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2.1 Der traditionelle Beschaffungsprozess 2.2 Disparitäten zwischen Industrie- und Handelslogistik 2.2.1 Problemüberblick
2.2.2 Out-of-stock Problematik/hohe Lagerbestände 2.3 Unternehmensstrategien der integrierten Distributionslogistik 2.3.1 Just-In-Time (JIT) 2.3.2 Efficient Consumer Response (ECR) 2.3.3 Supply Chain Management 2.3.4 Continuous Replenishment
2.3.5 Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment &RQWLQXRXV5HSOHQLVKPHQW(IILFLHQW5HSOHQLVKPHQW
HLQH%DVLVVWUDWHJLHIUHIIL]LHQWHUH/RJLVWLNNRQ]HSWH 3.1 Aufgabe 3.2 Anforderungen 3.2 Prinzip 3.3 Vorteile/Nachteile 3.4 Arten von Continuous Replenishment 3.5 Heutiger Stand &3)5
4.1 Entstehung und Entwicklung 4.2 Aufgabe und Vorteile 4.3 Anforderungen 4.4 Prinzip 4.5 Heutiger Stand 4.6 Exkurs: Prognoseverfahren .ULWLVFKH6FKOXVVEHWUDFKWXQJ /LWHUDWXUYHU]HLFKQLV
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Diese Arbeit soll dem Leser den Sinn und Zweck von Logistikkonzepten zwischen der Lebensmittelindustrie und dem Lebensmitteleinzelhandel verdeutlichen. Das dieses Thema von höchster Prägnanz und Aktualität ist, wird deutlich, wenn man beobachtet, wie schnell und mit welcher Intensität in den letzten Jahren die Weiterentwicklung solcher gemeinsamen Distributionswege vonstatten ging. Jedes Unternehmen, ob Einzelhandel oder Industriebetrieb, sucht nach neuen Möglichkeiten die Kosten zu senken, um konkurrenzfähig zu sein. 1 Das dieses am ehesten mit Einsparungen im Logistikbereich zu erreichen ist, liegt auf der Hand; im eigenen Betrieb wird das Einsparungspotential als Erstes erreicht. Im folgenden Text wird der Leser historisch an die Problematik herangeführt, um anschließend die wichtigsten Unternehmungsstrategien in chronologischer Reihenfolge kennen zu lernen. Im darauffolgenden dritten und vierten Kapitel befindet sich die eigentliche Thematik. Die Funktionsweise, Anforderungen und Effekte von Continuous Replenishment (CR) und Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment (CPFR) können aus diesen Paragraphen entnommen werden. Verschiedene Unternehmen befassen sich zur Zeit im Rahmen von Pilotprojekten mit CPFR. Im Kapitel 5 wird ein kurz- bis mittelfristiger 2 Ausblick der möglichen weiteren Entwicklung vorgenommen.
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Müller-Hagedorn beschreibt den Beschaffungsprozess des Einzelhandels als den Prozess der Suche von Lieferanten, der anschließenden Kontaktaufnahme und Verhandlungen. Am Ende dieses Prozesses steht der Vertragsabschluss sowie dessen Abwicklung. (Müller-Hagedorn 1998: 494)
Der Beschaffungsprozess lässt sich allgemein in einen strategischen und einen operativen Teil gliedern.
1 Nach dem Mikroökonomischen Grundsatz der Gewinnmaximierung.
2 Ein langfristiger Ausblick erscheint nicht möglich, aufgrund der sehr schnellen Weiterentwicklung
von Logistikkonzepten.
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$EELOGXQJ Beschaffungsprozess (Quelle: Eyholzer 2000: 6) 6WUDWHJLVFKH%HVFKDIIXQJ
6RUWLPHQWVSROLWLN Im Rahmen der Sortimentspolitik legt das Handelsunternehmen anhand, vorher festgelegter, absatzseitiger Warenpläne, die im Lieferantenmarkt zu beschaffenden Produktgruppen und Produkte fest. Diese strategische Entscheidung determiniert im Wesentlichen den groben Sortimentsaufbau. 3URGXNWSROLWLN Hauptaufgabe der Produktpolitik ist die Festlegung der genauen physischen Eigenschaften der zu beschaffenden Artikel, beispielsweise die Verpackung und Markierung oder die Farbe bestimmter Produkte. Handelt es sich bei den zu beschaffenden Waren um Eigenmarken, kann zudem die Entwicklung und Gestaltung der Produkte Ansatzpunkt produktpolitischer Aktivitäten sein. Der Schwerpunkt der Einkaufsgestaltung liegt in der (LQNDXIVJHVWDOWXQJ
Lieferantenauswahl, deren primäres Ziel die Erschließung günstiger und gesicherter Beschaffungsquellen ist. Dies beinhaltet die Suche und Auswahl entsprechender geeigneter Lieferanten, die anschließende Kontaktanbahnung und die vertragliche Gestaltung des Beschaffungsweges. 3UHLVSROLWLN Ziel der Beschaffungspreispolitik ist die Minimierung der Einstandspreise gehandelter Waren, da die Einstandspreise die Rentabilität des Einzelhandels in erheblichem Maße beeinflussen. Preis- und Bestellmengenpolitik sind unmittelbar miteinander verbunden, da die Bestellmengen als Bezugsbasis bei der Beurteilung der Preishöhe fungieren.
Das Ziel der Preispolitik kann folglich auf die Minimierung der Einstandspreise für einmalige Bestellvorgänge, bzw. das Abschließen möglichst günstiger Rahmenverträge bei mehrmaligen Bestellvorgängen, reduziert werden.
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2SHUDWLYH%HVFKDIIXQJ %HVWHOOPHQJHQSROLWLN Somit ergibt sich für die Bestellmengenpolitik die
Hauptaufgabe, für die in bestimmten Rhythmen anfallenden Bedarfe optimale, d. h. bestellkostenminimierende Bestellmengen zu ermitteln. Berücksichtigt werden sollten dabei nicht nur die Lagerhaltungs- und Beschaffungskosten, sondern auch die prognostizierte Abverkaufsmenge des jeweiligen Produktes. 'XUFKIKUXQJ Die Durchführung beschreibt den Vorgang der Übermittlung eines Bestellauftrags. Im Rahmen bereits bestehender Verträge kann dies auch lediglich die Absendung eines Abrufs bedeuten.
/RJLVWLN Hauptaufgabe der Logistik ist die Sicherstellung des Flusses von Waren, Transportmitteln und Verpackungsmaterialien vom Herkunftsort zum Zielort. Die Aktionsparameter der Logistik umfassen dabei das Bestandsmanagement, das Lagerhausmanagement, den Transport und die Auftragsabwicklung. Da eine detaillierte Betrachtung aller anfallenden Logistikaspekte den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, sollen lediglich die Lagerhaus- und Transportlogistik behandelt werden.
Im Rahmen der Lagerhauslogistik stellt sich für Handelsunternehmen die Frage, ob sie Waren vom Lieferanten direkt an die Verkaufsstellen zuleiten lassen oder ob sie über ein Zentrallager, bzw. ein mehrstufiges Lagersystem bedient werden wollen. Die Transportlogistik beschreibt den, meist von externen
Dienstleistungsunternehmen durchgeführten, Prozess des Transports von Waren zwischen den einzelnen Mitgliedern der Wertschöpfungskette. 6HUYLFH Hier sei lediglich die Versorgung von Herstellern mit Marktentwicklungsbzw. Abverkaufsdaten ihrer Produkte erwähnt, da sonstige Serviceleistungen aufgrund ihrer geringen Bedeutung vernachlässigt werden können.(Eyholzer 2000: 6)
'LVSDULWlWHQ]ZLVFKHQ,QGXVWULHXQG+DQGHOVORJLVWLN Aufwendige Informationsbeschaffung, komplexe Prozessketten und manuelle Tätigkeiten kennzeichnen im Wesentlichen die Schwachstellen des traditionellen Beschaffungsprozesses. Aufgrund häufig global verteilter, unstrukturierter und in heterogener Form vorliegender Informationen und der dadurch bedingten geringen Transparenz ist eine optimale Lieferanten- bzw. Produktauswahl nur schwer realisierbar. Lange Prozessketten und redundante Bearbeitungsschritte erhöhen die Prozesskosten. Manuelle Tätigkeiten sowie lange Beschaffungs- und Durchlaufzeiten
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beeinträchtigen die Flexibilität der Handelsunternehmungen, auf veränderte Marktbedingungen und Kundenanforderungen zu reagieren.
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Vertikaler Wettbewerb um die Führerschaft im Distributionskanal und opportunistisch ausgetragene Spannen- und Funktionskonflikte prägten die traditionelle Lieferantenbeziehung und gaben ihr eine Verhaltenstruktur, die von fehlender Transparenz, Desinformation, Ausbeutung und Konfrontation gekennzeichnet war. Aus dieser, durch Misstrauen und Opportunismus geprägten Lieferantenbeziehung resultierten Ineffizienzen in der gesamten
Wertschöpfungskette. (Brettschneider 2000: 6-9) Das vorherrschende, auf Konditionenmaximierung ausgerichtete Push-System war nicht am Verbraucher orientiert und führte häufig zu erhöhten Logistikkosten und/oder überflüssigen Lagerbeständen. Hinzu kamen die Verkaufsaktionen des Herstellers (Promotion, Sonderrabatte), die zu einer unvorhersehbaren und stark schwankenden Bestellmenge führten. Oft füllten sich die Lager und ein Abverkaufsdruck entstand, der zu Margenverfall auf beiden Seiten führte. (Seifert 2001: 56)
Eine unternehmensübergreifende Optimierung der Wertschöpfungskette wurde durch fehlende Kooperation zwischen Händler und Hersteller verhindert, es entstanden isolierte Bereichsoptima. (Brettschneider 2000: 6-9) Die Frage, wer denn nun die Systemführerschaft in der Distributionslogistik inne hat, lässt sich nicht eindeutig festlegen. Zwar geht Lademann von einem gewissen Machtverlust der Markenindustrie aus, sagt aber auch das marktstrukturell von einer Pattsituation auszugehen ist. (Lademann 1998: 54) Versucht man die Frage anhand der unterschiedlichen Logistiksysteme von Industrie und Handel zu beantworten, um die daraus resultierenden Kostenauswirkungen auf ihre Effizienz hin zu untersuchen, wird deutlich, „dass nicht alle Konzepte tatsächlich eine Verbesserung der Kostenposition im Beschaffungskanal als vielmehr eine Umverteilung der Kosten bewirken“ (Bretzke 1999: 81).
Dennoch lässt sich vermuten, dass der Handel mittelfristig durch eine handelsseitige Zunahme der Marktmacht als zukünftiger Systemführer von Logistiksystemen hervorgehen wird. (Bretzke 1999: 81)
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Voraussetzung für ein effizientes Win-Win-Konzept ist die beidseitige Bereitschaft zur Veränderung. Diese Bereitschaft wird durch „Efficient Consumer Response“-Diskussionen gefördert.
Welches nun das für beide Seiten ideale Konzept ist, lässt sich aufgrund der individuellen Randbedingungen und der unterschiedlichen Systeme nicht sagen. (Bretzke 1999: 82-83)
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„Die Risiken ungeplanter Nachfrage sind vor allem bei Aktionsartikeln, Neueinführungen und Saisonartikeln hoch. Aber auch unvorhersehbare Ereignisse wie etwa extrem heiße Sommer sorgen immer wieder für leere Regale.“(Spalink 2000: 50)
Out-of-Stock kann zu gravierenden Umsatzeinbußen sowohl beim Handel wie auch beim Hersteller führen. Die Verluste können beim Hersteller enorm sein, da der Konsument die Möglichkeit hat, eine andere Marke in dem selben Einzelhandelsgeschäft zu kaufen. Für den Einzelhandel ist diese Reaktion des Konsumenten hingegen nur eine Verschiebung der Einkommensherkunft. (Campo 2000: 219-220)
Ein Konsument der einer Out-of-Stock Situation begegnet kann unterschiedlich reagieren:
• Der Konsument kann ein anderes Produkt kaufen.
• Er kann das gewünschte Produkt in einem Konkurrenzgeschäft erwerben.
• Der Kauf kann auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.
• Das gleiche Produkt wird in einer differierenden Verpackungsgröße
erstanden.
• Der Kauf findet nicht statt.
(Corstjens and Corstjens 1995, zitiert in: Campo 2000: 220) Wie kommt es nun zu diesen unterschiedlichen Reaktionen? Versucht man die Frage nach dem Prinzip der Nutzenmaximierung des Konsumenten zu beantworten, wird der Verbraucher als Rationalist, der Zeit, Geld und Aufwand zur Erreichung eines Nutzens berücksichtigt, betrachtet. Dazu zählen unter anderem die Kosten, die auftreten bei einem Markenwechsel und die entstehenden Kosten beim Wechsel zu einem anderen Einzelhandelsgeschäft, um das Produkt dort zu
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Arbeit zitieren:
Burkhart Hüttmann, 2002, Continuous Replenishment und Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment-Logistikkonzepte zwischen Lebensmittelindustrie und Lebensmitteleinzelhandel, München, GRIN Verlag GmbH
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