träger darzustellen, wähle ich die nach Träger, Organisationsstruktur, personeller Besetzung, Zielgruppe und Konzeption differenzierte Untergliederung. Eine Bewertung erfolgt nicht.
3.1 Träger
Das Einrichtung X ist eine als gemeinnützig anerkannte Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH). Sie ist als freier Träger dem Spitzenverband des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtverbandes, Landesverband Baden Württemberg angeschlossen.
3.2 Organisationsstruktur
Die Organisationsstruktur stellt sich wie folgt dar. Sie teilt sich in die drei Bereiche Jugendberufshilfe, erzieherische Hilfen und Jugendarbeit. Die Leitung und Verwaltung der drei Bereiche untersteht dem Geschäftsführer. Die drei Hauptbereiche unterteilen sich in eine Vielzahl weitere Einzelbereiche. 3 Der Außenwohngruppe Y ist den erzieherischen Hilfen zugeordnet.
3.3 personelle Besetzung
Die Einrichtung X gGmbH beschäftigt mittlerweile knapp einhundert Mitarbeiter. In der dezentralen Wohngruppe Außenwohngruppe Y sind zur Zeit zwei Voll- und zwei Teilzeitkräfte angestellt. Sie decken im Schichtdienst die Betreuungszeit ab. Dabei werden sie regelmäßig von Praktikanten unterstützt.
3.4 Zielgruppe
Zur Zielgruppe des Einrichtung Xen lässt sich generell folgendes sagen. Junge Menschen die von der Gesellschaft ausgeschlossen sind beziehungsweise kurz davor stehen ausgeschlossen
3 Vgl. Anhang Organigramm des Einrichtung Xes; in Konzeption Einrichtung X, Stand 2004.
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zu werden. Gründe hierfür liegen im Umfeld der meist männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Ihnen soll in den Wohngruppen mit gruppenpädagogischen Maßnahmen, klaren Strukturen, Ausbildungs- und Arbeitsinhalten, sowie sportpädagogischen Inhalten der Weg zurück in die Gesellschaft ermöglicht werden. Der Tatsache, dass auch zunehmend jüngere Mädchen und Jungen in Jugendhilfeeinrichtungen angefragt werden, trägt man mit der Eröffnung von dezentralen koedukative Wohngruppen wie dem Außenwohngruppe Y in Leonberg Rechnung.
3.5 Konzeption
Seit Einführung des KJHG im Jahr 1991 wurde die Konzeption des Einrichtung Xes, den rechtlichen Rahmenbedingungen entsprechend, angepasst. Es handelt sich heute um eine differenzierte Jugendhilfeeinrichtung mit stationären und ambulanten Hilfeformen, Ausbildungs- und Beschäftigungsangeboten, einer Vermittlungsagentur sowie Angeboten der offenen Jugendarbeit. Die Eröffnung des Außenwohngruppe Yes zeigt, wie die Konzeption innerhalb der rechtlichen Rahmenbedingungen 4 ständig fortgeschrieben und weiterentwickelt werden kann.
4. Darstellung und Analyse der eigenen Tätigkeit.
Mein studienbegleitendes Hauptpraktikum habe ich wie in der Einleitung erwähnt am Außenwohngruppe Y abgeleistet. Zu Beginn meines Praktikums wurde diese Einrichtung unter dem Dach des Einrichtung Xes neu eingerichtet. Im Gegensatz zur Stammeinrichtung in Hildrizhausen wird am Außenwohngruppe Y in Leonberg der Schwerpunkt auf Elternarbeit, mit dem Ziel der Rückführung in das Elternhaus, gelegt. Die dezentrale koedukative Wohngruppe Außenwohngruppe Y in Leonberg hat männliche und weibliche Kinder- und Jugendliche im Alter ab zehn Jahren zur Zielgruppe. Das Gruppensetting findet in einem neu renovierten Aussiedlerhof mit einer Belegungskapazität von acht bis zehn Plätzen statt. Die Betreuungsinhalte sind gekennzeichnet durch eine 24 Stunden Betreuung, gruppenpädagogische Leistungen, Einzelfallbetreuung, Unterstützung bei Schule und Ausbildung, aufsuchende Eltern-und Familienarbeit, geschlechtsspezifische
4 Vgl. Sozialgesetzbuch (SGB), Achtes Buch(VIII), Kinder- und Jugendhilfe, in Jugendrecht, deutscher Taschenbuchverlag, 24. Auflage, 2002, insbesondere dritter Abschnitt. Vereinbarungen über Leistungsangebote, Entgelte und Qualitätsentwicklung S. 45-48, sowie §34 Heimerziehung und sonstige betreute Wohnformen.
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Betreuungsangebote, erlebnispädagogische Angebote, Freizeitangebote sowie
suchtpräventive Angebote. Die konzeptionelle Zusatzleistung besteht aber in der Ausrichtung der Wohngruppe auf die geplante Rückführung des Betreuten ins Elternhaus. 5 In diesem Kontext fand das Hauptpraktikum statt.
4.1 Mitwirkung beim Aufbau der Außenwohngruppe Y
Zu Beginn meines Hauptpraktikums wurde der Außenwohngruppe Y in Leonberg neu begonnen. Ich war dort ab der ersten Stunde eingesetzt. Zunächst war nur ein Mädchen in der Einrichtung. Innerhalb weniger Wochen wurden zunächst vier weitere Mädchen und Jungen in der Einrichtung aufgenommen. Ab Oktober 2004 erhöhten wir die Belegungskapazität von bis dahin fünf Jugendlichen auf acht bis zehn. Meine Hauptaufgabe bestand darin, den Beginn des Geschäftsbetriebes mitzutragen. Der Umstand, dass ich mit der Stammeinrichtung und den internen Arbeitsabläufen bereits vertraut war, erleichterte dies ungemein. Somit konnte ich den neuen Kollegen und Kolleginnen Informationen geben, die beim Aufbau der Organisation nützlich waren. Fachlich war ich in den Betreuungsalltag vom ersten Tag an eingebunden. Meine pädagogische Anleitung übernahm die Teamleiterin und stellenweise auch die stellvertretende Einrichtungsleitung. Wir mussten den üblichen Tagesablauf innerhalb einer Wohngruppe installieren und umsetzen. Ein Büro war einzurichten und funktionsfähig zu gestalten. Hierbei kam uns mein abgeschlossenes betriebswirtschaftliches Studium zu Gute. Der Aufbau des Büros vor Ort beinhaltete das Einführen von Kassenbuch, von Akten der Jugendlichen, von Arbeitshilfeordnern und so weiter. Es musste begonnen werden Öffentlichkeitsarbeit zu organisieren. Die Leiter der örtlichen Jugendämter, Vertreter von Schulen und die Presse wurden zeitlich versetzt eingeladen, damit sie die Einrichtung kennen lernen und über sie berichten konnten. Hierbei half der Umstand, dass man auf bereits vorhandene Strukturen und Unterlagen der Stammeinrichtung Einrichtung X in Hildrizhausen zurückgreifen konnte. Diese Unterstützung erscheint mit auch beim „start up“ eines jeden neuen Sozialunternehmens geboten. Man braucht sozusagen einen „Business Partner“, der als Art Supervisor agiert und hilft eine funktionsfähige Institution zu schaffen. Dieser Vorteil war durch den stellvertretenden Einrichtungsleiter gegeben. Darüber hinaus stellte sich heraus, dass es notwendig sein würde, eine fünfzig Prozent umfassende Teilzeitstelle für einen Hausmeister zu schaffen. Dies hatte zur Folge, dass wir uns mehr auf die von uns
5 Vgl. Konzeption, dezentrale Wohngruppe Außenwohngruppe Y Leonberg, EINRICHTUNG X Sozialpädagogische Einrichtung der Jugendhilfe, unveröffentlichte Version, Hildrizhausen 2004, S.3.
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gewünschten pädagogischen erzieherischen Inhalte konzentrieren konnten, und der rein organisatorisch-hauswirtschaftliche Teil zunehmend in den Hintergrund treten konnte. Dennoch beteiligten sich die Jugendlichen, erwartungsgemäß mit sinkender Tendenz, an organisatorischen Aufgaben, die sie unter Anleitung zusammen mit dem Hausmeister erledigen konnten.
4.2 Markante Unterschiede zur Stammeinrichtung
Mein Grundpraktikum habe ich in der Stammeinrichtung, im Bereich der Innenwohngruppen des Einrichtung Xes, in Hildrizhausen abgeleistet. Über die Arbeit dort, habe ich im Praktikumsbericht zum Grundpraktikum umfassend berichtet. 6 Um nun markante
Unterschiede zu benennen, ist zu aller Erst die Betonung der Elternarbeit mit konzeptionell geplanter Rückführung ins Elternhaus zu nennen.
Darüber hinaus ist der Außenwohngruppe Y eine koedukative Wohngruppe, wohingegen sich die Stammeinrichtung in Hildrizhausen ausschließlich um männliche Jugendliche und junge Erwachsene kümmert, darauf spezialisiert und konzeptionell ausgerichtet ist.
Als drittes und ebenfalls wesentliches Unterscheidungsmerkmal ist die Altersgruppe zu nennen. Im Außenwohngruppe Y werden vorwiegend Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis fünfzehn Jahren betreut, wohingegen in Hildrizhausen vorwiegend Jugendliche ab dem fünfzehnten Lebensjahr zu Hause sind.
Ansonsten sind die Lebensumstände und die Lebenswelt im wesentlichen vergleichbar. Beide Settings liegen außerhalb von wohnwirtschaftlich genutzten Gebieten und ermöglichen den Jugendlichen in räumlicher, emotionaler und mentaler Dimension ausreichend Freiraum um sich selbst finden und entfalten zu können.
Im nächsten Kapitel möchte ich auf den markantesten Unterschied zur Stammeinrichtung in Hildrizhausen, nämlich der konzeptionellen Elternarbeit, näher eingehen. Ich möchte zunächst im Gesamtkontext von Lebenswelt und Einrichtung darstellen, was Elternarbeit am
6 Vgl. Fleißer, Michael; Praktikumsbericht zum Grundpraktikum, insbesondere Kapitel II, Tübingen 2003.
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Außenwohngruppe Y bedeutet, um anschließend deren Wirkungen im Gruppenalltag und die damit verbunden Herausforderungen beschreiben zu können.
5. Elternarbeit und Lebenswelt am Außenwohngruppe Y
Ein entscheidendes Merkmal und pädagogische Zielsetzung der Betreuung in der Wohngruppe Außenwohngruppe Y, ist die konzeptionelle Ausrichtung im Hinblick auf eine Rückführung der zu Betreuenden von der Wohngruppe ins Elternhaus, die zu Beginn der Maßnahme, orientiert am Hilfebedarf des Klienten, im Hilfeplan festgeschrieben werden kann. Um dies zu gewährleisten bedarf es einer im Vergleich zu den Regelbetreuungsleistungen in Wohngruppen, intensiveren Zusammenarbeit mit den Familien.
Aufgeschlüsselt bedeutet dies, dass sozialpädagogische Intervention sowohl im Elternhaus, als auch mit den Eltern und den untergebrachten Jugendlichen in der Wohngruppe geschehen muss. Dabei bedarf es einer engen Kooperation und Abstimmung über Aufgabenverteilung zwischen freiem und öffentlichem Träger der Jugendhilfe.
Durch aktiv betriebene Vernetzung mit sozialpädagogischen und oder therapeutischen Fachdiensten im Sozialraum der Herkunftsfamilien müssen sich soziale Bezüge von Familie und Jugendlichen und deren Interaktion verändern. Dies muss geschehen um das Ziel der Rückführung realistisch und erfolgsversprechend zu machen. Es bedeutet darüber hinaus, dass die Familie in den Erziehungsprozess in der Einrichtung mit einbezogen wird. Auch der Jugendliche soll in die Geschehnisse in der Familie miteinbezogen werden.
Dies geschieht durch gezielte fachliche Beratung der Mitarbeiter und beinhaltet neben der Vernetzung, regelmäßige Besuche der Mitarbeiter und der Jugendlichen in den Familien, sowie geplante Besuche der Eltern in der Gruppe. Inhaltlich wird hierbei der Betreuungsverlauf reflektiert, der Besuch in der Familie vor- und nachbereitet.
Aushandlungsprozesse mit den Eltern und den Jugendlichen, das Festlegen von Regeln während eines Aufenthaltes in der Familie werden von den Mitarbeitern gezielt mit der Familie und den zu Betreuenden erarbeitet, Maßnahmenkataloge werden erstellt, die jeweilige Stellung der Personen im Familiensystem reflektiert, korrigiert oder verstärkt.
Arbeit zitieren:
Dipl.Betrw.(BA) Michael M. Fleißer, 2005, Eindrücke vom Aufbau einer neuen dezentralen Wohngruppe, München, GRIN Verlag GmbH
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