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Seminararbeit, 2005, 14 Seiten
Autor: Christine Engel (geb. Zech)
Fach: Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe
Details
Institution/Hochschule: Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (Journalistik)
Tags: Konzeptionen, Position, Niklas, Luhmann, Grundlagen, Kommunikationswissenschaft
Jahr: 2005
Seiten: 14
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 5 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-46565-6
Dateigröße: 242 KB
Die Semiararbeit erklärt zu neunig ProzentLuhmanns Systemtheorie in verständlicher Sprache. Im vorletzten Kapitel wird dann darauf eingegangen, wie Luhmann die politische Öffentlichkeit gesehen hat.
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Textauszug (computergeneriert)
Konzeptionen von politischer Öffentlichkeit –
Die systemtheoretische Position nach Niklas Luhmann
von: Christine Engel (geb. Zech)
Sommersemester 2005
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Biografie Niklas Luhmann 4
3. Zur Klärung des Begriffs 5
3.1 Was will Systemtheorie? 5
3.2 Was sind Systeme? 5
4. Geschichte und Entwicklung der Systemtheorie 6
4.1 Vor 1930 6
4.2 Die strukturell-funktionale Systemtheorie 7
4.3 Die kybernetische Systemtheorie 7
5. Systemtheorie nach Niklas Luhmann 7
5.1 Der funktional-strukturelle Ansatz 7
5.2 Der autopoietische Ansatz 9
6. Der Begriff Beobachtung 9
7. Die systemtheoretische Position der politischen Öffentlichkeit 10
8. Luhmann vs. Habermas 12
9. Literaturverzeichnis 14
1. Einleitung
Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit der Systemtheorie. Sie will dieses komplexe Konstrukt verständlich darstellen, erklären und am Ende analysieren, wie die öffentliche Meinung aus systemtheoretischer Sicht in der Politik entsteht. Der wichtigste Vertreter und Forscher der Systemtheorie ist Niklas Luhmann. Deshalb orientiert sich diese Arbeit hauptsächlich an seinen Forschungen und Aussagen über die Systemtheorie. Um sich ein Bild über diesen außergewöhnlichen Wissenschaftler zu machen, beginnt die Seminararbeit mit der Biographie Luhmanns. Es folgt die Erklärung was Systemtheorie überhaupt bezwecken will, welche Dinge als Systeme definiert werden beziehungsweise wie diese Systeme handeln und welche Rolle der Mensch in Luhmanns Überlegungen spielt. Kapitel vier beschreibt die Geschichte der Systemtheorie. Erst dann werden die funktional-strukturelle und die autopoietische Sicht Luhmanns beschrieben. Ein wichtiger Teil in Luhmanns Arbeit ist auch der Begriff „Beobachtung“, dem sich Kapitel sechs widmet. Der vorletzte und wichtigste Punkt in dieser wissenschaftlichen Arbeit beschäftigt sich mit der systemtheoretischen Position über die politische Öffentlichkeit. Am Ende wird Niklas Luhmann seinem langjährigen Kontrahent, aber auch Freund, Jürgen Habermas gegenüber gestellt, der die normativ-kritische Position bei den Konzeptionen von politischer Öffentlichkeit vertritt. Die Seminararbeit orientiert sich im allgemeinen Teil, also der Ausführung der Systemtheorie an den Büchern „Luhmann leicht gemacht“ von Margot Berghaus, an „Systemtheorie“ von Christian Schuldt und an Ralf Hohlfelds Vademekum „Systemtheorie für Journalisten“. Die Konzeption politischer Öffentlichkeit greift zum größten Teil auf Niklas Luhmanns „Die Politik der Gesellschaft“ zurück.
Insgesamt bemüht sich diese Arbeit um eine verständliche und leicht begreifbare Beschreibung der Systemtheorie, obwohl Niklas Luhmann „jede Form gedanklicher Vereinfachung und Vergröberung hasste“.1 Denn schon Helmut Wilke sagte: „Wer systemtheoretische Lektüre nach dem ersten Lesen verstanden hat, ist verdächtig: entweder ist er ein Genie, oder – das scheint empirisch der häufigere Fall zu sein – er hält sich nur für ein solchen.“2
2. Biografie Niklas Luhmann
„Niklas Luhmanns Biografie ähnelt der Evolution der modernen Gesellschaft: Sie ist hochgradig unwahrscheinlich – und damit auch hochgradig interessant.“3 Eine Biografie über einen Menschen, dessen einziger Wunsch war, mehr Zeit zu haben, das bedeutet sein Tag sollte 30 Stunden umfassen um noch mehr Bücher zu schreiben4, klingt in der Tat hochgradig interessant. Besonders wenn man bedenkt, dass dieser Mensch auch mit nur 24 Stunden pro Tag ein Lebenswerk von circa 50 Büchern und rund 400 Aufsätzen hinterlassen hat.5 Sein Projekt lautete: Entwicklung einer Gesellschaftstheorie; Laufzeit: 30 Jahre; Kosten: keine.6 Besonders bemerkenswert ist auch, wie Niklas Luhmann seine Informationen über seine Gesellschaftstheorie und den Inhalt seiner Bücher gesammelt hat: Mit seinen legendären Zettelkästen. Jeder Gedanke wurde von ihm auf einem Zettel notiert. Er ordnete die Zettel mit Nummern und irgendwann in den 80er Jahren, als die Zettelkästen mit ihrem spinnennetzförmigen System schon ein ganzes Zimmer einnahmen, hatten die Zettel bis zu zwölfstellige Unternummern.7
Seine Biografie bezeichnete Luhmann als eine Ansammlung von Zufällen.8 Er wurde am 8. Dezember 1927 in Lüneburg geboren, studierte von 1946 bis 1950 Jura in Freiburg. Anschließend arbeitete er als Beamter, bis er 1960 ein Studium der Soziologie bei Talcott Parsons in Harvard begann und dort zum ersten Mal mit der Systemtheorie in Berührung kam. In den 60er Jahren war er an der Hochschule für Verwaltungswissenschaft in Speyer und an der Sozialforschungsstelle in Dortmund tätig und habilitierte anschließend in Münster. Von 1968 bis 1993 war er Professor für Soziologie an der Universität Bielefeld. Er verstarb 1998 in Oerlinghausen bei Bielefeld. 9
Über seinen Charakter schreibt Peter Fuchs in der „taz“ am 14./15. 11. 1998: „Leicht gebeugt, sehr beamtenhaft, sehr höflich, sehr aufmerksam und: sehr gehemmt. Diese Hemmung löste sich, sobald es um die Sache ging, dann waren Humor, Witz, trockene Ironie möglich, aber sie war gleichwohl immer spürbar.10 Über sich selbst sagte Luhmann, sein Hauptcharakterzug sei „bockig“.11
[...]
1 Ralf, Hohlfeld: Systemtheorie für Journalisten. Ein Vademekum. Eichstätt 1999, S. 5.
2 Helmut, Wilke: Systemtheorie. Eine Einführung in die Grundprobleme der Theorie sozialer Systeme, Stuttgart/New York 1991, S. 8. Zitiert nach: Ebd. S. 15.
3 Christian, Schuldt: Systemtheorie. Hamburg 2003, S.64.
4 Vgl. ebd., S.66-67.
5 Vgl. Hohlfeld 1999, a.a.O., S. 7.
6 Vgl. Margot, Berghaus: Luhmann leicht gemacht. Köln/Weimar/Wien 2004, S.16.
7 Vgl. Schuldt 2003, a.a.O., S. 71.
8 Vgl. Berghaus 2004, a.a.O., S. 15.
9 Vgl. ebd., S. 14.
10 Schuldt 2003, a.a.O., S. 64 – 65.
11 Ebd., S. 65.
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